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Schöpferische Pause

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Published on: 28. Juli 2012

Zwischen dem 19.5.2012 und dem 21.7.2012 habe ich keinen Artikel mehr veröffentlicht, obwohl ich jede Woche einen Artikel schreiben wollte. Ich hätte 8 Artikel mehr schreiben können. Trotzdem gab es eine Pause. Eine so lange Pause könnte für die Suchmaschinen sogar zu einem Problem werden. Es könnte der Eindruck entstehen, daß der Blog nicht mehr gepflegt wird. Dadurch könnte ich in den Suchmaschinen weiter hinten gelistet werden. Vor allem deshalb, weil ich in dieser Zeit fast keine Werbung für meinen Blog gemacht habe. Trotzdem war diese Pause notwendig. Aber nicht überraschend. Schon von Anfang an habe ich gewußt, daß so etwas passieren könnte. Auch wenn ich gehofft habe, daß dies nicht geschieht. Warum ist das so?

Erfahrungen sind planbar

In unserem Leben sammeln wir Erfahrungen bei all den Dingen, mit denen wir uns beschäftigen. Durch die Erfahrungen entsteht Routine und wir können mit Problemen immer besser und schneller fertig werden. Was dabei passiert, kann man sehr gut an einem Beispiel aus Karate erläutern:

Ich habe mal für ein halbes Jahr Karate gelernt. Ich bin dabei nicht sehr weit gekommen, aber ich habe dabei erlebt, was passierte, als ein Schüler seinen schwarzen Gürtel gemacht hatte. Dadurch wird die Ausbildung beendet und man mußte eine eigene Kata erfinden. Die Kata ist die Kampftechnik des Karatekämpfers. Diese Kampftechnik soll zeigen, wie der Karatekämpfer bei einem Kampf wirklich kämpfen würde. Deshalb darf und kann die Kata weder geübt, noch geplant werden. Das Unterbewußtsein soll die Kata erzeugen. Dazu wird der Karatekämpfer bis zur Erschöpfung gefordert indem er viele verschiedene Übungen machen muß. Und im Zustand der Erschöpfung soll er unter Zeitdruck seine Kata erschaffen. Durch den Zeitdruck und die Erschöpfung wird gewährleistet, daß der Instinkt die Techniken anwendet, auf die er am schnellsten und einfachsten zugreifen kann. Das sind die Techniken, die er am besten gelernt hat.

Wenn wir in irgendeiner Sache unter Zeitdruck stehen, dann wendet unser Instinkt immer die einfachsten Methoden an. Die bewährten Routinen.

Das weiß man auch auf dem Arbeitsmarkt. Je einfacher und primitiver die Arbeit ist, desto leichter können sich Bewegungsabläufe einprägen. Die Arbeitsleistung wird vorhersehbar und planbar. Das hat allerdings dazu geführt, daß in vielen Bereichen Fristen festgelegt werden und die Verletzung der Fristen mit Konventionalstrafen belegt werden. Die Konventionalstrafen können für ein Unternehmen richtig teuer werden. Leider werden diese Konventionalstrafen auch dann angewendet, wenn sie ungeeignet sind.

Wenn Kreativität gefordert wird.

Ich habe mal jemanden kennengelernt, der beruflich Programme schreibt. Für die Programme gab es immer zeitliche Vorgaben. Bis zu einen bestimmten Termin muße das Programm unbedingt fertig sein. Das wurde häufig so knapp angesetzt, daß er in den letzten Tagen vor Ablauf des Termins immer wieder mal die Nacht durcharbeiten mußte, damit er rechtzeitig zum Termin fertig war.

In einem solchen Fall ist es schwierig, wirklich kreativ zu sein. Ich könnte mir gut vorstellen, daß viele Fehler der großartigen Programme durch oberflächliche Programmierung unter Zeitdruck entstanden sind, bei denen die Progrmmierer zu wenig Zeit hatten, gründlich und zuverlässig zu arbeiten. Da helfen auch die anschließenden Sicherheitsmaßnahmen nicht weiter:

Wenn das Programm fertig gestellt wurde, dann setzt man sich mit dem Programmierer zusammen und der Programmierer muß jede einzelne Programmzeile erklären. Warum hat er diese verwendet? Dabei ist es sehr wichtig, daß der Programmierer auf gar keinen Fall irgendwie angegriffen wird, da er dann automatisch aufhört das Programm zu erklären. Er fängt dann an, das Programm zu verteidigen. Es ist ein pschologischer Reflex.

Es ist gut, daß das Programm erklärt wird. Aber viel interessanter wäre das, was man nicht gemacht hat. Welche Alternativen hätte es gegeben? Was hätte man besser machen können? Die privaten Programmierer, die nicht unter Zeitdruck arbeiten, haben dadurch einen gewaltigen Vorteil gegenüber den kommerziellen Programmierern. Vorausgesetzt, sie haben genügend Erfahrung.

Kreativität

Während Erfahrungen zu planbarer Routine führen, ist Kreativität ganz anders. Kreativität ist nicht planbar. Ich möchte das anhand eines Beispiels erläutern.

In meinem ganzen Studium gab es nur eine Übungsaufgabe, auf die ich wirklich stolz bin. Eines Tages stand auf einem Übungszettel eine anscheinend einfache Aufgabe:

Beschreiben Sie alle Zahlen, wenn folgende 2 Regeln gelten: a3b=ba2 und b3a=ab2.

Kurz vorher wurde in der Vorlesung ein ähnliches Phänomen beschrieben. Man kann ein regelmäßiges 5-eck sehr leicht zur Deckung bringen, indem man entweder eine Drehung nach rechts oder eine Spiegelung durchführt. Dabei gilt: r5=1 und s2=1. r steht für die Drehung und s für die Spiegelung. Dabei gibt es 10 verschiedene Zahlen: (1, r, r2, r3, r4, s, sr, sr2, sr3, sr4). Dabei gilt die Rechenregel r3s=sr2.

Zurück zur Übungsaufgabe. Der Professor hatte den Studenten sogar noch einen Tip gegeben. Wenn diese beiden Regeln gelten, dann ist a=b=1. Wir mußten das nur beweisen!

