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Die Wetten sind eröffnet

Categories: Aktienmarkt
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Published on: 20. April 2012

In dem Blogartikel „Geld verdienen im Internet. – Warum die meisten im Internet scheitern.“ habe ich unter anderem vom AMI-Code berichtet. Lang, lang ist’s her. Dort sollte für ein wahnsinnig tolles Produkt geworben werden, das niemand kennt. Die Leute hatten sich das Ziel gesetzt, in der Pre-Launch-Phase, bevor das 1. Produkt bekannt gegeben wird, 600.000 Interessenten zu finden.

Dieses 1. Produkt ging am 3.4.2012 an den Start. Bis dahin wurden exakt 537.138 Mitglieder registriert. In dieser Zeit wurden über 386.000 € Provisionen ausgeschüttet. Im Durchschnitt sind das nur 0,72 €/Mitglied. Bei der 1. Auszahlung wurden diejenigen ausgezahlt, die mindestens 10 € Provision verdient hatten. Später sollte die Grenze auf 50 € hochgesetzt werden. Unter diesen Bedingungen kann es nur sehr wenige Mitglieder gegeben haben, die überhaupt eine Provision bekommen haben. Ich habe schon in meinem Blogartikel prophezeit, daß man mindestens 9.000.000 Mitglieder braucht, wenn man am 25.8.2011 – es gab zu diesem Zeitpunkt ca. 50.000 Mitglieder – eine realistische Chance auf eine Auszahlung der Provision bekommt, wenn man an diesem Tage gerade als neues Mitglied angefangen hat. Dazu hätte man fast die 17-fache Anzahl an Mitgliedern benötigt.

Die meisten Menschen können also nur hoffen, daß der AMI-Code ein gutes Produkt ist, denn sonst hat sich der ganze Werbeaufwand, den man aus eigener Tasche bezahlen muß oder in den man viel Zeit investieren muß, nicht gelohnt.

Und was ist das erste Produkt? Der Binary-Code.

Einkommensmöglichkeiten

Auf Grund der in der Pre-Launch-Phase aufgebauten Struktur mit Hilfe von Spillover wurden mir in der 1. Stufe 3 Mitglieder, in der 2. Stufe 2 Mitglieder, in der 3. Stufe 1 Mitglied und in der 4. Stufe 3 Mitglieder zugeordnet. Für diese 9 Mitglieder wurde mir ein potentieller Provisionsanspruch von 81 € berechnet. Den erhalte ich allerdings nur als aktives Mitglied. Dazu muß ich entweder 97 € bezahlen, oder auf Grund meiner Mitgliedschaft während der Pre-Launch-Phase kann ich bis zum 13.4.2012 (Letzte Woche Freitag) bei einem Broker ein Konto eröffnen und mindestens 100 € einzahlen.

Ich bekomme also Provision, wenn ich entweder ohne Gegenleistung Geld einzahle, oder bei einem Broker ein Konto eröffne, um auf dem Aktienmarkt zu wetten.

Wer eine gute Position in der Matrix hat, wird sich vielleicht leicht zu Zahlungen provozieren lassen, da ein hoher potentieller Provisionsanspruch berechnet wird. Aber wenn der potentielle Provisionsanspruch kleiner als die Kosten für die aktive Mitgliedschaft sind, warum sollte man dann diese Kosten bezahlen? Daraus wird ja erst der Provisionsanspruch ermittelt.

Aber vielleicht gibt es ja doch genug Glücksritter, die sich vom Konzept des Binary-Codes auf dem Aktienmarkt überzeugen lassen. Deshalb erkläre ich ihnen kurz, wie der Binary-Code funktioniert.

Der Binary-Code

Im Binary-Code wird auf fallende oder ansteigende Kurse auf dem Aktienmarkt gewettet, indem man darauf wettet, ob der Kurs in der nächsten Stunde höher oder niedriger ist. Diese Kursentwicklung wird Trade genannt. Die Wettgewinne sollen im Durchschnitt bei 81% pro Trade liegen, können aber je nach Entwicklung zwischen 78% – 91% pro Trade liegen.

Es gibt da noch ein paar Beispiele, wie man sich nach Kursen orientiert, damit man gute Wetten platzieren kann.

Beispiele für einen Kurs, bei dem man auf einen ansteigenden Trade setzt:

Ein Beispiel, wo man auf einen fallenden Trade setzt:

Solche Entwicklungen müssen nicht weitergehen, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, daß man damit Gewinne erzielt. Und so wird sehr schnell hochgerechnet, was man im Monat verdienen kann:

5 Trades mit je 50 € sind ca. 200 € Gewinn pro Tag. Bei 22 Tagen im Monat sind das 4.400 € im Monat.

Weil ein Trade auch mal schief gehen kann, sollte der Höchsteinsatz pro Trade nur maximal 1/20 des Guthabens beim Broker sein. Damit kann man dann Verluste auffangen.

Der Haken an der Sache

Ich würde nicht darüber schreiben, wenn es nicht irgendeinen Haken an der Sache gäbe. Diese Wetten könnten für das Wirtschaftssystem gefährlich werden, wenn eine gewisse kritische Masse überschritten wird.

Wenn eine halbe Millionen Menschen plötzlich in den Aktienmarkt einsteigen und mindestens 100 € an die Broker bezahlen, dann werden 50.000.000 € aus dem Geldkreislauf entfernt. Mit diesem Geld kann man 50.000 Arbeitsplätze mit 1000 € Bruttolohn finanzieren.

Aber was ist, wenn der Binary-Code wirklich funktioniert und alle 500.000 Leute 4400 € im Monat verdienen würden? Woher bekommen Sie das Geld?

Die Broker bekommen Provisionen für jeden Trade, der platziert wird. Aus diesen Provisionen werden die Gewinne bei den Wetten bezahlt. Diese Gebühren müssen von den Leuten aufgebracht werden, die am Aktienmarkt tätig sind und nicht nach der Methode des Binary-Codes ihre Wetten platzieren und verlieren. Andere Menschen müssen daher jeden Monat 2.200.000.000 € Verluste machen, die an die Binary-Code-Zocker ausgezahlt werden müssen.

Wenn einzelne Personen in diesen Markt einsteigen, dann hat dies keinen großen Einfluß auf das System. Wenn es im Laufe der Zeit immer mehr Personen gibt, die in das System einsteigen, dann können sich die Gewinne und Verluste der Entwicklung anpassen. Das kann zum Beispiel so aussehen:

Je mehr Leute das Verfahren des Binary-Codes verwenden, desto geringer sind die Auszahlungen im Gewinnfall.

Wenn sich nicht gleichzeitig mit dem Anstieg der Wetten bei einem bestimmten Verfahren die Verluste bei anderen Wetten ausgleichen, kann man die Wettgewinne anpassen. Wenn aber plötzlich eine große Masse in ein sicheres Gewinnverfahren einsteigt, dann besteht die Gefahr, daß man nicht rechtzeitig genug reagieren kann.

Gibt es zu wenig Verluste auf dem Aktienmarkt, dann können vielleicht nicht alle Provisionen für die Broker ausgezahlt werden. Die bekommen dann Schwierigkeiten, die Provisionen an die Zocker zu bezahlen. Sie müssen dann die Wettgewinne anpassen.

Irgendjemand ist immer der Dumme. Irgendjemand muß diese hohen Gewinne bezahlen oder die Gewinne können nicht ausgezahlt werden. Wettgewinne funktionieren immer nur dann, wenn es gleichzeitig Wettverluste in gleicher Höhe gibt.

Unfähige Vorbilder

Das ganze könnte sogar zu einer Krise auf dem Aktienmarkt führen.

Viele Spekulanten orientieren sich am Verhalten der großen Masse. Wenn eine halbe Millionen Menschen auf Trends setzen und damit viel Geld verdienen, dann kann man die Erwartung der Spekulanten auf stabile ansteigende und stabile absteigende Kurse fixieren. Es dauert dann viel länger, bis ein überteuerter Aktienkurs als überteuert wahrgenommen wird. Auch unterbewertete Aktien werden ihre Talfahrt viel zu lange fortsetzen. Extreme Kursschwankungen können dann durch diese Manipulationen gefördert werden.

Ein ständig ansteigender Kurs führt dann irgendwann zu einem Crash, der viel tiefer abstürzt, als es nötig wäre. Die Nutzer des Binary-Codes würden dann immer noch viel Geld verdienen, aber andere Aktionäre würden ihr Vermögen verlieren.

Man sollte deshalb in nächster Zeit mal etwas genauer aufpassen, Vielleicht wird ja wieder der nächste Börsencrash vorbereitet.

Die kritische Masse

Natürlich muß dieses Scenario nicht eintreten. Es kommt auf die kritische Masse an. Wie viele werden beim Binary-Code mitmachen? Das kann ich natürlich nicht wissen. Machen nur wenige mit, dann wird die kritische Masse nicht erreicht, die zu Problemen führt. Dann ist dieses Produkt des AMI-Codes ein Flop und die Mitglieder des AMI-Codes können nur hoffen, daß sich ihr Einsatz beim nächsten Produkt bezahlt macht.

Es könnte allerdings auch sein, daß die 500.000 noch keine kritische Masse bilden, da die Mitglieder aus ganz Europa kommen. Man muß die Situation immer relativ zur Bevölkerungsgröße, oder relativ zum Wirtschaftsgeld der einzelnen Länder betrachten. Daher könnte die kritische Masse in Griechenland viel früher erreicht werden, als in Deutschland.

Die Wirkungen eines Börsencrashs müssen international weltweit betrachtet werden. Deshalb könnte dafür die kritische Masse viel höher als bei 500.000 liegen.

Das Problem ist nur, daß man auf keine Erfahrungen zurückgreifen kann, um die kritische Masse bei einer plötzlichen Veränderung berechnen zu können. Daher sind Fehleinschätzungen sehr leicht.

Ich wäre bei solchen Problemen lieber etwas übervorsichtig, bevor ich große Verluste in Kauf nehmen muß. Außerdem sollten Sie eins nicht vergessen. Die Spekulationen auf den Aktienmärkten nehmen auch Einfluß auf die Preisentwicklung der Produkte. Bei Inflation ist die Fortsetzung des Trends eine Preisspirale nach oben. Plötzlich zunehmende Gewinnausschüttungen bei groß angelegten Wetten könnten auch durch Inflation bezahlt werden.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Aktienmarkt: Gefahrenstufe Rot

Categories: Aktienmarkt, Geld
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Published on: 21. Januar 2012

Als ich im Jahre 2004 meine Untersuchungen zum Wirtschaftssystem durchführte, hatte ich einen Traum. In diesem Traum kam ich nach Hause und in meiner Wohnung waren Einbrecher. Kaum, daß sie mich sahen, nahm einer eine Pistole und schoß auf mich. Ich griff eine Sektflasche zur Verteidigung und wich dabei zur Seite aus. Die Kugel streifte meine Schläfe, ich ging zu Boden und stellte mich tot. Als ich meine Augen wieder aufmachte, war die Wohnung vollständig leer. Dann traf ich eine Gruppe von 6 Leuten. Alle bis auf einen waren einfache Leute. Der andere war ein Großunternehmer. Sie sagten zu mir, daß sie wüßten, daß ich das Wirtschaftssystem retten kann. Währenddessen ärgerte ich mich darüber, daß auch mein Computer gestohlen wurde, denn jetzt mußte ich meine Untersuchungen ganz von vorne anfangen. Der Unternehmer fragte mich noch was ich brauche, dann bin ich aufgewacht.

Dieser Traum hatte mich erschreckt. Mir war dadurch klar geworden, daß ich bei meinen Untersuchungen über das Wirtschaftssystem einen Punkt erreicht hatte, bei dem es Menschen gibt, die einen umbringen würden, nur damit das nicht bekannt wird, was man herausgefunden hat. Also habe ich mir überlegt, was ich als letztes untersucht hatte.

Ich hatte gerade am Vortag mit den Untersuchungen zu einem neuen Teilbereich des Wirtschaftssystems angefangen. Dem Aktienmarkt und der Börse. Dazu hatte ich erst mal das Buch „Der Börsenschwindel“ von Günter Ogger gelesen, um mir einen allgemeinen Überblick über diesen Bereich zu verschaffen.

Natürlich habe ich die Geschichten, die dort beschrieben wurden, aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet wie der Autor des Buches. Ich habe mir überlegt, welche Einflüsse die dort beschriebenen Maßnahmen auf den Geldentstehungsprozeß haben. Dadurch konnte ich fast nichts Gutes mehr am Aktienmarkt erkennen. Ich würde ihn deshalb fast vollständig abschaffen.

Aber es gibt sehr viele Menschen, die durch den Aktienmarkt reich geworden sind. Man kann damit sehr schnell ein großes Vermögen machen, man kann sein Vermögen allerdings auch von heute auf morgen wieder verlieren. Gerät der Aktienmarkt aber in Verruf, dann verlieren die Menschen ihre Chancen auf Reichtum. Das würden viele Menschen am liebsten verhindern. Und dafür kann man schon mal jemanden umbringen.

Die Grundlagen des Aktienmarkts

Damit Unternehmen an Geld kommen, gehen einige auf den Aktienmarkt. Dazu müssen Aktien geschaffen werden, die dann verkauft werden. Die Aktionäre werden dann an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt.

Grundsätzlich sieht das nach einer guten Idee aus. Aber es gibt ein paar Probleme. Die Aktie hat keinen Festpreis, sondern wird auf dem Aktienmarkt gehandelt. Dabei richtet sich der Preis nach Angebot und Nachfrage. Dadurch kann es sehr leicht passieren, daß die neu herausgegebene Aktie für einen zu hohen Preis verkauft wird. Wenn zur Zeit des Börsengangs mit Hilfe von Werbung künstlich Bedarf geweckt wird, ist es sogar möglich, daß der Wert der Aktie erst mal in die Höhe steigt, um später wieder abzustürzen.

Das Wechselspiel der Preise zieht dann auch noch Glücksritter an, die kaufen wollen, wenn die Preise niedrig sind und verkaufen wollen, wenn die Preise hoch sind.

Der einzige Wert an der Aktie besteht aber an der Gewinnbeteiligung. Das verführt viele Börsen notierte Unternehmen dazu, daß sie die Ausschüttungen an die Aktionäre in die Höhe treiben. Dabei bleiben in der Regel die Beschäftigten auf der Strecke. Lohndumping und immer schlechtere Arbeitsbedingungen können die Folgen sein.

Wenn die Beschäftigten immer geringere Löhne bekommen, dann gibt es immer weniger Leute, die sich an den Geldentstehungsprozessen beteiligen können. Dadurch kann dann die Gesamtgeldmenge kleiner werden. Wenn für die Aktionäre die Gewinnausschüttungen maximiert werden, dann wird auch der Kapitalmarkt in die Höhe getrieben. Das Unternehmen bekommt kurzfristig Geld, was die Gesamtgeldmenge erhöht, denn Aktien können im weitesten Sinne auch als eine Kreditform betrachtet werden.

Wenn die Aktionäre darüber hinaus stimmberechtigte Aktien haben, dann können sich die Aktionäre sogar in die Firmenpolitik einmischen. Sie entscheiden mit über die Vorstände, die dann in ihrem Sinne das Unternehmen leiten sollen.

Da die Aktionäre überall auf der Welt sein können, kann es sehr leicht passieren, daß Großaktionäre im Ausland sitzen. Die Gewinnausschüttungen gehen dann teilweise ins Ausland und dem Geldkreislauf des Inlands verloren. Die Länder, in denen große Geldvermögen vorhanden sind, haben viel Kapital, um weltweit in den Aktienhandel einzusteigen. Diese können dann über die Gewinnbeteiligungen immer mehr Geld anziehen.

Spekulationen an der Börse

Ein großes Problem sind auch die Gewinne, die durch den An- und Verkauf der Aktien entstehen. Damit man durch Spekulationen Gewinne an der Börse machen kann, muß man bei einem niedrigen Preis ankaufen und bei einem hohen Preis verkaufen. Das ist gar nicht so einfach. Die Preise sind dann hoch, wenn sehr viele Leute Aktien kaufen wollen, aber nur sehr wenige Aktien zum Verkauf anstehen. Der Preis ist dann niedrig, wenn sehr viele Aktien zum Verkauf anstehen, aber nur wenige Leute Aktien kaufen wollen. Deshalb braucht man Strategien, die die große Masse zu Fehlentscheidungen führt. Wenn man kaufen sollte, müssen die Menschen überzeugt werden, daß sie verkaufen. Wenn man verkaufen sollte, müssen die Menschen überzeugt werden, daß sie kaufen.

Dafür wurden viele verschiedene Strategien erfunden. Hier einige Beispiele aus dem Buch „Börsenschwindel“:
Im Frühjahr 1996 wurde die Deutsche Telekom auf einen Wert von etwa 60 bis 80 Milliarden DM taxiert und Theo Weigel, der Bundesfinanzminister, wollte 26% der Telecom ans Volk verkaufen. Er rechnete mit Einnahmen von 20 Milliarden DM. Er wollte nicht am falschen Platz sparen und gab den Werbern freie Hand und einen Etat von ca. 100 Millionen DM.

Massenhaft wurde das scheinbar risikoarme Telekom-Papier, von dem erst 400, dann 600 und danach 713 Millionen Stück zum Preis von 28,50 DM verkauft. Diese größte Aktienmission seit der Nachkriegszeit erzeugte eine so hohe Nachfrage, daß jeder Interessent nur höchstens 300 Papiere bekam.

Als der Handel am 18. November 1996 eröffnet wurde, stand der Kurs bereits bei 33 DM. Über 2 Millionen Deutsche hatten scheinbar über Nacht ohne erkennbares Risiko einen Gewinn von insgesamt 3,2 Milliarden DM gemacht. Viele stiegen sofort wieder aus und verkauften ihre Aktien an die Leute, die leer ausgegangen waren.

Von den 44 Analysen der Banken, die an der deutschen Telekom verdient hatten, die in den ersten 8 Monaten des Jahres 2000 über die deutsche Telekom veröffentlicht wurden, rieten 32 zum Kauf, 11 waren neutral und nur eine empfahl den Verkauf.

Die Banken, die am Börsengang der deutschen Telekom nichts verdienten, kamen zu einem anderen Ergebnis. Von 25 Bewertungen rieten nur 7 zum Kauf, 9 waren neutral und 9 rieten zum Verkauf.

So riet beispielsweise die Deutsche Bank, die am Börsengang prächtig verdient hatte am 20. März zum Kauf, während die französische Großbank Credit Lyonnais, die nicht zu den Banken gehörte, die an der Telekom verdient hatten, empfahl, den Bestand der Telekom-Aktie zu reduzieren. Zu diesem Zeitpunkt begann dann der Sturzflug der Telekom-Aktie von 90 € auf 40 € innerhalb weniger Monate. Und welchen Wert hat die Aktie heute? Ich habe im Internet nachgesehen. Auf http://www.finanzen.net/aktien/Deutsche_Telekom-Aktie fand ich folgende Graphik über die Wertentwicklung:

Der Aktienkurs der deutschen Telekom am 20.1.2012 um 19:56:31 betrug 8,88 €. Die Aktie hat sich nach dem Hochpuschen von 28,50 DM ≈ 14,25 € auf 90 € und dem anschließenden Absturz nicht wieder erholt und liegt heute bei 8,88 € und liegt damit bei ungefähr 2/3 des Ausgabepreises.

Fehlinformationen

ABIT, das Softwarehaus geriet durch Versprechungen des Gründers und Vorstandsvorsitzenden in Turbulenzen. Als das Papier am 3.2.2000 eingeführt wurde, lag der Ausgabepreis bei 27 €. Mit Hilfe von Versprechungen und Erfolgsmeldungen erreichte er innerhalb von 2 Wochen einen Kurswert von 225 €. Was die Anleger nicht erfuhren, war, daß er bereits ab dem 10. April seine Aktien verkaufen durfte, während die Vorstandskollegen eine Sperrfrist von 18 Monaten hatten. Noch im März 2000 hatte er 38 Millionen DM Umsatz versprochen und damit auch Geldhäuser getäuscht, die noch im Mai den Kauf der Aktien empfahlen. Bereits im Juni stellte sich heraus, daß in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres nur 6,7 Millionen € Umsatz und Verlust in gleicher Höhe erwirtschaftet wurden. Der Kurs fiel auf unter 5 €.

Auch das Internet wird gerne für Fehlinformationen genutzt. Ein Beispiel:

Im Board des „Investornets“ konnte man lesen, daß der Boß des Anbieters tödlich verunglückt wäre. Der Vorstandsvorsitzende erfreute sich aber bester Gesundheit. Verantwortlich für die Fehlinformation war vermutlich ein unbekannter Investor, der durch einen vorübergehenden kurzen Kurseinbruch billig einsteigen konnte.

Man kann mit Fehlinformationen die Aktienkurse nach oben und nach unten manipulieren. Entweder um einen billigen Einkauf oder einen teuren Verkauf zu erreichen.

Analysen

Auf Seite 125 fand ich folgenden Satz: „Bevorzugten die Deutschen noch 1995 die sicheren Rentenfonds, so steckten sie vier Jahre später bereits zwei Drittel ihres neu gebildeten Geldvermögens zur Freude der Finanzbranche in Aktienfonds.“

Als ich diesen Satz las, wurden Erinnerungen wach. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern. Im Frühling des Jahres 1995 bekam ich einen Anruf. Mein Vater war am Telefon und sagte nur 2 Sätze: „Du mußt sofort kommen! Das Geld ist weg!“ Damals hatte ich bei meinen Eltern Hausverbot, da ich anfing mit freiem Oberkörper durch die Gegend zu laufen. Als ich sagte, daß ich doch gar nicht kommen darf, hat mein Vater nur diese 2 Sätze wiederholt. Mein Vater hörte sich so verstört an, daß ich mir ein Hemd angezogen habe und zu meinen Eltern gegangen bin.

Als ich die Wohnzimmertür öffnete, sah ich es bereits. Sie waren zu zweit. Freie Mitarbeiter einer Finanzberatungsfirma auf Provisionsbasis. Also Vertreter. Beide mit Anzug und Krawatte. Sie saßen im Wohnzimmer am perfekten Platz. So, wie man es ihnen erklärt hatte. Da sie zu zweit waren, war einer neu und wurde angelernt und der andere hatte ihn angeworben und war dadurch sein Ausbilder.

Ich weiß das, denn von 1992 bis 1993 habe ich in der gleichen Firma in einem Zeitraum von ungefähr 1 Jahr versucht, Geld zu verdienen. Damals hatte ich meine Eltern davon überzeugt, Geld in einem Rentenfond anzulegen. Ich hatte mich damals nicht auf die Analysen der Firma verlassen, da ich als Mathematikstudent fehlerhafte Berechnungen sofort durchschaut hatte und mir daher angewöhnt hatte, jede Anlagemöglichkeit neu zu berechnen und zu bewerten. Es war die Anlageform aus dem Angebot, was nach meinen Untersuchungen die beste war.

Da ich 1993 aufgehört habe, wurden meine Kunden wahrscheinlich an den Neuling weitergereicht. Vor den Vertretern lag ein geöffnetes Faltblatt. Anhand dieses Faltblattes erklärten sie, daß die Firma, die die Rentenfonds vertreibt, nur noch miese macht. Einmal 11 % miese und einmal 12 % miese. Aus diesem Grund werden alle Kunden eines Rentenfonds gewarnt damit sie die Konten kündigen. Innerhalb dieser 2 Jahre soll der Inhalt des Kontos meiner Eltern von 5000 DM auf 1500 DM geschrumpft sein.

Da habe ich gesagt, da stimmt was nicht. Bei -11 % und -12 % kann der Kontostand nicht innerhalb von 2 Jahren von 5000 DM auf 1500 DM schrumpfen. Sie haben nur versucht mir zu erklären, daß das doch geht.

Mein Vater hat die Konto-Auszüge hervorgeholt. Ich habe mir sie angesehen und dann zu den Vertretern gesagt: „Schauen Sie sich doch mal die Kontoauszüge an. Da hat es doch Ende März eine Ausschüttung gegeben.“ Die Vertreter wollten sich die Kontoauszüge nicht einmal ansehen.

Nach kurzer Zeit sind sie wieder gegangen und sie meinten, wenn ich doch alles besser wüßte, dann soll ich das Konto meiner Eltern kündigen. Ich habe das Konto meiner Eltern nicht gekündigt und meinen Eltern erklärt, daß da irgendetwas faul ist. Möglicherweise haben sie nur Ihr Konto mit meinem verwechselt, denn auch ich hatte ein Rentenfond-Konto für mich angelegt.

Da ich nicht gekündigt habe, kam nach etwa 1 Woche ein Brief mit einem Vordruck für eine Kündigung, in dem die Depotnummer eingetragen war. Es war nicht die Depotnummer meiner Eltern. Das hatte ich als erstes überprüft. Also haben sie meine Eltern mit den falschen Daten in Angst und Schrecken versetzt.

Also habe ich bei der Firma angerufen, die die Rentenfonds vertreibt und ihnen die Geschichte erzählt. Sie erklärten mir, daß die Depotnummer total daneben lag und weder etwas mit meinen Eltern, noch mit mir zu tun hatte. Aber da meine Eltern so verschreckt waren, versprachen sie, einen aktuellen Kontoauszug zuzuschicken. Da konnte man nachlesen, daß meine Eltern immer noch die 5000 DM auf dem Konto hatten.

Dank dieses Schreibens habe ich herausgefunden, was wirklich passiert war. Dort wurden nämlich die echten Kursveränderungen bekannt gegeben.

Im vorletzten Jahr wurde ein Zugewinn erwirtschaftet und im letzten Jahr -5,5%. Das lag hauptsächlich daran, daß dieses Jahr ein Krisenjahr an der Börse war. Ich habe das meinen Eltern gezeigt und gesagt: „Ja, im letzten Jahr haben sie Geld verloren, und wenn ihr kündigen wollt, dann mache ich das für euch.“ Meine Mutter sah sich die Zinsen der letzten Jahre an und meinte: „In all den Jahren haben sie eigentlich gut gewirtschaftet. Nur in dem Krisenjahr nicht. Das ist eigentlich eine gute Anlageform und wir behalten sie.“

In einem Jahr gibt es Wertsteigerungen und im nächsten Jahr -5,5% nach der Analyse der Firma, die den Rentenfond anbietet und -11% und -12% bei der Finanzberatung. Wie paßt das zusammen?

Ich konnte mich glücklicherweise an etwas aus meinem letzten Gespräch in der Finanzberatungsfirma erinnern. 1993 wollte man die Besteuerung von Aktiengewinnen einführen. Doch wie soll man das handhaben? Das wurde bei dem Rentenfond so geregelt. Am 31. März hat man sich die Kursveränderungen betrachtet. Dann fand eine Unwandlung statt. Die Kursgewinne wurden umgewandelt in neue Fondanteile. Diese Fondanteie konnten dann versteuert werden. Von der Finanzberatungsfirma wußte ich, daß die Kurswerte nicht am 31. März, sondern am 31. Dezember ermittelt wurden. Die Umwandlung die wie ein Kursrückgang aussah, hat die Finanzberatungsfirma nicht mitgekriegt. Da die Anteile in den ersten 9 Monaten langsamer gewachsen ist als im Vorjahr, wurde ein positiver Gewinn zu einem Kursrückgang fehlinterpretiert. Erst im 2. Jahr gab es einen echten Rückgang. Aber der Rückgang wurde überschätzt, da es im Vorjahr immer noch einen Gewinn gegeben hatte.

Die Analysten der Finanzberater haben Mist gebaut.

Ein Fehlurteil hat dafür gesorgt, daß eine gute Geldanlageform in Verruf geraten ist, denn die Finanzberatungsfirma ist deutschlandweit tätig. Der Gründer der Filiale hat sogar eine neue Filiale in Österreich aufgemacht.

Was ist zu tun?

Es gibt viele Möglichkeiten, die Menschen zu täuschen. Auf den letzten 2 Seiten des Buches schrieb Herr Ogger:

„Wer 1970 einen Korb voll mit Aktien packte, deren Zusammensetzung in etwa dem Dax entsprach, und bis Ende 1998 nichts davon verkaufte, konnte sich über eine statistische Jahresrendite von 11,4 % erfreuen. Verkaufte er jedoch die Papiere bereits Ende 1985, so war seine Rendite gleich null.

Verpaßte ein Anleger etwa in den 31 Jahren zwischen 1967 und 1998, als der Index eine statistische jährliche Performance von 11,4 % auswies, die 10 besten Börsentage, dann hätte er mit seinem Kapital nur noch eine Durchschnittsrendite von 7,7 % erreicht, und ohne die 30 besten Börsentage wäre das Ergebnis gar auf 4,6 % abgesunken.“

Das zeigt, wie leicht man durch den Start- und Endpunkt einer Analyse die durchschnittliche Rendite manipulieren kann.

Selbst, wenn alles mit rechten Dingen vor sich geht, sollte man berücksichtigen, daß man nur dann Gewinne machen kann, wenn es jemanden gibt, der Verluste macht. Gewinnen kann man nur dann, wenn man sich anders verhält als die Masse. Deshalb sollte man beispielsweise keine Forex-Roboter benutzen, denn sie handeln alle vorhersagbar und können daher ausgetrickst werden. Vor allem der Notverkauf, wenn die Aktie einen bestimmten Wert unterschreitet, führt dazu, daß der Verkauf weiter angeregt wird, so daß der Kurs noch weiter fallen kann. Die cleveren Spekulanten können dann die Aktien zu noch günstigeren Bedingungen einkaufen. Wenn sie dann die Preise wieder in die Höhe treiben ist ihr Gewinn umso größer.

Da die meisten Menschen gleich oder ähnlich handeln, sind die meisten Menschen Verlierer. Ich kann deshalb nur einen Rat geben. Finger weg von der Börse. Meinetwegen können die Reichen damit herumspielen. Wenn sie das Geld verlieren ist das nicht schlimm. Wenn aber die Kleinanleger ihr erspartes für den Hausbau verlieren, dann beginnen die Probleme.

Denken Sie nur mal an meinen Artikel Problemlösungen fürs Wirtschafts- und Finanzsystem. Dort habe ich 4 Regeln beschrieben, die unbedingt eingehalten werden müssen, damit das Wirtschaftssystem einwandfrei funktioniert. Der Aktienmarkt verstößt gleich gegen 3 dieser Regeln.

Die Gesamtgeldmenge kann durch die Lohnpolitik und durch Wertverluste auf dem Aktienmarkt beeinträchtigt werden. Das ist nach der 1. Regel nicht empfehlenswert.

Über die Firmenbeteiligung wird der Kapitalmarkt schneller gefüttert. Solange die Banken und Versicherungen auf dem Aktienmarkt große Gewinne machen, die sie von den Kleinanlegern nehmen, wird der Kapitalmarkt aufgebläht. Das ist nach der 2. Regel nicht empfehlenswert.

Weil die Kapitalanleger international tätig sind, können die Länder, in denen im Vergleich zu den Aktiennotierten Unternehmen ein Kapitalüberschuß herrscht, das Kapital aus den Ländern anziehen, in denen ein Kapitaldefizit herrscht. Das ist nach der 4. Regel nicht empfehlenswert.

Was würde ich tun?

Ich würde den Börsenhandel verbieten.

Aktien dürfen nur von der Firma selbst, oder vom Staat gekauft werden. Ansonsten ist der Handel mit Aktien verboten.

Ausschüttungen an Aktionäre sind verboten.

Aktienbesitz ist nur dann gestattet, wenn ein Mindestvermögen vorhanden ist, wobei die Aktien als Kapital nicht mitgezählt werden.

Aktien bleiben bestehen, selbst wenn das Unternehmen Pleite geht. Nur der Staat darf Aktien vernichten.

Sinkt das Vermögen eines Aktionärs unter das Mindestvermögen, dann muß der Staat ihm so viele Aktien abkaufen, bis er wieder das Mindestvermögen besitzt oder keine Aktien mehr hat.

Aktien dürfen an jeden vererbt werden und müssen vom Staat abgekauft werden, wenn der Erbe nicht genügend Geld für den Besitz der Aktien hat.

Man könnte sich die Frage stellen: Was soll der Quatsch? Warum sollte jemand unter diesen Bedingungen Aktien kaufen?