Ich hatte es mir damals zur Gewohnheit gemacht, leere Seminarräume zu suchen und an der Tafel die Übungsaufgaben zu lösen. 2 Stunden lang suchte ich nach der Lösung. Ich hatte mich ständig im Kreis gedreht. Ich bin richtig wütend geworden. Als ich das bemerkte, habe ich Schluß gemacht. Ich ging nach Hause. Da ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und 1 mal umsteigen 1 1/2 Stunden unterwegs war, hatte ich ziemlich lange Zeit. Während dieser Zeit hatte ich abgeschaltet. Ich hatte mich nicht mehr mit der Übungsaufgabe befaßt. Doch als ich etwa auf dem halben Weg nach Hause war, kam mir eine Idee. Wie wärs, wenn ich die Formeln nur in einer Richtung anwende? Auf dem Weg nach Hause habe ich mir dann überlegt, wie man das am einfachsten bewerkstelligen könnte. Natürlich nur im Kopf, da man im Bus schlecht schreiben kann.

Ich konnte es gar nicht mehr erwarten, nach Hause zu kommen. In 2 Minuten stand die Lösung da. In der Uni hatte ich 2 Stunden lang vergeblich nach einer Lösung gesucht. Aber nachdem ich die richtige Idee hatte, brauchte ich nur noch 2 Minuten.

Wenn man schon mal so eine Aufgabe zeigt, dann sollte man auch die Lösung zeigen. Es ist wahrscheinlich nicht dieselbe Lösung wie damals, denn es sind inzwischen über 20 Jahre vergangen:

a2b4=ab6a=b9a2=b8a3b

Der gelb markierte Bereich definiert eine Gleichung, bei der ich von rechts mit b–1a multiplizieren kann:

a3b2=a2b3a=b8a4=b7a6b= b6a9b2

Der grün markierte Bereich definiert eine Gleichung, bei der ich von rechts mit b–2a–3 multiplizieren kann:

1=b6a6=b5a9b

Wenn ich von links mit b multipliziere und von rechts mit b–1, dann verändert sich die 1 nicht, aber auf der rechten Seite der Gleichung rutscht das b von hinten nach vorne:

1=b6a9= a3b=a3b=ba2

Hier kann ich die grüne Gleichung wieder von links mit b–1 multiplizieren:

a2=1=a3 → a=1 → b2=ab2=b3a=b3 → b=1

Ich habe es sehr genau erklärt. Die Lösung, die ich abgegeben habe war bei sehr kleiner Schrift ein 2-Zeiler. Übungsaufgaben wurden in Übungsgruppen von 8-12 Leuten an der Tafel vorgerechnet. In meiner Übungsgruppe gab es außer mir nur einen weiteren Studenten, der eine Lösung gefunden hatte. Er ist aber nicht selber darauf gekommen, sondern hat sie in einem Buch gefunden. Und meine Lösung war kürzer. Ich hab die Literatur geschlagen. Deshalb bin ich stolz darauf.

Was hier einfach aussieht, ist auch für Mathematikstudenten ein sehr schwieriges Problem. So etwas kann man nicht einfach planen. Hat man die richtige Idee, dann geht das unheimlich schnell. Aber wehe, wenn nicht, dann arbeitet man ewig an der Lösung und wird vielleicht sogar aufgeben. Bei Funktionalanalsis hat ein Übungsgruppenleiter mal gesagt: „Es ist immer eine Übungsaufgabe dabei, die so schwierig ist, daß man die Lösung nur in einem Buch finden kann.“ Man wollte damit trainieren, daß man Problemlösungen auch in der Literatur sucht. Wenn ich deshalb für einige Übungsaufgaben keine Lösung fand, war ich nicht enttäuscht, denn für mich war die Suche nach Lösungen in einem Buch Mogelei. Wenn ich wirklich gut werden will, dann muß ich meine Fähigkeiten trainieren und nicht nach guten Noten streben.

Verschiedene Denkstrukturen

Das Gehirn hat viele verschiedene Bereiche, die alle unterschiedlich arbeiten. Es gibt Bereiche mit linearer Verarbeitung und Bereiche mit paralleler Verarbeitung. Die lineare Verarbeitung können wir sehr leicht im Bewußtsein nachvollziehen. Bei der parallelen Verarbeitung rechnet das Gehirn verschiedene Lösungsstrategien gleichzeitig durch. Das, was als erstes das Ziel erreicht, wird dann als Inspiration weitergereicht. Das nehmen wir bewußt überhaupt nicht wahr, da das Gehirn unser Bewußtsein nicht mit unnötigen Gedanken überlasten will. Deshalb kommen Ideen scheinbar plötzlich aus dem Nichts. Und man muß lernen zuzuhören. Wer unter Zeitdruck steht, wer auf irgendeine Art belastet ist oder abgelenkt wird, kann die kreativen Impulse überhören. Der Instinkt ist auch nicht immer leicht nachvollziehbar, doch er ist genau so wichtig wie der Verstand. Beide ergänzen sich. Das gilt auch in der Mathematik. Wenn man mit Formeln arbeitet, dann muß man wissen, wann welche Formel verwendet werden soll. Die passende Formel wird vom Instinkt erkannt, die dann vom Verstand sinnvoll eingesetzt wird. Woran kann man das erkennen?

Ich habe mal Nachhilfeunterricht bei einem Mädchen gegeben, das in die Realschule ging. Sie hatte Schwierigkeiten mit Bruchrechnen und den binomischen Formeln. Ich habe mich immer wieder gefragt, was macht die eigentlich, wie kann man nur so rechnen? Bis ich sie nach den Formeln gefragt habe.

Das war vielleicht eine Überraschung. Die Formeln konnte sie mir aus den eff-eff korrekt hinschreiben. Sie hatte nur ein Problem. Wenn bei der Formel (a+b)2=a2+2*a*b+b2 das a durch ein c ersetzt wurde, dann hat sie die Formel nicht mehr wiedererkannt.

In der Realschule wird die Strategie des Lernens von Unsinnswörtern verwendet. Durch viele Wiederholungen wird dem Gehirn gesagt, daß etwas wichtig ist. Das muß gelernt werden. Dabei lernt man aber nicht den Umgang mit mathematischen Formeln, sondern gewöhnt sich einen Mechanismus im Aufschreiben an. Dann wird halt bei der Addition von Brüchen nicht die Formel verwendet, sondern der antrainierte Reflex der Addition 2er Zahlen d. h. ober-  und unterhalb des Bruchstrichs wird addiert. Ich habe mich mal mit anderen Leuten unterhalten, die häufiger Nachhilfeunterricht geben. Sie haben die Beobachtungen auch gemacht. Vor allem bei Realschülern.

Vielleicht sollte man sich mehr mit Kunst befassen, auch abstrakter Kunst, da muß man lernen, Dinge wiederzuerkennen.

Neuland

Immer wenn wir lernen, betreten wir Neuland. Wir machen Erfahrungen, die im Laufe der Zeit zur Routine werden. Das ist es, was uns gut macht in einer Sache. Egal, was einem am besten liegen mag. Sind wir erfahren, dann werden wir auch schnell. Aber mit Kreativität betreten wir immer wieder Neuland. Man weiß vorher nicht, wie sich die Dinge entwickeln werden. Will man dann gute Arbeit leisten, kann man nur eingeschränkt auf Routine zurückgreifen. Und dann entstehen Zeiten, wo man nicht mehr vorankommt. Vielleicht hat jemand tolle Bilder gezeichnet in einem finstern Kellerloch und bekommt auf Grund seines Erfolges ein Atellier. Der ist davon vielleicht so beeindruckt, daß er sich so über sein Atellier freut, daß sich sein Instinkt nur noch mit der Freude befaßt und die Kreativität ist weg.

Er muß die Zeit überbrücken, bis die Freude zur Normalität wird und ihn nicht mehr ablenkt. Dann kommt die Kreativität zurück. Er muß nicht wieder ins Kellerloch gehen, um wieder zeichnen zu können.

Kreativität ist unberechenbar. Man muß immer wieder mal damit rechnen, daß sie einem auch Fallstricke in den Weg legen kann. Aber sie ist ein gewaltiger Schatz, der den Fortschritt erst vorantreibt. Man muß nur lernen damit umzugehen. Die großen Entwicklingen aus dem 19. und 20. Jahrhundert bis heute gehen alle auf kreatives Denken zurück. Es ist ein unermeßlicher Schatz und es lohnt sich dafür die Nachteile in Kauf zu nehmen. Auch wenn nicht immer gutes daraus entstanden ist. Denken Sie nur an die Computerviren. Auf die könnte man gut verzichten.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Zielstrebiges Denken und Handeln

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Published on: 31. März 2012

Am 12.3.2012 bekam ich von einem der Leser meines Newsletters eine E-Mail. Er fragte mich, ob ich ihm eine Software empfehlen könnte, mit der man Daten daraufhin analysieren kann, ob man es mit menschlichem Klickverhalten zu tun hat oder ob ein Klickroboter am Werk ist.

Es ging ihm dabei um Buxseiten (= eine Art internationaler Paidmailer zum Werbung abklicken), die Referrals in großer Zahl vermieten. Seine selbst geworbenen Referrals hatten ein konstantes besseres Klickverhalten als die gemieteten Referrals.

Eine solche Software kann ich nicht empfehlen, da ich keine kenne. Aber wenn man genau darüber nachdenkt, dann braucht man auch keine. Warum sollten Klickroboter schlechtere Ergebnisse liefern als normale Menschen?

Man sollte sich lieber die Frage stellen, woher die gemieteten Referrals kommen. Wer hat kein großes Interesse daran, Werbung anzuklicken? Der, der die Erfahrung gemacht hat, daß er damit nichts oder zu wenig verdient. Dann verdient auch die Upline zu wenig. Da die Upline schon länger versucht, Geld zu verdienen, ist die Chance sehr groß, daß jemand aufgehört hat, der zu wenig an seinen Referrals verdient hat. Diese Referrals sind dann frei und werden vermietet, bis sie lange genug dabei waren, um ebenfalls aufzugeben.

Da sich in allen Systemen, in denen eine Downline aufgebaut wird, die meisten Leute am Ende der Downline befinden oder höchstens einen direkten Referral haben, ist der Verdienst der meisten Leute sehr dürftig. Wenn die Menschen erst mal aufgegeben haben, dann kann man sie auch nicht mehr motivieren.

Man braucht keine Software, die herausfindet, ob man Klickroboter gemietet hat. Wenn etwas nicht funktioniert, dann hört man einfach auf damit. Wenn die gemieteten Referrals das Geld nicht wert sind, das man dafür bezahlt, dann mietet man sie eben nicht.

Die Anfrage des Lesers meines Newsletter zeigt mir noch ein anderes Problem. Könnte es sein, daß viele Leute nicht wissen oder erkennen, was zielorientiertes Handeln ist? Ich will versuchen, Ihnen zu zeigen, wie das am besten funktioniert.

Das Ziel

Bevor man anfängt zu handeln, braucht man immer ein Ziel. Eigentlich haben wir alle Ziele. Viele unterschiedliche Ziele. Sie haben mit den menschlichen Bedürfnissen zu tun. Wir wollen ein schönes Leben haben, wir wollen in Frieden leben, wir wollen nicht hungern. Usw. Viele Ziele sind uns gar nicht bewußt. Sie arbeiten im Unterbewußtsein.

Ich kann mich erinnern, daß ich vor vielen Jahren in der Schule mal einen Plan gesehen habe, wie man sich weiter fortbilden kann. Dabei ist mir der Gedanke in den Sinn gekommen, daß ich so lange wie möglich lernen möchte. Danach habe ich viele Jahre nicht mehr daran gedacht. Irgendwann habe ich dann bemerkt, daß ich dieses Ziel verwirklicht habe. Ich lerne auch heute noch.

Ziele müssen einem nicht immer bewußt sein. Aber sie können einem helfen, weiter zu kommen. Vor allem die unbewußten Ziele können manchmal Stolpersteine sein. Vor allem, wenn es 2 Ziele gibt, die miteinander kollidieren.