Betrachten Sie das einmal im Zusammenhang mit meinen Empfehlungen im Artikel Problemlösungen fürs Wirtschafts- und Finanzsystem. Wenn ab einem bestimmten Vermögen keine Zinsen mehr erwirtschaftet werden dürfen, dann sind die Aktien diesem Vermögen gleich gestellt. Sie bringen ebenfalls keine Zinserträge. Wenn Geld nicht vererbt werden darf, sind Aktien von Vorteil, da sie vererbt werden können. Mit Hilfe des Aktienkaufs können die Reichen darüber hinaus die Unternehmen fördern, von denen sie der Meinung sind, daß sie in unserem Wirtschaftssystem gebraucht werden. Dadurch gibt es eine Alternative zum staatlichen Handeln. Man könnte dadurch Forschungsprojekte unterstützen. Man könnte dadurch Hilfsprojekte unterstützen. Was auch immer.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Lohnverweigerung – Verräter im Vorstand

Categories: Aktienmarkt
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Published on: 7. Januar 2012

In einigen Aktiengesellschaften, werden die Manager nicht vollständig bezahlt. Ein Teil ihres Einkommens besteht aus Aktienanteilen. Mit dieser Maßnahme will man die Manager motivieren, bessere Leistungen zu erbringen. Je höher der Aktienkurs, desto größer das Vermögen der Aktionäre. Dadurch ist dann der Manager immer daran interessiert, im Interesse des Unternehmens gute Arbeit zu leisten.

Zur Absicherung der Manager werden darüber hinaus häufig enorme Abfindungen für den Fall einer Kündigung gewährt.

In diesem Artikel will ich untersuchen, ob diese Maßnahmen wirklich eine gute Idee sind. Es hat schließlich schon einige Manager gegeben, die große Unternehmen an die Konkurrenz verkauft haben. Die Aktionäre haben dabei immer gute Gewinne erzielt. Die Aktionäre, aber nicht die Arbeiter.

Aktienanteile sind kein Geld

Aktienanteile haben einen großen Nachteil. Sie sind kein Geld, sondern eine Ware. Der Wert der Aktien wird immer nach dem Kaufpreis auf dem Aktienmarkt festgelegt. Hier gilt dann das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Je mehr Aktien von den Leuten gekauft werden wollen, desto größer wird der Preis und je weniger Aktien von den Leuten gekauft werden wollen, desto geringer wird der Preis. Je mehr Aktien zum Verkauf angeboten werden, desto geringer wird der Preis und je weniger Aktien zum Verkauf angeboten werden, desto höher wird der Preis.

Aus diesem Grund hat die Aktie keinen festen Wert. Man kann mit einer Aktie auch nicht einkaufen gehen. Also kann man mit den Aktien nichts bezahlen.

Wenn ein Manager sein Einkommen durch Konsum verbrauchen will, dann muß er seine Aktien verkaufen. Wenn er aber jeden Monat seine Aktienanteile verkauft, dann wird der Markt mit immer mehr Aktien überschwemmt. Dieses zusätzliche Angebot an Aktien führt aber nicht dazu, daß die Nachfrage an Aktien ansteigt. Also wird die Aktie von Monat zu Monat weniger Wert. Je geringer der Wert der Aktie ist, desto geringer wird dann auch die Nachfrage an der Aktie. Das verstärkt den Kursabsturz so lange, bis der Preis so niedrig ist, daß einige Spekulanten der Meinung sind, daß der Markt bald wieder größer wird. Sie versuchen dann den Markt billig aufzukaufen um die Aktien dann wieder teuer verkaufen zu können.

Weil der Manager aber weiterhin jeden Monat seine Aktienanteile verkauft, werden die Gewinne viel kleiner als die Verluste. Die Spekulanten werden auch langfristig eher verlieren als gewinnen.

Für den Manager ist es daher keine kluge Idee, wenn er jeden Monat den Teil seines Lohnes verkauft, der in Aktien angelegt wurde. Das bedeutet für den Manager, daß ihm ein Teil seines Lohnes vorenthalten wird, da er damit nichts anfangen kann.

Die langfristige Strategie

Wenn der Manager seinen Lohn haben will, dann kann er die Aktien nicht monatlich verkaufen. Er muß sie ansammeln, um sie dann plötzlich auf einen Rutsch zu verkaufen. Natürlich bei einem möglichst hohen Wert, denn je höher der Wert der Aktie, desto größer ist sein Gewinn. Also muß er erst mal im Sinne der Firma möglichst gute Arbeit leisten, damit die Aktienkurse in die Höhe steigen.

Und dann, wenn die Aktienkurse einen möglichst hohen Wert haben, werden alle Aktien auf einen Schlag verkauft. Jetzt haben sich die Aktien von vielen Monaten, vielleicht sogar Jahren zusammengesammelt. Der Markt wird also plötzlich mit vielen Aktien überschwemmt. Die Aktionäre können in Panik versetzt werden, so daß danach ein Absturz des Aktienkurses droht. Vor allem deshalb, weil viele Aktionäre ebenfalls verkaufen wollen, solange der Aktienkurs noch oben ist. Weil der Aktienkurs fällt, nimmt dadurch gleichzeitig die Nachfrage ab.

Die Gewinne für den Manager sind zwar höher als beim monatlichen Verkauf, da er der erste ist, der die Aktien auf den Markt wirft, aber anschließend sind die Aktien nicht mehr viel wert.

Um dieses Szenario zu verhindern, wurde eine Sperrfrist für den Verkauf der Aktien eingerichtet. Der Manager darf diese Aktien erst nach einer gewissen Zeit verkaufen, damit er nicht nur kurzfristig sondern langfristig hohe Kurswerte anstrebt. Er kann also nie alle Aktien auf den Markt werfen, um an seinen Lohn zu kommen.

Gute Miene zum bösen Spiel

Welche Chancen hat der Manager an seinen Lohn zu kommen? Er kann seine Arbeit so gut machen, daß sich die Konkurrenz derartig bedroht fühlt, daß sie die Firma, für die er arbeitet, aufkaufen will. Dazu müssen die Aktien der Aktionäre aufgekauft werden. Alle Aktien, auch die des Managers in der Sperrfrist. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem alle Aktionäre einen großen Gewinn machen. Den höchst möglichen Gewinn.

Das ist für den Manager die lukrativste Methode, um an sein Geld zu kommen. So etwas wird natürlich nicht sehr häufig vorkommen. Aber wenn ein solches Angebot gemacht wird, was soll den Manager dann davon abhalten, diesen Deal zu machen?

Gerade weil die Methode so lukrativ ist, wird der Manager so lange gute Arbeit leisten, bis er die Firma verrät.

Die Zukunft der Firma

Wenn ein Manager so handelt, wie sieht dann die Zukunft der Firma aus? Ihre Konkurrenz hat einen Konkurrenten weniger. Sie mußte dafür aber einen hohen Preis bezahlen. Sie kann dadurch so überfordert werden, daß sie beide Firmen nicht mehr gleichzeitig leiten kann. Dann wird eine Firma zugemacht. Wenn nicht, dann werden vielleicht einige Leute entlassen, um Kosten zu sparen. Die aufgekaufte Firma hat dabei die schlechteren Karten. Wenn sie aufgegeben wird, dann wird die andere Firma mehr Gewinne machen, da ein großer Konkurrent von der Bildfläche verschwunden ist.

Gibt es eine Notbremse?

Das von mir beschriebene Scenario schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen aller Manager von Aktiengesellschaften. Sie müssen nicht so handeln, aber sie könnten so handeln. Stellen Sie sich vor, jemand macht im Namen einer konkurrierenden Firma einem Manager ein solches Angebot, um seine Seriösität zu testen. Dann hätte man einen Verräter entlarvt, bevor er die Firma verraten könnte.

Was soll man jetzt machen? Man kann ihn nicht einfach entlassen, da man dann sehr hohe Abfindungen zahlen muß. Das Problem haben wir schon bei der Bankenkrise mitgekriegt. Viele Manager taugen nichts, aber wenn man sie entläßt müssen hohe Abfindungen gezahlt werden.

Einige Aktienunternehmen haben sich vertraglich so abhängig von ihren Managern gemacht, daß sie gegen verräterische oder unfähige Manager nichts mehr ausrichten können. Die Abfindungen sind teilweise so groß, daß es sich für den Manager lohnen würde, von vorneherein so schlechte Arbeit zu leisten, daß er möglichst früh entlassen wird. Wenn er dann schnell wieder einen Managerposten bekommt, wird er quasi doppelt bezahlt. Von der neuen Firma und von der Abfindung der alten Firma.

Wer weiß, ob es nicht einige Manager gibt, die sich dieses Ziel gesetzt haben.

Die Manager von Morgen

Diese Maßnahmen, diese Strategien, sind nur bei Aktiengesellschaften möglich. Wer profitiert am meisten von den Strategien der Manager?

Wenn der Manager die Firma verscherbelt, dann sind es die Aktionäre, denn ihre Aktien werden ebenfalls teuer aufgekauft. Wenn die Aktionäre auch noch darüber entscheiden, welcher Manager eine Firma leiten soll, dann ist ein solcher Verrat an dem Unternehmen immer ein gutes Aushängeschild für den Manager. Er wird wahrscheinlich schnell wieder eine Firma finden, die er kaputt machen kann.

Wenn die Aktionäre clever sind, dann werden sie die Manager, die schlechte Arbeit leisten, nicht einstellen wollen. Es sei denn, Manager sind Mangelware. Dann muß man sich wohl oder übel mit dem abgeben, was einem zur Verfügung steht. Die Manager suchen sich dann aus, für welche Firma sie arbeiten wollen. Die Firma, die das beste Angebot macht, für die arbeitet dann der Manager. Auf die Art und Weise kommen dann wieder Verträge zustande, in denen ein Teil des Lohnes in Aktien ausgezahlt wird, denn so kann man sich einen Teil des Managergehalts ersparen. Da man den Manager sowieso nicht feuern will, ist es leicht, mit hohen Abfindungen protzen.

Dadurch entsteht ein Teufelskreis, der immer wieder die gleichen Probleme hervorruft.

Folgen für das Wirtschaftssystem

Für das Wirtschaftssystem ist das nicht gut, denn jedes Unternehmen welches unter geht, führt zu einem Anwachsen der Arbeitslosigkeit. Die ausgezahlten Gelder für die Aktien bei der feindlichen Übernahme füllen den Kapitalmarkt auf und schwächen das Vermögen des Unternehmens, welches die Firma aufgekauft hat. Vielleicht mußte es sogar einen Kredit aufnehmen. Dann kommen in der Zukunft noch teure Zinsen hinzu. Dieser Kredit erhöht zwar die Geldmenge, aber nicht die Geldmenge des Geldkreislaufs, sondern des Kapitalmarkts. Der Kredit kann nur zurückgezahlt werden aus den Gewinnen des Unternehmens. Dann wird das Geld aus dem Geldkreislauf entfernt. Die feindliche Übernahme kann sehr leicht dazu führen, daß in den nächsten Jahren an den Löhnen und Gehältern gespart werden muß. Das kann dann zu Einbußen im Konsumverhalten führen.

Wenn das einem Unternehmen passiert, dann ist dieser Effekt nicht sehr groß. Wenn es mehreren Großunternehmen passiert, kann das anders aussehen. Wenn plötzlich 6000 Arbeitnehmer arbeitslos werden, dann ist das bei einer Arbeitslosigkeit von 1000000 erst mal wenig. Nur 0,6%. Das fällt da kaum auf. Sind aber 20 Unternehmen davon betroffen, dann hat man schon 120000. Das sind 12%. Und dann wird das zu einem ernsthaften Problem.

Ein Großunternehmen mit 1000 Arbeitern zählt genau so viel wie 100 Kleinunternehmen mit 10 Arbeitern. Das wird sehr leicht vergessen, wenn immer wieder darauf hingewiesen wird, daß diese Exzesse der Manager nur seltene Ausnahmen sind. Die meisten Unternehmen machen keine Probleme.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Problemlösungen fürs Wirtschafts- und Finanzsystem

Categories: Geld, Politik
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Published on: 16. Dezember 2011

Ich habe Ihnen in einigen Artikeln gezeigt, wie sich das Wirtschaftssystem und das Finanzsystem gegenseitig beeinflussen. Ich habe Ihnen viele real existierende Probleme in Deutschland gezeigt. Es waren Bestandsaufnahmen der Vergangenheit und der Gegenwart. Aber welche Möglichkeiten haben wir, die Zukunft zu gestalten?

Die Grundidee

Es gibt 4 allgemeine Regeln, die strikt eingehalten werden müssen. Diese 4 allgemeinen Regeln sind notwendig, um das Finanzsystem stabil zu halten. Außerdem können dann alle Wirtschaftsprobleme gelöst werden, die durch Geldmangel entstehen.

Zu diesen allgemeinen Regeln mache ich Lösungsvorschläge. Sie müssen nicht übernommen werden. Wenn jemand eine bessere Idee hat, dann kann er sie ruhig benutzen.

Für jede Idee ist folgendes zu beachten: Jeder Lösungsvorschlag verändert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Man kann nicht immer perfekt vorausplanen, welche Konsequenzen das hat. Sollte eine Problemlösung mal nicht funktionieren, dann verletzt sie mindestens eine der 4 allgemeinen Regeln und sollte durch eine andere Maßnahme ersetzt werden.

Über die Regeln 1, 2 und 4 werden dann die äußeren Einflüsse kontrolliert, die verhindern können, daß die Maastricht-Kriterien eingehalten werden.

Über die 4 allgemeinen Regeln hinaus gebe ich noch ein paar Ratschläge, wie man die besondere Situation der neuen Bundesländer lösen kann, als auch ein paar Ratschläge für das Steuer- und Sozialsystem als auch für die Versicherungen.

Eine Vorbemerkung:
Bei Vollbeschäftigung sollte man manchmal andere Strategien verwenden als bei hoher Arbeitslosigkeit. Wo liegt die Grenze dazwischen? Selbst als es in der alten Bundesrepublik Vollbeschäftigung gab, lag die Arbeitslosigkeit nicht bei 0%, sondern knapp unter 1%. Das liegt zum größten Teil an saisonbedingter Arbeitslosigkeit. Im Winter können nicht alle Berufe ausgeführt werden. Wir können diese Berufe auch nicht abschaffen, sonst könnten beispielsweise keine Häuser mehr gebaut werden. Die neuen Bundesländer haben wesentlich strengere Winter als der Durchschnitt der alten Bundesländer. Das liegt an ihrer geographischen Lage. Es wäre deshalb sinnvoll, eine gewisse Sicherheitsspanne einzuführen und als Vollbeschäftigung eine Arbeitslosigkeit <2% im Jahresdurchschnitt zu definieren. Diese Unterscheidung zwischen hoher Arbeitslosigkeit und Vollbeschäftigung benutze ich auch bei meinen Beschreibungen.

Regel 1:
Stabilisierung des Geldentstehungsprozesses auf hohem Niveau.
Unerwünschte Schulden sind vollständig zu beseitigen.

Erläuterung:
Die Geldmenge muß stabilisiert werden und sollte möglichst nur durch erwünschte Schulden aufgebaut werden. Das Geld muß reichen für das Wirtschaftssystem und das Finanzsystem zusammengenommen. Schwankungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Es ist so gut wie unmöglich eine absolut stabile Altersverteilung in der Bevölkerung zu erreichen. Deshalb muß ein Ausgleich durch zusätzliche Schulden durchgeführt werden können. Die Steuerungsmechanismen der Zentralbanken sind ungeeignet, da eine Steuerung erst in Jahrzehnten abgeschlossen ist. Deshalb sollten Schwankungen im Geldentstehungsprozeß durch den Staat ausgeglichen werden, da er am präzisesten in das System eingreifen kann. Wie viel Geld für die Ausgleichsprozesse benutzt werden darf, könnte allerdings durch die Zentralbanken kontrolliert werden, solange Vollbeschäftigung herrscht. Wenn die Ausgleichsprozesse von den Zentralbanken kontrolliert werden, dann sollten sie zinsfrei sein. Die Anpassung hat monatlich exakt zu erfolgen. Die bisher benutzten Steuerungsmechanismen der Zentralbanken dürfen nur in Abständen von Jahrzehnten durchgeführt werden und diese Maßnahmen müssen sehr gering sein.

Regel 2:
Der Kapitalmarkt muß beschränkt sein.
Er darf im Vergleich zum Wirtschaftsgeld nicht zu groß werden.

Erläuterung:
Die Summe aller Zinsen, die aus dem Wirtschaftsgeld bezahlt werden, dürfen nicht zu groß werden. Ist der Kapitalmarkt zu groß, dann kann es passieren, daß es im System zu wenig Menschen gibt, denen ein Kredit gewährt wird. Das Wirtschaftssystem muß dann schrumpfen oder es entstehen unerwünschte Schulden oder Staatsschulden. Deshalb ist es sinnvoll, das auf dem Kapitalmarkt brach liegende Geld wieder in den Geldkreislauf zurückzubringen, ohne daß dabei in der Bevölkerung neue Kredite entstehen. Wenn das Geld über den Staat in das Wirtschaftssystem eingeschleust wird, dann könnte man formal Kredite benutzen, die müssen aber zinsfrei sein. Nur dann hat man es mit einem Umverteilungsprozeß zu tun.

Regel 3:
Die Zentralbanken müssen mitmachen.
Sie dürfen keine Geldbeschränkung durchführen.

Erläuterung:
Die Untersuchung hat ergeben, daß das Wirtschaftsgeld in der Vergangenheit sehr gut mit der Geldmenge übereinstimmt, die von der Zentralbank in Umlauf gebracht wird. Die Zentralbanken dürfen deshalb keine Geldbeschränkung durchführen, denn sonst kann es passieren, daß die Regeln 1 und 2 nicht gleichzeitig eingehalten werden können. Das bedeutet aber auch, daß die Inflationsbekämpfung nicht mehr durch die Zentralbank gewährleistet werden kann. Die Zentralbanken verwenden eine indirekte Inflationsbekämpfung durch die Beschränkung der Geldmenge. Der Staat muß eine direkte Inflationssteuerung durchführen, da es für die Unternehmen immer einfacher ist, die Preise zu erhöhen, wenn mehr Geld in das System eingeschleust wird, als die Produktionsmenge zu erhöhen oder neue zusätzliche Produkte zu erfinden. Nur wenn sich das Wirtschaftssystem ausbreiten kann, können wieder neue Arbeitsplätze entstehen, um die Arbeitslosigkeit zu senken.

Regel 4:
Absicherung nach außen.
Es darf weder Geldüberschüsse noch -defizite in der Gesamtbevölkerung geben.

Erläuterung:
Das Finanzsystem braucht eine Absicherung nach Außen. Es darf im Finanzsystem weder Überschüsse noch Defizite geben. Das kann nur über internationale Verträge geregelt werden. Es muß deshalb in Europa zu einer Gesetzesänderung kommen. Die Solidaritätszahlungen zwischen den Ländern Europas müssen ersetzt werden durch eine individuelle Staatsverschuldung der einzelnen Länder. Transferzahlungen dürfen nur noch dazu dienen, daß die einzelnen Länder möglichst gut gegen Überschüsse und Defizite abgesichert sind. Man kann allerdings besonders kleine Länder zusammenschließen zu einer Ländergemeinschaft, die formal wie ein einzelnes Land behandelt wird. Große Länder sollten in Gebiete unterteilt werden, in denen eine regionale Defizit- und Überschußabsicherung stattfinden kann.

Die strategische Vorgehensweise

Es werden klar definierte Ziele benötigt. Dann muß man sich überlegen, wie weit die Realität vom Ziel entfernt ist. Je weiter man vom Ziel entfernt ist, desto gröber müssen die Maßnahmen sein, um das Ziel zu erreichen. Je näher man am Ziel ist, desto spezifischer müssen die Lösungsansätze sein.

Das gilt übrigens auch dann, wenn sich neue Probleme entwickeln. So lange es ausreicht, an kleinen Stellschrauben zu drehen, um die Probleme zu lösen, ist diese Maßnahme zu empfehlen. Wenn die Maßnahmen nicht mehr ausreichen, um die Probleme zu lösen, müssen immer gröbere Maßnahmen erfunden werden, bis man die Probleme wieder in den Griff kriegt.

Es ist dabei wichtig in Krisensituationen grobe Notfallmaßnahmen durchzuführen. Dadurch bekommt man Zeit, um die Ursachen der neuen Probleme zu erforschen. Hat man Sie gefunden, dann muß die Notfallmaßnahme durch eine funktionierende Gegenstrategie ersetzt werden. Dann kann es auch nicht mehr passieren, daß sich ein kleines Problem im Laufe der Zeit immer weiter aufbläht.

Ideen, wie die Regeln 1 bis 4 umgesetzt werden können

Zu Regel 1:

Es gibt die privaten Schulden und die Unternehmerschulden. Die muß man addieren. Anschließend berechnet man, wie viel fehlt oder wie viel Überschuß vorhanden ist, um ein Wirtschaftssystem in einer gewünschten Größe zu unterhalten inklusive des Kapitalmarktes. Der Kapitalmarkt sollte aber im Verhältnis zum Wirtschaftssystem nicht zu umfangreich werden, damit die Kosten für die Zinsen nicht zu groß werden. Er muß irgendwie begrenzt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß im Kapitalmarkt zu viel Geld gezählt wird. Selbstbeteiligungen und zusätzliche Tilgungen werden beim Sparanteil der Bevölkerung immer mitgezählt, obwohl sie Teil des Geldentstehungs- und Geldvernichtungsprozesses sind. Darüber hinaus gibt es Kreditverträge, die bei Banken aufgenommen wurden, für die nur Zinsen gezahlt werden. Die eigentliche Tilgung findet über eine Kapitalversicherung statt. Wenn die Kredithöhe angespart wurde, wird der ganze Kredit auf einmal getilgt. Die eigentliche Tilgung findet während des Ansparprozesses der Kapitalversicherung statt und nicht erst am Ende des Kreditvertrags.

Wenn bei dieser Berechnung herauskommt, daß Geld fehlt, dann sollte dieses Geld vom Staat zur Verfügung gestellt werden, denn wenn der Staat das nicht macht, dann entsteht ein Ausgleich entweder durch die Erzeugung von unerwünschten Schulden oder ein Schrumpfen des Wirtschaftssystems.

Wenn ein Überschuß vorhanden ist, dann kann sich das Wirtschaftssystem vergrößern. Man muß aber aufpassen, daß nicht ein Teil des Überschusses durch Inflation verbraucht wird. Diese würde wieder die Geldmenge im Warenwert verringern.

Durch diese Maßnahmen kann der Geldentstehungsprozeß den erwünschten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepaßt werden.

Um den Geldentstehungsprozeß stabilisieren zu können, müssen alle Menschen ein genügend großes Einkommen haben, um sich am Geldentstehungsprozeß beteiligen zu können, wenn sie es wollen. Das bedeutet: Die Billiglöhne müssen massiv bekämpft werden, da sich Menschen, die zu wenig verdienen, nicht am Geldentstehungsprozeß beteiligen können. Deshalb ist die Einrichtung von Mindestlöhnen auf hohem Niveau sinnvoll.

Das kann natürlich dazu führen, daß einige Unternehmen nicht mehr überlebensfähig sind, weil sie die Mindestlöhne nicht zahlen können. In diesem Fall sollten wir genau überlegen, ob wir diese Unternehmen erhalten wollen oder nicht. Es gibt verschiedene Wirtschaftsbereiche, die sich sehr unterschiedlich weiterentwickeln. Bei der Autoherstellung kann ein großer Teil der Herstellungskosten gespart werden, wenn ein Großteil der Produktion durch Roboter übernommen wird. Dadurch kann man in den Herstellungskosten viel einsparen. Bei den Friseuren geht das nicht. Wenn wir wollen, daß Friseure weiterhin existieren, müssen deren Preise wahnsinnig hoch werden oder sie müssen subventioniert werden.

Ein großer Teil der Billigjobs ist entstanden, weil es im Geldkreislauf zu wenig Geld gab. Die Unternehmen, die von Billigjobs abhängig sind, müssen zugrunde gehen damit die Unternehmen überlebensfähig werden, die in der Lage sind, anständige Löhne zu bezahlen, was notwendig ist, damit sich die Menschen am Geldentstehungsprozeß beteiligen können.

Die anständig bezahlten Löhne sind eine Voraussetzung, damit sich der Geldentstehungsprozeß stabilisieren kann. Bis der Geldentstehungsprozeß ein Gleichgewicht erreicht, müssen wir ca. 3 Jahrzehnte warten. Deshalb muß der Staat bis zu diesem Zeitpunkt durch zusätzliche Kredite für einen Ausgleich sorgen. Das geht natürlich am besten, wenn das brachliegende Kapital auf dem Kapitalmarkt aktiviert wird. Die Geldmenge auf dem Kapitalmarkt ist schließlich mehr als 24 Mal so groß wie das Wirtschaftsgeld.

Wir haben momentan das Problem, daß die Konjunktur sehr schwach ist. Wenn man die Konjunktur ankurbeln will, dann gibt es eine Gefahr: Die Inflation. Für die Unternehmen sind höhere Gewinne zu erzielen, wenn sie nicht mehr produzieren, sondern stattdessen höhere Preise verlangen. Will man die Konjunktur stärken, dann muß die Inflation direkt gesteuert werden und nicht indirekt, wie es die Zentralbanken machen.

Wie kann man erreichen, daß das Wirtschaftssystem wächst? Das Wirtschaftsgeld muß mehr werden. Dazu muß Geld möglichst geschickt in das System eingefügt werden. Die Inflation sollte auf 0% begrenzt werden. Negative Inflation erhöht zwar die Geldmenge im Warenwert, doch kann es dadurch passieren, daß ein Kreditnehmer irgendwann nicht mehr genug verdient, um die Raten für den Kredit bezahlen zu können, da auch die Löhne und Gehälter im Laufe der Zeit kleiner werden! Das muß natürlich kontrolliert werden.

In „Notfallplan: Rettung für Europa?“ habe ich bereits einen Vorschlag gemacht, wie man die Inflation politisch bekämpfen kann.

Geldmengenanpassung an das Wirtschaftssystem:

Weil durch die Unternehmensgründung nicht genug Geld für den Geldkreislauf entsteht, brauchen wir ein anderes Konzept. Deshalb würde ich folgendes empfehlen:

Für jeden Arbeitslohn als auch für den Unternehmerlohn eines Monats muß ein Unternehmer einen Kredit aufnehmen, der nicht zurückgezahlt werden darf. Wenn sich der Arbeitslohn verändert muß sich automatisch die Kredithöhe verändern. Entlassungen und Einstellungen neuer Mitarbeiter verändern ebenfalls diese Kredithöhe.

Es wäre sinnvoll, wenn dieses Geld direkt von der Zentralbank käme. Der Staat darf aber von der Zentralbank kein Geld leihen. Er darf aber eine Bank eröffnen und diese darf Geld von der Zentralbank leihen. Er sollte am besten eine Bank eröffnen mit nur einer speziellen Aufgabe. Die Geldmenge soll dem Wirtschaftssystem angepaßt werden. Es darf natürlich keine Verluste geben, aber diese Bank darf auch keine Gewinne machen. Die Einnahmen der Bank müssen gerade eben so hoch sein, daß die Kosten der Bank, die Löhne der Angestellten und die Zinsen an die Zentralbank gezahlt werden können. Das stellt sicher, daß immer eine gewisse Geldbasis im System zur Verfügung steht, die sich dem Umfang des Wirtschaftssystems anpassen kann. Sollte ein Unternehmen Mitarbeiter entlassen, dann muß der Mitarbeiterlohn zurückgezahlt werden, geht ein Unternehmen pleite, dann wird dieses Geld aus den Steuererträgen zurückgezahlt, wenn annähernd Vollbeschäftigung herrscht, damit das überschüssige Geld nicht zu Inflation führt. Bei hoher Arbeitslosigkeit gibt es im Geldkreislauf zu wenig Geld. In diesem Fall sollte dieses Geld nicht zurückgezahlt werden.

Regelungen für Kreditinstitute:

Es ist sinnvoll, sämtliche Kreditformen nach ihrem Anteil am Geldentstehungsprozeß zu untersuchen, vom Beginn des Ansparens der Selbstbeteiligung über alle Sicherheiten bis zum Ende des Kredits. Wenn der Wirkungsgrad im Geldentstehungsprozeß zu klein ist, dann sollte diese Kreditform verboten sein.

Diese Maßnahme hätte den Vorteil, daß die Banken immer noch eine gewisse Freiheit für die Erfindung neuer Finanzprodukte haben.

Zu Regel 2:

Ein Teil des Kapitalmarktes wird in Form von Sicherheiten verschwendet. So ist es beispielsweise rechtlich zulässig, daß die Vermieter eine Kaution bis zur 3-fachen Höhe der Monatsmiete verlangen dürfen. Dieses Geld muß der Vermieter gewinnbringend auf dem Kapitalmarkt anlegen, denn es ist nicht sein Eigentum, sondern das Eigentum des Mieters. Weder der Mieter noch der Vermieter dürfen dieses Geld verwenden. Dieses Geld darf am Wirtschaftssystem nur in den seltenen Fällen teilnehmen, in denen die Kaution verwertet werden darf. Damit gibt es ein riesiges Geldpotential, dem es rechtlich gesehen verboten ist, am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Mit einer einfachen Maßnahme kann man dieses Geld wieder in den Geldkreislauf bringen:

Man kann Kautionen in Versicherungsleistungen umwandeln.

Sämtliche Vermieter müssen die Kautionen an die Mieter zurückzahlen und es ist ihnen rechtlich verboten Kautionen zu verlangen! Stattdessen sollen sie dazu verpflichtet werden, eine Versicherung abzuschließen, für die seltenen Spezialfälle, in denen die Kaution in der Vergangenheit verwertet werden durfte. Die Beiträge für die Versicherungen müssen so niedrig sein, daß sämtliche Beitragszahlungen der Versicherungen so hoch sind wie die Kosten, die den Versicherungen entstehen. Dazu gehören natürlich nicht nur die Leistungen der Versicherungen, sondern auch Löhne und Gehälter, die eventuell anfallen können. In dem Fall wird nur das Geld als Sicherheit genutzt, welches wirklich im Geldkreislauf verwendet wird. Der Rest des Geldes darf von den Eigentümern ausgegeben werden, damit machen Unternehmer wieder Gewinne und das Geld kann zum Bezahlen von Löhnen und Gehältern verwendet werden. Das Geld wird wieder wirtschaftlich aktiv!

Alternativ zur Umwandlung in Versicherungsleistungen, könnte die Kaution auch zinslos beim Staat angelegt werden, der das Geld dann nicht auf ein Konto einzahlt, sondern wieder in den Geldkreislauf einschleust. Muß der Staat das Geld zurückzahlen, weil der Mieter verstorben oder umgezogen ist, dann nimmt der Staat das Geld von den Steuern. Durch diese Maßnahme braucht für die Kautionen ebenfalls kein Geld auf den Kapitalmärkten gesammelt werden.

Auch in anderen Bereichen des Kapitalmarktes wird Geld als Sicherheit verwendet. So habe ich in dem Buch „Die Bank als Räuber“ gelesen, daß eine Bank eines Tages von einem Unternehmer mehr Sicherheiten verlangte. Dieser hatte ein Festgeldkonto für Steuern angelegt, welches er noch besessen hatte. Die Bank hat dieses Konto als Sicherheit akzeptiert. Als der Unternehmer dieses Geld benutzen wollte, um die Steuern zu bezahlen, sagte die Bank, daß das nicht geht, denn „… dieses Geld ist eine Sicherheit, wir geben ihnen aber einen Kredit für ihre Steuern.“

So kann man die Schuldenmengen erhöhen, die dann nur auf dem Kapitalmarkt landen, aber nicht wirtschaftlich aktiv werden können. So etwas kann rechtlich untersagt werden:

Geld darf nicht als Sicherheit für Kredite verwendet werden!

Natürlich besteht nicht alles Geld auf dem Kapitalmarkt aus Sicherheiten. Wie kann man den Rest des Geldes wirtschaftlich aktivieren? Das große Problem im Geldentstehungsprozeß ist die begrenzte Anzahl der Kreditnehmer. Gibt es zu wenig, dann entstehen haufenweise unerwünschte Schulden. Deshalb müssen massive Geldmittel aus dem Kapitalmarkt entfernt werden. Dazu reichen die Sicherheiten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht aus. Man müßte eine Art Kapitalfraßsteuer einrichten. Wenn das Vermögen aufgefressen wird, dann wird aber auch das Geld von denen aufgefressen, die es angespart haben, um damit ein Unternehmen gründen zu können. Damit dieser Unternehmer sein Unternehmen gründen könnte, müßte man sich merken, von wem das Geld genommen wurde. In dem Moment in dem man sich das merken muß, ist es formal wie ein zinsloser Kredit. Im Prinzip müßte dieser zinslose Kredit von allen gezahlt werden, die ihr Geld am Kapitalmarkt angelegt haben. Das wäre ein wahnsinnig hoher bürokratischer Aufwand. Deshalb habe ich mir einen kleinen Trick einfallen lassen. Die Banken geben für einen bestimmten Prozentsatz aller Einlagen dem Staat einen zinslosen Kredit, der gehalten werden muß. Diesen Trickhabe ich schon in „Notfallplan: Rettung für Europa?“ beschrieben.

Vorsicht!
Dieses Verfahren darf nicht bei Bausparkassen angewendet werden. Das Geld der Bausparkassen wird benötigt für die Selbstbeteiligung der Großkredite. Sie machen den größten Anteil des Geldentstehungsprozesses im privaten Bereich aus. Wenn das Geld für die Umsatzsteuern beim Staat landet, dann können weniger Großkredite vergeben werden. Dies würde den Geldentstehungsprozeß für private Schulden so weit verkleinern, daß das Verfahren fast wirkungslos wird.

Man kann noch mehr Geld aus dem Kapitalmarkt aktivieren. Ein großes Problem entsteht, weil sich das Vermögen über Generationen hinweg ansammeln kann und durch die Zinserträge irgendwann immer größer wird. Man kann irgendwann nicht mehr genug Geld ausgeben, um die Zinsen zu verbrauchen. So etwas muß abgebrochen werden. Am geschicktesten wäre folgendes:

Geld und Schulden dürfen nicht mehr vererbt werden.

Bei einer Vererbung von Schulden können die Belastungen für einen einzelnen zu groß werden, wenn er schon einen Kredit aufgenommen hat und plötzlich mehrere Kredite gleichzeitig zurückzahlen muß. Hat er aber keinen Kredit aufgenommen, dann kann er sich in Zukunft nicht mehr am Geldentstehungsprozeß beteiligen, da er mit einem zusätzlichen Kredit überlastet werden würde. Wer sollte den Kredit dann erben? Am besten der Staat. Und womit soll er den Kredit zurückzahlen? Mit dem vererbten Geld. Dadurch wird ein perfekter Ausgleich geschaffen. Es kann aber sinnvoll sein, ein paar Ausnahmeregeln zu beachten. Es gibt Lebensgemeinschaften, in denen nicht alle Geld verdienen. Der Mann verdient beispielsweise Geld und die Frau kümmert sich um die Kinder. Wenn der Mann stirbt ist plötzlich das Vermögen weg, welches eigentlich ein Gemeinschaftsvermögen sein sollte. Für solche Lebensgemeinschaften müssen Ausnahmeregelungen konstruiert werden.

Wer ein zu großes Vermögen hat, darf das überschüssige Geld nicht mehr im freien Kapitalmarkt anlegen. Er muß es zinslos beim Staat anlegen. Eine solche Grenze könnte beispielsweise bei 1.000.000€ liegen.

Eine solche Maßnahme würde dafür sorgen, daß zu viel Geld auf dem Kapitalmarkt durch den Staat komplett in den Geldkreislauf zurückgebracht werden kann, wenn einzelne Menschen einen zu hohen Reichtum haben, um ihn zu verbrauchen. Die Zinsen, die diese Menschen erwirtschaften können, sind dann begrenzt. Wenn kein Geld vererbt werden kann, dann verfällt der Kredit automatisch zum Zeitpunkt des Todes.

Für die reichen Menschen kann eine Spezialrente eingeführt werden, die zu einem frei wählbaren Zeitpunkt in Kraft tritt. Alles Geld, welches freiwillig oder unfreiwillig beim Staat als zinsfreier Kredit angelegt wurde, kann als Auszahlungsplan auf Lebenszeit monatlich verbraucht werden. Die Festlegung der monatlichen Bezüge wird anhand der aktuellen Sterbetafeln ermittelt. Wenn jemand beispielsweise 30 Jahre alt ist, dann wird ermittelt, wie hoch die durchschnittliche restliche Lebenszeit in Monaten ist. Durch diese Zahl wird der aktuelle zinsfreie Kredit beim Staat geteilt. Das Ergebnis ist die monatliche Rate, die bis zum Lebensende ausgezahlt wird. Diese Spezialrente darf anschließend nicht mehr in einen zinslosen Kredit umgewandelt werden. Es dürfen auch keine Steuern oder Sozialabgaben erhoben werden, da sie kein Einkommen sind, sondern die Auszahlung eines zinslosen Kredits!

Es gibt einige Menschen, z. B. Sportler, Sänger, Künstler, Models, …, die eine kurze Zeit Erfolg haben und sehr viel verdienen, aber mit diesem Geld für den Rest ihres Lebens haushalten müssen. So ist beispielsweise eine aktive Sportlerkarriere in den meisten Fällen anfangs der 30er Jahre beendet. Wovon sollen sie dann leben? Man kann nicht davon ausgehen, daß ein ausgezeichneter Sportler auch ein ausgezeichneter Unternehmer ist. Er wird sich sicher für die Zukunft absichern wollen. Wenn das Geld auf dem Kapitalmarkt gesammelt wird, dann kann es wirtschaftlich nicht aktiv werden. Hinzu kommt, daß er nicht weiß, wie lange er leben wird und wie er das Geld sinnvoll aufteilt. Bei der Spezialrente wird ein sinnvoller Mittelweg gewählt. Einige sterben früher, die hätten dem Staat zu viel Geld bezahlt und andere leben länger, und bekommen dadurch mehr Geld vom Staat. Da ich in der Berechnung die durchschnittliche restliche Lebenszeit in Monaten verwendet habe, werden beide Fälle so gut wie möglich gegeneinander verrechnet, so daß der Staat so gut wie keine Verluste erleidet.

Für Lebensgemeinschaften kann es erwünscht sein, daß die Spezialrente auf die Lebenspartner aufgeteilt wird. In dem Fall sollte man auf Grund der aktuellen Sterbetafeln ermitteln, welcher zinslose Kredit beim Staat für die aktuellen monatlichen Bezüge notwendig sind. Dieses Geld wird dann durch 2 geteilt und für jeden einzelnen wird dann die Spezialrente berechnet. Es kann dann sein, daß für das Paar die monatlichen Bezüge kleiner werden, wenn der neue Begünstigte eine höhere durchschnittliche Lebenserwartung hat als sein Lebensgefährte, es kann aber auch mehr werden, wenn seine durchschnittliche Lebenserwartung kleiner ist. Durch eine solche Spezialmaßnahme könnte man auch dafür sorgen, daß beispielsweise ein behindertes Kind für den Rest des Lebens eine Spezialrente bekommt.

Man kann sich sicherlich noch mehr einfallen lassen. Aber ich schätze, daß sich mit diesen Maßnahmen schon so viel Geld auf dem Kapitalmarkt aktivieren läßt, daß damit alle Finanzprobleme des Staates, inklusive aller Wirtschaftsprobleme, gelöst werden können.

Zu Regel 3:

Wenn Geld aus dem Kapitalmarkt benutzt wird, um unerwünschte Schulden oder Staatsschulden im Inland zu tilgen, dann kommt das Geld wieder zu den Banken zurück und es werden keine zusätzlichen Gelder von den Zentralbanken benötigt.

Werden Schulden im Ausland getilgt, dann geht das Geld ins Ausland. Das Geld könnte auch verwendet werden, um das Wirtschaftssystem zu vergrößern. In beiden Fällen müssen sich die Banken das zusätzlich benötigte Geld von den Zentralbanken leihen. Wenn die Zentralbanken dann nicht mitmachen, dann werden die politischen Maßnahmen wirkungslos. Die im Ausland getilgten Schulden sorgen sogar dafür, daß das Wirtschaftssystem in Deutschland schrumpft. Das darf natürlich auf keinen Fall passieren.

Wir haben leider keine nur für Deutschland gültige Währung mehr. Es gibt jetzt Euro-Land. Das heißt: Europa muß mitmachen. Wenn sich Europa quer stellt, dann wird es so gut wie unmöglich, unsere wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Dann können wir die wirtschaftlichen Probleme nur lösen, wenn wir uns von Europa vorübergehend zur Sanierung unseres Wirtschaftssystems lösen oder in Deutschland Ersatzgeld einführen. Wenn wir das nicht wollen, dann müssen wir Europa überzeugen, daß diese Maßnahmen notwendig sind.

Da das vorrangige Ziel der Zentralbanken die Preisstabilität des € ist, haben wir schon mal einen Punkt aus unserer Seite, wenn wir eine direkte Inflationssteuerung durchführen. Ansonsten sollte man den anderen Ländern nahelegen, ähnliche Untersuchungen in ihrem Land durchzuführen, um die Zusammenhänge zwischen dem Wirtschaftssystem und dem Finanzsystem aufzudecken. Ich habe nur die Situation in Deutschland untersucht, aber da die Finanzsysteme in den verschiedenen Ländern Europas nach den gleichen Prinzipien aufgebaut wurden, müßten eigentlich die gleichen Zusammenhänge erkennbar werden. Dadurch könnte man Unterstützung von den anderen europäischen Ländern bekommen, um gegebenenfalls die anderen Länder dazu zu bringen, ähnliche Maßnahmen durchzuführen. Allerdings dürfen nicht in allen Ländern die exakt gleichen Maßnahmen durchgeführt werden. Die neuen Beitrittsländer mit Ausnahme von Malta und Zypern sind aus dem untergegangenen Sowjetreich entstanden. Dieses hatte ein anderes Finanzsystem. In diesen Ländern kann noch kein Gleichgewichtszustand im Geldentstehungsprozeß erreicht worden sein. Deshalb muß diesen Ländern eine wesentlich höhere zinsfreie Staatsverschuldung zugewiesen werden, die den Geldmangel aus den unvollständigen Geldentstehungsprozessen ausgleicht. In dem Maß, in dem die internen Geldentstehungsprozesse wachsen, wird dann die zinsfreie Staatsverschuldung allmählich abgebaut.

Allgemein sollte gelten: Für jedes Land ist eine individuelle zinsfrei Staatsverschuldung bei den Zentralbanken zu ermitteln, die von verschiedenen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Bevölkerungsentwicklung und Geldentstehungsprozesse, abhängen kann.

Zu Regel 4:

Der Anteil ausländischer Unternehmen ist möglichst klein zu halten.

Das Problem der ausländischen Investoren besteht darin, daß sie zwar Geld ins Land bringen, aber Gewinne machen wollen. Das hat auch den neuen Bundesländern das Genick gebrochen. Siehe Artikel „Fehler der Wiedervereinigung Deutschlands“. Während sie in Deutschland investieren, kommt zwar Geld ins Land, doch anschließend werden ständig Gelder aus dem Land abgesaugt, welches dann über Transferzahlungen wieder zurückgezahlt wird. Die Situation wird besonders schlimm, wenn der ausländische Investor seine Investition mit Hilfe von Krediten seiner Hausbank im Ausland tätigt. Er muß für seine Kredite Zinsen zahlen die aus den Einkünften des Unternehmens bezahlt werden und deshalb ins Ausland fließen. Allgemein sollte deshalb gelten:

Kredite und Guthaben dürfen nur im Inland vorhanden sein. Für Unternehmen im internationalen Markt dürfen Kredite und Guthaben im Ausland existieren. Für diese Kredite und Guthaben im Ausland sollten die Defizite und Überschüsse so klein wie möglich werden und der Staat sorgt dann durch Kredite oder Guthaben für einen perfekten Ausgleich.

Leider kann man die Geldmenge im Ausland nicht perfekt kontrollieren. Das liegt am Bargeld. Das Bargeld kann leider in Euro-Land nicht verrechnet werden. So lange Bargeld benutzt wird, wird es immer Überschüsse und Defizite geben, weil das Bargeld das Land verlassen kann, ohne daß das meßtechnisch erfaßt werden kann. Vor allem in Urlaubsländern könnte sich das Bargeld konzentrieren, da man im Ausland kein Konto haben darf. Deshalb sollten die Urlauber ihr Geld im Ausland von ihren inländischen Konten abheben können. Dadurch wäre feststellbar, wie viel Geld das Land verläßt. Das Geld, welches nicht vollständig verbraucht wurde, wird dann wieder im Ausland auf das inländische Konto eingezahlt. Dadurch kann man kontrollieren, wie viel Geld das Land verlassen hat, um die Geldmenge in den Transferzahlungen berücksichtigen zu können. Wenn man darüber hinaus darauf achtet, daß kein Bargeld die Grenzen überschreitet, also kein Geldschmuggel stattfindet, dann kann man den Finanzausgleich zur Absicherung der Finanzsysteme der einzelnen Länder perfektionieren.

Im internationalen Wirtschaftssystem sind die Urheberrechte teilweise außer Kraft zu setzen.

Es geht mir hierbei um die Lizenzen. Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Ich erfinde ein Produkt und lasse es patentieren. Jetzt bin ich der einzige auf der ganzen Welt, in der das internationale Patentrecht gilt, der dieses Produkt produzieren und verkaufen darf. Wenn ein Unternehmer in irgendeinem anderen Land dieses Produkt herstellen und verkaufen will, dann muß er an mich Lizenzgebühren zahlen. Ich selber beteilige mich nicht an der Herstellung und dem Verkauf, bekomme aber trotzdem Geld aus dem Ausland. Über Transferleistungen muß der Staat in dem ich lebe dieses Geld wieder ans Ausland zurückzahlen. Letztendlich bezahlt der Staat das Geld, welches über Lizenzgebühren an mich bezahlt wird. Das ist einfach unsinnig und muß wegfallen.

Ratschläge zur besonderen Situation der neuen Bundesländer

Die neuen Bundesländer müssen einen internen Wirtschaftskreislauf aufbauen, in dem gewährleistet wird, daß das Geld das Gebiet der neuen Bundesländer möglichst nicht verläßt. Es ist auch notwendig, das Urheberrecht teilweise außer Kraft zu setzen. Erst seit der Wiedervereinigung können in den neuen Bundesländern Patente angemeldet werden. Sie haben daher so gut wie keine Einnahmen aus Lizenzgebühren, müssen aber Lizenzgebühren für fast alle Produkte bezahlen, die sie in ihrem neuen Wirtschaftssystem konsumieren wollen. Diese Lizenzgebühren gehen immer an die alten Bundesländer. Außerdem gibt es zu viele Unternehmer aus den alten Bundesländern in den neuen Bundesländern. Das muß sich ändern.

Da die Geldentstehungsprozesse in den neuen Bundesländern unvollständig sind, werden zusätzliche Staatsschulden benötigt, um diesen Mangel auszugleichen. In dem Maß, in dem sich die Geldentstehungsprozesse den alten Bundesländern anpassen, werden dann die zusätzlichen Staatsschulden getilgt. Dies ist nötig, damit auch die Löhne in den neuen Bundesländern an die Höhe der alten Bundesländer angepaßt werden kann, denn nur dann können sich die Geldentstehungsprozesse der neuen Bundesländer an die Geldentstehungsprozesse der alten Bundesländer anpassen. Für den Anpassungsprozeß werden mehrere Jahrzehnte benötigt.

Momentan verlassen die neuen Bundesländer zu viele Geldmengen. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn Produkte erzeugt werden, die ins regionale Ausland, d. h. außerhalb der neuen Bundesländer, exportiert werden kann. Dadurch kann das Geld auch wieder zurückkommen. Man könnte zum Beispiel einige Gebiete zu regionalen Urlaubsgebieten machen. Dadurch würden die Menschen Geld mitbringen. Wie wäre es mit Freizeitparks? In einem weitgehend entvölkerten Land ist eine Menge Platz dafür. Der Aufbau des Wirtschaftssystems sollte sich vorerst darauf konzentrieren, Produkte zu erzeugen, die für das regionale Ausland interessant sind, um die Geldverluste wieder zurückzuholen. Dann werden im Laufe der Zeit keine Solidaritätsbeiträge mehr nötig sein.

Ratschläge zum Steuer- und Sozialsystem

Eigentlich ist das Sozialsystem sehr clever. Nur die Finanzierung ist nicht überall gut durchdacht.

Arbeitslosenversicherung:

Arbeitslosenversicherung sollte nicht gezahlt werden. Hohe Arbeitslosigkeit entsteht durch Geldmangel im System. Dann ist eine Arbeitslosenversicherung, die das Geld für die Arbeitslosen aus dem Wirtschaftsgeld bezahlt, nicht sehr sinnvoll, da der Geldmangel, der die eigentliche Ursache der Massenarbeitslosigkeit ist, nicht bekämpft wird. Die Arbeitslosenversicherung sollte deshalb fast vollständig gestrichen werden. Nur für höchstens 2% Arbeitslosigkeit sollte das Geld aus dem Geldkreislauf kommen.

Das Geld, welches für mehr als 2% Arbeitslosigkeit benötigt wird, sollte von den Verursachern der Arbeitslosigkeit bezahlt werden. Dazu gehören vor allem die Versicherungen, die im Laufe der Zeit viel zu hohe Kapitalanlagebestände angelegt haben. Sie bilden die Hauptschuldigen an der Misere. Aber man muß auch die Manager und Unternehmer zur Kasse bitten, wenn massenhaft Menschen entlassen werden um Manager- und Unternehmergehälter in die Höhe zu schrauben. Hier müßte man sich einmal überlegen, wie man dies am geschicktesten aufteilt.

Rentenversicherung:

Es gibt eigentlich nur 2 Arten einer Rentenversicherung.

1. private Rentenvorsorge
Bei der privaten Vorsorge wird Geld gespart. Dadurch wird dieses Geld aus dem Geldkreislauf entfernt. Im Sparstrumpf erhält man keine Zinsen, aber auf dem Kapitalmarkt wird das Geld wieder verliehen und man bekommt dafür Zinsen. Da man schon mit dem Eintreten ins Berufsleben mit der privaten Rentenversicherung anfangen kann, kann die Ansparzeit bis zum Renteneintrittsalter 45 Jahre dauern. Das Geld, welches angespart wurde, darf aber nicht vor dem Tod verbraucht sein. Überschüsse werden dann entweder vererbt oder mit anderen verrechnet, die länger leben. Eine solche Maßnahme wird über einen Zeitraum von weit mehr als 45 Jahren immer mehr Geld auf den Kapitalmarkt abwandern lassen, bis genau so viel Geld ausgegeben, wie gespart wird. Es entsteht dabei ein umgekehrter Geldentstehungsprozeß, also ein Geldverbrauchsprozeß, der seinen Gleichgewichtszustand Jahrzehnte nach dem Zeitpunkt erreicht, in dem der private Geldentstehungsprozeß seinen Gleichgewichtszustand erreicht.

2. der Generationenvertrag
Im Generationenvertrag wird das eingezahlte Geld direkt an die Rentner verteilt. Man umgeht dabei den Kapitalmarkt. Das ist das Geniale am Generationenvertrag.
Momentan versucht der Staat die Rentenbeiträge zu senken, indem Leistungen des Generationenvertrags eingeschränkt werden. Gleichzeitig motiviert er die Menschen dazu mehr private Vorsorge zu betreiben. Das wird den Kapitalmarkt über einen Zeitraum von etwa einem halben Jahrhundert immer weiter aufblähen. Um dieses Geld wieder verleihen zu können, um damit Zinsen erwirtschaften zu können, bräuchte man viele neue zusätzliche Kreditnehmer, die es nicht gibt. Das hat zur Folge, daß das Wirtschaftssystem schrumpfen muß und dadurch können viele Kreditnehmer ihre Schulden nicht mehr bezahlen, was dazu führt, daß sich die Schuldenmenge erhöht und durch das Schrumpfen des Wirtschaftssystems verliert der Staat immer mehr Steuereinnahmen, was die Staatsverschuldung in die Höhe treibt. Letztendlich bezahlt Deutschland diese Sparmaßnahme im Rentensystem mit einer Schrumpfung des Wirtschaftssystems und einer Zunahme unerwünschter Schulden und einem Anstieg der Staatsverschuldung über einen Zeitraum von ungefähr einem halben Jahrhundert.
Das ist der Erfolg der Riester-Rente! Das habe ich bereits im Artikel „Der Preis der Riester-Rente“ genauer erläutert.

Der Staat sollte lieber versuchen den umgekehrten Weg zu gehen. Er sollte die Vermeidung von einer privaten Rentenvorsorge durch eine gute staatliche Rente fördern. Dadurch würde immer mehr Kapital, welches zur Rentenvorsorge auf dem Kapitalmarkt abgelegt wurde, in das Wirtschaftssystem zurückgebracht werden.

Krankenversicherung:

Bei der Krankenversicherung kann es grundsätzlich nur 2 Probleme geben.

Die Einnahmen sind zu niedrig, vor allem wegen zu hoher Arbeitslosigkeit. (Wird im nächsten Punkt erklärt.)

Die Ausgaben sind zu hoch.

Wenn die Gesundheitskosten zu teuer sind, dann nützt es nichts, wenn umverteilt wird. In diesem Fall sollte man einmal überlegen, welche Leistungen des Gesundheitssystems werden überhaupt benötigt? Wie kann man das Gesundheitssystem effektiver gestalten? Hier sollte man nicht nur an eine Krankheitsforschung denken, sondern auch eine Gesundheitsforschung einrichten. In der Gesundheitsforschung sollte das untersucht werden, was die Menschen gesund hält. Hier geht es darum, Erkenntnisse zu gewinnen, wie man gesund bleibt. Auf dem freien Markt kann man eine solche Gesundheitsforschung nicht durchführen. Wer gibt freiwillig Forschungsgelder aus, wenn er sich keine Gewinne verspricht?

Eine Krankheitsforschung kann sinnvoll sein, da man in einem solchen Fall irgendwann Medikamente verkaufen kann. Problematisch wird es nur, wenn gesunde Menschen als krank definiert werden, weil irgendein Meßwert außerhalb einer gewissen Fehlertoleranz ist. Diese können dann mit Medikamenten versorgt werden und gegen diesen Meßwert behandelt werden. Solche Maßnahmen können Krankheitskosten enorm in die Höhe treiben. Das ist zwar wirtschaftlich attraktiv, aber ein Mißbrauch des Gesundheitssystems.

Um solche Mißbräuche unterbinden zu können, müßte es einen unabhängigen MÜV (=Medizinischer Überwachungsverein) geben. An ihn müßten sämtliche wissenschaftlichen Untersuchungen weitergeleitet werden. Diese werden von ihm in gewissen regelmäßigen Abständen neu bewertet, damit immer alle neuen wissenschaftlichen Untersuchungen, die das Verständnis einer Krankheit verändern können, berücksichtigt werden. Hier geht es nicht nur um rein medizinische Überlegungen. Wenn in der medizinischen Forschung statistische, chemische oder physikalische Meßverfahren benutzt werden, dann müssen diese Meßverfahren auch korrekt durchgeführt werden. Wann immer Erkenntnisse aus einem anderen wissenschaftlichen Fachbereich in einer Untersuchung benutzt werden, müssen deren Fachleute angehört werden, wenn etwas falsch angewandt wird. In der Auswertung der medizinischen Untersuchung ist das zu berücksichtigen. Man kann dadurch ein viel stabileres wissenschaftlich-medizinisches System aufbauen, welches unnötige Behandlungen vermeidet.

Besonderheiten für die staatliche Renten- und Krankenversicherung:

Beide sind an die Löhne und Gehälter gekoppelt. Ist die Arbeitslosigkeit größer als 2%, dann können sich die Arbeitslosen nicht an diesen beiden Versicherungen beteiligen. Deshalb muß das Geld für beide Versicherungen von außerhalb des Geldkreislaufs kommen. Das heißt: entweder durch neue zusätzliche Schulden oder in dem Geld aus dem Kapitalmarkt wieder wirtschaftlich aktiv gemacht wird.

Wenn der Anteil der Rentner an der Gesamtbevölkerung größer wird wegen des demographischen Faktors, dann schrumpft auch die Gesamtgeldmenge, da der Anteil der Bevölkerung, der einen Kredit aufnehmen kann, kleiner wird. Das muß ausgeglichen werden durch zusätzliche Schulden. Diese zusätzlichen Schulden reichen dann auch aus, um die höheren Kosten für Renten- und Krankenversicherung zu bezahlen. Man muß schließlich berücksichtigen, daß die meisten Krankheiten während des Sterbeprozesses auftreten, also im Rentenalter. Dazu ist natürlich eine Anpassung der Löhne erforderlich, um die zusätzlichen Kosten bezahlen zu können. Weil dann auch von den Rentnern mehr konsumiert wird, steigen die Umsätze der Unternehmer und die höheren Löhne können bezahlt werden.

Steuersystem:

Wenn ich hier über Steuern schreibe, dann meine ich sämtliche Steuern und Sozialabgaben zusammen, inklusive des Solidaritätsbeitrags! Vermeiden Sie die Versteuerung von Steuern. Was ist darunter zu verstehen? Steuern und Sozialabgaben werden von den Löhnen abgezogen, bevor diese in den Geldkreislauf kommen. Wenn jemand vom Staat bezahlt wird, egal ob Arbeitsloser, Rentner, Staatsangestellter, usw., dann darf er keine Abzüge haben mit Ausnahme der Kirchensteuer. Diese Abzüge können nicht im Wirtschaftssystem landen, weil sie nur von einer Kasse in die andere umgeschichtet werden. Das sollte unbedingt vermieden werden. Ein Rechenbeispiel:

Angenommen, die Steuern und Sozialabgaben machen zusammen 30% aus. Davon wird 1/3 für Ausgaben im Wirtschaftssystem verwendet und der Rest für Renten, Arbeitslosengeld, Löhne und Gehälter usw. Die Ausgaben im Wirtschaftssystem erreichen das Wirtschaftssystem vollständig. Dadurch kann das ganze Geld im Wirtschaftssystem verwendet werden. Für den Rest müssen aber 30% Steuern und Sozialabgaben bezahlt werden. Diese Gelder werden niemals ausgegeben und sind versteuerte Steuern. Sie machen 30%*0,3*2/3=6% aus. Je höher die Steuern werden, desto größer werden die versteuerten Steuern. Wenn sich die Steuern auf 45% erhöhen, dann sieht die Rechnung so aus: 45%*0,45*2/3=13,5%. Eine Erhöhung der Steuern bewirkt dann, daß die versteuerten Steuern, die das Wirtschaftssystem nicht mehr erreichen, größer werden. Dadurch wird das Wirtschaftsgeld kleiner. Bei dieser Berechnung hat eine Erhöhung der Steuern um 50% eine Erhöhung der versteuerten Steuern um 125% bewirkt.

Lösungsvorschläge für private Versicherungen

Über die Kapitalanlagebestände ist in der Vergangenheit zu viel Wirtschaftsgeld in Kapital umgewandelt worden. Siehe dazu Artikel „Versicherungen – Problemfall Nr. 1“. Wenn der Gleichgewichtszustand in den Geldentstehungsprozessen erreicht wurde, dürfen die Kapitalanlagebestände nicht weiter zunehmen. Die Kapitalanlagebestände müssen abgebaut werden.

Damit das möglich ist, sollten sich die Verantwortlichen überlegen, ob nicht einige Versicherungsangebote viel zu kapitalintensiv sind. So sollten Renten und Kapitalversicherungen mehr und mehr abgebaut werden. Beide dienen in der Regel zur Altersvorsorge oder zur Absicherung der Familie, wenn der Teil der Familie stirbt, der die Familie ernährt. Für die Rentenversicherung kann man auf den Generationenvertrag zurückgreifen und für die Familienabsicherung auf die Sozialhilfe, die momentan in Arbeitslosengeld 2 umgewandelt wird. Durch den Wegfall dieser kapitalintensiven Anlagebestände kann genug Geld in das Wirtschaftssystem gepumpt werden, um die Sozialhilfe und die staatliche Rente attraktiver zu gestalten.

Auch die privaten Krankenversicherungen sind unnötig kapitalintensiv. Versichert wird schließlich nur wer gesund ist. Sollte jemand schon gewisse Krankheitsschäden haben, dann kommt die Versicherung im allgemeinen nicht für Folgekosten dieser Krankheitsschäden auf. Auch für ein bestimmtes Risikoverhalten schränken die Versicherungen den Leistungskatalog ein oder verlangen höhere Versicherungsprämien.

Es gibt aber ein Problem. Jeder Mensch muß sterben – es hat bisher noch keinen unsterblichen gegeben. Der natürliche Sterbeprozeß kommt nur in den seltensten Fällen plötzlich vor, indem ein Mensch einfach umfällt und tot ist. Dem Sterben geht im allgemeinen ein Sterbeprozeß voraus, der durch Krankheiten begleitet wird. Weil die einzelnen Teile des Körpers unterschiedlich beansprucht werden, fallen natürlich die Schwächsten zuerst aus. Wer beispielsweise raucht bekommt zuerst Krankheiten, die mit dem Rauchen zu tun haben, hätte er aber nicht geraucht, dann würde der Sterbeprozeß durch andere Krankheiten eingeleitet. Es spielt also keine Rolle, ob der Mensch raucht oder nicht, er muß sterben und das Sterben wird durch Krankheiten begleitet. Deshalb kommen im Sterbeprozeß hohe Kosten auf die Versicherungen zu, auf die sie vorbereitet sein müssen. Weil sie die Verträge nicht unabhängig von der Person, sondern nur für möglichst gesunde Menschen annehmen, können Sie das Geld nicht direkt umverteilen, sondern müssen einen Teil des Geldes auf dem Kapitalmarkt zwischenlagern für die Zeit, in der der Sterbeprozeß einsetzt. Wenn sie das nicht tun, dann werden die Kosten irgendwann zu groß werden und die Versicherungen gehen zu Grunde.

Auch die Rückversicherungen brauchen wir nicht. Es gibt immer Schwankungen in den Kosten des Versicherungssystems. Die Rückversicherungen dienen dazu, die Versicherungen vor Krisenzeiten abzusichern. Denken Sie nur an die großen Überschwemmungen in Deutschland im Jahre 2002. In dieser Zeit wurde durch Überschwemmungen viel zerstört.  Dadurch steigt der Bedarf nach Produkten, denn die Menschen möchten das Zerstörte ersetzt haben. Wenn in diesem Fall einige Versicherungen für diese zusätzlichen Schäden aufkommen müssen, dann können die Kosten für diese Schäden plötzlich zu hoch werden. Die Rückversicherungen sind da, um Überforderungen in solchen Zahlungsfällen auffangen zu können.

Die Versicherungen haben sehr unterschiedliche Kapitalanlagebestände. Nicht alle Kapitalanlagebestände können sofort freigesetzt werden. Aktien müssen verkauft werden. Durch einen plötzlichen hohen Verkauf von Aktien, fallen anschließend die Aktienkurse. Wer kauft die Aktien?

Das Problem ist, daß vorübergehend die Bedürfnisse an Produkten steigt. Deshalb muß die Geldmenge im Geldkreislauf steigen, um diese Bedürfnisse befriedigen zu können. Es wird also vorübergehend mehr Zentralbankgeld gebraucht. Das bekommt man aber nur, wenn die Banken dazu genötigt werden, mehr Zentralbankgeld zu leihen. Entweder lösen die Versicherungen gezielt Konten bei den Banken auf, oder es geschieht über einen Umweg, in dem zum Beispiel die Aktien von den Menschen gekauft werden, die das Geld sonst bei den Banken angelegt hätten.

Wenn schon vorübergehend Zentralbankgeld gebraucht wird, dann sollte man keinen Umweg gehen, sondern das Geld direkt von der Zentralbank nehmen. Diese geben in solchen Krisenfällen das Geld direkt den Versicherungen und die Versicherungen zahlen anschließend innerhalb eines gewissen Zeitraums, der mit den Zentralbanken ausgehandelt wird, dieses Geld zurück. Dadurch kann der Kapitalanlagebestand der Rückversicherungen eingespart werden. Außerdem brauchen die Unfall- und Schadenversicherungen keine so hohen Kapitalanlagebestände mehr.

Im Laufe der Zeit würden wir viele Versicherungen nicht mehr benötigen. Aber das ist nicht ganz richtig. Die Versicherungen, die wir nicht mehr brauchen, könnten sich ein neues Betätigungsfeld suchen. Für die Mietkautionen habe ich es schon beschrieben. Man könnte sie umwandeln in Versicherungsleistungen. Wenn die Beiträge knapp genug kalkuliert werden, dann braucht man keine Kapitalanlagebestände. Geld, das auf dem Kapitalmarkt gebunden war, kann dann frei gesetzt werden. Im Prinzip kann man das mit allen Sicherheiten machen, die Gelder auf dem Kapitalmarkt sammeln. Vor allem könnte man dann auf die Selbstbeteiligung für Großkredite verzichten. Die Versicherungen müssen aber aufpassen, daß sie aus Kalkulationsgründen nicht zu viele Kredite verweigern, da die Verweigerung eines jeden Kredits den Geldentstehungsprozeß beeinflußt.

Wenn die Selbstbeteiligung für Großkredite nicht mehr benötigt wird, dann brauchen wir keine Bausparkassen mehr. Diese könnten allerdings in normale Banken umgewandelt werden.

Schlußbemerkung

Ich habe meine Lösungsvorschläge so durchdacht, daß möglichst keine Verlierer auftauchen. Bei den Versicherungen wird es wahrscheinlich einige Verlierer geben. Auch wenn die Bausparkassen nicht mehr benötigt werden, wird es darunter sicher einige Verlierer geben. Das läßt sich leider nicht umgehen, wenn wir das Wirtschaftssystem optimieren wollen. Da wir aber durch die Lösungsvorschläge sehr viel Geld für das Wirtschaftssystem freisetzen können, dürften im Laufe der Zeit genug Arbeitsplätze bezahlt werden können, so daß alle Verlierer in einem anderen Wirtschaftsbereich untergebracht werden können.