Wenn es jemanden gibt, der anderen nichts Schlechtes antun möchte, aber gleichzeitig Verkäufer sein will, der bekommt immer dann Probleme, wenn die Produkte nichts taugen. Wenn man beide Ziele erreichen will, dann muß man sich die Produkte gut aussuchen. Wenn man aber nur das Ziel kennt, daß man ein guter Verkäufer sein will, der so gut ist, daß er es fertig bringt, einem Eskimo einen Kühlschrank zu verkaufen, dann wird einem das 2. Ziel immer wieder Steine in den Weg legen. Das Gewissen wird sich melden. Braucht der das überhaupt? Kann er sich das leisten?

Man bekommt bei manchen Geschäften ein ungutes Gefühl.

Wenn 2 Ziele miteinander kollidieren, dann wird sich zwar das stärkere Ziel durchsetzen, aber der Konflikt zwischen den beiden Zielen verbraucht sehr viel Energie, die einem dann an anderer Stelle fehlt.

Kenne ich meine Ziele aber ganz genau, dann kann ich mir die Produkte, die ich verkaufen will aussuchen und sie den Kunden anbieten, die sie wirklich haben wollen. Dann arbeiten beide Ziele in der gleichen Richtung und ergänzen sich gegenseitig.

Ein guter Verkäufer zu werden ist dann viel einfacher.

Erfahrungen oder vorausschauendes Denken

Wenn man weiß, was man will. Dann braucht man einen Weg, um seine Ziele zu erreichen. Im Prinzip gibt es 2 verschiedene Strategien:

  1. Erfahrungen:
    Viele Sachen werden ausprobiert. Dabei sammelt man Erfahrungen, wie man etwas erreichen kann. Dabei werden immer die schlechtesten Methoden aussortiert und die besten Methoden verbessert. Im Laufe der Zeit wird man immer besser, bis man ein Experte geworden ist.
  2. Vorausschauendes Denken:         
    In diesem Fall werden keine Erfahrungen gesammelt, sondern man überlegt sich theoretisch, welche Wirkung eine Strategie haben wird. Es werden nur die Sachen ausprobiert, die eine reelle Chance auf Erfolg liefern.

Es sieht so aus, als ob das 2 unterschiedliche Wege sind. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, dann ist das nicht wahr.

Erfahrungen werden immer dann gesammelt, wenn man nichts zur Verfügung hat, um vorausschauend planen zu können. Überall, wo man Neuland betritt, muß man immer zuerst Erfahrungen sammeln. Das haben wir in unserem ganzen Leben gemacht. Von Geburt an. Wir sammeln so lange Erfahrungen, bis wir mit den Sachen so vertraut sind, daß wir vorausschauen können, was passiert, wenn wir etwas Bestimmtes tun.

Auch wenn wir lernen machen wir Erfahrungen mit dem Wissen anderer. Unser ganzes Leben ist ein Erfahrungsschatz, den wir einsetzen können. Interesse und Fähigkeiten bestimmen, was wir lernen wollen.

Der Weg

Wenn Sie Ihre Ziele erreichen wollen, dann müssen Sie irgendwann anfangen und sich ihrem Ziel immer weiter nähern. Jetzt müssen Sie aufmerksam sein. Wenn Sie noch weit weg von Ihrem Ziel sind, dann müssen Sie versuchen, sich Ihrem Ziel zu nähern. Glauben Sie nie, daß es nur einen Weg gibt. Es gibt viele Wege. Und es gibt viele Hindernisse. Manche Hindernisse scheinen unüberwindbar. Man muß lernen, das zu erkennen, denn nur dann kann man diese Hindernisse umgehen. Mit jedem Hindernis, das man überwindet wird man stärker.

Viele machen den Fehler, daß sie sich Etappenziele setzen, die sie zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen wollen. Daran messen sie ihren persönlichen Erfolg. Aber ein vorausberechnetes Etappenziel kann direkt hinter einem Hindernis liegen. Und wenn man in Zeitnot ist, kommt man nicht auf die Idee, einen Umweg zu gehen. Dann beißt man sich an diesem Etappenziel die Zähne aus.

Ein Erfahrungsbeispiel

Bei meinen Untersuchungen zur Wirtschaftskrise dachte ich, daß es sinnvoll wäre, die notwendigen Formeln so einfach wie möglich darzustellen, damit man sie leicht nachvollziehen kann.

Ich habe die Geldmenge im Gleichgewichtszustand für den Häuserbau ohne Komplikationen wie variable Zins- und Tilgungssätze, Inflation oder Bevölkerungsentwicklung berechnet. Dann habe ich mir überlegt, was man ändern muß, um die Inflation einzuführen. Was muß man ändern, um variable Zinssätze einzuführen.

Dabei wurden die Formeln komplizierter und die Berechnungen immer länger. Vor allem weil ich Summenprodukte berechnen mußte. Bei den Summenformeln wurde der eine Parameter hochgezählt und der andere runtergezählt. Das war so komplex, daß die Formeln bei Excel nicht einfach kopiert werden konnten. Jede Formel mußte einzeln aufgerufen werden um die Parameter zu verändern.

Wenn man unter diesen Bedingungen mit monatlichen Werten über Jahrzehnte rechnen muß, und jeden Monat das Summenprodukt immer länger wird, dann wird die Rechenzeit nach jeder Anpassung einer Formel immer länger. Dabei habe ich es erlebt, daß nach einer Korrektur einer einzelnen Formel 6 Minuten vergangen sind. Die Zeiten sind von Formel zu Formel kontinuierlich immer länger geworden bis zu diesem Wert.

Ich hatte Berechnungen nur noch für Spezialfälle durchgeführt.

Das war für mich ein so großes Hindernis, daß ich mir überlegt habe, daß ich meine Strategie ändern muß. Ich hab das Pferd von hinten aufgezäumt. Ich habe alle Berechnungen neu gemacht. Dabei habe ich zuerst den allgemeinsten Fall betrachtet und mein ganzes mathematisches Können eingesetzt, um die Formeln so weit wie möglich zu vereinfachen, damit die Berechnungen einfacher werden.