Man kann sich natürlich noch viele weitere Maßnahmen überlegen um das Wirtschafts- und Finanzsystem zu optimieren. Das ist Sache der Politik. Wenn man erst mal die Zusammenhänge erkennt, dann gibt es viele Möglichkeiten, die vorhandenen Probleme zu lösen. Man darf nur nicht zu früh aufgeben. Wer glaubt, daß viele Probleme nicht lösbar sind, der sitzt vielleicht an der falschen Stelle.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Computersimulationen 4: Unternehmensgründung

Categories: Computersimulation, Geld
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Published on: 26. November 2011

In den letzten 3 Blogartikeln über Computersimulationen habe ich ihnen gezeigt, wie die Gesamtgeldmenge durch den Häuserbau beeinflußt werden kann. Es gibt aber nicht nur private Kredite, sondern auch Unternehmerkredite. Deshalb wäre es gut, wenn man wüßte, wie die Unternehmerkredite die Gesamtgeldmenge und den Geldkreislauf beeinflussen können.

Beim Häuserbau war die Sache sehr einfach. Man nimmt einen Kredit auf und zahlt ihn im Laufe der Zeit zurück. Ist der Kredit zurückgezahlt, dann wird die Gesamtgeldmenge nicht mehr beeinflußt.

Das ist bei Unternehmerkrediten anders. Warum sollte ein Unternehmen gerade dann aufhören zu existieren, wenn alle Schulden zurückgezahlt wurden? Gerade zu dem Zeitpunkt nehmen die Gewinne zu, weil sich die Kosten verringern und keine Kredite mehr zurückgezahlt werden müssen.

Auch die Einkommenssituation ist ganz anders. Beim Häuserbau spielen nur die Lohn- und Preisentwicklungen eine Rolle. Bei Unternehmen muß die Konkurrenz beachtet werden. Ist ein Unternehmen in einem Markt sehr erfolgreich, dann wird es sehr schnell Konkurrenz geben, die einem Unternehmen einen Teil der Kunden wegnehmen kann. Durch hohe Konkurrenz kann auch ein Preiskampf stattfinden, der zu sinkenden Einnahmen führt. Gibt es dann noch Schwankungen in der Geldmenge im Geldkreislauf, dann muß ein Unternehmen auch vorübergehend Verluste überleben.

Während der Kreditnehmer für den Häuserbau schon nach der nächsten Lohnzahlung mit den Ratenzahlungen für die Zinsen und die Tilgung beginnen kann, muß ein Unternehmer vielleicht erst mal mit der Produktion von Produkten beginnen, bevor er sie verkaufen kann. Er braucht dann eine gewisse Zeit, um seine Kundschaft im Markt finden zu können. Während dieser Zeit hat er laufende Kosten für Material, Löhne oder Miete. Die Kreditaufnahme muß auch diese Anfangskosten mit abdecken.

Alle diese Effekte müssen in einer Computersimulation beachtet werden. Ich habe mir deshalb folgendes Szenario für die Computersimulation überlegt:

Für die Unternehmensgründung wird ein Kredit mit Hilfe eines Annuitätsdarlehns aufgenommen. Darüber hinaus wird ein Giro-Konto eingerichtet. Wenn auf dem Giro-Konto ein Kredit aufgenommen wird, dann ist der Zinssatz um 6% höher als beim Annuitätsdarlehn. Auf dem Girokonto gibt es nur einen begrenzten Kreditrahmen. Sollte dieser Kreditrahmen überschritten werden, dann werden zur Strafe die Zinsen noch mal um 4% erhöht.

In der Realität ist das der Punkt, an dem die Banken keinen weiteren Kredit mehr gewähren müssen. Es droht dann eine Unternehmerinsolvenz. Da ich hier zeigen will, wie stabil das System ist, wird die Berechnung so durchgeführt, als ob keine Unternehmerinsolvenz stattfindet. Dann kann man anhand der Entwicklungen der Graphiken untersuchen, wann der beste Zeitpunkt für eine Unternehmerinsolvenz ist.

Weil es auf dem Giro-Konto für Guthaben keine Zinsen gibt, wird am Ende des Jahres bei einem Guthaben, das eine bestimmte Grenze überschreitet, das überschüssige Geld auf ein Konto für 1 Jahr fest angelegt. Dafür bekommt man Zinsen. Sollten auf dem Giro-Konto dann im Laufe der Zeit negative Werte auftauchen, dann wird das Konto aus den Reserven aufgefüllt, solange noch Reserven vorhanden sind.

Für die Unternehmensgründung wird ein Kredit von 50.000 aufgenommen. Die monatlichen Kosten sind 1000. Sowohl die 50.000 als auch die 1000 sind Eichgrößen, unabhängig von jeder Währung!

Die Berechnung mit Hilfe eines Rechenblatts (Excel 2010)

Diesmal möchte ich ihnen eine einfache Möglichkeit zeigen, wie man das Problem auf einem Rechenblatt programmieren kann.

Ich habe folgendes Programmiert:

 

A

B

1

Eingabeparameter

2

Kredithöhe 53000

3

Kosten  

4
5

Gründung
Monatliche
50000
1000

6

Annuitätsdarlehn  

7
8
9

Zinsen
Tilgung
Monatliche Raten
9
1
=B2*(B7+B8)/1200

10

Giro-Konto  

11
12
13
14

Guthabenzins
Schuldenzins
Dispokredit-Grenze
Strafzins
0
=B7+6
-50000
=B12+4

15

Kapitalanlage  

16

Zinsen 4

17

Einnahmen  

18
19
20
21
22
23
24

Startwert
Vorlauf
Aufbau
Abnahme
Varianz
Zyklenlänge
Zyklenstart
2000
=1/12
=11/12
0,9995
0,3
5
0

25

Berechnungen

26

B18-B17 =B20-B19

Die Spalten C bis F:

 

C

D

E

F

1

Jahr Faktor
Abnahme
Ausgaben Einnahmen

2

3

0 1 50000 =WENN(C3>B$20;B$18*D3*(1+B$22
*SIN(B$24+C3*B$23/6,28));
WENN(C3>B$19;B$18*D3*(1+B$22
*SIN(B$24+C3*B$23/6,28))
*(C3-B$19)/B$26;0))

4

=C3+1/12 =D3*B$21 1000

5

 

Die Spalten G bis J:

 

G

H

I

J

1

Überschußgewinne

Annuitätsdarlehn

2

monatlich Seit Beginn Kredit Zinsen

3

=F3-E3

=G3 =-B2 0

4

=G4+H3 =WENN(I3+B$9+J4<0;I3+B$9+J4;0) =I3*B$7/1200

5

 

Die Spalten K und L:

 

K

L

1

Girokonto

2

Kontostand Zinsen pro Quartal

3

=F3-I3-E3 0

4

=K3+F4-E4+J4+I3-I4+L3-M3 0

5

=(K3*WENN(K3>0;B$11;WENN(K3>B$13;B$12;B$14))
+K4*WENN(K4>0;B$11;WENN(K4>B$13;B$12;B$14))
+K5*WENN(K5>0;B$11;WENN(K5>B$13;B$12;B$14)))/1200

6

  ↓(3)

Die Spalten M bis O:

 

M

N

O

1

Kontoverschiebung

Finanzreserve

2

0 0 0

3

0 =N3+M3+O4 0

4

0 0

5

0   0

6

0   0

7

0   0

8

0   0

9

0   0

10

0   0

11

0   0

12

0   0

13

=MAX(K14+L14-1000;0)
-MIN(-MIN(K14+L14;0);N14)
  =N13*B$16/100

14

↓(12)   ↓(12)

Die Spalten P bis S:

 

P

Q

R

S

1

Alle Guthaben Alle Schulden Bilanz Summe aller Zinsen

2

3

=WENN(K3>0;K3;)+N3 =I3+WENN(K3<0;K3;0) =P3+Q3 =J3+L3+O3

4

In diesen Tabellen taucht immer wieder ein Pfeil auf: „↓“. Wenn hinter dem Pfeil nichts steht, wird die Formel, die darüber steht kopiert. Der Pfeil zeigt an, in welcher Richtung die Kopien eingetragen werden. Die meisten Rechenblätter, die ich kenne, passen dann die Bezugswerte an, wenn nicht vor der Zahl der Adresse ein „$“-Zeichen steht. Hinter einigen Pfeilen steht ein Wert in Klammern. Beim Girokonto werden die Zinsen alle 3 Monate berechnet. Deshalb müssen die Werte in 3er-Gruppen kopiert werden. Bei der Kontoverschiebung und den jährlichen Zinsen der Finanzreserve findet die Berechnung jährlich statt. Deshalb müssen die Werte in 12er-Gruppen kopiert werden.

Einige Berechnungen

Wie entwickelt sich unter diesen Bedingungen ein Unternehmen in 100 Jahren? Natürlich weiß niemand, wie sich die Gewinne der Unternehmen im Laufe der Zeit entwickeln. Deshalb habe ich die Berechnung für verschiedene Startwerte (B18) und verschiedene Varianzen (B22) durchgeführt. Das Vermögen des Unternehmens wurde nach 100 Jahren (=N1203+K1203+I1203) ermittelt.

Tabelle 1: Betriebsvermögen 100 Jahre nach Unternehmensgründung

Startwert

Varianz 0,3

Varianz 0 Varianz -0,3

2000
1700

6830887
2920054

6424373
2604694

5957027
1978262

1650
1648
1647,1
1647
1646
1640
1630

 

 

784484
468076
99170
-31795172
-1868848241
-25577892484
-61765706514

1600
1560

1602326
1073378

1314102
583317

 

1558
1557,2
1557,1
1557

 

331822
33293
-47522919
-161981200

 

1550
1540

940442
783783

-23605307335
-64495417417

 

1530
1520
1519
1518,9
1518,8
1518
1510
1500

600980
169687
27377
-717
-316357
-329984904
-10350261677
-29521035286

 

 

Warum zeige ich Ihnen die Zahlen, aber keine Graphik? Für die Unternehmensgründung wurden 50.000 gebraucht. Ein Unternehmen, das zu einem Vermögen führt, trägt nichts zum Geldentstehungsprozeß bei, sondern verbraucht Geld. Ein Unternehmen, welches den zulässigen Rahmen des Giro-Kontos – -50.000 – überschreitet, riskiert die Insolvenz. Nach 100 Jahren gäbe es nur eine Situation, in der das Unternehmen noch zum Geldentstehungsprozeß beiträgt, ohne daß es Insolvenz anmelden muß. Beim Startwert von 1518,9 und der Varianz von 0,3. Die Varianz -0,3 ist dieselbe Varianz wie 0,3, nur daß die konjunkturellen Aufschwungphasen und Abschwungphasen vertauscht sind. Bei einem Startwert von 1630 mit Varianz von -0,3 ist die Ausgangssituation am Anfang so schlecht, daß sich in 100 Jahren mehr als die 1,2-Millionen fache Kreditmenge für die Unternehmensgründung angesammelt hat, während bei einem Startwert von 1600 und einer Varianz von 0,3 mehr als die 32-fache Kreditmenge für die Unternehmensgründung aus dem Geldkreislauf entfernt wird.

Diese Ergebnisse zeigen, daß die Unternehmen entweder zu riesigen Reichtümern oder zu absoluter Armut führen. Die Grenze dazwischen ist unheimlich klein. Die äußeren Parameter, auf die niemand Einfluß hat, können so große Veränderungen erzeugen, daß es unmöglich wird, präzise Steuerungen durchzuführen.

Damit Sie sich vorstellen können, wie sich das Betriebsvermögen entwickeln kann, habe ich ein paar Beispiele in 2 Graphiken graphisch dargestellt:

Wenn in einer Computersimulation bei verschiedenen Parametern die Einnahmen so sind wie in der oberen Graphik, dann entwickelt sich das Betriebsvermögen wie in der unteren Graphik.

Wenn in der Graphik für die Einnahmen der Wert von 1000 unterschritten wird, dann sind die Kosten höher als die Einnahmen. In 3 Fällen macht das nichts aus. Da ist das Betriebskapital bereits so stark angewachsen, daß die Zinseinnahmen höher als die Verluste werden. In 3 Fällen halten die Unternehmen nicht einmal 70 Jahre durch. Bei den anderen 3 Fällen reichen die Zinseinnahmen nicht aus, um die Verluste auszugleichen. In diesem Fall kann man das Unternehmen aufgeben, bevor man in den Ruin getrieben wird. Der Zeitpunkt liegt, je nach Kurve, zwischen 75 und 95 Jahren.

Dies sind nur die Eigenschaften für eine einzige Unternehmensgründung. Und sie ist auch noch total unrealistisch. Woran liegt das? Weil ich die Zukunft nicht vorhersehen kann, mußte ich eine Formel für die Einnahmen erfinden. Wenn Sie sich die Dunkelrote und die Hellrote Linie bei den Betriebsvermögen betrachten, dann gehen die Ergebnisse sehr weit auseinander. Wenn Sie sich die Kurve bei den Einnahmen betrachten, dann sehen Sie nur eine Hellrote Kurve, weil die Unterschiede zwischen den Werten in der Graphik nicht mehr dargestellt werden kann. So kleine Unterschiede können nach 80 Jahren darüber entscheiden, ob jemand Bettler oder Millionär wird.

Wenn durch die Unternehmen Reichtum entsteht, dann wird das Geld aus dem Geldkreislauf entfernt. Das hat einen Einfluß auf die Einnahmen aller Unternehmen. Die alle zu unterschiedlichen Zeiten gegründet wurden. Wie stark dieser Einfluß ist, hängt von der Branche ab. Es gibt lebenswichtige Produkte, es gibt Luxus-Produkte. Auf das Auto kann ich verzichten. Verhungern ist ein Problem.

Auf der anderen Seite gibt es ein Gegengewicht, wenn die Unternehmer immer größere Schulden machen müssen. In dem Fall entsteht wieder neues Geld für den Geldkreislauf. Auch das beeinflußt die Einnahmen aller Unternehmen. Dadurch könnten sich einige Unternehmen wieder erholen. Wenn die Schulden zu groß werden, dann verweigern die Banken die Kredite. Es kommt zur Insolvenz. Das Unternehmen wird verkauft. Häufig kommt der Unternehmer dann auch noch wegen Insolvenzverschleppung ins Gefängnis.

Das Verfahren der Banken sorgt dann dafür, daß es kein Gegengewicht zu den erfolgreichen Unternehmen gibt, die immer mehr Geld aus dem Geldkreislauf entziehen.

Alle diese Eigenschaften müssen bei Rückkopplungseffekten berücksichtigt werden. Das funktioniert nicht. Da können Sie herumprobieren, wie Sie wollen. Deshalb habe ich Ihnen auch eine Gebrauchsanweisung gegeben, wie man das selber in einem Rechenblatt berechnen kann.

Die Entwicklung von Unternehmen ist viel zu komplex und unvorhersehbar um zuverlässige Computersimulationen durchführen zu können. An dieser Stelle kommen die Computersimulationen an ihre Grenzen. Wenn man diese Grenze überschreitet, dann wird man zu einem Propheten, der die Zukunft auch aus einem Kaffeesatz ablesen könnte. Dann ist man aber kein seriöser Wissenschaftler mehr.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Computersimulationen 3: Bevölkerungsentwicklung

Categories: Computersimulation, Geld
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Published on: 19. November 2011

In „Computersimulationen 1: Häuserbau“ habe ich Ihnen gezeigt, wie die Manipulation der Zinsen und der Tilgung die Gleichgewichtszustände im Geldentstehungsprozeß beim Häuserbau beeinflussen können. Um das sichtbar machen zu können, habe ich bei der allgemeinen Formel die Inflation und die Bevölkerungsentwicklung ausgeblendet.

In „Computersimulationen 2: Inflation“ habe ich ihnen gezeigt, wie die Inflation die Gleichgewichtszustände im Geldentstehungsprozeß beim Häuserbau beeinflußt. Es müssen dabei 4 verschieden Inflationsarten beachtet werden. Weil die Inflation nur das Wirtschaftssystem beeinflußt, aber nicht den Kapitalmarkt, gab es sowohl positive als auch negative Effekte.

Die Beweise der Formeln für die Computersimulationen finden Sie auf der Seite Ergänzungen. In Kapitel 7 habe ich die Ergebnisse meiner allgemeinen Berechnungen dann nochmal zusammengefaßt, damit man die verwendeten Formeln leichter wiederfinden kann.

Mathematische Begriffe, die nicht allgemein bekannt sind werden in Kapitel 1 erläutert.

Wenn man die Wirkungen der Bevölkerung beachten will, dann muß man wie bei der Inflation zwischen 2 Geldmengendefinitionen unterscheiden. Die Geldmenge im Geldwert und die Geldmenge pro Kopf der Bevölkerung. Die Geldmenge im Geldwert ist die exakte Geldmenge. Die Geldmenge pro Kopf der Bevölkerung liefert die Geldmenge relativ zur Bevölkerungsgröße.

Wenn man Inflation und Bevölkerungsgröße betrachten will, dann braucht man die Geldmenge im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung.

Die Formel 1 liefert die Gesamtgeldmenge, die durch den Häuserbau entsteht, im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung:

\[\begin{matrix} G_{n}=\sum\limits_{Alle KF, Prd} & BR(KF,Prd)_{0}*\prod\limits_{j=1}^{n}\frac{g(IK(Prd)_{m}(j),BK(KF,Prd)_{m}(j))}{g(I_{m}(j),B_{m}(j))}  \\  & *\sum\limits_{i=0}^{min(n-n_{0}(KF).n_{e}(KF))}\frac{KGF(Person,KF,Prd)(n-i)*K(KF)_{i}}{\prod\limits_{j=n-i+1}^{n}g(IK(Prd)_{m}(j),BK(KF,Prd)_{m}(j))}\end{matrix}\] 

Definition 1:

KF:

Abkürzung für Kreditform.

Prd:

Abkürzung für Produkt.

n0(KF):

Der Monat an dem das erste mal ein Kredit der Kreditform KF vergeben wurde.

ne(KF):

Der letzte Monat an dem der Kreditnehmer für diese Kreditform noch Restschulden hat. ne(KF)+1 ist dann die Laufzeit des Kredits für diese Kreditform.

K(KF)n:

Der relative Anteil der Kreditmenge nach n Monaten für die Kreditform KF.

KGF(…)(m):

KGF = Kreditgewährungsfaktor. Der ist natürlich abhängig von der Kreditform und dem Produkt. Nicht jeder Mensch bekommt einen Kredit. Die erlaubte Kredithöhe hängt von persönlichen Daten ab. Natürlich hängt der Kreditgewährungsfaktor vom Zeitpunkt der Kreditaufnahme ab.

Im(n):

Monatliche Inflation in % im Monat n. Die Preise verändern sich von Anfang Monat n bis Anfang Monat  n+1.

IK(Prd)m(n):

Die monatliche Inflation in % für das Produkt, für das ein Kredit aufgenommen wird, im Monat n.

Bm(n):

Monatliche Bevölkerungsentwicklung in % im Monat n. Die Bevölkerung verändert sich von Anfang Monat n bis Anfang Monat n+1.

BK(KF,Prd)m(n):

Die monatliche Bevölkerungsentwicklung in % für die Kreditnehmer, die einen Kredit mit dieser Kreditform für ein bestimmtes Produkt im Monat n aufgenommen haben.

BR(KF,Prd)m:

Relative Anteil der gesamten Bevölkerung, der im Monat m einen Kredit für ein bestimmtes Produkt mit dieser Kreditform aufnimmt.

Eine Abkürzung:

\[g(x1,x2_{m},x3)=\sqrt[12]{\left(1+\frac{x1}{100}\right)*\left(1+\frac{x3}{100}\right)}*\left(1+\frac{x2_{m}}{100}\right)\] 

g kann beliebig viele Variablen in der Klammer haben. Alle Variablen, die nicht mit m gekennzeichnet sind, kommen bei der Berechnung unter die 12. Wurzel und die Variablen mit m kommen nicht unter die Wurzel! Das m kennzeichnet, daß es sich um einen monatlich berechneten Wert handelt. Alles andere sind jährlich berechnete Werte.

Der Unterschied zwischen Inflation und Bevölkerungsentwicklung

Wenn man sich die Formel genau ansieht, dann taucht Im und Bm an der gleichen Stelle und auf die gleiche Art in der Formel auf. Dasselbe gilt für IK(Prd)m und BK(KF,Prd)m. Das heißt, die Bevölkerungsentwicklung hat – mathematisch betrachtet – die gleichen Wirkungen wie die Inflation. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Inflation und Bevölkerungsentwicklung:

Die Inflation kann prinzipiell jedes Jahr beliebig geändert werden. Deshalb sind sehr hohe und sehr geringe Inflationsraten realistisch. So etwas kann man sehr deutlich auf dem Aktienmarkt beobachten, bei dem die Preise für Aktien in relativ kurzer Zeit sehr stark anwachsen, aber auch sehr stark absinken können.

Bei der Bevölkerungsentwicklung ist das anders. Kredite für den Häuserbau können nicht an Kinder vergeben werden. Sie werden im Normalfall erst dann vergeben, wenn eine Selbstbeteiligung angespart wurde. Außerdem werden Kredite nur an Leute vergeben, bei denen erwartet wird, daß sie in der Lage sind, ihren Kredit vor Eintritt ins Rentenalter zurückzuzahlen. Dies schränkt den Altersbereich sehr stark ein, in dem ein Kredit aufgenommen werden kann.

Der Anteil der Bevölkerung in einem bestimmten Altersbereich kann sich nicht beliebig verändern. Die Veränderung hängt von der Geburtenrate und von Zuwanderung ab. Zuwanderung kann leicht in die Theorie integriert werden, in dem man so tut, als ob plötzlich neue Menschen auftauchen, für die ein Neustart des Systems durchgeführt wird. Die kann man zum Beispiel bei der Wiedervereinigung anwenden, bei der sich die Bevölkerungsgröße plötzlich um ca. 30% erhöht hatte. Da die Menschen vorher in einem Wirtschaftssystem gelebt haben, das anders funkioniert, gab es keine Kredite aus der Vergangenheit.

Viel problematischer ist der Einfluß auf den Geldentstehungsprozeß durch die Geburtenrate der Menschen. Wie viele Kinder sind realistisch? Welches Bevölkerungswachstum oder welcher Bevölkerungsschwund im Gleichgewichtszustand sind realistisch? Was passiert, wenn sich das Verhalten der Menschen ändert, so daß sich die Geburtenrate erhöht oder verringert? Was passiert, wenn die Kinder früher oder später zur Welt gebracht werden? Das kann zum Beispiel durch längere Bildungswege entstehen, so daß viele Ehen später geschlossen werden und dadurch das erste Kind in einem höheren Alter zur Welt gebracht wird. In diesem Artikel widme ich mich diesen Fragen.

Rückkopplungseffekt

Meine Ausgangsbasis für die Computersimulation sieht so aus:

Ich habe mir eine Sterbetafel gesucht, die folgendes Ergebnis brachte: Von je 100000 geborenen werden x Menschen n Jahre alt. Die Sterbetafel wird für männliche und weibliche Personen aufgestellt. Es ist zu berücksichtigen, daß 6% mehr Jungen als Mädchen geboren werden. Die Kombination aus Jungen und Mädchen zusammen habe ich in der Tabelle auf ganze Zahlen gerundet. Für die Computersimulation habe ich die exakten Werte genommen, da die Bevölkerung wesentlich größer als 100000 sein kann. Das Ergebnis der Sterbetafel sieht so aus:

Tabelle 1: Sterbetafel

A

0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

M
W

100000
100000
100000

99075
99298
99183

99005
99241
99120

98956
99201
99075

98921
99174
99044

98891
99153
99018

98862
99136
98995

98835
99119
98973

98809
99103
98952

98786
99088
98933

A

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

M
W

98764
99073
98914

98744
99058
98896

98724
99044
98879

98704
99029
98862

98681
99013
98842

98652
98995
98819

98612
98974
98788

98557
98947
98746

98483
98916
98693

98389
98881
98628

A

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

M
W

98284
98834
98551

98175
98806
98481

98068
98768
98408

97964
98731
98336

97862
98694
98266

97763
98657
98197

97664
98619
98128

97567
98579
98058

97468
98538
97987

97367
98493
97914

A

30

31

32

33

34

35

36

37

38

39

M
W

97262
98446
97837

97153
98395
97756

97039
98340
97671

96920
98280
97580

96794
98216
97484

96661
98146
97382

96519
98071
97272

96367
97988
97154

96203
97896
97025

96026
97796
96885

A

40

41

42

43

44

45

46

47

48

49

M
W

95834
97685
96733

95624
97564
96566

95394
97431
96383

95141
97286
96182

94863
97127
95962

94555
96954
95720

94216
96766
95454

93841
96562
95162

93428
96341
94842

92973
96102
94492

A

50

51

52

53

54

55

56

57

58

59

M
W

92471
95842
94107

91917
95559
93685

91305
95252
93221

90630
94918
92712

89887
94553
92152

89071
94156
91539

88177
93723
90869

87204
93252
90140

86146
92738
89346

85002
92179
88486

A

60

61

62

63

64

65

66

67

68

69

M
W

83767
91569
87554

82439
90903
86548

81014
90178
85463

79486
89387
84292

77851
88526
83033

76106
87587
81679

74245
86565
80226

72262
85451
78664

70150
84236
76988

67901
82909
75186

A

70

71

72

73

74

75

76

77

78

79

M
W

65508
81459
73251

62966
79869
71171

60270
78124
68937

57419
76206
66539

54417
74096
63970

51273
71775
61225

48000
69230
58306

44620
66447
55216

41157
63419
51964

37645
60148
48569

A

80

81

82

83

84

85

86

87

88

89

M
W

34119
56640
45052

30618
52912
41440

27183
48992
37770

23856
44916
34079

20678
40734
30414

17687
36501
26820

14914
32282
23345

12385
28146
20036

10119
24160
16935

8126
20393
14081

A

90

91

92

93

94

95

96

97

98

99

M
W

6406
16903
11502

4952
13738
9217

3750
10935
7238

2778
8511
5561

2011
6468
4175

1421
4792
3057

979
3457
2182

656
2425
1515

428
1651
1022

271
1090
669

A

100

101

 

M
W

167
697
424

100
431
261

 

A: Alter
M: Anzahl männlicher Kinder
W: Anzahl weiblicher Kinder
∑: Gewichteter Durchschnitt
In der Sterbetafel wird angenommen, daß 100.000 Menschen geboren werden und es wird berechnet, wieviele davon das Alter A erreichen.

Bei einer solchen Sterbetafel fanden die Geburten für jedes Alter in einem anderen Jahr statt und da die Bevölkerung in den einzelnen Jahren unterschiedlich groß war, ist auch die Geburtenrate unterschiedlich groß. Man kann deshalb für die Bevölkerungsgröße nicht einfach alle Zahlen addieren, sondern muß zwischen den einzelnen Jahren die Entwicklung der Bevölkerungsgröße berücksichtigen. Die Bevölkerungsgröße berechnet sich daher wie folgt:

\[\begin{matrix}B=B_{0}*\sum\limits_{i=0}^{101}\frac{B(i)}{\left(1+\frac{E}{100}\right)^{i}}=B_{0}*\widehat{B}_{0,101}, & \widehat{B}_{a,b}\sum\limits_{i=a}^{b}\frac{B(i)}{\left(1+\frac{E}{100}\right)^{i}}\end{matrix}\] 

Begriffserklärungen:

B Bevölkerungsgröße
B0 Proportionalitätsfaktor
B(i) Bevölkerungsgröße der Menschen im Alter i aus der Sterbetafel.
 \[\widehat{B}_{a,b}\] Dies ist eine Abkürzung um die Formeln übersichtlicher zu gestalten und kennzeichnet die Bevölkerungsgröße im Altersbereich von Alter a bis Alter b.
E Prozentuale konstante jährliche Veränderung der Bevölkerungsentwicklung.

In meiner Computersimulation habe ich folgende Ausgangsbedingung verwendet:

Für die Eltern habe ich für die Geburt ihrer Kinder den Altersbereich von 20–30 Jahren genommen. Da ich berücksichtigen muß, daß die Bevölkerungsentwicklung gleich bleibt, muß folgende Regel gelten:

\[\begin{matrix}B_{0}*\left(1+\frac{E}{100}\right)=\frac{P}{100}*\widehat{B}_{20,30} & \Rightarrow & P=\frac{100*B_{0}*\left(1+\frac{E}{100}\right)}{\widehat{B}_{20,30}}\end{matrix}\] 

Mit diesem Trick habe ich einen Rückkopplungseffekt geschaffen auf den man bei den Berechnungen der Bevölkerungsentwicklung nicht verzichten darf.

Der berechnete Wert P ist der prozentuale Anteil der Menschen im Altersbereich von 20–30 Jahren der im nächsten Jahr ein Kind zur Welt bringt. Natürlich darf P den Wert von 50 nicht überschreiten, denn es werden immer 2 Elternteile gebraucht. Nur die Mutter kann schwanger werden. Es gibt zwar auch Zwillinge und Drillinge, aber die sind sehr selten. Die verrechne ich mit den Frauen, die während der Schwangerschaft sterben.

Jetzt erst bekomme ich eine Bevölkerungsentwicklung im Gleichgewichtszustand und kann eine Computersimulation durchführen.

Jetzt muß ich noch wissen: In welchem Alter sollen sich die Kreditnehmer befinden? Ich habe in meiner Computersimulation einen Altersbereich von 25–35 Jahren für den Zeitpunkt der Kreditaufnahme gewählt. Dadurch haben die Leute eine gewisse Zeit, die Selbstbeteiligung anzusparen. Außerdem beginnt das Rentenalter an der Höchstgrenze erst nach 30 Jahren. Jetzt kann der relative Anteil der Bevölkerung berechnet werden, die einen Kredit aufnimmt:

\[\begin{matrix}B_{K}=B_{0}*B_{R}*\widehat{B}_{25,35} & \Rightarrow & R=100*\frac{B_{K}}{B}=B_{R}*100*\frac{\widehat{B}_{25,35}}{\widehat{B}_{0,101}}\end{matrix}\]

Begriffserklärungen:

BK Bevölkerung, die jährlich einen Kredit aufnimmt.
BR Relative Anteil der Bevölkerung im Altersbereich, in dem ein Kredit aufgenommen wird.
R Relative Anteil der Bevölkerung, die einen Kredit aufnimmt.

Alle relativen Anteile werden in % berechnet.

Konstante Bevölkerungsentwicklung

Weil ich unabhängig vom Alter den gleichen Anteil der Bevölkerung nehme, die einen Kredit im entsprechenden Altersbereich aufnimmt, brauche ich BR gar nicht und kann es 1 setzen. Ich kann das mit der Größe der Kreditaufnahme verrechnen. Anhand der Sterbetafel und verschiedener Bevölkerungsentwicklungen habe ich jetzt folgende Sachen berechnet:

R Relativer Anteil der Bevölkerung, der einen Kredit aufnimmt.
P Relativer Anteil der Menschen im geburtsfähigen Alter, die ein Kind bekommen müssen. Der Wert 50 darf nicht überschritten werden.
I Ich tue so, als ob bei einer konstanten Bevölkerung eine Inflationsrate von E vorhanden ist. Dort berechne ich die prozentuale Veränderung der Geldmenge im Warenwert bei 7% Zinsen und 1% Tilgung im Gleichgewichtszustand relativ zu Inflation =0. (Formeln siehe „Computersimulationen 2: Inflation“)
B =R*I liefert bis auf einen konstanten Multiplikationsfaktor die Geldmenge im Gleichgewichtszustand pro Kopf der Bevölkerung.
% Zur besseren Übersicht habe ich in dieser Zeile die Ergebnisse aus Zeile B relativ zum maximalen Ergebnis dargestellt.

Tabelle 2:       Geldentstehung für Gleichgewichtszustände bei monatlich gleicher Kreditaufnahme und verschiedenen konstanten Bevölkerungsentwicklungen

E

-10

-9

-8

-7

-6

-5,5

-5

-4,5

-4

R
P
I
Z
%

0,474
0,57
169,94
80,6
5,573

0,786
0,76
159,83
125,6
8,689

1,270
1,02
150,62
191,3
13,231

1,994
1,37
142,22
283,6
19,615

3,030
1,82
134,55
407,7
28,204

3,685
2,09
130,96
482,6
33,385

4,437
2,41
127,52
565,9
39,143

5,286
2,77
124,23
656,7
45,427

6,226
3,18
121,07
753,8
52,144

E

-3,5

-3

-2,5

-2

-1,5

-1

-0,5

0

0,5

R
P
I
Z
%

7,244
3,64
118,04
855,1
59,155

8,321
4,18
115,14
958,1
66,277

9,429
4,78
112,36
1059,4
73,288

10,535
5,46
109,68
1155,6
79,938

11,602
6,24
107,12
1242,8
85,971

12,590
7,13
104,65
1317,5
91,142

13,462
8,13
102,28
1376,9
95,246

14,186
9,26
100,00
1418,6
98,132

14,739
10,54
97,80
1441,5
99,718

E

1

1,5

2

2,5

3

3,5

4

4,5

5

R
P
I
Z
%

15,107
11,98
95,69
1445,6
100,000

15,286
13,62
93,65
1431,7
99,038

15,284
15,46
91,69
1401,6
96,956

15,115
17,54
89,81
1357,5
93,906

14,797
19,87
87,99
1302,0
90,066

14,355
22,51
86,23
1237,9
85,632

13,814
25,46
84,54
1167,8
80,783

13,196
28,79
82,90
1094,0
75,678

12,524
32,52
81,32
1018,6
70,462

E

5,5

6

7

8

9

10

 

R
P
I
Z
%

11,820
36,70
79,80
943,2
65,246

11,099
41,39
78,32
869,3
60,134

9,662
52,53
75,52
729,7
50,477

8,296
66,45
72,90
604,9
41,844

7,049
83,82
70,45
496,6
34,353

5,941
105,41
68,15
404,9
28,009

 

Für diese Zins- und Tilgungssätze und eine Inflation von 0 und dieser Altersverteilung der Kreditnehmer erhält man die höchste Geldmenge im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung bei einem jährlichen Bevölkerungswachstum von 1%. Das ist das Ergebnis dieser Berechnung. Je weiter die realen Werte der Bevölkerungsentwicklung davon abweichen, desto geringer ist die Geldmenge pro Kopf der Bevölkerung. Dies gilt natürlich nur für meine Simulation. Um die optimale Bevölkerungsentwicklung berechnen zu können, müßte erst bekannt sein, in welchem Altersbereich die Kredite für ein Haus aufgenommen werden! Das ist bisher aber völlig unbekannt.

Welche Bevölkerungsentwicklung ist realistisch? Bei E=7 ist P>50. Also sind die Fälle für E=7, E=8, E=9 oder E=10 unrealistisch. Zumindestens für meine Ausgangssituation. Bei einem anderen Altersbereich, in dem die Leute Kinder kriegen, sähe die Situation anders aus. Würde ich zum Beispiel den Altersbereich von 15 – 30 Jahre verwenden, dann würde man bei E=10 einen Wert von 54,21 herausbekommen. Das ist schon sehr nah an 50%. Also sind alle Werte der Tabelle zumindestens in den Ländern realistisch, in denen die Menschen schon in sehr jungen Jahren Kinder zur Welt bringen.

Veränderung des Zeitpunkts der Familiengründung und der Anzahl der Kinder

Interessant ist auch was passiert, wenn sich die Entwicklung der Bevölkerung verändert. Ich möchte verschiedene Veränderungen in der Bevölkerungsentwicklung untersuchen:

Sanfte Veränderung der durchschnittlichen Kinderzahl     
In einem Zeitraum von 50 Jahren wird die durchschnittliche Kinderzahl jährlich mit einem Faktor multipliziert der nahe bei 1 liegt.

Starke Veränderung der durchschnittlichen Kinderzahl     
In einem Zeitraum von 10 Jahren wird die durchschnittliche Kinderzahl jährlich mit einem Faktor multipliziert, der nicht nahe bei 1 liegt.

Plötzliche Veränderung der durchschnittlichen Kinderzahl
Die durchschnittliche Kinderzahl wird plötzlich verändert. Dies ist eine sehr realistische Möglichkeit, denn als die Pille erfunden wurde, hat es schonmal eine solche Veränderung gegeben.

Verschiebung des Durchschnittsalters der Mutter bei der Geburt  
Ein Teil der Mütter verschiebt ihren Kinderwunsch um 10 Jahre in die Zukunft.

Die Veränderungen 1 bis 3 sind aufeinander abgestimmt worden (in der Tabelle 3 wurden die Zahlen wegen der besseren Übersicht gerundet). Die Werte wurden nicht zufällig gewählt. Vor einigen Jahren gab es in den Nachrichten eine Erklärung, wie sich die Geburtenrate in Deutschland innerhalb von 40 Jahren verändert hat. Außerdem wurde erwähnt, daß sich das Alter der Mutter für das 1. Kind in einer ähnlichen Größenordnung verändert hat. Ich weiß allerdings nicht mehr die genauen Zahlen.

Tabelle 3: Veränderungen der durchschnittlichen Kinderzahl für meine Computersimulation

Veränderung Faktoren
Sanft (jährlich)
Nach 50 Jahren

0,996
0,697

0,997
0,763

0,998
0,835

0,999
0,913

1,001
1,094

1,002
1,197

1,003
1,309

1,004
1,432

Stark (jährlich)
Nach 10 Jahren

0,972
0,697

0,978
0,763

0,984
0,835

0,992
0,913

1,008
1,094

1,017
1,197

1,028
1,309

1,039
1,432

Plötzlich

0,697

0,763

0,835

0,913

1,094

1,197

1,309

1,432

Veränderung in %

–30,3

–23,7

–16,5

–8,6

+9,4

+19,7

+30,9

+42,2

Für alle 4 Fälle werden 2 Graphiken berechnet:

Die erste Graphik gibt die Kreditnehmer relativ zur Bevölkerungsgröße in % von 0,145854742 an. Dies waren die Kreditnehmer relativ zur Bevölkerungsgröße vor der Veränderung.

Die zweite Graphik gibt die absolute Veränderung der Kreditnehmer in % pro Jahr an.

Fall 1: Sanfte Veränderung der durchschnittlichen Kinderzahl

Wie sich der relative Anteil der Bevölkerung verändert, der einen Kredit für den Häuserbau aufnimmt, wenn sich der Kinderwunsch allmählich verändert.

Fall 2: Starke Veränderung der durchschnittlichen Kinderzahl

Wie sich der relative Anteil der Bevölkerung verändert, der einen Kredit für den Häuserbau aufnimmt, wenn sich der Kinderwunsch in kurzer Zeit verändert.

Fall 3: Plötzliche Veränderung der durchschnittlichen Kinderzahl

Wie sich der relative Anteil der Bevölkerung verändert, der einen Kredit für den Häuserbau aufnimmt, wenn sich der Kinderwunsch plötzlich verändert.

Fall 4: Verschiebung des durchschnittlichen Alters der Mütter bei der Geburt

Wie sich der relative Anteil der Bevölkerung verändert, der einen Kredit für den Häuserbau aufnimmt, wenn wenn ein gewisser Anteil der Bevölkerung die Kinder 10 Jahre später zur Welt bringen.

Graphik 1, 3, 5, 7: Kreditnehmer relativ zur Bevölkerungsgröße          
In den Fällen 1 bis 3 gibt es in den ersten 25 Jahren ein paradoxes Verhalten. Wenn weniger Kinder zur Welt kommen, dann erhöhen sich die Anzahl der Kreditnehmer relativ zur Bevölkerungsgröße. Danach fehlen aber die Kreditnehmer für den Häuserbau. Erst dann geht die Entwicklung in Richtung des entgültigen Gleichgewichtszustands. Je stärker die Veränderung ist, desto größer sind die Schwankungen im System und es kann ein paar Jahrhunderte dauern, bis ein Gleichgewichtszustand eintritt. Im Fall 4 wird das System sehr unregelmäßig in Schwingung versetzt und nach ca. 150 Jahren tritt ein Gleichgewichtszustand in der gleichen Höhe ein wie vorher. Zwischen den Gleichgewichtszuständen kann sich die Kreditaufnahme relativ stark ändern – bis zu +13% bzw. –40%.

Graphik 2, 4, 6, 8: Absolute Veränderung der Kreditnehmer    
Erst wenn die nicht geborenen Kinder beziehungsweise die zusätzlich geborenen Kinder alt genug geworden sind um einen Kredit aufnehmen zu können, ändert sich die Anzahl der Kreditnehmer. Weil sich die Bevölkerungsgröße und die Anzahl der Kreditnehmer zu unterschiedlichen Zeiten und nach unterschiedlichen Regeln verändern kommt es zu den merkwürdigen Effekten, die in den Graphiken 1, 3, 5 und 7 zu finden sind.

In Deutschland wurde schon vor vielen Jahren vorgerechnet, warum die staatliche Rente nicht mehr funktioniert. Dabei hat man nur darauf geachtet, wie viele Menschen der arbeitenden Bevölkerung einen Rentner ernähren müssen. Wenn die Rentner im Verhältnis zu den jungen Menschen immer mehr werden, dann wird auch die Geldmenge, die durch den Häuserbau entsteht, immer kleiner. Das in die Berechnungen mit einzubeziehen, daran hat bisher noch niemand gedacht.

Die Graphiken zeigen aber noch mehr. Das Kreditgeschäft ist nicht dazu in der Lage, daß sich die Gesamtgeldmenge der Bevölkerungsentwicklung anpaßt. Das liegt hauptsächlich daran, daß nur ein sehr kleiner Altersbereich an der Kreditaufnahme der Großkredite beteiligt ist.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Computersimulationen 2: Inflation

Categories: Computersimulation, Geld
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Published on: 12. November 2011

In „Computersimulationen 1: Häuserbau“ habe ich Ihnen gezeigt, wie die Manipulation der Zinsen und der Tilgung die Gleichgewichtszustände im Geldentstehungsprozeß beim Häuserbau beeinflussen können. Um das sichtbar machen zu können, habe ich bei der allgemeinen Formel die Inflation und die Bevölkerungsentwicklung ausgeblendet. Die Beweise der Formeln für die Computersimulationen finden Sie auf der Seite Ergänzungen. In Kapitel 7 habe ich die Ergebnisse meiner allgemeinen Berechnungen dann nochmal zusammengefaßt, damit man die verwendeten Formeln leichter wiederfinden kann. Für den heutigen Artikel werde ich allerdings auch die Formeln aus den Kapiteln 4 und 6 verwenden.

Mathematische Begriffe, die nicht allgemein bekannt sind werden in Kapitel 1 erläutert.

Die Ausgangsbasis

Wenn man die Wirkungen der Inflation beachten will, dann muß man zwischen 2 Geldmengendefinitionen unterscheiden. Die Geldmenge im Geldwert und die Geldmenge im Warenwert. Die Geldmenge im Geldwert ist die exakte Geldmenge. Die Geldmenge im Warenwert liefert die Geldmenge relativ zu den aktuellen Preisen der Produkte.

Heute werde ich in Formel 1 nur die Veränderung der Bevölkerung =0 setzen. Dann erhalte ich die Gesamtgeldmenge die durch den Häuserbau entsteht im Warenwert:

\[\begin{matrix} G_{n}=\sum\limits_{Alle KF, Prd} & BR(KF,Prd)*\prod\limits_{j=1}^{n}\frac{g(IK(Prd)_{m}(j))}{g(I_{m}(j))}  \\  & *\sum\limits_{i=0}^{min(n-n_{0}(KF).n_{e}(KF))}\frac{KGF(Person,KF,Prd)(n-i)*K(KF)_{i}}{\prod\limits_{j=n-i+1}^{n}g(IK(Prd)_{m}(j))}\end{matrix}\]

Definition 1:
KF: Abkürzung für Kreditform.
Prd: Abkürzung für Produkt.
n0(KF): Der Monat an dem das erste Mal ein Kredit der Kreditform KF vergeben wurde.
ne(KF): Der letzte Monat an dem der Kreditnehmer für diese Kreditform noch Restschulden hat. ne(KF)+1 ist dann die Laufzeit des Kredits für diese Kreditform.
K(KF)n: Der relative Anteil der Kreditmenge nach n Monaten für die Kreditform KF.
KGF(…)(m): KGF = Kreditgewährungsfaktor. Der ist natürlich abhängig von der Kreditform und dem Produkt. Nicht jeder Mensch bekommt einen Kredit. Die erlaubte Kredithöhe hängt von persönlichen Daten ab. Natürlich hängt der Kreditgewährungsfaktor vom Zeitpunkt der Kreditaufnahme ab.
Im(n): Monatliche Inflation in % im Monat n. Die Preise verändern sich von Anfang Monat n bis Anfang Monat  n+1.
IK(Prd)m(n): Die monatliche Inflation in % für das Produkt, für das ein Kredit aufgenommen wird im Monat n.
BR(KF,Prd): Relativer Anteil der gesamten Bevölkerung, der einen Kredit für ein bestimmtes Produkt mit dieser Kreditform aufnimmt.

Eine Abkürzung: \[g(x1,x2_{m},x3)=\sqrt[12]{\left(1+\frac{x1}{100}\right)*\left(1+\frac{x3}{100}\right)}*\left(1+\frac{x2_{m}}{100}\right)\]

g kann beliebig viele Variablen in der Klammer haben. Alle Variablen, die nicht mit m gekennzeichnet sind, kommen bei der Berechnung unter die 12. Wurzel und die Variablen mit m kommen nicht unter die Wurzel! Das m kennzeichnet, daß es sich um einen monatlich berechneten Wert handelt. Alles andere sind jährlich berechnete Werte.

In der Formel stehen 2 verschiedene Arten von Inflation. Die allgemeine Inflation und die Inflation von dem Produkt, für das ein Kredit aufgenommen wird. Diese beiden Inflationen können sehr unterschiedlich sein! Was in der Formel nicht sichtbar ist, ist, daß noch 2 andere Inflationsraten eine Rolle spielen. Sie spielen beim Kreditgewährungsfaktor, bei der Selbstbeteiligung und bei zusätzlichen Tilgungsmöglichkeiten eine Rolle. Den Menschen stehen die Nettolöhne zum Verbrauch zur Verfügung. Von diesem Geld müssen sie ihren persönlichen Warenkorb, das ist das, was sie zum Leben brauchen, bezahlen. Wer beispielsweise Kinder hat braucht Kinderkleidung, wer keine Kinder hat braucht keine Kinderkleidung. Dieser persönliche Warenkorb ist von Mensch zu Mensch verschieden. Weil die Inflation nicht für alle Produkte gleich ist, ist auch die Inflation des persönlichen Warenkorbs von Mensch zu Mensch verschieden. Auch die Nettolöhne können sich ganz anders verändern als die Inflation. Deshalb ist auch die Nettolohnentwicklung eine andere Inflationsform. Wenn man den persönlichen Warenkorb vom Nettolohn abzieht, dann muß das Geld für folgende Dinge reichen:

  1. Das Ansparen der Selbstbeteiligung für einen Großkredit, wenn man noch keinen aufgenommen hat, bzw. die Raten für den Großkredit, wenn man einen aufgenommen hat.
  2. Die Raten für alle Kleinkredite, die man aufgenommen hat.
  3. Das Geld für alle teuren, selten benötigten Produkte, die nicht über einen Kredit, sondern durch Sparen finanziert werden.

Bleibt für einige Menschen zu viel Geld für diese 3 Prozesse übrig, dann kann es sein, daß diese Menschen lieber das Geld sparen, da sie nicht mehr wissen, was sie mit diesem Geld anfangen sollen. Ihr Bedarf an Produkten ist gedeckt. Das ist dann auch der Grund, warum sie nur selten Kredite aufnehmen.

So lange der Bedarf an Produkten noch nicht gedeckt ist, gilt eine andere Regel. Je weniger Geld für die 3 Prozesse übrig bleibt, desto seltener werden Kredite aufgenommen. Das beeinflußt den Kreditgewährungsfaktor. Wie lange es dauert, bis das Geld für die Selbstbeteiligung für Großkredite angespart werden muß, kann ebenfalls von dieser Größe abhängen. Wenn die Nettolohnentwicklung nicht mit der persönlichen Inflationsrate übereinstimmt, dann ändert sich der relative Anteil des Einkommens der übrig bleibt. Ein Produkt, für das ein Kredit aufgenommen wird, verändert seinen Preis durch Inflation. Je länger man wartet um das Produkt zu kaufen, desto mehr kann sich der Preis verändern. Nimmt man einen Kredit auf, dann verändert sich die Kredithöhe, die zurückgezahlt werden muß nicht mehr. Sie bildet eine konstante Größe im Geldwert.

Einflüsse der Inflation auf den Geldentstehungsprozeß

Jeden Monat wird 1 Waschmaschine, 1 Auto und 1 Haus über einen Kredit finanziert. Die Kreditform ist ein vereinfachtes Annuitätsdarlehn ohne Selbstbeteiligung, der Zinssatz beträgt über die gesamte Laufzeit 7%.

Ich verwende dafür Formel 4C und 5:

\[\begin{matrix}K(7,T)_{n}=max\left(1-\frac{T}{7}*(f^{n}(7)-1),0\right), & n_{e}(7,T)=\left\lfloor\frac{ln\left(1+\frac{7}{T}\right)}{ln(f(7))}\right\rfloor\end{matrix}\]

Definition 2:
T: Tilgung in %.
(7,T): Man kann die einzelnen Kreditverträge zu 7 % Zinsen und unterschiedlichen Tilgungssätzen als verschiedene Kreditformen betrachten. Deshalb wird in der Formel diese Parameterliste als Ersatz für (KF) geschrieben.

Bei der Formel für ne(Z,T) findet man eine weitgehend unbekannte Klammer. Diese Klammer beschreibt eine Rundungsvorschrift. Es werden nur die Nachkommastellen abgeschnitten, so daß eine Ganze Zahl herauskommt.

Eine Abkürzung: \[f(7)=1+\frac{7}{1200}\]

Die Tilgung und die dazugehörige Laufzeit für die einzelnen Kredite sind in folgender Tabelle zu sehen:

Tabelle 1: Laufzeiten der Kredite für verschiedene Tilgungsraten

Produkt

Tilgung

Laufzeit

Waschmaschine
Auto
Haus

45 %
7 %
1 %

25 Monate = 2 Jahre 1 Monat
120 Monate = 10 Jahre
358 Monate = 29 Jahre 10 Monate

Für verschiedene konstante Inflationsraten habe ich die Geldmenge, die dadurch entsteht, als vielfaches des aktuellen Warenpreises berechnet. Die Ergebnisse stehen in folgender Tabelle:

Tabelle 2: Geldentstehung für Gleichgewichtszustände bei monatlich gleicher Kreditaufnahme und verschiedenen konstanten Inflationsraten

Produkt

 

Vielfaches des aktuellen Warenpreises bei Inflationsraten in %

-5,2353711

-4

-2

0

2,5

5

7,5418791

Waschmaschine
in%

13,722
103,715

13,601
102,801

13,412
101,371

13,230
100,000

13,014
98,363

12,808
96,805

12,608
95,297

Auto
in %

81,313
121,516

77,462
115,762

71,854
107,380

66,915
100,000

61,533
91,957

56,885
85,011

52,783
78,880

Haus
in %

474,320
200,000

395,324
166,691

301,793
127,253

237,160
100,000

182,066
76,769

144,906
61,100

118,580
50,000

Betrachtet man sich die Einflüsse der Inflation, dann wird bei einer Inflationsrate von konstant 7,5418791% die Geldmenge, die durch den Häuserkauf entsteht, bereits halbiert, während sich die Geldmenge, die durch die Kredite für Waschmaschinen entsteht, um weniger als 5% verändert. Woher kommt das? Durch Inflation werden nur die Preise der aktuell verkauften Produkte verändert. Betrachtet man das Ganze im Warenwert, dann werden die Kredite aus der Vergangenheit immer weniger wert. Je größer die Laufzeit der Kredite, desto stärker wirkt sich die Inflation auf den Geldentstehungsprozeß aus. Je größer die Inflation, desto kleiner die Gesamtgeldmenge im Warenwert.

Wenn die Nettolohnentwicklung kleiner als die persönliche Inflationsrate ist

Ich habe folgende Beziehungen entwickelt (Kapitel 4):

\[\begin{matrix}R_{max}(n)=N_{L}(n)*\left(1-\frac{P_{L}(n)}{100}\right), & P_{L}(n)=P_{L}(0)*\frac{GW_{1,n}}{\prod\limits_{i=1}^{n}g(L_{m}(i))}\end{matrix}\] 

Begriffserklärung:
NL(n): Nettolohn im Monat n.
PL(n): Relativer Anteil des Nettolohnes in %, der für die Lebensgrundlage benötigt wird.
Rmax(n): Der maximale Rest der für Sparmaßnahmen und Kredite zur Verfügung steht.
GW1,n: Wird berechnet als das Produkt der persönlichen Inflationsraten und ergibt die Preisveränderung zwischen Monat 0 und Monat n. Es ist gleichzeitig ein Umrechnungsfaktor zwischen dem System im Geldwert und dem System  im persönlichen Warenwert.
Lm(n): Monatliche Entwicklung des Nettolohns in %, gemessen zwischen Monat n–1 und Monat n.

Da sich die Nettolöhne normalerweise nur 1 Mal im Jahr verändern, ist es sinnvoll eine jährliche Entwicklung zu betrachten:

\[\begin{matrix}n<o+12*j\leq n+12\Rightarrow \\ P_{L}(n+12)=P_{L}(n)*\frac{g^{12}(I(n+12))}{g(L_{m}(o+12*j))}, \\ N_{L}(n+12)=N_{L}(n)*g(L_{m}(o+12*j)), \\ \widehat{N}_{L}(n+12)=\widehat{N}_{L}(n)*\frac{g(L_{m}(o+12*j))}{g^{12}(I(n+12))}, \\ R_{max}(n+12)=R_{max}(n)*\frac{g(L_{m}(o+12*j))-\frac{P_{L}(n)}{100}*g^{12}(I(n+12))}{1-\frac{P_{L}(n)}{100}}, \\ \widehat{R}_{max}(n+12)=\widehat{R}_{max}(n)*\frac{\frac{g(L_{m}(o+12*j))}{g^{12}(I(n+12))}-\frac{P_{L}(n)}{100}}{1-\frac{P_{L}(n)}{100}}\end{matrix}\]

Begriffserklärung:
„^“: Dieses Zeichen über einer Variablen kennzeichnet die Geldmenge im persönlichen Warenwert.
o: kennzeichnet den Monat in dem sich die Nettolöhne verändern.
I(n): Jährliche persönliche Inflationsrate in %, gemessen zwischen Monat n–12 und Monat n.

Man kann folgende Feststellungen machen:

\[\begin{matrix}I(n+12)≤L_{m}(o+12*j)\Rightarrow \\ P_{L}(n+12)≤P_{L}(n),\widehat{N}_{L}(n+12)≥\widehat{N}_{L}(n),\widehat{R}_{max}(n+12)≥\widehat{R}_{max}(n) \\ I(n+12)≥L_{m}(o+12*j)\Rightarrow \\ P_{L}(n+12)≥P_{L}(n),\widehat{N}_{L}(n+12)≤\widehat{N}_{L}(n),\widehat{R}_{max}(n+12)≤\widehat{R}_{max}(n)\end{matrix}\] 

Im System des persönlichen Warenwerts ist die Entwicklung immer gleichmäßig und die persönlichen Rahmenparameter hängen nur davon ab, ob die Inflation größer oder kleiner als die Nettolohnentwicklung ist. Ist die Inflation zu groß, dann wird der Anteil des Lohnes der übrig bleibt immer kleiner. Wird der Rmax(n+12)<0, dann reicht das Geld nicht mehr zum Leben aus. Man wird dann zu einem Sozialfall.

Die Ratenzahlungen für einen Kredit machen keine Inflationsanpassung mit, da der Kredit aus der Vergangenheit nicht nachträglich durch die Inflation angepaßt wird. Deshalb ist es sinnvoll für die Ratenzahlung die Geldmenge im Geldwert zu betrachten. Die Veränderungen hängen von PL(n) ab. Man kann deshalb eine Grenze definieren:

\[P_{Lg}=100*\frac{L_{m}(o+12*j)}{I(n+12)}\]

Es gilt dann:

\[\begin{matrix}L_{m}(o+12*j)≤0 & \Rightarrow & N_{L}(n+12)≤N_{L}(n), \\ L_{m}(o+12*j)≥0 & \Rightarrow & N_{L}(n+12)≥N_{L}(n), \\ (I(n+12)<0,P_{Lg}-P_{L}(n)≥0) & \Rightarrow & \widehat{R}_{max}(n+12)≤\widehat{R}_{max}(n), \\ (I(n+12)<0,P_{Lg}-P_{L}(n)≤0) & \Rightarrow & \widehat{R}_{max}(n+12)≥\widehat{R}_{max}(n), \\ (I(n+12)=0,L_{m}(o+12*j)≤0) & \Rightarrow & \widehat{R}_{max}(n+12)≤\widehat{R}_{max}(n), \\ (I(n+12)=0,L_{m}(o+12*j)≥0) & \Rightarrow & \widehat{R}_{max}(n+12)≥\widehat{R}_{max}(n), \\ (I(n+12)>0,P_{Lg}-P_{L}(n)≥0) & \Rightarrow & \widehat{R}_{max}(n+12)≥\widehat{R}_{max}(n), \\ (I(n+12)>0,P_{Lg}-P_{L}(n)≤0) & \Rightarrow & \widehat{R}_{max}(n+12)≤\widehat{R}_{max}(n)\end{matrix}\] 

Wenn der relative Anteil des Geldes, der für den Lebensunterhalt gebraucht wird klein genug ist, dann wird selbst bei einer höheren Inflation als die Nettolohnentwicklung, immer mehr Geld im Geldwert für Ratenzahlungen zur Verfügung stehen, während die Kreditnehmer, die einen sehr hohen Anteil des Einkommens für den Lebensunterhalt brauchen, die Raten irgendwann nicht mehr vollständig zahlen können. Deshalb ist es wichtig, daß die Nettolohnentwicklung nicht kleiner als die Inflation wird, da dann bei vielen Menschen die Raten nicht mehr vollständig gezahlt werden können und dadurch aus erwünschten Schulden unerwünschte Schulden werden. Außerdem besteht die Gefahr, daß das Geld irgendwann nicht mehr für den Lebensunterhalt reicht. Dann werden diese Menschen zu Sozialfällen.

Ein Rechenbeispiel:
Jährliche Nettolohnentwicklung +1%
Jährliche Inflation +2%

Tabelle 3:    Der relative Anteil der Geldmenge, die für den Konsum benötigt wird und die Veränderungen der Geldmenge von Jahr zu Jahr, die für Ratenzahlungen zur Verfügung stehen.

Jahr

PL(Jahr) in %

100*Rmax(Jahr)
Rmax(Jahr-1)

0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11

45,00
45,45
45,90
46,35
46,81
47,27
47,74
48,21
48,69
49,17
49,66
50,15

—–
100,18
100,17
100,15
100,14
100,12
100,10
100,09
100,07
100,05
100,03
100,01

12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32

50,65
51,15
51,66
52,17
52,68
53,20
53,73
54,26
54,80
55,34
55,89
56,44
57,00
57,57
58,14
58,71
59,30
59,88
60,48
61,07
61,68

99,99
99,97
99,95
99,93
99,91
99,89
99,86
99,84
99,81
99,79
99,76
99,73
99,70
99,67
99,64
99,61
99,58
99,54
99,51
99,47
99,43

Wenn jemand nur 45% seines Einkommens zum Leben braucht, dann verändert sich die Geldmenge im Geldwert von Jahr zu Jahr so, wie es in der Tabelle 3 dargestellt wird. In den ersten 11 Jahren, könnten immer größere Ratenzahlungen bezahlt werden, doch danach nehmen die Geldmengen, die für Ratenzahlungen zur Verfügung stehen, ständig ab, da der relative Anteil des Einkommens, der für die Lebenshaltungskosten benötigt wird, zu groß geworden ist. Betrachten Sie sich einmal folgende Graphik:

Wenn die Nettolöhne langsamer steigen als die Inflationsrate, dann kann es passieren, daß man plötzlich die Raten für Kredite nicht mehr bezahlen kann. Diese Graphik zeigt, unter welchen Bedingungen ein Problem auftreten kann.

Solange die Geldmenge für die Lebensgrundlage kleiner als 50% ist, nimmt die Geldmenge schwach zu, die man für zusätzliche Ratenzahlungen zur Verfügung hat. Wird aber die Grenze überschritten, dann bleibt Jahr für Jahr immer weniger Geld für Ratenzahlungen zur Verfügung. Der Schrumpfungsprozeß wird immer größer, je mehr Geld zum Leben gebraucht wird.

Wenn die Nettolohnentwicklung über lange Zeiträume hinweg ständig kleiner als die Inflation wird, dann werden die potentiellen Kreditnehmer immer weniger. Das führt zu einer Schrumpfung der Geldentstehungsprozesse im privaten Bereich. Sind die Banken so unvernünftig, daß sie den Menschen trotzdem Kredite gewähren, dann werden immer mehr Menschen in die Schuldenfalle geraten und können ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen. Dadurch entstehen dann immer mehr unerwünschte Schulden. Die Kreditgeber befinden sich praktisch in einer Zwickmühle. Werden weniger Kredite gewährt, dann wird die Geldmenge kleiner. Werden die Kredite weiterhin gewährt, dann können immer mehr Kredite nicht zurückgezahlt werden. Beides ist eine Katastrophe für den Geldentstehungsprozeß.

Nebenbei bemerkt. Wieviel Geld für die Selbstbeteiligung angespart werden kann, hängt ebenfalls von Rmax(n) ab. Deshalb gibt es eine individuelle Inflation, die nur für den Kreditnehmer gilt, denn die Höhe der Selbstbeteiligung bestimmt darüber, wie hoch der maximale Preis für ein Haus sein kann, das man sich leisten kann. Wenn sich die Preise für Objekte, für die ein Kredit aufgenommen wird, nicht dieser Entwicklung anpassen, dann wird der relative Anteil der Bevölkerung, der sich einen Kredit leisten kann, immer kleiner. Wenn sich aber die Preise der Entwicklung anpassen, dann nimmt IK(Prd)m(n) ab. Dadurch wird IK(Prd)m(n)<Im(n). In der Formel zur Geldentstehung taucht dieses Phänomen in der Berechnung als Multiplikator vor der inneren Summe auf:

\[\prod\limits_{j=1}^{n}\frac{g(IK(Prd)_{m}(j))}{g(I_{m}(j))}\] 

Das ist der Multiplikator vor der Berechnung der Geldmengenentstehung für ein bestimmtes Produkt mit einer bestimmten Kreditform. Wenn also die innere Summe einen Gleichgewichtszustand kennzeichnet, dann zeigt dieser Vorfaktor wie sich die Geldmenge im Warenwert im Laufe der Zeit entwickelt.

Wenn die Nettolohnentwicklung auf Dauer kleiner als die Inflation wird, dann ist auch zu erwarten, daß die Geldmenge im Gleichgewichtszustand allmählich abnehmen wird, da entweder die Kreditinflation kleiner als die allgemeine Inflation wird, oder der relative Anteil der Bevölkerung, der sich einen Kredit leisten kann immer kleiner wird.

Inflation – Segen oder Fluch?

Damit das Wirtschaftssystem stabil ist, darf die Geldmenge im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung nicht kleiner werden. Durch Inflation nimmt die Geldmenge zwar zu, es gibt aber trotzdem einen Gleichgewichtszustand im Warenwert. Durch die Zunahme der Bevölkerung nimmt die Geldmenge ebenfalls zu, es gibt aber trotzdem einen Gleichgewichtszustand, wenn man die Geldmenge pro Kopf der Bevölkerung betrachtet. Es kommt aber im System immer zu Schwankungen, so daß es abwechselnd Zeiten gibt, in denen sich die Geldmenge im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung mal erhöht und mal verringert. Da alles Geld durch Schulden entsteht, müssen für die Schulden Zinsen gezahlt werden. Ein Teil der Zinsen wird für Löhne und Gehälter verwendet. Der Rest wird im Kapitalmarkt für Zinszahlungen verwendet. Ein Teil dieses Geldes erhöht den Teil des Kapitalmarktes, der nicht mehr im Wirtschaftssystem verwendet wird. Deshalb findet ein Geldfluß vom Wirtschaftsgeld zum Kapitalmarkt statt, da diese Zinsen aus dem Wirtschaftsgeld bezahlt werden. Auch Unternehmen haben Einnahmen im Wirtschaftssystem. Ein Teil dieser Einnahmen wird von Unternehmen erwirtschaftet, die so hohe Umsätze haben, daß sie das Geld nicht mehr vollständig verwerten. Dieses Geld wird aus dem Geldkreislauf entfernt. Es ist allerdings auch denkbar, daß Geld aus dem Kapitalmarkt in den Geldkreislauf eingeschleust wird. Diese Umschichtung kann also in beide Richtungen laufen. Auf Grund der Veränderungen der Rahmenbedingungen für Kredite, kann es dazu kommen, daß sich das System von einem Gleichgewichtszustand in Richtung eines anderen Gleichgewichtszustands bewegt. Das können Zinsänderungen, veränderte Bevölkerungsentwicklungen, verschiedene Inflationsraten sein. Selbst die technische Weiterentwicklung kann den Gleichgewichtszustand verändern, da die Produkte billiger oder seltener benötigt werden, oder längere Lebenszeiten durch eine bessere medizinische Versorgung entsteht. Wenn mehr oder höhere Kredite aufgenommen werden, dann wird damit etwas bezahlt, so daß sich das Wirtschaftsgeld erhöht. Auch die Tilgung der Kredite wird aus den Einkünften bezahlt, die Teil des Wirtschaftsgeldes sind.