Danach habe ich für die Untersuchungen Spezialfälle dieser Formel betrachtet und untersucht. Dabei sind dann aus Summenprodukten Differenzen geworden. Berechnungen wurden sehr einfach. Ich konnte sogar feststellen, daß ein von mir gewähltes Anschauungsbeispiel bei einer allgemeinen Analyse nicht typisch war.

Der falsche Weg, den ich zuerst gegangen bin, hat mich ein halbes Jahr gekostet. Aber ich habe dabei eine sehr wichtige Erfahrung gemacht. Durch diesen Umweg hat mein Instinkt etwas gelernt. Wenn ich einen Fehler mache und mein Instinkt kriegt das irgendwie mit, dann läßt er mich nicht mehr weiterarbeiten.

Er lenkt mich ab. Ich komme plötzlich auf die Idee, daß ich Einkaufen gehen muß. Unterwegs gehen mir dann Gedanken durch den Kopf. Meistens entdecke ich dann die Fehler.

Einmal habe ich ihn nicht entdeckt. Ich habe 2 ½ Wochen nichts mehr an meiner an meiner Untersuchung gemacht. Ich habe mich nur noch ablenken lassen.

Ich habe mir überlegt, was an meiner Untersuchung nicht stimmen könnte. Dabei kam mir in den Sinn, daß mein Instinkt vielleicht der Meinung war, daß ein Parameter einer Formel, den ich reziprok definiert hatte, damit die Formeln nicht so aufgebläht aussehen, vielleicht keine gute Idee war. Dann muß ich aber alle Formeln, die ich ab diesem Zeitpunkt entwickelt habe, genau überprüfen, damit ich nicht versehentlich mit einem Fehler weiterrechne.

Ich habe nicht nur die Formeln überprüft, bei denen der Parameter auftauchte, sondern alle. Dadurch fand ich einen ganz wichtigen Fehler. An einer Stelle, wo 1-x/y hingehört, habe ich 1-y/x geschrieben und damit weitergerechnet.

Nachdem ich das korrigiert hatte, kamen am Ende Formeln heraus, die viel einfacher waren. Mein Instinkt hatte erkannt, daß den Formeln, die ich entwickelt hatte, die mathematische Eleganz fehlte. Also hat er verhindert, daß ich weiterarbeite, bis ich meine Formeln überprüft und ausgebessert hatte.

Ich finde, daß dieses Beispiel sehr gut zeigt, wie die Überwindung eines Hindernisses auf dem Weg zum Ziel neue Fähigkeiten entwickeln kann, die einem später bei anderen Problemen sehr nützlich sein können. Hätte ich an dieser Stelle mit Etappenzielen gearbeitet, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden müssen, dann hätte ich den Fehler bestimmt nicht entdeckt. Ich hätte meinen Instinkt unterdrückt anstatt mit ihm zusammenzuarbeiten. Er arbeitet für eines meiner anderen Ziele. Daß ich gute Arbeit leisten will.

Außerdem kann man hier sehr deutlich sehen: Wenn die Ziele „Gute Arbeit leisten“ und „Wirtschaftskrise untersuchen“ miteinander in Widerspruch stehen, dann blockieren sie sich gegenseitig und ich komme nicht mehr vorwärts.

Das Ziel nie aus den Augen verlieren

Ein großer Fehler, der häufig gemacht wird, ist der, daß man sich an eine Strategie gewöhnt, die einen immer näher ans Ziel bringt und diese Strategie dann mit dem eigentlichen Ziel verwechselt. Ich möchte das mal anschaulich an einer Graphik erläutern:

Wenn man sehr weit von seinem Ziel entfernt ist kann man Wege gehen, die sich dem Ziel nähern. Aber man muß diesen Weg verlassen, wenn man das Ziel nicht verfehlen will.Der grüne Punkt ist das Ziel. Am Anfang ist man sehr weit weg vom Ziel und erkennt den Weg, der sich entlang der Ellipse dem Ziel nähert. Die grünen Strahlen zeigen die direkte Verbindung zum Ziel. Geht man den Weg der Ellipse immer weiter, dann erreicht man das Ziel nicht, sondern geht am Ziel vorbei. An der Stelle, an der man die kürzeste Entfernung zum Ziel hat, muß man den Weg verlassen und einen neuen Weg wählen.

Das Ziel darf man nicht aus den Augen verlieren. Probieren Sie es ruhig mal in einer Fußgängerzone aus. Suchen Sie sich ein weit entferntes Ziel und gehen Sie darauf zu. Wenn sie dann ihre Augen zu machen und weitergehen und danach ihre Augen wieder öffnen, dann werden Sie wahrscheinlich feststellen, daß Sie bei nur wenigen Schritten vom Weg abgekommen sind.

Fremde Erfahrungen

Zum Schluß noch eine Warnung. Man muß nicht alle Erfahrungen selber machen. Das ist richtig. Aber fremde Erfahrungen können sehr leicht unpassend sein. Wenn die Ziele eines anderen nicht mit den eigenen Zielen übereinstimmen, dann kann der andere Strategien verwenden, die einem selbst Probleme bereiten. Aber trösten Sie sich. Dafür können Sie vielleicht einige Hürden überwinden, die für den anderen unüberwindlich erscheinen.

Ein Beispiel:

Es gibt viele Leute, die die Relativitätstheorie kritisiert haben. Ich habe mir schon einige Kritiken angesehen. Doch meistens sind das Physiker oder Laien. Vor meinem Mathematikstudium habe ich 2 Jahre Physik studiert und dabei erfahren, wie Physiker denken. Das wird auch den Studenten beigebracht. Sehen die Sachen dann einfach aus, dann halten die Physiker es nicht für nötig, einen Beweis zu liefern. Als ich von der Physik zur Mathematik wechselte, viel mir als erstes auf, daß wirklich jede Klitzekleinigkeit bewiesen wird. Nur deshalb habe ich überhaupt eine Chance die Relativitätstheorie da zu widerlegen, wo sie Fehler macht. Ich habe inzwischen Sachen entdeckt, bei denen ich mir die Frage stelle, warum die in inzwischen über 100 Jahren keinem Physiker aufgefallen sind. Die Kritiker haben sich bisher nicht durchsetzen können.