Man kann diese Überlegungen auch in mathematische Formeln übersetzen (Kapitel 6):

\[\begin{matrix}M_{K}(n+1)=M_{K}(n)*\frac{f(\alpha_{1}(n)*\overline{Z}(n))}{g(I(n),B(n))}+M_{W}(n)*\frac{\alpha_{1}(n)*\frac{\overline{Z}(n)}{1200}+\alpha_{2}(n)}{g(I(n),B(n))} \\ \begin{matrix}M_{W}(n+1)= & M_{K}(n)*\left(1-\frac{f(\alpha_{1}(n)*\overline{Z}(n))}{g(I(n),B(n))}\right) \\ & +M_{W}(n)*\left(1-\frac{\alpha_{1}(n)*\frac{\overline{Z}(n)}{1200}+\alpha_{2}(n)}{g(I(n),B(n))}\right)+\alpha_{3}(n)\end{matrix} \\ G_{ges}(n+1)=G_{ges}(n)+\alpha_{3}(n)\end{matrix}\]

Es müssen dabei folgende Nebenbedingungen erfüllt werden:

\[\begin{matrix}i: & 0≤\alpha_{1}(n)<1 \\ ii: & \alpha_{2}(n)<1 \\ iii: & \alpha_{3}(n)≥-G_{ges}(n)+\frac{M_{K}(n)}{g(I(n),B(n))}≈-M_{W}(n)\end{matrix}\] 

Definition 3:
MK(n): Die Menge des Geldes im Kapitalmarkt im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung im Monat n.
MW(n): Die Menge an Wirtschaftsgeld im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung im Monat n.
ΔMW(n): Veränderung des Wirtschaftsgeldes von Monat n bis Monat n+1. Es gilt dabei: ΔMW(n)=MW(n+1)–MW(n).
Gges(n): Die Gesamtgeldmenge im Monat n. Es gilt: Gges(n)=MK(n)+MW(n).
Z(n): Das „¯“ über dem Z soll kennzeichnen, daß der durchschnittlicher jährlicher Zinssatz für alle Kredite im Monat n genommen werden soll.
α1(n): Relativer Anteil der Zinsen, die zwischen den Monaten n und n+1 im Kapitalmarkt landen.
α2(n): Relativer Anteil des Wirtschaftsgeldes, welches zwischen den Monaten n und n+1 in den Kapitalmarkt verschoben wird. Ist α2 negativ, dann wird Geld aus dem Kapitalmarkt in den Geldkreislauf eingeschleust.
α3(n): Die Veränderung der Gesamtgeldmenge zwischen den Monaten n und n+1 im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung. Diese Veränderung entsteht vor allem auf Grund von Veränderungen in den Rahmenbedingungen.
I(n): Inflation zwischen den Monaten n und n+1 berechnet aus einer jährlichen Inflationsrate in dem Jahr, in dem der Monat n liegt. Ich benutze diese Form, da die Inflationsrate in der Realität nur jährlich ermittelt wird.
B(n): Veränderung der Bevölkerung zwischen den Monaten n und n+1 berechnet aus einer jährlichen Bevölkerungsentwicklung in dem Jahr, in dem der Monat n liegt. Ich benutze diese Form, da die Bevölkerungsentwicklung in der Realität nur jährlich ermittelt wird.

Wichtig ist, daß das Wirtschaftsgeld nicht weniger wird. Deshalb muß die Nebenbedingung (MW(n+1)-MW(n))*g(I(n),B(n))≥0 erfüllt sein. Diese Bedingung kann erfüllt werden, wenn für die Inflation folgendes gilt:

\[I(n)≥\frac{10000}{100+B(n)}*\left(\frac{\frac{M_{W}(n)}{M_{K}(n)}*\left(\alpha_{1}(n)*\frac{\overline{Z}(n)}{1200}+\alpha_{2}(n)\right)+f(\alpha_{1}(n)*\overline{Z}(n))}{1+\frac{\alpha_{3}(n)}{M_{K}(n)}}\right)^{12}-100\] 

Ist die Inflation hoch genug, dann wird gewährleistet, daß das Wirtschaftsgeld im Warenwert pro Kopf der Bevölkerung nicht schrumpft. Wenn eine Politik durchgeführt wird, die die Inflation beschränken soll, dann ist es möglich, daß die Inflation zu klein wird. Dann würde das Wirtschaftsgeld schrumpfen. Es gibt aber 3 Parameter, bei denen unmittelbar ins System eingegriffen werden kann, so daß die Ungleichung trotz niedriger Inflationsrate erfüllt bleibt. Es sind die Parameter α1(n), α2(n) und α3(n). Alle anderen Parameter sind von außen vorgegeben. Eine Erhöhung der Kapitalertragsteuer würde den Parameter α1(n) verkleinern. Eine Art Kapitalfraßsteuer könnte Geld aus dem Kapitalmarkt in den Geldkreislauf einschleusen. Dadurch würde der Parameter α2(n) kleiner werden. Zusätzliche Staatsschulden würden den Wert α3(n) erhöhen. In allen 3 Fällen würde die rechte Seite der Ungleichung kleiner werden ohne andere Parameter zu beeinflussen. Das ist das, was der Staat unternehmen könnte. Welchen Einfluß haben die Zentralbanken? Sie können die Leitzinssätze ändern, um damit den durchschnittlichen Zinssatz zu verändern. Diese Veränderung wirkt sich auf alle durchschnittlichen Zinssätze aus, die in der Zeit berechnet werden, in der ein Kredit existiert, der zu diesem Zeitpunkt aufgenommen wurde. Hinzu kommt, daß die Verantwortlichen der Zentralbanken nicht wissen, wie die einzelnen Kreditinstitute auf die veränderten Zinssätze reagieren. Es könnte sein, daß durch höhere Zinssätze weniger Kredite aufgenommen werden, da sich viele Kreditnehmer den Kredit nicht mehr leisten können. Das führt zu einem neuen Gleichgewichtszustand, in dem im Laufe der Zeit der Parameter α3 immer weiter verkleinert wird. Damit wirkt die Manipulation der Zentralbank in 2 Richtungen gleichzeitig. Es wird zwar weniger Geld auf den Kapitalmarkt verschoben, aber die Schuldenmenge nimmt ebenfalls ab. Das kann dazu führen, daß genau der gegenteilige Effekt erreicht wird, den man erreichen wollte. Die Zentralbanken können nur sehr unscharf auf diese Größe Einfluß nehmen. Deshalb sind sie für eine Steuerung eines stabilen Wirtschaftssystems nicht geeignet. Was passiert, wenn der Staat die notwendigen Maßnahmen nicht durchführt?

Dann wird ein Ausgleich durch unerwünschte Schulden durchgeführt. Solange es noch Unternehmer oder Privatpersonen gibt, die ein Finanzpolster haben, können sie das Geld auf dem Kapitalmarkt verwerten. In dieser Zeit wird es aber immer noch viele Unternehmen geben, die so hohe Gewinne machen, daß sie immer mehr Geld aus dem Geldkreislauf in den Kapitalmarkt verlagern können. Auch einige wohlhabende Privatpersonen können ihre überschüssigen Einkünfte im Kapitalmarkt lagern. Die, denen es schlechter geht, verbrauchen ihr Geld auf dem Kapitalmarkt und die, denen es besser geht, zahlen Geld in den Kapitalmarkt ein. Deshalb wird es nicht lange dauern, bis im Bereich von α2(n) fast keine Veränderungen mehr durchgeführt werden können. Wer auch immer eine Rechnung nicht mehr bezahlen kann, der sorgt für einen unerwünschten Kredit. Niemand wollte ihm den Kredit geben. Aber er hat trotzdem Schulden. Das erhöht den Wert für α3(n). Wenn jemand so hohe Schulden hat, daß er nicht einmal mehr alle Zinsen zahlen kann, dann haben die Banken weniger Einnahmen durch Zinsen und der Wert α1(n) verkleinert sich. Durch diese Vorgänge wird die rechte Seite der Ungleichung kleiner. Sie muß aber nicht so klein werden, daß die Ungleichung immer erfüllt wird. Immer dann, wenn die Ungleichung nicht erfüllt wird, schrumpft das Wirtschaftssystem und wenn sie erfüllt wird, kann es wachsen.

Am 7. Februar 1992 wurde in Maastricht ein Europa-Vertrag ausgehandelt, der am 2. Oktober 1997 in Amsterdam noch einmal verändert wurde. Dort steht in Artikel 105, Absatz 1 (Neue Nummerierung):

„Das vorrangige Ziel des ESZB (Europäisches System der Zentralbanken) ist es, die Preisstabilität zu ge­währleisten. …“

Um das zu erreichen, wurden 2 Kriterien festgelegt, die die Staaten unbedingt einhalten müssen. Die 2 Kriterien stehen in: „(11) Protokoll über das Verfahren bei einem übermäßigen Defizit“. Diese 2 Kriterien werden auch die Maastricht-Kriterien genannt:

  1. Die Staatsverschuldung darf nur höchstens 60% des Bruttoinlandprodukts ausmachen.
  2. Das öffentliche Defizit darf nur höchstens 3% des Bruttoinlandprodukts ausmachen.

Die Maastricht-Kriterien sollen Preisstabilität bewirken. Ist die Inflation hoch genug, dann braucht man keine Staatsverschuldung, damit das Wirtschaftssystem stabil bleibt. Eine hohe Inflation kann daher in unserem Finanzsystem für eine niedrige relative Staatsverschuldung sorgen. Ist sie hoch genug, dann kann sie dies sogar gewährleisten. Es gilt die Schlußfolgerung:

Ist I(n) groß genug, dann folgt daraus: Die Staatsverschuldung erfüllt das 1. Maastricht-Kriterium.

In der Mathematik gibt es eine Umkehrung der Schlußfolgerung. Dazu muß auf beiden Seiten die Entgegengesetzte Aussage gemacht werden:

Die Staatsverschuldung erfüllt nicht das 1. Maastricht-Kriterium, dann folgt daraus: I(n) ist zu klein.

Hier zeigt sich, daß das 1. Maastricht-Kriterium die Inflation fördert, aber nicht bekämpft.

Was ist mit dem 2. Maastricht-Kriterium? Das 2. Maastricht-Kriterium wird nur dann nicht erfüllt, wenn sich die Staatsverschuldung übermäßig stark erhöhen muß, damit die Ungleichung erfüllt wird. Dies wird nur dann notwendig, wenn die rechte Seite der Ungleichung besonders groß wird. In dem Fall ist α3(n) besonders klein, also negativ. Die Geldmenge im Geldentstehungsprozeß nimmt dann sehr stark ab. Wird in diesem Fall das Stabilitätskriterium eingehalten, dann brauchen wir eine höhere Inflation, damit das Wirtschaftssystem stabil bleibt. Also dient auch das 2. Stabilitätskriterium nicht zur Bekämpfung der Inflation.

Wenn die Inflation kontrolliert wird und gleichzeitig der Staat in seinem Handeln durch das Einhalten der Maastricht-Kriterien beschränkt wird, gibt es nur 2 Möglichkeiten. Entweder schrumpft das Wirtschaftssystem oder die unerwünschten Schulden nehmen zu.

Man kann allerdings die Maastricht-Kriterien auch anders verstehen. Der Staat soll eingreifen, aber nicht durch höhere Schulden. Es soll eingreifen in dem er an den Parametern α1(n) und α2(n) manipuliert. Bedenken Sie: Was nützt uns ein Finanzsystem, das zwar besonders viel Geld erzeugt, welches aber im Wirtschaftssystem nicht eingesetzt werden darf. Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum man auf den Maastricht-Kriterien besteht. Der Staat soll zwar handeln, es sind ihm aber nicht alle Handlungsmöglichkeiten erlaubt.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Computersimulationen 1: Häuserbau

Categories: Computersimulation, Geld
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Published on: 5. November 2011

Vorwort

Manchmal wissen die statistischen Ämter nicht, welche Daten bei Untersuchungen benötigt werden. Manchmal sind die logischen Zusammenhänge einfach viel zu kompliziert, um die Wirkungen genau einschätzen zu können. Dann braucht man ein anderes Hilfsmittel, um die Probleme untersuchen zu können. Hier können Computersimulationen sehr sinnvoll sein.

Computersimulationen liefern keine exakte Lösung. Außerdem haben Computersimulationen natürliche Grenzen. Es gibt Situationen, in denen man zwar Berechnungen durchführen kann, aber man kann mit den Ergebnissen praktisch nichts oder nur sehr wenig anfangen. Die Computersimulation kann einen dabei in die Irre führen. Dieses Problem taucht vor allem dann auf, wenn Rückkopplungseffekte berücksichtigt werden müssen.

Bei der Entwicklung der Gesamtgeldmenge tauchen alle diese Probleme auf. Deshalb habe ich einen 4-Teiler geplant.

Im 1. Teil „Häuserbau“ zeige ich Ihnen, wie sich die Geldmenge, die durch den Häuserbau entsteht, durch die Veränderung der Zinsen und der Tilgung verändern kann.

Im 2. Teil untersuche ich die Einflüsse der Inflation auf diesen Prozeß.

Im 3. Teil betrachte ich wie die Entwicklung der Bevölkerung die Geldmengenentstehung im Häuserbau beeinflußt. Hier muß ein einfacher Rückkopplungseffekt untersucht werden. Dieser Rückkopplungseffekt wird durch die Regeln des Kinder kriegens festgelegt. Dadurch verändert sich die Altersverteilung der Bevölkerung und der Anteil der Bevölkerung, dem ein Kredit gewährt wird.

Im 4. Teil untersuche ich den Einfluß von Unternehmen auf den Geldentstehungsprozeß. Dabei wird sich zeigen, daß es einen empfindlichen Gleichgewichtszustand gibt, der zwischen Reichtum und Armut entscheidet. Diese Effekte sind so groß, daß man Rückkopplungseffekte verwenden muß. Allerdings ist es unmöglich, sinnvolle Regeln für die Rückkopplungseffekte aufzustellen.

Damit man Computersimulationen verwenden kann, muß man erst mal Formeln entwickeln, die ein Problem beschreiben. Hier gibt es ein Problem. Als ich meine Untersuchungen zur Wirtschaftskrise in Deutschland gemacht habe, wollte ich alles so einfach erklären, daß es jeder leicht nachvollziehen kann. Am Anfang ist das einfach. Aber irgendwann muß man den Einfluß der Inflation in die Formeln einbauen, schwankende Zinssätze, die Veränderung der Bevölkerungsgröße, usw.. Man kann das leicht verständlich erklären und mit Hilfe von Rechenblättern vorführen. Dabei bin ich auf ein Problem gestoßen. Die Formeln wurden immer komplizierter. Die Berechnungen haben den Computer im Laufe der Zeit völlig überlastet. Mir ist dabei folgendes passiert:

Ich mußte ein Summenprodukt berechnen, bei dem der eine Summand hochgezählt wurde und der andere runtergezählt wurde. Dann kann man in Rechenblättern nicht einfach kopieren und die Parameter passen sich automatisch an. Jede Formel mußte von mir neu angepaßt werden. Mit jeder Kopie nahm auch die Anzahl der Summanden zu. Dadurch hat die Rechenzeit mit jeder Formel zugenommen. Da ich monatliche Werte für viele Jahrzehnte brauchte, kam dann irgendwann der Zeitpunkt daß ich für jede Formel bis zu 6 Minuten warten mußte, bis die Formel endlich berechnet wurde.

Irgendwann hatte ich die Nase voll. Der Aufwand für Computersimulationen wurde viel zu hoch und man konnte an den Computersimulationen viel zu wenig erkennen. Also habe ich meine Strategie verändert. Ich habe zuerst den allgemeinsten Fall betrachtet. Anschließend habe ich die Formeln mit Hilfe meiner mathematischen Kenntnisse vereinfacht und die Computersimulationen auf Spezialfälle angewendet, die dann einfacher berechnet werden können.

Obwohl meine Computersimulationen sehr wichtige Erkenntnisse gebracht haben, sind sie eigentlich nicht für den Blog geeignet. Deshalb habe ich eine neue Seite mit dem Titel Ergänzungen erstellt. Hier können Sie sich die mathematischen Beweise für die Entwicklungen der Formeln für meine Computersimulationen herunterladen oder nur lesen. Das ist wichtig, falls Sie meine Ergebnisse anzweifeln, da man sie dann überprüfen kann. In Kapitel 7 habe ich die Ergebnisse meiner Berechnungen dann nochmal zusammengefaßt, damit man die verwendeten Formeln leichter wiederfinden kann.

Mathematische Begriffe, die nicht allgemein bekannt sind, werden in Kapitel 1 erläutert.

Häuserbau

Private Kredite werden für Produkte aufgenommen. Diese Produkte wollen verschiedene Menschen kaufen, die einfach zu unterschiedlichen Zeiten geboren wurden. Dadurch gibt es einen ständigen Kreditbedarf und dieser Kreditbedarf ist sogar gut kalkulierbar. Man kann für diesen Geldentstehungsprozeß Formeln aufstellen und mit diesen Formeln kalkulieren. Aber auch dieser Prozeß hat einige Tücken. Da ich heute weder Inflation noch Bevölkerungsentwicklung untersuche, habe ich die Formeln so weit vereinfacht, daß die Inflation =0 und die Veränderung der Bevölkerung ebenfalls =0 sind. Ich habe folgende Formeln für den Geldentstehungsprozeß entwickelt (Formel 1 mit I=0 und B=0):

\[G_{n}=\sum\limits_{Alle KF, Prd}BR(KF,Prd)_{0}*\sum\limits_{i=0}^{min(n-n_{0}(KF).n_{e}(KF))}KGF(Person,KF,Prd)(n-i)*K(KF)_{i}\]

Definition 1:
KF: Abkürzung für Kreditform
Prd: Abkürzung für Produkt
n0(KF): Der Monat an dem das erste mal ein Kredit der Kreditform KF vergeben wurde.
ne(KF): Der letzte Monat an dem der Kreditnehmer für diese Kreditform noch Restschulden hat. ne(KF)+1 ist dann die Laufzeit des Kredits für diese Kreditform.
K(KF)n: Der relative Anteil der Kreditmenge nach n Monaten für die Kreditform KF.
KGF(…)(m): KGF = Kreditgewährungsfaktor. Der ist natürlich abhängig von der Kreditform und dem Produkt. Nicht jeder Mensch bekommt einen Kredit. Die erlaubte Kredithöhe hängt von persönlichen Daten ab. Natürlich hängt der Kreditgewährungsfaktor vom Zeitpunkt der Kreditaufnahme ab.
BR(KF,Prd)m: Relativer Anteil der gesamten Bevölkerung, der im Monat m einen Kredit für ein bestimmtes Produkt mit dieser Kreditform aufnimmt.

Der Kreditgewährungsfaktor hängt im Normalfall von den individuellen Lebensumständen ab. Er kann sich deshalb von Jahr zu Jahr verändern. Außerdem ist er altersabhängig. Schließlich braucht man Zeit, um den Kredit zurückzahlen zu können. Außerdem bekommen Kinder noch keine Kredite für ein Haus. Wie hoch dieser Kreditgewährungsfaktor ist, hängt von vielen äußeren Umständen ab.

Also stellt sich eine Frage: Wie sieht die Altersverteilung der Kreditnehmer der verschiedenen Kreditformen in der Bevölkerung aus? Dazu habe ich keine Statistik gefunden.

Wenn man den persönlichen Warenkorb vom Nettolohn abzieht, dann muß das Geld für folgende Dinge reichen:

  1. Das Ansparen der Selbstbeteiligung für einen Großkredit, wenn man noch keinen aufgenommen hat, bzw. die Raten für den Großkredit, wenn man einen aufgenommen hat.
  2. Die Raten für alle Kleinkredite, die man aufgenommen hat.
  3. Das Geld für alle teuren, selten benötigten Produkte, die nicht über einen Kredit, sondern durch Sparen finanziert werden.

Bleibt für einige Menschen zu viel Geld für diese 3 Prozesse übrig, dann kann es sein, daß diese Menschen lieber das Geld sparen, da sie nicht mehr wissen, was sie mit diesem Geld anfangen sollen. Ihr Bedarf an Produkten ist gedeckt. Das ist dann auch der Grund, warum sie nur selten Kredite aufnehmen.

So lange der Bedarf an Produkten noch nicht gedeckt ist, gilt eine andere Regel. Je weniger Geld für die 3 Prozesse übrig bleibt, desto seltener werden Kredite aufgenommen. Das beeinflußt den Kreditgewährungsfaktor. Wie lange es dauert, bis das Geld für die Selbstbeteiligung für Großkredite angespart werden muß, kann ebenfalls von dieser Größe abhängen.

Die größte Unsicherheit ist in der Variablen K(KF)n zu finden. Unterschiedliche Kreditformen haben unterschiedliche Tilgungsvorschriften. Für jede Kreditform muß an dieser Stelle eine eigene Formel entwickelt werden. Immer dann, wenn eine neue Kreditform erfunden wird, muß eine neue Formel entwickelt werden. Eine solche Kalkulation sollte natürlich von den Zentralbanken durchgeführt werden, da nur sie eine vollständige Übersicht über alle benutzten Kreditformen mit allen Eigenschaften erhalten können.

Wie die Bevölkerung sich verhält, wenn sie einen Kredit aufnehmen will, hängt sehr stark von den Empfehlungen der Finanz- und Schuldenberater ab. Dadurch können auch die Finanz- und Schuldenberater den Geldentstehungsprozeß beeinflussen.

Die Zentralbanken versuchen mit Hilfe der Leitzinsen für Zentralbankgeld die Zinsen der Banken und Sparkassen zu beeinflussen um damit den Kapitalmarkt zu beeinflussen. Wegen der langen Laufzeiten der Kredite können schon kleine Veränderungen in den Rahmenparametern große Veränderungen im Geldentstehungsprozeß auslösen, die aber erst abgeschlossen sind, wenn der letzte Kreditvertrag vom Beginn der Selbstbeteiligung bis zur vollständigen Zurückzahlung des Kredits abgeschlossen ist. Dieser Zeitrahmen dauert Jahrzehnte. Wenn man in viel kürzeren Zeitabschnitten ständig an den Zinsen manipuliert, wird das System in Schwingungen versetzt, so daß die Geldmenge immer wieder zu- und abnimmt. Eine solche Maßnahme wird unkontrollierbar.

Entwicklung der Geldmenge für Annuitätsdarlehn

Um einige Eigenschaften im Geldentstehungsprozeß sichtbar machen zu können, habe ich K(KF)n für ein vereinfachtes Annuitätsdarlehn ohne Selbstbeteiligung berechnet. Da ich nur Geldanlagen betrachte mit Zinsen > 0%, sehen die Formeln so aus (Formel 4C und 5):

\[K(Z,T)_{n}=max\left(1-\frac{T}{Z}*(f^{n}(Z)-1),0\right), n_{e}(Z,T)=\left\lfloor\frac{ln\left(1+\frac{Z}{T}\right)}{ln(f(Z))}\right\rfloor\]

Definition 2:
Z: Zinssatz in %
T: Tilgung in %
(Z,T): Man kann die einzelnen Kreditverträge zu unterschiedlichen Zins- oder Tilgungssätzen als verschiedene Kreditformen betrachten. Deshalb wird in der Formel diese Parameterliste als Ersatz für (KF) geschrieben.
Bei der Formel für ne(Z,T) findet man eine weitgehend unbekannte Klammer. Diese Klammer beschreibt eine Rundungsvorschrift. Es werden nur die Nachkommastellen abgeschnitten, so daß eine Ganze Zahl herauskommt.

Eine Abkürzung: \[f(Z)=1+\frac{Z}{1200}\]

Die Graphik 1 zeigt, wie sich die Höhe der Schulden des Kreditnehmers im Laufe der Zeit verändert, wenn er einen Kredit aufgenommen hat:

 Dieses Bild soll zeigen, wie sich die Laufzeit der Kredite und die Kredithöhe durch die Veränderungen der Zins- und Tilgungssätze verändert.

Wenn jeden Monat die gleiche Kredithöhe zu den gleichen Rahmenbedingungen aufgenommen wird, dann kann die Gesamtgeldmenge, die dabei entsteht, als die Fläche unter der Kurve multipliziert mit der monatlichen Kreditaufnahme berechnet werden. Ich habe ein paar Beispiele mit Hilfe der Formeln berechnet. Dafür benutze ich mehrere Beispiele:

Jeden Monat wird eine Waschmaschine, ein Auto und ein Haus zu folgenden Bedingungen über Annuitätsdarlehn finanziert:

Die Waschmaschine ist nicht so teuer und kann innerhalb von 2 Jahren abgezahlt werden. Deshalb habe ich eine Tilgungsrate von 45% gewählt.

Ein Auto ist um einiges teurer und braucht etwa 10 Jahre um abgezahlt zu werden. Deshalb habe ich eine Tilgungsrate von 7% gewählt.

Das Haus ist am teuersten und dafür habe ich eine Tilgungsrate von 1% gewählt.

Tabelle 1:    Geldentstehung für Gleichgewichtszustände bei monatlich gleicher Kreditaufnahme

Tilgung

Zinsen

Laufzeit

Geldmengenentstehung

45%
45%
45%

6%
8%
10%

26 Monate
25 Monate
25 Monate

 13,31 * Kaufpreis
13,15 * Kaufpreis
13,99 * Kaufpreis

7%
7%
7%

6%
8%
10%

125 Monate
115 Monate
107 Monate

68,92 * Kaufpreis
65,07 * Kaufpreis
61,76 * Kaufpreis

1%
1%
1%

6%
8%
10%

391 Monate
331 Monate
289 Monate

255,18 * Kaufpreis
222,02 * Kaufpreis
197,84 * Kaufpreis

Die Waschmaschine hat die kürzeste Laufzeit für den Kredit, ca. 2 Jahre. Der Geldentstehungsprozeß erzeugt dabei die Geldmenge für den ca. 13-fachen Kaufpreis. Je teurer die Objekte werden, desto kleiner wird die Tilgung. Das erhöht die Laufzeiten der Kredite. Diese Laufzeiten hängen immer stärker von den Zinssätzen ab. Deshalb wird auch der Geldentstehungsprozeß als vielfaches des Kaufpreises immer größer und dieser hängt stark von den Zinsen ab. Beim Haus schließlich liegt die Laufzeit zwischen 24 Jahren, 1 Monat und 32 Jahren, 7 Monaten. Der Unterschied sind 8 Jahre und 6 Monate. Die Geldentstehung liegt zwischen dem 197-fachen und dem 255-fachen des Kaufpreises. Schon geringe Zinsveränderungen können im Laufe von 21/2 bis 31/4 Jahrzehnten zu sehr großen Veränderungen im Geldentstehungsprozeß führen. Der Geldentstehungsprozeß im privaten Bereich wird hauptsächlich durch die Großkredite, also durch die Kredite für die Bautätigkeit und den Häuserkauf erzeugt. Allerdings landet das Geld beim Hauskauf im Kapitalmarkt, da es sehr lange dauert, bis das Geld ausgegeben wird und bei der Bautätigkeit landet das Geld auf Grund der verschiedenen Löhne und Gehälter sehr schnell im Geldkreislauf. Es wird dabei an sehr viele Menschen verteilt. Im Blog-Artikel „Die Geschichte der Arbeitslosigkeit in Deutschland“ habe ich ihnen anhand eines Vergleichs gezeigt, daß vor der Wiedervereinigung Deutschlands einer Veränderung der Arbeitslosigkeit fast immer eine Veränderung der Bautätigkeit vorausging.

Man kann noch etwas erkennen. Das meiste Geld entsteht bei niedrigen Zinsen und niedriger Tilgung.

Ganz allgemein gilt:

Die geringsten Kosten des Kreditnehmers:              Niedrige Zinsen bei hoher Tilgung
Die größten Gewinne des Kreditgebers:                   Hohe Zinsen bei niedriger Tilgung
Die größte Geldmenge im Geldentstehungsprozeß:  Niedrige Zinsen bei niedriger Tilgung
Die kleinste Geldmenge im Geldentstehungsprozeß:Hohe Zinsen bei hoher Tilgung

Hier ist deutlich sichtbar, daß das, was für den einzelnen am besten ist, für das gesamte System schlecht sein kann.

Wenn die Zentralbanken die Leitzinsen zyklisch verändern

Die Zinssätze können sich im Laufe der Zeit verändern. Deshalb werden für Langzeitkredite Teilverträge mit einer festen Laufzeit ausgehandelt, damit eine Zinsanpassung durchgeführt werden kann. Innerhalb eines jeden Teilvertrags sind die Zinsen festgesetzt. Zwischen 2 Teilverträgen darf man so viel tilgen wie man will. Dazu kann Geld auf andere Weise gespart werden. Dieser Sparvertrag ist ein Teil des Tilgungsprozesses und muß in der Geldmengenentstehung verrechnet werden. Es kann passieren, daß die Zinsen im nächsten Teilvertrag so hoch werden können, daß die Raten im nächsten Teilvertrag nicht mehr vollständig gezahlt werden können. Es wäre sogar denkbar, daß sich die Schulden bei maximal möglichen Ratenzahlungen wieder erhöhen. Auch solche Sachen müssen in der Berechnung der Geldmengenentstehung berücksichtigt werden. Hier findet dann ein Übergang zwischen erwünschten und unerwünschten Schulden statt.

Obwohl die Banken normalerweise nur 1% Tilgung zulassen, sind über einen Umweg trotzdem höhere Tilgungsraten möglich. Der Kreditnehmer muß seine Raten zahlen und kann darüber hinaus zusätzliches Geld beiseite legen, an das er nie wieder ran geht bis zum Ende des Teilvertrags. Zu diesem Zeitpunkt kann er das angesammelte Geld komplett zur Tilgung einsetzen und die neuen Zinsen gelten dann nur noch für die Restschuld. Aus diesem Grund kann der Kreditnehmer die vorgeschriebene Tilgungsrate der Bank umgehen und die Tilgung durchführen, die er sich leisten kann.

Die Bundesbank hat in der Vergangenheit die Leitzinssätze verändert um kurzfristige Einflüsse auf den Kapitalmarkt zu nehmen. Durch Zinssenkungen wollte Sie die Menschen dazu motivieren, mehr Kredite aufzunehmen und wenn sie die Leitzinsen erhöhten, sollte die Kreditaufnahme eingedämmt werden. Welche Folgen hat das? Hier müssen mehrere Sachen berücksichtigt werden. Die Banken bieten normalerweise nur den Tilgungssatz 1% an. Aber auf Grund von Finanzberatern werden viele dazu motiviert, mit den Banken einen höheren Tilgungssatz auszuhandeln. Schuldnerberatungen geben immer wieder die Empfehlungen, daß man nicht nur die Raten zahlen soll, sondern darüber hinaus Geld für eine schlechtere wirtschaftliche Lage in der Zukunft zur Seite legen soll. Da die Kreditverträge nur für einen begrenzten Zeitraum festgeschrieben sind, bedeutet das in der Praxis, daß die Kreditnehmer im Prinzip die maximale Tilgung durchführen könnten.

Stellen Sie sich folgende Situation vor. In einer gewissen Regelmäßigkeit werden die Leitzinsen so verändert, daß die Banken die Kredite zu folgenden Zinssätzen vergeben:

1 Jahr 8%, 2 Jahre 9%, 3 Jahre 10%, 2 Jahre 9%, 1 Jahr 8%, 2 Jahre 7%, 3 Jahre 6% und 2 Jahre 7%. Das sind zusammen 1+2+3+2+1+2+3+2=16 Jahre. Diese Verteilung der Zinssätze für 16 Jahre werden dann immer wiederholt. Welche Geldmenge entsteht dabei im Gleichgewichtszustand, wenn ich nur die Kredite für Häuser betrachte?

Für das Szenario brauche ich aber noch mehr. Ich muß wissen, wie groß der Anteil der Bevölkerung ist, der sich 6%, 7%, 8%, 9% oder 10% Zinsen gerade noch leisten kann. Dazu gibt es keine untersuchten Daten. Deshalb mußte ich mir selber etwas einfallen lassen. Ich habe mir 3 Variationen überlegt, die in folgender Tabelle eingetragen sind:

Tabelle 2: Verschiedene Rahmenbedingungen für die Computersimulation

Maximale Zinsen Variation 1 Variation 2 Variation 3

6%
7%
8%
9%
10%

16/31
8/31
4/31
2/31
1/31

5/15
4/15
3/15
2/15
1/15

1/5
1/5
1/5
1/5
1/5

Summe

1

1

1

Noch eine letzte Überlegung: Was machen die Menschen, die sich beispielsweise nur 7% Zinsen leisten können, aber die Banken vermitteln momentan nur Kredite mit 8% Zinsen? Wer den Kredit für ein Haus braucht, hat vielleicht Glück und findet ein Haus, das weniger kostet. Dadurch wird die Kreditaufnahme geringer, dadurch würden die Ratenzahlungen für den neuen Kredit geringer werden, so daß man sich den höheren Zinssatz leisten kann. Man nimmt also einen niedrigeren Kredit auf. Das funktioniert aber nur bei denen, die ein solches billigeres Haus finden. Was machen die anderen? Sie können nur darauf hoffen, daß die Zinsen in der Zukunft so klein werden, daß sie sich diesen Kredit leisten können. Ich muß also diese Kreditnehmer umverteilen. Es gibt innerhalb der periodischen Entwicklung immer nur 3 Jahre mit maximal 6% Zinsen und 13 Jahre mit mehr als 6% Zinsen. Die Menschen, die sich 13 Jahre lang keinen Kredit leisten können, werden in meiner Simulation gleichmäßig auf die 3 Jahre verteilt, in denen sie sich den Kredit von 6% Zinsen leisten können. So wie ich das mit den 6% Zinsen gemacht habe, kann ich das mit allen anderen Zinssätzen ebenfalls machen.

Sie merken sicher, daß es ziemlich kompliziert wird, wenn man die Realität mit Hilfe von Computersimulationen auch nur annähernd wirklichkeitsgetreu darstellen will.

Ich möchte mir zuerst die Situation im vereinfachten Annuitätsdarlehn betrachten. Ich möchte nicht verschweigen, daß dadurch meine Untersuchung in einer Sache ungenau ist. Im vereinfachten Annuitätsdarlehn benutze ich den Zins- und Tilgungssatz immer für den gesamten Zeitraum des Kredits. Wenn in meiner Simulation Schwankungen entstehen, dann entstehen auch Schwankungen, wenn ich die Kredite nach einer gewissen Zeit immer wieder neu aushandeln lasse. Die Höhe der Schwankungen könnten sich allerdings verändern. Allerdings kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob die Schwankungen größer oder kleiner werden. Ich werde zum Vergleich später noch zeigen, worauf man achten muß, wenn man das in der Realität angewandte Annuitätsdarlehn auswertet.

Ich habe in der Simulation einen bestimmten Prozentsatz der Menschen genommen, die die maximale Tilgung verwenden. Der Rest nutzt nur die von den Banken vorgeschriebene Tilgung. Von denen, die sich den Kredit bei den aktuellen Zinssätzen nicht leisten können, findet ein bestimmter prozentualer Anteil ein Haus, welches er zu einem geringeren Kredit aufnehmen kann, der Rest wartet ab bis die Zinsen wieder so günstig werden, daß man sich den Kredit leisten kann.

Im Gleichgewichtszustand kommt es zu Schwankungen, die die gleiche Länge haben wie der Zyklus der Zinsveränderungen. Hier folgen ein paar Beispiele:

Wenn die Zentralbanken die Leitzinsen zyklisch verändern, dann kann die Geldmenge, die daraus entsteht ebenfalls Schwankungen unterworfen sein.

Graphik 2: Gemessen wird die Geldmenge im Gleichgewichtszustand als vielfaches des erwünschten Kaufpreises eines Hauses, wenn alle Inflationsraten =0 und die Altersverteilung in der Bevölkerung als auch die Bevölkerungsgröße konstant sind. Die senkrechten Linien kennzeichnen den Zeitpunkt an dem das Minimum oder das Maximum der Kurve erreicht wird. (Diese Regeln gelten auch in den Graphiken 3, 9 und 10.)

Wenn Sie sich die Graphiken etwas genauer betrachten, dann haben sie ein paar merkwürdige Eigenschaften. Es gibt Schwankungen in der Geldmenge. Das ist klar, denn es gibt auch Schwankungen in den Zinssätzen. Aber schauen sie sich die Farben mal etwas genauer an. In welcher Farbe innerhalb der Periode befindet sich das Maximum? Es ist blau. Zu dieser Zeit werden neue Kredite zu einem Zinssatz von 9% vergeben. Welche Farbe müßte das sein, wenn die Zentralbanken durch die Steuerung der Leitzinssätze einen kurzfristigen Einfluß auf die Geldmenge haben? Wenn die Zinsen erhöht werden, dann gibt es weniger neue Kreditnehmer. Das ist der grüne Bereich unmittelbar nach dem gelben Bereich. Obwohl die Anzahl der neuen Kreditnehmer weniger wird, nimmt die Geldmenge zu. Selbst bei 8% Zinsen nimmt die Geldmenge weiter zu. Erst bei 9% Zinsen wird das Maximum erreicht und die Geldmenge nimmt danach wieder ab. Genau so ist es beim Minimum. Das Minimum wird nicht erreicht in dem Moment in dem die Zinsen wieder abnehmen, sondern erst bei 7%. Mindestens 5 Jahre nach dem das erste mal die Zinsen gesenkt wurden und dadurch die neue Kreditaufnahme regelmäßig erhöht wurde, nimmt die Geldmenge wieder zu. Dies ist eine viel zu lange Zeit um mit Hilfe der Leitzinssteuerung kurzfristig die Geldmenge zu erhöhen. Das bedeutet:

Wenn wir uns in einer wirtschaftlichen Krise befinden, in der die Arbeitslosenzahlen steigen und die Zentralbanken senken deshalb die Leitzinsen, dann dauert es Jahre, bis diese Maßnahme wieder zu einem Anstieg der Geldmenge führt. Bis dahin ist die Krise vielleicht längst vorbei. Kann man unter diesen Bedingungen die Geldmenge steuern?

Ich habe bei den 3 Graphiken den Anteil der Bevölkerung gleich gelassen, der die maximale Tilgung ausnutzt und den Anteil der Bevölkerung, die lieber einen geringeren Kredit aufnehmen, als darauf zu warten, daß die Zinsen irgendwann so günstig werden, daß man sich den Kredit leisten kann. Durch den Einfluß von Finanzexperten und eine billigere Bauweise für Häuser können sich diese Rahmenparameter verändern. Die nächste Graphik zeigt wie unterschiedlich die einzelnen Entwicklungen sein können:

Wenn die Zentralbanken die Leitzinsen verändern, dann gibt es sehr viele Möglichkeiten, wie die Bevölkerung auf die veränderungen der Zinssätze reagieren kann. Dadurch ändert sich auch die Gesamtgeldmenge.

Graphik 3: V kennzeichnet die Variante, m gibt die maximale Tilgung an und g den relativen Anteil der Kreditnehmer die einen geringeren Kredit aufnehmen können.

Wie man an der letzten Graphik sehen kann, kann das Verhalten der Bevölkerung einen sehr starken Einfluß auf die Entwicklung nehmen. Wie die Bevölkerung sich verhält, wenn sie einen Kredit aufnehmen will, hängt sehr stark von den Empfehlungen der Finanz- und Schuldenberater ab. Finanzberater empfehlen bei niedrigen Zinsen immer wieder, daß man mit den Banken höhere Tilgungsraten vereinbaren sollte. Je erfolgreicher ein solcher Finanzberater ist, desto mehr Menschen tilgen nicht nur das was normalerweise angeboten wird, sondern einen höheren Betrag. Schuldenberater empfehlen immer häufiger, daß die Kreditnehmer nicht nur die Raten zahlen sollen, sondern darüber hinaus einen bestimmten Anteil zusätzlich sparen sollen, um für schlechtere wirtschaftliche Zeiten Reserven zu haben. Dies sorgt auch dafür, daß sich viele Leute den Kredit, den sie aufnehmen wollen gar nicht mehr leisten können. Beide Maßnahmen drücken die Geldmenge nach unten, sorgen also für eine geringere Geldmenge. Aber für den einzelnen sieht es immer so aus, als ob er davon wirtschaftliche Vorteile hat. Wer den Arbeitsplatz in dieser Zeit behält, der hat wirklich Vorteile. Es können aber eine ganze Menge dieser Kreditnehmer den Arbeitsplatz verlieren, weil die Geldmenge gesunken ist auf Grund der Empfehlungen der Finanz- und Schuldenberater. Diesen Menschen haben die Empfehlungen geschadet.

Ist es unter diesen Bedingungen möglich das System mit Hilfe der Veränderung der Leitzinsen zu steuern? Eigentlich nicht. Die erwünschte Veränderung des Systems tritt nicht gleichzeitig mit der Steuerung des Systems ein. Das liegt hauptsächlich daran, weil es immer noch alte Verträge gibt, die noch nicht abgelaufen sind. Man kann den Zeitpunkt der Veränderung der Entwicklungsrichtung der Geldmenge nicht vorausplanen. Das bedeutet: Man kann nicht heute die Zinssätze senken, weil in 3 Jahren die Geldmenge abnimmt. Je nach den aktuellen Rahmenbedingungen kann sich der Zeitpunkt verändern. Es braucht Jahrzehnte, bis die alten Verträge abgelaufen sind. Das bedeutet, daß eine Steuerungsmaßnahme erst nach Jahrzehnten abgeschlossen ist. Sämtliche Veränderungen des Systems, die etwa seit den 80er Jahren durchgeführt wurden, zeigen heute noch Nachwirkungen. Diese Steuerungsmöglichkeit funktioniert viel zu schlecht. Deshalb sollte man nach Möglichkeit darauf verzichten und einen effektiveren Steuerungsmechanismus erfinden.

Ich habe weiter oben schon erwähnt, daß ich für die Kreditverträge nicht die exakte Vorgehensweise der Banken benutzt habe. Die Realität kann also auch noch ein wenig anders aussehen als ich hier dargestellt habe. Um das einschätzen zu können, untersuche ich die Entwicklung für einzelne Schuldner, wenn sie nur einen maximalen Zinssatz für ihren speziellen Kredit bezahlen könnten. Wenn sich Zinssätze verändern, dann besteht schließlich das Risiko, daß die Raten des Kredits bei höheren Zinsen im nächsten Teilvertrag nicht mehr bezahlt werden könnten. In diesem Fall wäre es nicht mehr möglich den Kredit zu verringern, da man den Kredit schon vor einigen Jahren bekommen hat.

Die Teilverträge für die Banken werden immer für 10 Jahre abgeschlossen. Das bedeutet: Es gibt 2 mögliche Zinsfolgen innerhalb der Teilverträge:

Folge 1 6 10 7 7 10 6 9 9
Folge 2 6 9 8 7 10 7 8 9

Für die Berechnung mußten ein paar Nebenbedingungen erfüllt sein:

  1. Die Menschen, die nicht nur die vorgeschriebene Tilgung durchgeführt haben, sondern die maximal mögliche, haben das zusätzliche Geld für die Tilgung nicht der Bank zurückgezahlt, sondern auf einem extra Konto gespart. Damit die Berechnung nicht zu umständlich wird und ich bei der Auswertung nicht die Monate des Jahres berücksichtigen muß, habe ich für dieses Geld keine Zinsen berechnet! Diese werden schließlich immer jährlich am Ende des Jahres bezahlt.
  2. Wenn feststeht, daß der Kredit innerhalb des nächsten Teilvertrags vollständig abgezahlt wird, dann wird kein Geld gespart, denn der Kredit kann sowieso nicht vorzeitig getilgt werden.
  3. Das gesparte Geld nimmt am Wirtschaftsleben nicht teil und wird deshalb bei der Berechnung der Gesamtgeldmenge immer abgezogen.
  4. Die vorgeschriebene Ratenzahlung für den neuen Teilvertrag beginnt mit der Tilgungsrate, die in diesem Monat dran gewesen wäre relativ zur Restschuld, wenn kein gespartes zur zusätzlichen Tilgung verwendet worden wäre.
  5. Wenn die Raten auf Grund der Zinsveränderungen nicht vollständig bezahlt werden können, dann benutze ich die höchst mögliche Ratenzahlung.
  6. Wenn die Tilgung im letzten Teilvertrag <0 gewesen war, die Kreditmenge wurde dabei größer, dann benutze ich in diesem Teilvertrag die maximal mögliche Ratenzahlung.
  7. Wenn nach Berechnung der neuen Ratenzahlung eine Tilgung herauskommt, die kleiner als 1% ist, das geschieht nur dann, wenn ich früher schon mal die maximale Ratenzahlung benutzen mußte, dann benutze ich ebenfalls die maximale Ratenzahlung.

Sie merken es sicher, das wird ganz kompliziert! Jetzt vergleiche ich die verschiedenen Entwicklungen der Schuldenlast bei den einzelnen Zinssätzen. Die folgenden 5 Graphiken zeigen alle möglichen Kreditverläufe auf Grund der benutzten Rahmenparameter. Es ist natürlich zu beachten, daß die Kredithöhe auch negativ sein kann, weil die Kreditnehmer am Anfang des Teilvertrages nur wußten, daß der Kredit während dieses Teilvertrags bei korrekter Ratenzahlung nicht vollständig zurückgezahlt wird. Wenn sie dann nebenher mehr Geld sparen als für den Rest des Kredits benötigt wird, dann wird die Gesamtkredithöhe, berechnet aus Kredithöhe–Guthaben, negativ.

Graphiken 4-8: Restschuld für Annuitätsdarlehn mit Teilverträgen im Laufe der Zeit.

Wie sich die Restschuld eines Kredits bei schwankenden Zinssätzen verändern kann. Hier werden auch die zusätzlichen Tilgungen zwischen den Teilverträgen berücksichtigt, die während des Vertrages zusätzlich gespart werden.

Wie sich die Restschuld eines Kredits bei schwankenden Zinssätzen verändern kann. Hier werden auch die zusätzlichen Tilgungen zwischen den Teilverträgen berücksichtigt, die während des Vertrages zusätzlich gespart werden.Wie sich die Restschuld eines Kredits bei schwankenden Zinssätzen verändern kann. Hier werden auch die zusätzlichen Tilgungen zwischen den Teilverträgen berücksichtigt, die während des Vertrages zusätzlich gespart werden. Wie sich die Restschuld eines Kredits bei schwankenden Zinssätzen verändern kann. Hier werden auch die zusätzlichen Tilgungen zwischen den Teilverträgen berücksichtigt, die während des Vertrages zusätzlich gespart werden.

Wie sich die Restschuld eines Kredits bei schwankenden Zinssätzen verändern kann. Hier werden auch die zusätzlichen Tilgungen zwischen den Teilverträgen berücksichtigt, die während des Vertrages zusätzlich gespart werden.Graphiken 4–8:       Die Graphiken zeigen die Kreditentwicklung der einzelnen Kreditnehmer. Man sieht hier sehr deutlich, daß die einzelnen Kreditverläufe sehr kompliziert sein können. Bei einigen Krediten nehmen die Schulden im Laufe der Zeit wieder zu. In den Fällen 1 bis 3 führt das mit Sicherheit dazu, daß die Banken den Kredit irgendwann kündigen und das Haus versteigert wird. Aber auch bei einigen anderen Fällen könnten die Banken zwischendurch den Eindruck haben, daß der Kreditnehmer die Schulden nicht mehr zurückzahlen kann. Es droht ihnen dann ebenfalls eine Kündigung des Kredits mit einer Zwangsversteigerung ihres Hauses. Vor allem bei den Nummern 4, 26 und 27, weil es dort in einem Teilvertrag zu einer Zunahme der Kredithöhe kommt.

Die Nummern 1, 2 und 3 bilden eine Besonderheit. In diesen Fällen war die Zinsentwicklung so ungünstig, daß die Kredithöhe nach spätestens 30 Jahren so weit angewachsen ist, daß danach die Kredithöhe nur noch zunehmen konnte. Das führt zu nicht zurückzahlbaren Schulden. Irgendwann wird die Entwicklung dieser Kredite dominant, so daß dadurch eine Inflation ausgelöst werden kann. Je niedriger die Startzinsen der Kreditverträge sind, desto größer ist der Anteil der Kredite, die in diesen roten Bereich abrutschen. Je niedriger die Startzinsen, desto teurer können die Kredite im ungünstigsten Fall werden. Durch die Konstruktion der Teilverträge ist es möglich, daß die Kredite nicht nur ab-, sondern auch zunehmen. Wenn alle Banken darauf achten würden, daß keine Kreditverträge vergeben werden, die zu nicht zurückzahlbaren Schulden führen, dann gibt es niemanden mehr, der einen Kredit bekommt, wenn er sich nur 6% Zinsen leisten kann, obwohl die Zinsen so niedrig sind, daß sie eine Tilgung nach Plan im 1. Teilvertrag durchführen können. Eine Senkung der Leitzinssätze auf 6% bewirkt dann, daß kein zusätzlicher Kredit aufgenommen wird. Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich die Geldmenge unter diesen Bedingungen entwickeln kann:

Bei variablen Zinssätzen kann es passieren, daß verschiedene Kreditnehmer im Laufe der Zeit nicht mehr in der Lage sind, die Raten zu zahlen. Wenn die Banken diese Kredite nicht kündigen würden, dann bestände Inflationsgefahr.

Graphik 9: Dieses Szenario wird mit Sicherheit nicht eintreten, da die Banken irgendwann die Kredite kündigen werden und das Haus bei den nicht zurückzahlbaren Schulden versteigern. Außerdem müssen Schulden nicht vererbt werden. Diese Graphik soll nur anzeigen, wie dominant unerwünschte Schulden werden können, wenn sie nur noch weiter wachsen.

Das waren verschiedene Geldmengenentwicklungen, wenn die Kreditverträge von allen Nummern (1-75) zugelassen werden. Wenn die Banken die Kreditformen der Nummern 1, 2 und 3 nicht zulassen würden, das sind die nicht zurückzahlbaren Kredite, dann entstehen bei den gleichen Rahmenparametern folgende Geldmengenentwicklungen. Ich betrachte dabei nur die Gleichgewichtszustände:

Schwankende Zinssätze in den Kreditverträgen können die Gesamtgeldmenge sehr stark beeinflussen.

Graphik 10: Je nach den Rahmenbedingungen können die Schwankungen in der Gesamtgeldmenge nicht nur stark voneinander abweichen, sondern darüber hinaus sehr stark in der Höhe verschieben. Eine Halbierung der Geldmenge ist durchaus möglich.

Wenn man die letzten beiden Graphiken vergleicht, dann sieht man sehr deutlich, daß die 3 Spezialfälle mit den Nummern 1, 2 und 3 im Laufe der Zeit – je nach Rahmenparameter ab ca. 45 Jahren – so dominant werden, daß die anderen Kreditverträge fast keine Rolle mehr spielen. Sie sorgen nur dafür, daß die Geldmenge nicht gleichmäßig ansteigt. Deshalb können diese 3 Spezialfälle die Inflation beeinflussen. Seit dem 1.1.1999 gilt ein neues Insolvenzgesetz für Privatpersonen. Nach diesem Gesetz kann nach einer Wohlverhaltensperiode von 7 Jahren, die nach einer Überarbeitung später auf 6 Jahre gesenkt wurde, die Gesamtschuld komplett erlassen werden. Das gilt vor allem für Kreditverträge, bei denen ähnliche Entwicklungen stattfinden, wie bei den Nummern 1, 2 und 3. Das bedeutet natürlich, daß die Geldmenge durch einen solchen plötzlichen Schuldenerlaß rapide nach unten sinken kann.

Wenn die Zentralbankpolitik hauptsächlich daraus besteht, die Leitzinsen für Zentralbankgeld zu verändern, um dadurch die Zinsen der verschiedenen Kreditinstitute zu steuern, dann wird man mit Sicherheit keine Geldmengensteuerung durchführen können. Es gibt so viele unbekannte und komplizierte Einflußgrößen im System, so daß eine gezielte Steuerung mit den Mitteln der Zentralbanken unmöglich wird. Wegen der langen Laufzeiten der Kredite können schon kleine Veränderungen in den Rahmenparametern große Veränderungen im Geldentstehungsprozeß auslösen, die aber erst abgeschlossen sind, wenn der letzte Kreditvertrag vom Beginn der Selbstbeteiligung bis zur vollständigen Zurückzahlung des Kredits abgeschlossen ist. Dieser Zeitrahmen dauert Jahrzehnte. Wenn man in viel kürzeren Zeitabschnitten ständig an den Zinsen manipuliert, wird das System in Schwingungen versetzt, so daß die Geldmenge immer wieder zu- und abnimmt. Eine solche Maßnahme wird unkontrollierbar.

Das ist der Grund, warum die Zentralbanken mit der Aufgabe, immer genügend Geld für das Wirtschaftssystem zur Verfügung zu stellen, total überfordert sind. Es ist ihnen einfach nicht möglich, weil das System viel zu kompliziert ist.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Versicherungen – Problemfall Nr. 1

Categories: Geld
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Published on: 8. Oktober 2011

Wir alle haben sie lieben und schätzen gelernt, die Versicherungen.

Da gibt es die Kapital- und Lebensversicherungen. Die Lebensversicherungen sollen die Angehörigen finanziell absichern, falls einem selber etwas passiert. Das ist vor allem für Familien wichtig, bei denen es nur einen Ernährer gibt, denn wenn einem etwas passiert, steht die Familie nicht vor dem Nichts da. Die Kapitalversicherungen können verwendet werden, um die Rente im Alter aufzubessern.

Da gibt es die Pensionskassen. Die sind für die Rente wichtig.

Da gibt es die Krankenversicherungen. Wer krank ist, kann nicht arbeiten um Geld zu verdienen. Man kann ihn in dieser Zeit doch nicht verhungern lassen.

Da gibt es die Schaden- und Unfallversicherungen. Hier kann man sich gegen alle möglichen Krisenfälle absichern. Hausratversicherungen, Diebstahlversicherungen, Autoversicherungen, usw..

Versicherungen sind sehr wichtig, aber sie haben auch einen Haken. Die Versicherungsunternehmen legen riesige Kapitalanlagebestände an. Warum machen die das? Warum ist das für das Wirtschaftssystem ein Problem?

Sinn und Zweck der Kapitalanlagebestände

Sowohl bei Lebensversicherungen als auch bei Kapitalversicherungen wird Geld angespart. Bei Kapitalversicherungen bekommt man das Geld erst am Ende des Vertrags, bei Lebensversicherungen kann die Versicherungssumme im Todesfalle schon vor dem Ende ausgezahlt werden. Die Beiträge kommen aus dem Geldkreislauf und werden dann auf den Kapitalmarkt umgelagert. Spätestens nach 30 oder 40 Jahren, je nach Laufzeit, wird die Versicherungssumme ausgezahlt. Dann gehört das Geld nicht mehr zu den Kapitalanlagebeständen der Versicherungen, aber man muß berücksichtigen, daß Versicherungssummen, die 100.000-de von € betragen können, nicht auf einen Schlag ausgegeben werden. Das dauert seine Zeit, bis es wieder in den Geldkreislauf kommt. Und wenn sich jemand dieses Geld für eine Ergänzung der Rente angespart hat, dann soll das bis zum Lebensende reichen. Es ist prinzipiell möglich, bereits ab 15 eine Lehre zu beginnen und von da an Geld in eine Kapitalversicherung einzuzahlen. Da es schon heute Menschen gibt, die 100 Jahre alt werden, kann es 85 Jahre dauern, bis ein Gleichgewichtszustand entsteht, so daß genau so viel Kapital aus dem Geldkreislauf in den Kapitalmarkt umgeschichtet wird, wie aus dem Kapitalmarkt in den Gelkreislauf zurückkommt.

Die Pensionskassen sind für die Rente da. Von dem Moment an, in dem das Arbeitsleben beginnt, können Gelder in die Pensionskassen eingezahlt werden. In der Rentenzeit bekommt man dann monatliche Auszahlungen. Auch hier entsteht ein Gleichgewichtszustand erst nach 85 Jahren.

Die Krankenversicherungen sollen einspringen, wenn jemand krank wird. Jeder muß mal sterben. Der Sterbeprozeß ist mit Krankheiten verbunden. Nur sehr wenige Menschen sind von einem Augenblick auf den anderen tod. Je nach Beanspruchung fällt das eine oder das andere Organ zuerst aus und muß dann ersetzt oder unterstützt werden. Deshalb entstehen die meisten Gesundheitskosten in den letzten paar Jahren vor dem Tod. Das wissen auch die Versicherungen. Deshalb müssen sie, wenn sie anständig kalkulieren wollen, Geld für die hohen Alterskosten zurücklegen. Als Kind kann man noch in der Krankenversicherung der Eltern sein. Aber mit Beginn des Arbeitslebens ist das vorbei. Dann bezahlt man die Krankenversicherung selber. Also entsteht auch hier der Gleichgewichtszustand erst nach 85 Jahren.

Übrig bleiben die Schadens- und Unfallversicherungen. Jeder kann ausgeraubt werden, egal, wie alt man ist. Jeder kann mit dem Auto einen Unfall machen. Bei der Fensterscheibe, die zu Bruch geht, liegt es bestimmt nicht daran, daß alte Menschen im Haus leben. Es gibt nur sehr wenige Sachen, die altersabhängig sind. Ich hatte mal eine Tante, die ist mit 80 Jahren im Bett mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen. Aber solche Sachen sind eher ganz seltene Ausnahmen. Eigentlich kann man bei den Schadens- und Unfallversicherungen keinen Zusammenhang mit dem Alter der Menschen konstruieren.

Was ich bisher beschrieben habe, ist das, was notwendig ist. Es gibt aber noch etwas, was praktisch ist. Die verschiedenen Versicherungen stehen miteinander im Konkurrenzkampf. Die Versicherungen bekommen Geld aus 2 möglichen Quellen. Die Beiträge der Versicherten und die Zinsen aus den Kapitalanlagebeständen.

Um im Konkurrenzkampf besser dazustehen, ist es nützlich, wenn die Beiträge so klein wie möglich sind. Je größer die Kapitalanlagebestände der Versicherungen sind, desto mehr Zinsen können sie erwirtschaften, um die Beiträge niedrig zu halten. Deshalb haben die Versicherungen mit den größten Kapitalanlagebeständen einen Konkurrenzvorteil gegenüber den Neulingen, die erst noch Kapitalanlagebestände aufbauen müssen. Dashalb glaube ich, daß die Versicherungen niemals zu einem Gleichgewichtszustand kommen, sondern unersättlich sind. Kann man das überprüfen?

Schauen Sie sich einmal folgende Graphiken an:

Die Entwicklung der Kapitalanlagebestände von 1959 bis 2005.
Graphik 1: Als Wirtschaftsgeld bezeichne ich 1/12 des Bruttoinlandprodukts, da diese Geldmenge dem Wirtschaftssystem zu Zahlungszwecken zur Verfügung steht. Der Wert von 2005 ist ungefähr 6,3 mal so groß wie der Wert von 1959.
Diese Graphik zeigt, wie stark die einzelnen Versicherungsgruppen am Aufbau des Kapitalmarkts beteiligt sind

Graphik 2: Ich kann nur die Werte bis 2005 auswerten, da die Deutsche Bundesbank die detailgetreuen Daten nicht mehr veröffentlicht.

 Im Verhältnis zum Wirtschaftsgeld stiegen die Kapitalanlagebestände in den Jahren von 1959 bis 2005 um etwa das 6,3 fache an. Der relative Anteil der Kapitalanlagebestände der Schadens- und Unfallversicherungen an allen Versicherungstypen verändert sich viel zu schwach. Deshalb vermute ich, daß dort die Kapitalanlagebestände für den Konkurrenzkampf verwendet werden.

Die Entstehung des Gleichgewichtszustandes

Mal angenommen, die Versicherungen würden optimal arbeiten und nur für die zukünftige Vorsorge Kapitalanlagebestände anlegen. Welche Bedeutung haben die Kapitalanlagebestände dann für das Wirtschaftssystem? Da die Versicherungen nicht so handeln, kann ich das nur anhand eines Modells überprüfen. Dabei werde ich 2 Sachen miteinander vergleichen, die leicht und nachvollziehbar berechnet werden können. Beachten Sie bitte, daß es bei einem Modell nicht um exakte Ergebnisse geht, sondern um Strukturen, die sich entwickeln können. Für die Beurteilung lasse ich alles weg, was zu komplizierten Berechnungen führt. Dazu gehört Inflation, Lohnentwicklung und Bevölkerungswachstum. Aber auch variable Zinssätze und Tilgungsraten. Das würde zu Störungen führen, bei denen man die entscheidenden Effekte vielleicht nicht mehr wahrnehmen kann.

Die Geldmenge entsteht durch das Kreditgeschäft. Dabei ist die einfachste Form der Häuserbau. Zuerst muß 10% des Kaufpreises als Selbstbeteiligung angespart werden, dann bekommt man einen Kredit, so daß man das Haus kaufen kann, anschließend wird der Kredit in monatlichen Raten zurückgezahlt. Bei den niedrigen Sparzinsen, die es heutzutage gibt, habe ich mir überlegt, daß ich für die Ansparung keine Zinsen verwende.

Die Versicherungen entfernen das Geld aus dem Geldkreislauf. Erst nach 85 Jahren soll das angesparte Geld wieder in den Geldkreislauf zurückkommen.

Ich habe mir die Berechnungen so einfach wie möglich gemacht. Wenn man mit 15 Jahren in die Lehre geht, dann dauert es 50 Jahre, bis man in Rente geht. In dieser Zeit wird jeden Monat das gleiche Geld gespart. Wenn die Leute mit 100 Jahren sterben, dann haben sie noch eine Lebenszeit von 35 Jahren, in der sie das Geld gleichmäßig wieder in den Geldkreislauf zurückbringen.

Dieses Modell benutze ich. Jetzt muß ich nur noch diese beiden Prozesse aufeinander abstimmen. Für den Vergleich orientiere ich mich hier ein wenig an der Realität. 1948 war die Währungsreform und die erste Krise auf dem Arbeitsmarkt, die nicht mehr Rückgängig gemacht wurde war 1973. Also 25 Jahre später. Das benutze ich als Orientierungshilfe. Nach 25 Jahren soll die größte Geldmenge im Geldkreislauf entstehen. Das reguliere ich mit einem Proportionalitätsfaktor.

Man kann das, was ich hier beschrieben habe, auf eine einfache Art und Weise in einem Rechenblatt berechnen:

Je nach Rechenblatt, das Sie verwenden, muß nur eine Funktion nachkorrigiert werden. Das ist die Wenn-Abfrage. Die brauche ich um variable Laufzeiten anpassen zu können, falls ich mich für andere Ausgangsdaten entscheide.

Damit Sie selber ein wenig herumexperimentieren können, erkläre ich ihnen den Aufbau meines Rechenblatts.

Ausgangsdaten und Hilfsgrößen:

 

A

B

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10

Zinsen
Tilgung
Selbstbeteiligung
Kaufpreis
Ansparen
Kredithöhe
Zinsfaktor
Raten
Kapitalaufbau
Kapitalabbau

7
1
10
1
B4*B3/100
B4-B5
1+B1/1200
B6*(B1+B2)/1200
0,0012
B9/0,7

In B7 und B8 teile ich durch 1200. Es geht um monatliche Raten und monatliche Zinsen. Da die Angaben in % sind, muß ich durch 100 teilen und weil das Jahr 12 Monate hat, muß ich durch 12 teilen. Die Berechnung der Tabelle findet dann in den Spalten C bis H statt:

  C D E F G H
1
2
Zeit
0
Hausbau
0
 
0
Versicherungen
0
 
0
Summe
E2+G2

Jetzt kommt noch der Aufbau der Tabelle:

C3
C4-C13
C14
C15-C1034
D3
 
D4-D122
D123
D124-D1034
E3
E4-E1034
F3
F4-F602
F603
F604-F1034
G3-G1034
H3-H1034
C2+1/12
Kopiere den Inhalt von C3
C2+1
Kopiere den Inhalt von C14
WENN(D2>0;WENN(D2*B$7-B$8<0;0;D2*B$7-B$8);WENN(B$8-D2>B$5;B$6;D2-B$8))
Kopiere den Inhalt von D3
WENN(D122*B$7-B$8<0;0;D122*B$7-B$8)
Kopiere den Inhalt von D123
E2+D3
Kopiere den Inhalt von E3
F2-B$9
Kopiere den Inhalt von F3
Wenn(F602+B$10>0;0;F602+B$10)
Kopiere den Inhalt von F603
Kopiere den Inhalt von Bereich E3-E1034
Kopiere den Inhalt von H2

Beim Kopieren werden normalerweise die Referenzen angepaßt. Sollte es bei Ihnen anders funktionieren, dann wird es kompliziert. Dann könnte es sein, daß Sie jede Formel einzeln eingeben müssen. Das dauert lange. Das weiß ich aus Erfahrung, da es einige mathematische Funktionen gibt, bei denen die Referenzfunktion nicht funktioniert.