Es macht noch nicht mal etwas aus, wenn ich zwischendurch ein paar Jahre Pause mache und mich mit etwas anderem Beschäftige. Ich habe keine ernst zu nehmende Konkurrenz. Ich kann die Relativitätstheorie wahrscheinlich trotz Faulheit zu Fall bringen.

Faulheit ist aber keine gute Empfehlung für all die anderen Kritiker, die es sonst noch gibt. Dafür habe ich eine andere Schwäche. Als Mathematiker bin ich es gewohnt, nur damit weiterzuarbeiten, was bewiesen worden ist. Bis zu dem Punkt gehe ich den Weg der Literatur. Danach mache ich mir meine eigenen Gedanken. Dadurch habe ich die Schwäche eines Fehlers nicht gut genug erkannt und konnte mich in einer Diskussion im Astronomie-Forum im Mai 2009 nicht durchsetzen. Ich hatte versucht, den unelastischen Stoß zu Fall zu bringen, hätte mich aber auf den elastischen Stoß konzentrieren müssen.

Das weiß ich heute. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Selbstkritik ist eine der schwierigsten Kritikformen überhaupt. Aber sie läßt einen Irrwege erkennen. Sie bringt einen zum Umdenken. Dadurch kann man viel leichter Hindernisse erkennen und umgehen.

Denken Sie nur mal an den €-Rettungsschirm. Seit die Rating-Agenturen einzelne europäische Länder immer schlechter bewerten, reagiert die Politik. Die bedrohten Staaten sollen gerettet werden. Also hat man den Rettungsschirm erfunden. Immer wieder heißt es, daß er ausreicht. Aber dummerweise muß er ständig aufgestockt werden. Das Aufstocken ist immer nur eine kleine Veränderung. Aber wenn man sich den Rettungsschirm als ganzes betrachtet, dann hat man es mit einem Hindernis zu tun, das ständig größer wird. Wann fangen die Politiker damit an, das Hindernis zu umgehen und andere Wege zu gehen?

So lange sie ihre eigenen Strategien nicht hinterfragen, solange sie keine Selbstkritik üben, werden sie immer weiter gehen und den Rettungsschirm immer weiter aufstocken.

In einem Fall, wo es um Selbstkritik geht, ist es immer gut, wenn man offen für die Erfahrungen anderer ist. Man muß sie ja nicht perfekt übernehmen. Man kann sie auch der eigenen Situation anpassen.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Plagiat – Original oder Fälschung?

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Published on: 3. Dezember 2011

Im Internet werden häufig E-Books mit Reseller oder Master Reseller Rechten angeboten. Ist das sinnvoll?

Wenn jemand ein E-Book schreibt, dann gibt es für dieses E-Book einen unbekannten begrenzten potentiellen Kundenstamm. Der Autor kann sich entweder selbst darum bemühen, das E-Book zu vermarkten, oder er sucht nach einem oder mehreren Affiliaten, die das E-Book für ihn vermarkten. Im Erfolgsfalle bekommen sie einen Teil des Kaufpreises, beispielsweise 50%.

Weil die potentielle Käuferzahl begrenzt ist, kommen einige Leute auf die Idee, daß man den Kundenstamm auf Verkäufer des E-Books ausweiten kann. Man verkauft ihnen das E-Book und gibt ihnen Reseller Rechte. Sie dürfen das E-Book weiterverkaufen.

Jetzt gibt es ein Problem. Wenn man das E-Book mit Reseller Rechten verkauft, dann bekommt der Autor keine Einnahmen von den Kunden des Käufers mit Reseller Rechten. Er verliert an ihn einen Teil des potentiellen Kundenstamms.

Das kann natürlich den Autor dazu verführen, daß er dem E-Book erst dann die Reseller Rechte gibt, wenn er der Meinung ist, daß er nicht mehr genügend Käufer findet.

Eine Steigerung dieses Phänomens ist die Vergabe von Master Reseller Rechten. In diesem Fall darf der Verkäufer sich selbst als Autor präsentieren und das E-Book sogar verändern. Deshalb sind E-Books mit Master Reseller Rechten normalerweise teurer als E-Books mit Reseller Rechten.

Obwohl durch den Verkauf von E-Books mit Reseller Rechten keine großen Gewinne zu erwarten sind, gibt es trotzdem einige Internet-Marketer, die damit sehr erfolgreich sind. Das klappt vor allem bei E-Books mit Master Reseller Rechten. Dort werden die E-Books so weit verändert, daß sie für einen neuen Kundenstamm interessant werden. Man kann zum Beispiel das E-Book vorlesen, damit sich die Leute das E-Book auf einen MP3-Player runterladen können um es unterwegs im Auto, im Bus oder in der Bahn anhören zu können. Man kann das E-Book auch in andere Sprachen übersetzen. Vielleicht kann man auch ein Video davon machen.

Durch solche Maßnahmen entsteht dann praktisch eine legale Fälschung. Doch was ist besser? Die Fälschung oder das Original?

Fälschung in der Kunst

Es gibt einige berühmte Maler, die Meisterwerke geschaffen haben. Sind diese Meisterwerke wirklich so toll? Sie sind wertvoll, weil sie selten sind. Es gibt Sammler, die riesige Summen dafür zahlen würden, aber nur, wenn die Unterschrift echt ist.

Das zeigt eigentlich, daß die Bilder selbst uninteressant werden. Man könnte alle Meisterwerke so perfekt wie möglich kopieren. Man läßt nur die Unterschrift weg. Dann sollten Sie sich die Frage stellen. Möchten Sie ein solches Bild in der Wohnung hängen haben? Wenn ja, dann finden Sie das Bild toll. Wenn nein, dann gefällt es Ihnen nicht gut genug.

Das Original ist nicht deshalb besser, weil es teurer ist. Es gibt heutzutage so viele hervorragende technische Möglichkeiten, Bilder zu erzeugen, daß ich persönlich die Fälschungen, die man mit heutiger Technik hergestellt könnte, den Originalen vorziehen würde. Dabei geht es nicht nur um das Abmalen alter Meisterwerke, sondern auch um die Schaffung neuer Kunstwerke.

Lernen durch Nachahmung

Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, daß Lernen nichts anderes als Fälschen ist? Als Kinder ahmen wir das Verhalten der Erwachsenen nach. Dadurch sind wir in der Lage, sprechen zu lernen. In der Schule bringt man uns die Erkenntnisse, die andere in der Vergangenheit erforscht haben, bei. Können Sie sich an jeden Autor erinnern, der irgendein Schulbuch geschrieben hat, damit Sie bei einem E-Book, welches von Ihnen geschrieben wird, immer korrekt zitieren können?

Als ich in der Berufsfachschule war, hat die Lehrerin im Fach Technologie einmal über meine Fähigkeiten geschwärmt. Sie meinte, daß ich in einer Klassenarbeit beinahe wortwörtlich eine Maschinenbeschreibung aus dem Schulbuch zitiert habe. Dabei habe ich das Schulbuch nie gelesen.

Obwohl es immer die Hausaufgabe gab, die Kapitel für den neuen Stoff schon mal durchzulesen, habe ich das nie getan. Aber die Lehrerin war bei der Vorstellung der Maschinen nach dem Vorbild des Buches vorgegangen. Das war für mich die Vorlage für die Klassenarbeit.

Das Lernen durch nachahmen funktioniert sehr gut, hat aber auch seine Schwächen. Eine Maßnahme, die einmal funktioniert hat, wird sehr gerne wiederholt, selbst dann, wenn es viel bessere Möglichkeiten gäbe.

Im Deutsch-Unterricht kann man das sehr deutlich erkennen. Da bringt man den Leuten immer noch Shakespeare bei. Das war ein Schriftsteller aus der Vergangenheit. In Büchereien gibt es Regale voller Bücher nur für Interpretationen über die Stücke von Shakespeare. War er so genial?

In seiner Zeit auf jeden Fall. Inzwischen hat sich die Technik des Schreibens verändert. Es hat sich sogar die Sprache verändert. Alle lebenden Sprachen verändern sich im Laufe der Zeit. Selbst das Denken und die Probleme der Menschen haben sich verändert. Trotzdem können die Lehrer die Tradition nicht loslassen. Zumindest konnten sie das in meiner Schulzeit nicht.

Auch im Rechnen ist erkennbar, daß die Strategie ziemlich dürftig ist. Vor einigen Jahren kam zu Ostern eine Cousine von mir mit ihrer Tochter zu Besuch, die gerade in der 1. Klasse war. Dabei fiel mir auf, daß sie bisher nur von 1 bis 20 addieren und subtrahieren konnte und dabei mit der Fingern rechnete.

Das ist total ungeschickt. Zuerst bringt man den Kindern das Rechnen mit den Fingern bei, dann müssen sie das Rechnen mit den Fingern wieder verlernen, denn sie sollen die Rechenregeln nach Adam Riese lernen, die viel effektiver sind. Adam Riese hat das Rechnen mit Ziffern erfunden. Wenn man den Kindern etwas beibringt, was sie wieder verlernen müssen, dann ist es kein Wunder, wenn Kinder Schwierigkeiten mit dem Lernen bekommen.

Die Schwächen der Kopie

Durch unsere Kindheit sind wir daran gewöhnt, uns immer wieder bekanntes Wissen anzueignen. Also Wissen zu kopieren. Deshalb schauen sich viele Menschen um. Was machen denn die anderen?

Als die Arbeitslosigkeit in Deutschland immer größer wurde, haben die Politiker nicht nach Ursachen gesucht, sondern nachgesehen, welche Strategien in anderen Ländern durchgeführt wurden. Hat ihnen die Maßnahme gefallen, dann haben sie sie kopiert. Sie wurde leicht verändert. Man wollte die Maßnahme ja verbessern. So entstanden die Personal Service Agenturen. Die Leiharbeit wurde eingeführt, um den Langzeitarbeitslosen einen leichteren Wiedereintritt ins Berufsleben zu ermöglichen.

Während es in dem anderen Land so war, daß die Kosten für Leiharbeiter größer waren als die Kosten für fest angestellte Mitarbeiter, wollte man die Effektivität in Deutschland erhöhen. Das hat dazu geführt, daß die Leiharbeiter schlechter bezahlt wurden, als die fest angestellten Mitarbeiter. Einige Unternehmen haben dann Leiharbeiterfirmen gegründet um ihre Angestellten zu entlassen und über die Leiharbeitsfirma wieder neu einzustellen. Natürlich mit einem geringeren Lohn.

Warum ist das schief gegangen?

Wer sich die Mühe macht, neue Konzepte zu erfinden, betritt immer Neuland. Man muß alles Mögliche abwägen. Vielleicht ist es nicht einer, der das macht, sondern eine ganze Gruppe. Man muß alles Mögliche herausfinden. Man überlegt sich alternative Konzepte. Man denkt darüber nach: Wie sieht die Situation jetzt aus und was will ich erreichen. Und dann entscheidet man sich für eine Lösung und die wird dann durchgezogen.

Wenn man seine Arbeit gut macht, dann wird man das Problem lösen. Macht man es schlecht, dann wird man scheitern. Haben die Leute ihre Arbeit gut gemacht, dann werden sie zu Vorbildern für andere. Für die, die ihnen alles nachmachen.

Wer die anderen kopiert, spart sich nicht nur viel Arbeit, der kennt auch nicht die Probleme, mit denen sich die Erfinder auseinandersetzen mußten. Sie haben nur eingeschränktes Wissen und geraten dann sehr leicht in eine Denkfalle. Die kann ihnen dann den ganzen Plan vermasseln.

Außerdem, wer abguckt ist immer der ewige 2. Vor einigen Tagen wurde in Deutschland im Internet ein neues Produkt angeboten. Ein Internetmarketer ist extra nach Amerika gefahren, um von den erfolgreichsten Marketern die besten Strategien zu erlernen, denn Amerika ist Deutschland um 3 bis 5 Jahre voraus.

Ich kann ja erst kopieren, wenn sich die neue Strategie durchgesetzt hat. Dafür braucht es eine gewisse Zeit. Wenn man sich nur daran gewöhnt, bei anderen abzuschreiben, dann hinkt man den anderen immer hinterher.

Das Fundament des Fortschritts

Man kann nur dann an die Spitze kommen, wenn man anfängt selber zu denken. Wenn man sich fragt: Was vermisse ich? Was hätte ich gern? Was kann ich tun, um die Probleme zu lösen?

Alles das, was man im Laufe der Zeit gelernt hat, – also das kopieren des Wissens, – kann man jetzt nutzen, um selber kreativ zu werden. Wenn man das gut genug gelernt hat, dann entstehen neue Originale.

Mir ist aufgefallen, daß es im Internet einige Leute gibt, die den anderen etwas beibringen wollen. Ich bin nicht immer davon überzeugt, daß sie darin wirklich gut sind, da sie häufig nur von ihren eigenen Erfahrungen berichten, die ihr Schicksal verändert haben.

Ihnen wurde so viel Falsches berichtet. Sie sind so viele Irrwege gegangen, bis sie irgendwann nachdenken mußten. Sie haben sich neue Strategien überlegen müssen, die für ihre Situation besonders geeignet war. Und dann haben sie es plötzlich geschafft. Sie wurden erfolgreich.

Ich habe bei vielen dieser Lehrer den Eindruck, daß sie den zukünftigen Marketern das Leben nur vereinfachen wollen, aber nicht deren Geist trainieren, nicht ihre Kreativität herausfordern. Sie bringen ihnen die Techniken bei, die sie sich selbst erschaffen haben.

Wer nur kopiert, wird immer wieder in die Fallen hineintappen, die das Leben bereit hält. Ihm fehlt das Training, um aus Fehlern zu lernen. Ich kenne dazu einen sehr guten Spruch. Ich weiß nur nicht, wo der herkommt:

„Wer nicht bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen, der ist dazu verflucht, sie ständig zu wiederholen.“

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

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Nach den Angaben vieler Internetmarketer vedienen 95% bis 97,5% im Internet kein Geld. Ich schätze, daß dafür in erster Linie Schneeballsystemähnliche Systeme verantwortlich sind. Einige wenige werden reich, doch die meisten zahlen nur drauf. In diesem E-Book zeige ich ihnen, wie man mit einem Rechenblatt - beispielsweise Excel - erkennen kann, ob sich eine Arbeit lohnt oder nicht. Die Überlegungen sind anwendbar auf alle Systeme, in denen man über mehrere Ebenen an anderen Leuten mitverdient.

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Ich habe mir überlegt, wie ich diesen Blog finanzieren kann. Die Blogartikel sollen frei von Werbung sein. Das ist wichtig. Ich habe mich erst mal als Vertriebspartner bei Amazon angemeldet. Wenn Sie sich für meine Blogartikel interessieren, dann interessieren Sie sich vielleicht auch für andere Sachen, für die ich mich interessiere. Deshalb empfehle ich hier einige Bücher, die ich selbst vollständig gelesen habe und die mir gefallen haben.
Soweit vorhanden, habe ich mir auch die Rezensionen der Bücher angesehen. Waren die Rezensionen zu schlecht, dann habe ich das Buch aussortiert.
Einige habe ich gekauft, andere habe ich in der UNI-Bibliothek ausgeliehen.
Hier sind die Links zu der von mir bevorzugten Literatur.

Ein Buch, das sich mit Irrtümern auseinandersetzt:
Die 1000 Irrtümer der Allgemeinbildung

Ein paar Bücher, die sich mit der Medizin auseinander setzen:
Die Krankheitserfinder
Der Meineid des Hippokrates

Wenn es innerhalb eines Systems Fehler gibt, dann kann man das nur erkennen, wenn man das System unter optimalen Bedingungen untersucht. Das kann dazu führen, daß man manchmal die illegalen Sachen vernachlässigt. Dieses Buch beschäftigt sich mit illegalen Bankgeschäften:
Die Bank als Räuber

Das Buch wurde bereits 1958 geschrieben und ist immer noch aktuell. Ich habe das Buch gekauft, weil es mir empfohlen wurde. Ich habe 3 Tage gebraucht um es zu lesen. Ich habe sogar Alpträume davon bekommen. Der Teufel will die Menschheit vernichten. Dafür braucht er immer wieder neue Helfer. Und die will er von seinem Können überzeugen. Ein kleiner Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
Bericht des Stinkteufels über die Verpestung der Atemluft
Referat über die Verseuchung der Gewässer
Erkrankung und Entartung durch Feinkost
Bericht des Karstteufels über die Zerstörung des Waldes
Der Kampf gegen den Geist
Erfolgsbilanz des Medizinteufels
Referat über Fremdstoffe und Gift in der Nahrung
Bericht des Atomteufels
...
Hier der Link zum Buch:
Der Tanz mit dem Teufel

Ein mathematisches Buch, welches sich mit Paradoxien auseinandersetzt darf natürlich nicht fehlen:
Buch ohne Titel

Geistige Gespräche aus dem antiken Griechenland, bei dem man den anderen immer wieder zum lügen bringt. Auch wenn er nur die Wahrheit sagen will:
Sokrates ist nicht Sokrates

Während meines Studiums gab es 2 Autoren, die ich ganz besonders mochte. Der eine war Paul Watzlawick. Ich bin auf Ihn aufmerksam geworden durch das Buch "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" Es hat mir so gefallen, daß ich alle Bücher, die ich von ihm finden konnte, gelesen habe. Es sind Bücher, die sich mit der Psychologie der Menschen auseinandersetzen. Man kann dort viel über sich selbst lernen.
Folgende Bücher habe ich gelesen:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Anleitung zum Unglücklichsein
Menschliche Kommunikation
Lösungen

Ich habe verschiedene Bücher von Vera F. Birkenbihl gelesen. Allerdings kann ich mich nicht mehr an viele Titel erinnern. Ein Buch ist bei der Recherche der Rezensionen nicht durchgefallen:
Kommunikationstraining


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