Die Spalte C ist die Zeitachse. Die Spalte D berechnet den Beitrag einer einzelnen Person am Geldentstehungsprozeß durch den Häuserbau zu einem beliebigen Zeitpunkt. Die Spalte E berechnet das Gesamtergebnis, wenn ab dem 1. Monat jeden Monat ein Haus gebaut wird unter Berücksichtigung der Ansparzeit für die Selbstbeteiligung. Die Spalte F berechnet für jeden einzelnen den Aufbau des Kapitalmarktes über die Versicherungen. Der Ausgangswert in B9 dient dabei als Proportionalitätsfaktor. Der kann nach eigenen Gutdünken angepaßt werden. Die Spalte G berechnet das Gesamtergebnis, wenn ab dem ersten Monat jeden Monat die gleiche Anzahl an Menschen einen neuen Versicherungsvertrag abschließen. Die Spalte H berechnet die Summe aus den beiden Verfahren. Kommt dabei ein negativer Wert heraus, dann braucht man andere Geldentstehungsprozesse, die diesen Mangel ausgleichen.

Ich habe als Kaufpreis des Hauses den Wert 1 angegeben. Dadurch erhält man in Spalte H als Ergebnis die Geldmenge im Wirtschaftssystem als vielfaches des Kaufpreises eines Hauses.

Ein solcher Aufbau ist nicht sehr schwer und man kann, soweit ich weiß, in den meisten Tabellenkalkulationsprogrammen diese Werte graphisch darstellen. Falls nicht, dann können sie diese Tabellenwerte vielleicht in ein Programm kopieren, das die Zahlenwerte graphisch darstellen kann. So mache ich das häufig. Ich berechne die Werte in Excel oder Quattro Pro und kopiere die Ergebnisse in „Microsoft Drawing“, welches die Graphik als Bild in Word anzeigen kann.

Hier sehen Sie die Entwicklung der Geldmenge für das Wirtschaftssystem:

Eine Computersimulation soll zeigen, wie sich die Geldmenge im Geldkreislauf verändern kann, wenn ein Gleichgewichtsprozeß im Kapitalmarkt erst viele Jahrzehnte später abgeschlossen wird, als der Gleichgewichtszustand im Geldentstehungsprozeß.

Graphik 3: Der Geldentstehungsprozeß erreicht nach 31 Jahren und 3 Monaten den Gleichgewichtszustand. Die Geldabschöpfung erreicht den Gleichgewichtszustand erst nach 85 Jahren. Dadurch wird mehr Geld aus dem System entzogen als hineinkommt.

Nebenbei bemerkt. Für die alten Bundesländer fand die Währungsreform 1948 statt. 2011 sind 63 Jahre danach. Bei der Wiedervereinigung 1990 wurde die Bevölkerungszahl durch die neuen Bundesländer plötzlich um ca. 30% erhöht. Diese zusätzlichen Menschen befinden sich im Jahr 20 nach dem Aufbau.

Konsequenzen

Wie kann ein Wirtschaftssystem so massive Geldverluste im Geldkreislauf ausgleichen? Durch normale Geldentstehungsprozesse durch Unternehmensgründungen auf gar keinen Fall. So etwas kann nur der Staat durch hohe Staatsverschuldung fertig bringen. Ich habe ja die Kapitalanlagebestände der Versicherungen als vielfaches des Wirtschaftsgeldes dargestellt. Da es im Jahr 12 Geldkreisläufe gibt, ist das Bruttoinlandsprodukt 12 mal so groß. Im Jahre 2005 lagen die Kapitalanlagebestände bei 43,18% des Bruttoinlandprodukts. Ein hoher Anteil der Staatsverschuldung wird nur dafür verwendet, um ein Gegengewicht für das Anwachsen der Kapitalanlagebestände der Versicherungen zu bilden.

Aber warum bezeichne ich die Versicherungen als das Problem Nr. 1?

Wenn sich beispielsweise der Ölpreis verändert, dann können die Wirtschaftsexperten durch die parallelen Veränderungen am Arbeitsmarkt einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen erkennen. Die Veränderungen durch die Versicherungen finden langsam und allmählich über sehr lange Zeiträume statt. Es gibt keine großartigen Veränderungen. Dadurch fällt den Wirtschaftsexperten nicht auf, was bei den Versicherungen passiert. Probleme, die man nicht erkennt, werden nicht bekämpft. Also kann sich dieses Problem klammheimlich immer weiter aufblähen, bis es alles dominiert.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Notfallplan: Rettung für Europa?

Categories: Geld, Politik
Comments: 25 Comments
Published on: 1. Oktober 2011

Griechenland steht mal wieder auf der Tagesordnung. Der Rettungsschirm für die Krisenländer Europas muß schon wieder erweitert werden. Ist das eine sinnvolle Maßnahme?

Die Staatsschulden der Länder sind das Angriffsziel der Spekulanten. Und die Schwächsten gehen nun mal zuerst zu Grunde. Man müßte die Staaten aus dem Kreuzfeuer der Spekulanten hinaus katapultieren. Deshalb habe ich mir überlegt, ob es nicht möglich wäre, die Staatsverschuldung im Euro-Raum auf 0 zu setzen.

Als ich vor einigen Jahren die Wirtschaftskrise in Deutschland untersucht habe, habe ich mir auch Lösungsstrategien für die Probleme einfallen lassen. Mit der effektivsten Strategie müßte man dieses Ziel eigentlich erreichen können. Deshalb habe ich mir einen Notfallplan für Europa ausgedacht.

Die Mehrwertsteuer

In Deutschland gibt es eine Mehrwertsteuer wie in vielen anderen Ländern Europas auch. In Deutschland liegt sie je nach Produkt entweder bei 19% oder bei 7%. Für die Betrachtung nehme ich nur Produkte mit 19% Mehrwertsteuer.

Durch die Mehrwertsteuer wird der Preis des Produktes um 19% erhöht. Diese 19% bekommt der Staat als Steuern. Wenn eine Waschmaschine beispielsweise 1000,00€ kosten würde, dann erhöht sich der Preis um 190,00€, die dann der Staat bekommt.

Das Ganze könnte man aber auch anders organisieren. Für 100 Waschmaschinen, die der Hersteller verkauft, bekommt der Staat als Steuern 19 Waschmaschinen. Die kann er verwenden, um beispielsweise die Armen zu unterstützen, die sich keine Waschmaschine mehr leisten können. Damit der Hersteller immer noch Gewinne machen kann, muß er den Einzelpreis der Waschmaschine von 1000,00€ auf 1190,00€ heraufsetzen.

Finanziell hat sich nichts geändert. Weder für den Kunden, noch für den Hersteller. Es werden noch genau so viele Waschmaschinen verkauft wie bisher, aber es kommen 19% mehr Waschmaschinen in Umlauf, solange es noch Leute gibt, die sich keine Waschmaschine leisten können. Allerdings ist die Handhabung etwas unpraktisch, da es viel leichter ist, Geld zu überweisen als Waschmaschinen zu transportieren und zwischenzulagern.

Aus diesem Grunde ist eine solche Maßnahme unpraktisch. Es gibt aber ein Produkt, bei dem sich diese Maßnahme lohnt. Geld wird nicht nur zu Zahlungszwecken verwendet, Geld ist auch ein Produkt, deren Gewinne ebenfalls versteuert werden müssen.

Die Kapitalertragssteuer

Irgendwann in den Jahren von 2002 bis 2004 bin ich in die Bank gegangen und habe mich mit einem Berater über meine Untersuchungen zur Wirtschaftskrise unterhalten. In diesem Gespräch machte mich der Bankangestellte auf einen Nebeneffekt der privaten Insolvenz aufmerksam.

Wenn die Leute eine Restschuldbefreiung bekommen, dann verliert die Bank den Anspruch auf das verliehene Geld. Das ist ein Einkommensverlust, der mit den Gewinnen verrechnet wird. Da die Banken zu den erfolgreichsten Unternehmen gehören, zahlen sie den Spitzensteuersatz von 50%. Also bezahlt der Staat letztendlich 50% der Restschuldbefreiung weil er Steuern verliert.

Steuern können sich ändern. Ich kriege nicht jede Gesetzesänderung mit, aber ich werde für meine Kalkulation erst einmal annehmen, daß sich daran bisher nichts geändert hat.

Die Banken müssen also von ihren Gewinnen 50% Steuern zahlen. Dabei ist es völlig egal, wie sie diese Gewinne machen. Um Gewinne machen zu können, setzen sie das Geld ein, was ihnen zur Verfügung steht. Das ist das bei ihnen angelegte Kapital und das Geld, welches sie sich von den Zentralbanken leihen.

Wie wäre es, wenn die Banken 50% des bei ihnen angelegten Kapitals dem Staat zinslos zur dauerhaften Verfügung stellen müssen. Dafür zahlen sie keine Steuern mehr für die Gewinne. Das Geld, das dem Staat zur Verfügung gestellt wird, ist dann wie ein zinsloser Kredit. Und das ist die neue Kapitalertragssteuer.

Die Banken hätten dadurch keinen Verlust. Der Bedarf an Krediten würde sich durch diese Maßnahme nicht verändern, aber sie hätten nur noch die Hälfte des Geldes zur Verfügung. Ein Teil des Geldes müßten sie sich von den Zentralbanken besorgen. Dadurch würde sich die Geldmenge des Geldkreislaufs erhöhen. Für die Gewinne von diesen Geldern bräuchten sie keine Steuern zahlen.

Woher kommt der andere Teil? Der Staat kann die Kapitalertragssteuer nutzen, um die Staatsschulden zu bezahlen. Dadurch können viele Leute das Geld nicht mehr beim Staat anlegen, sondern legen es stattdessen bei den Banken an. Die eine Hälfte muß zinslos dem Staat zur Verfügung gestellt werden. Die andere Hälfte erhöht die Geldmenge, die die Banken im Kapitalmarkt anlegen können. Allerdings werden auch Banken ihr Geld dem Staat geliehen haben. Dieses bekommen sie gewissermaßen wieder zurück. Dadurch verringert sich der Bedarf an Krediten. Das ist nicht schlimm, denn die Banken brauchen nur noch die Hälfte der Kredite um die gleichen Gewinne zu erzielen.

Wie sieht die Situation aus dem Blickwinkel des Staates aus? Er kann Kredite, für die er bisher Zinsen zahlen mußte zu zinslosen Krediten machen. Außerdem ist der zinslose Kredit eine Steuer, die er niemals zurückzahlen darf. Er könnte höchstens die Steuer wieder umwandeln. Er könnte durch Anheben oder Absenken der Steuer den Kapitalmarkt direkt beeinflussen. Er hätte also ein präzises, sofort wirkendes Steuerinstrument.

Durch Inflation werden die Preise für Produkte, für die ein Kredit aufgenommen wird ebenfalls teurer. Dadurch erhöht sich auch die Geldmenge, die am Kapitalmarkt angelegt wird. Dadurch erhöht sich auch die Geldmenge der Kapitalertragssteuer.

Der Staat muß aber auf eines achten. Das ist ganz wichtig. Dieses Verfahren darf nicht bei Bausparkassen verwendet werden. Bausparkassen sind dafür da, die Selbstbeteiligung für Kredite zu finanzieren. Sie dürfen sich kein Geld von den Zentralbanken leihen. Wenn sie nur noch 50% des angesparten Geldes an die Kreditnehmer verteilen können, dann wird die Anzahl der Kreditnehmer um 50% kleiner. Das würde dafür sorgen, daß in den nächsten Jahrzehnten nur halb so viel Schulden aufgenommen werden, wie zurückgezahlt werden müssen, bis sich die Geldmenge, die durch die Geldentstehungsprozesse entstanden ist, halbiert. Die Größe des Kapitalmarkts verändert sich nicht, also schrumpft das Wirtschaftssystem, bis sich der Staat dazu entschließt, zusätzliche Schulden aufzunehmen, für die er dann Zinsen zahlen muß.

Ich habe mir mal die Statistiken betrachtet, die von der deutschen Zentralbank herausgegeben werden. Stand Dezember 2010.

Einlagen und aufgenommene Kredite von Banken an alle Banken
Einlagen und aufgenommene Kredite von Banken an Bausparkassen

380,786 Mrd. €
7,494 Mrd. €

Differenz:

373,292 Mrd. €

Einl. und aufgenommene Kred. von Nichtbanken an alle Banken
Einl. und aufgenommene Kred. von Nichtbanken an Bausparkassen

3163,128 Mrd. €
138,201 Mrd. €

Differenz:

3024,927 Mrd. €

Zu versteuerndes Kapital:

3398,219 Mrd. €

Alle Staatsschulden Deutschlands

1732,442 Mrd. €

Restschuld nach Einführung der neuen Kapitalertragssteuer:

33,333 Mrd. €

Das reicht, um ca. 98% der Schulden zu tilgen. Würde man die Steuer nur um 1% erhöhen, wäre die Staatsverschuldung verschwunden.

Wenn diese Art der Kapitalertragssteuer bereits 1961 eingerichtet worden wäre, dann sähe das Anwachsen des zinslosen Kredits so aus:

Der jährliche Zuwachs der Einlagen und Kredite an alle Banken ohne Bausparkassen von 1962 bis 2010.

Früher wäre der jährliche Zuwachs des zinslosen Kredits sehr hoch gewesen. In den letzten Jahren hat der Zuwachs abgenommen. In einem Jahr hätten wir sogar einen Teil des zinslosen Kredits an die Banken zurückgeben müssen.

Was ist mit Europa?

In Deutschland ist das Verfahren sehr effektiv. Aber es gilt: Andere Länder, andere Sitten, andere Steuern und andere Staatsverschuldung.

Die Kapitalertragssteuer könnte niedriger liegen, sie könnte höher liegen. Vielleicht wird es nicht ganz reichen, die Staatsverschuldung der einzelnen Länder auf 0 zu bringen, vielleicht bleibt auch noch etwas Geld übrig. Die Vertreter der Länder in Europa könnten sich zusammensetzen und einen gemeinsamen Plan aufstellen, wie man mit Hilfe der neuen Kapitalertragssteuer ganz Europa schuldenfrei machen kann. Damit würden die Länder Europas aus dem Fokus der Finanzspekulanten herausfallen. Wenn die Länder keine Schulden mehr aufnehmen, dann spielt es auch keine Rolle mehr, welche Bewertungen die Rating-Agenturen machen.

Dies kann aber nur eine Notfallmaßnahme sein, denn die eigentlichen Probleme werden dadurch nicht gelöst. Sie könnten weiter im Verborgenen arbeiten.

Wenn die Korruption in Griechenland so weiter geht, wenn die Reichen sich arm rechnen, um keine Steuern zahlen zu müssen, dann wird Griechenland sehr schnell wieder Schulden machen. Wenn dann die nächste Krise kommt kann man den Notfallplan nicht noch einmal durchführen.

Inflationsgefahr

Es könnte noch ein Problem entstehen. Es gibt einige Länder, die sind Gläubiger bei den Krisenstaaten. Wenn sie dank der Umstellung der Kapitalertragssteuer Geld zurückbekommen, könnte das so viel werden, daß in den einzelnen Ländern Inflation droht. Darauf muß man sich vorbereiten.

Wenn es in diesem Land hohe Arbeitslosigkeit gibt, dann kann man das Geld einsetzen um den Konsum der Bedürftigen anzukurbeln. Dadurch wird mehr Geld in den Geldkreislauf eingeschleust und die Bedürfnisse der Menschen erhöhen sich. Man muß mehr Produkte herstellen und für den Herstellungsprozeß kann man wieder neue Leute einstellen.

Es gibt aber Unternehmen, die könnten auf die Idee kommen, daß es besser wäre, die Preise zu erhöhen, da die Menschen mehr Geld haben.

Die Zentralbanken können jetzt nicht mehr durch die Einschränkung der Geldmenge mit Hilfe der Zinssteuerung das Geld knapp halten. Die indirekte Inflationssteuerung funktioniert nicht mehr. Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten. Man könnte doch eine direkte Inflationssteuerung durchführen.

Politiker können Gesetze machen. Also können sie auch eine Inflationssteuer erfinden. Das muß keine Steuer sein, bei der der Staat Geld bekommt. Man könnte eine Steuer erfinden, die den Leuten so unangenehm ist, daß sie die Steuer nicht bezahlen wollen. Wie geht das?

Zunächst einmal ist es wichtig, daß es im freien Markt immer die Möglichkeit geben muß, daß eine individuelle Preisanpassung stattfinden kann. Man könnte zum Beispiel sagen, daß bei einer Preiserhöhung bis zu 2% keine Inflationssteuer zu zahlen ist. Sollte diese Grenze allerdings überschritten werden, dann ist die Inflationssteuer doppelt so hoch, wie die Preisdifferenz über dem erlaubten Grenzwert.

Das hätte dann zur Folge, daß die Unternehmen bei einer zu hohen Inflation Verluste machen. Dann wird Inflation uninteressant.

Hier gibt es allerdings noch ein Problem. Es gibt bestimmte Situationen, in denen muß auch eine Inflationsgrenze überschritten werden, ohne daß dafür eine Inflationssteuer gezahlt wird. Stellen Sie sich vor, die Öl-Multis erhöhen die Preise für Rohöl, weil die Resourcen zur Neige gehen. Wir sind von den Ölförderungen abhängig. Von den Öl-Multis können wir aber keine Inflationssteuer verlangen. Aber die Transportunternehmen müssen das Benzin bezahlen. Wenn die Preise zu stark ansteigen gehen sie Pleite, wenn sie die zusätzlichen Kosten nicht auf die Transportkosten aufschlagen können.

Deshalb muß es für besondere Notfälle eine Ausnahmeregel geben. Aber diese Ausnahme ist Genehmigungspflichtig. Die zulässige Höhe des Preisanstiegs muß individuell festgelegt werden, damit möglichst wenige, oder besser keine anderen Produkte oder Dienstleistungen die Inflationsgrenze überschreiten müssen.

Wenn ein Produkt einen Preis von 49 Cent hat, dann würde selbst eine Preiserhöhung um 1 Cent die 2% Grenze überschreiten. Normalerweise werden solche Produkte in einem Laden angeboten, in dem es viele Produkte gibt. Für Produkte mit einem Preis unterhalb einer gewissen Grenze könnte man daher eine generelle Ausnahme machen, wenn der Durchschnittspreis der Produkte die 2% Grenze nicht überschreitet.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Der Preis der Riester-Rente

Categories: Geld, Rente
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Published on: 12. August 2011

Früher habe ich auch einmal gedacht, daß die staatliche Rente – der Generationenvertrag – schlecht ist, weil die Rentenbeiträge direkt an den Rentner weitergegeben werden und dadurch keine Zinsen erwirtschaftet werden können. Bei einer privaten Rentenversicherung bekommt man Zinsen und muß daher keine so hohen Rentenbeiträge zahlen.

Auf Grund dieser Überlegungen sieht es so aus, als ob die private Rente, ökonomisch gesehen, wirtschaftlicher ist als die staatliche Rente. Diese Überzeugung hat sich inzwischen ins Gegenteil verkehrt. Wie konnte das passieren? Ich habe mir eine wichtige Frage gestellt.

Wer bezahlt die Zinsen?

Natürlich könnte man sagen: die Geldinstitute, bei denen das Geld angelegt wird. Es ist mir dabei egal, ob das Geld bei Banken, Versicherungen oder auf dem Aktienmarkt angelegt wurde. Es ist egal, bei wem das Geld angelegt wird, irgendwoher müssen sie doch das Geld für die Zinsen hernehmen. Was sie auch immer machen, sie arbeiten mit dem Geld. Versicherungen legen das Geld auf dem Kapitalmarkt an. Sie haben im Laufe der Zeit riesige Kapitalanlagebestände angelegt. Das kann bei Banken sein, Beteiligungen an Firmen, was auch immer. Banken legen das Geld auch an. Eines der wichtigsten Geldanlagen der Banken sind Kredite.

Wo auch immer das Geld hingegeben wird, man verlangt Zinsen dafür. Nur ein kleiner Teil der Zinsen wird als Zinsen für die Rente bezahlt. Schließlich sind die Guthabenzinsen kleiner als die Kreditzinsen. Es sind Unternehmen, Privatpersonen und der Staat, die letztendlich die Zinsen zahlen.

Wenn die Zinsen von Privatpersonen gezahlt werden, weil sie beispielsweise einen Kredit für ein Haus aufgenommen haben, dann bedeutet das, daß nicht alle Privatpersonen, sondern nur ein Teil der Bevölkerung die Zinsen zahlt.

Wenn Unternehmen die Zinsen zahlen, dann bedeutet das, daß die Unternehmer Gewinneinbußen haben. Von diesen Gewinnen müssen sie Löhne und Gehälter bezahlen, inklusive des Unternehmerlohnes. Wenn die Gewinne kleiner werden, dann werden auch die Löhne und Gehälter kleiner. Kleinere Löhne und Gehälter bedeuten auch Einkommenseinbußen des Staates. Einbußen bei den Steuern und bei den Sozialabgaben. Sind die Belastungen für die Firmen zu hoch, dann besteht sogar die Gefahr, daß die Kredite der Unternehmen von den Banken gekündigt werden und Insolvenz beantragt werden muß. Wer zahlt also die Zinsen, wenn das Geld bei Unternehmen angelegt wird? Das ist die arbeitende Bevölkerung durch Lohn- und Gehaltseinbußen als auch in einigen Fällen durch Arbeitslosigkeit. Der Unternehmer durch Gewinneinbußen und der Staat durch Einbußen in den Steuern und Sozialeinnahmen.

Wenn der Staat Verluste hat, wovon bezahlt der den Verlust? Zum Teil in dem er sich verschuldet und zum anderen Teil in dem er die Verluste durch höhere Einnahmen im privaten und Unternehmerbereich zurückholt.

Wenn man diese Überlegungen anstellt, dann sind die Zinsen nicht mehr so vorteilhaft. Sie haben einen bitteren Beigeschmack.

Eine Abschätzung nach unten

Können Sie sich vorstellen, daß die Zinsen nur die Spitze des Eisberges beschreiben? Wenn alle Menschen einen bestimmten Anteil des Nettoeinkommens auf dem Kapitalmarkt anlegen, was passiert dann im Wirtschaftssystem? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Das ist vielleicht auch der Grund, warum sich die Politiker keine Gedanken über die wirtschaftlichen Konsequenzen der Riester-Rente gemacht haben. Man kann diese Frage aber einigermaßen gut abschätzen, wenn man weiß, wie unser Finanzsystem konstruiert wurde.

Die Gesamtgeldmenge ist genau so groß wie die Gesamtschuldenmenge + Gold. Das gilt natürlich nur für die Banken, denn man kann ja ein Konto im Ausland haben und jemand, der im Ausland lebt kann ein Konto in unserem Land haben. Dadurch sind Überschüsse und Defizite möglich.

Die Goldmenge ist stabil und ändert sich so gut wie gar nicht. Will man die komplette Bevölkerung dazu bringen, daß sie einen Teil ihres Einkommens zusätzlich auf dem Kapitalmarkt anlegen soll, dann muß man sich auch überlegen, wer für dieses Geld einen Kredit aufnehmen soll. Wenn das nicht geschieht, dann wird Geld aus dem Geldkreislauf herausgenommen und in Kapital umgewandelt. Das Wirtschaftssystem muß dann schrumpfen, weil es für das zusätzliche Geld auf dem Kapitalmarkt keine zusätzlichen Schulden gibt. Also muß man sich Gedanken machen, wie stark das Wirtschaftssystem schrumpft, wenn keine zusätzlichen Schulden aufgenommen werden. Dafür muß man wissen, wie groß der Geldkreislauf ist.

Jedes Unternehmen muß jeden Monat so viel erwirtschaften, daß damit alle Löhne und Gehälter inklusive des Unternehmerlohns bezahlt werden können. Deshalb kann es im Wirtschaftssystem nur einen relevanten Geldkreislauf geben. Der Geldkreislauf muß die Länge von 1 Monat haben.

Jedes Unternehmen muß jeden Monat so viel erwirtschaften, daß damit alle Löhne und Gehälter inklusive des Unternehmereinkommens bezahlt werden können. Die Menschen, die die Löhne und Gehälter bekommen haben, benutzen es anschließend zum konsumieren. Ein Teil des Einkommens wird gespart für größere Ausgaben, dafür geben andere bereits gespartes wieder aus. Im Gleichgewichtszustand hat dann der Geldkreislauf eine Länge von 1 Monat. Also ist die Geldmenge, die dem Wirtschaftssystem zu Zahlungszwecken zur Verfügung steht im Durchschnitt nur 1/12 des Bruttoinlandproduktes.

Diese Geldmenge ist nicht sehr viel. Es gibt 2 Geldmengen, die annähernd mit dieser Geldmenge übereinstimmen:

  1. Das Zentralbankgeld:      
    Bargeldhaltung + Mindestreservegeld
  2. Die von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Geldmenge:
    Passivbestände der Zentralbank – Reservegeldhaltung der Banken

Als nächstes muß man wissen wie viel Geld durch die Riester-Rente auf den Kapitalmarkt umgeschichtet wird. Wenn ausnahmslos die ganze arbeitende Bevölkerung 4% des Nettolohnes für die Rente zurücklegt, dann muß man wissen, wie groß das Netto-Volkseinkommen ist, um die Geldmenge abschätzen zu können, die jedes Jahr auf den Kapitalmarkt umgeschichtet wird.

Dieses Netto-Volkseinkommen findet man beispielsweise in den Statistiken über die Sparquote. Dort wird dieses Einkommen als „Verfügbares Einkommen“ bezeichnet. Eine Berechnung hat ergeben, daß es in den Jahren von 1970 bis 2005 immer zwischen 62% und 68% des Bruttoinlandproduktes liegt. Es beträgt also ca. 2/3 des Bruttoinlandproduktes. Multipliziert man das mit 12, dann erhält man das Netto-Volkseinkommen relativ zur wirtschaftlich aktiven Geldmenge. Das heißt, das jährliche Netto-Volkseinkommen ist ca. 8 mal so groß wie die wirtschaftlich aktive Geldmenge. Davon sollen jährlich 4% für die Riester-Rente gespart werden. Das sind 32% der Geldmenge, die zu Wirtschaftszwecken verwendet werden kann.

Jetzt muß man sich noch die Frage stellen, wie lange dieses Geld aus dem Verkehr gezogen wird. Da ich nur eine Abschätzung nach unten mache, bin ich großzügig. Ich rechne mit einer Ansparzeit von 40 Jahren. Außerdem lasse ich sowohl die Zinsen, als auch die staatlichen Unterstützungen weg. Dadurch wird die aus dem Verkehr gezogene Geldmenge nur kleiner. Die tatsächlichen wirtschaftlichen Konsequenzen werden dadurch unterschätzt.

Da nicht alle Menschen gleich alt sind und sich daher die einzelnen Menschen im Laufe der Zeit unterschiedlich lange geriestert haben, muß ich das in meiner Berechnung berücksichtigen. Bei einer gleichmäßigen Altersverteilung gibt es genau so viele kurze, wie lange Verträge. Die Geldmenge, die auf den Kapitalmarkt verlagert wird, kann daher abgeschätzt werden als die Multiplikation des jährlichen Sparens mit der Laufzeit der Ansparung geteilt durch 2. Die Geldmengen, die dann auf den Kapitalmarkt verschoben werden, sind 32%*40/2=640% der Geldmenge die dem Wirtschaftssystem zu Zahlungszwecken zur Verfügung stehen.

Eigentlich müßte man noch berücksichtigen, das dieses angesparte Geld nicht sofort ausgegeben wird sondern bis zum Lebensende ausreichen muß. Auch das vernachlässige ich jetzt. Alles, was ich vernachlässigt habe, wird die Geldmenge, die aus dem Geldkreislauf in den Kapitalmarkt umschichtet wird noch vergrößern. Deshalb ist diese Abschätzung eine Abschätzung nach unten.

Falls Sie denken sollten, daß diese 640% viel zu hoch sind, weil dann kein Geld mehr für das Wirtschaftssystem übrig bleibt, dann haben sie etwas wichtiges übersehen. Die Geldmenge, die dem Wirtschaftssystem vor der Einführung der Riester-Rente zur Verfügung stand, wird nach einer sehr langen Einführungszeit neu verteilt. Ein kleiner Teil, steht dem Wirtschaftssystem zur Verfügung und 640% von diesem kleinen Teil wurde auf den Kapitalmarkt verschoben. Das Wirtschaftssystem hat sich dabei verkleinert:

\[W_{Alt}=W_{Neu}*\left(1+6,4\right) \Rightarrow W_{Neu}=\frac{W_{Alt}}{7,4}\]

W bezeichnet die Geldmenge, die dem Wirtschaftssystem für Zahlungszwecke zur Verfügung steht. Das bedeutet natürlich, daß auch das Bruttoinlandsprodukt ebenfalls um diesen Faktor schrumpft:

\[BIP_{Neu}=\frac{BIP_{Alt}}{7,4}\]

Da die relative Staatsverschuldung relativ zum Bruttoinlandsprodukt gemessen wird, muß dann die relative Staatsverschuldung mit dem Faktor 7,4 multipliziert werden, wenn sich die absolute Staatsverschuldung nicht verändert hat. Aus 60% relativer Staatsverschuldung werden dann 444% relative Staatsverschuldung.

Wenn man nicht will, daß die relative Staatsverschuldung so stark ansteigt, dann müssen gleichzeitig mit Einführung der Riester-Rente die Gesamtschulden eines Landes ansteigen. Wie hoch muß diese zusätzliche Schuldenlast sein? Ich möchte sie relativ zum Bruttoinlandsprodukt berechnen. Da W nur 1/12 des Bruttoinlandsproduktes ausmacht, ist der Anstieg des Schuldenvolumens relativ zum Bruttoinlandsprodukt nicht ganz so groß:

\[Schuldenlast=\frac{640 \%}{12} * BIP \cong 53,3 \% * BIP\]

Wer soll die Schuldenlast tragen?

Kann man diese Geldmengen in zusätzliche Unternehmen investieren? Eigentlich nicht. Es müssen zusätzliche Unternehmen sein, also Unternehmen, für die es sich bisher nicht gelohnt hat, Geld zu investieren. Man muß mehr als die Hälfte der Geldmenge des Bruttoinlandproduktes in Unternehmen investieren, ohne dafür auch nur einen einzigen Cent Gewinn zu machen. Welcher Investor würde so etwas verrücktes tun?

Kann man diese Geldmengen für zusätzliche private Kredite verwenden? Das sind Kredite an Menschen, die bisher nicht kreditwürdig waren. Auch hier müßte mehr als die Hälfte der Geldmenge des Bruttoinlandproduktes in private Kredite investiert werden, ohne dafür auch nur einen einzigen Cent Gewinn zu machen. Welcher Investor würde so etwas verrücktes tun?

Dann bleibt nur noch der Staat übrig. Die relative Staatsverschuldung müsste also um 53,3%, also von 60% auf 113,3% ansteigen, wenn er ein Gegengewicht für das zusätzliche Kapital auf dem Kapitalmarkt anlegen wollte. 113,3% Staatsverschuldung sind natürlich wesentlich weniger als 444% Staatsverschuldung. Deshalb ist der Anstieg der Staatsverschuldung die einzige sinnvolle Maßnahme, um das Wirtschaftssystem nicht zu schrumpfen. Also bezahlt der Staat letztendlich die Zinsen für die Riester-Rente.

Der Staat hat die Riester-Rente eingeführt, um die Staatskassen zu entlasten. Bei einer solchen Entwicklung kann von einer Entlastung keine Rede sein. Schließlich bedeutet ein Schrumpfen des Wirtschaftssystems einen Anstieg der Arbeitslosigkeit oder Schrum-pfungen im Volkseinkommen. Das kann die Kosten für die Arbeitslosenversicherung in die Höhe treiben und senkt vor allen Dingen die Einnahmen für Steuern und Sozial-abgaben, inklusive der Renteneinnahmen. Das Anwachsen der Staatsverschuldung erhöht die Kosten für Zinsen. Das sind Gelder, die dem Staat dann an anderen Stellen fehlen.

Es ist egal, wie die staatliche Rente durch zusätzliche private Renten entlastet wird. Die Gesamtkosten, die der Staat dafür aufbringen muß, sind viel größer.

Diese gigantischen wirtschaftlichen Schäden werden nicht von Heute auf Morgen entstehen. Um die abgeschätzten Schäden zu erzeugen, braucht es 40 Jahre. Da die angesparten Geldmengen nicht sofort ausgegeben werden, sondern bis zum Ende des Lebens ausreichen müssen, werden diese Geldmengen nur allmählich in den Geldkreislauf zurückgeführt. Dadurch werden die wirtschaftlichen Schäden noch weiter erhöht und der Gleichgewichtszustand entsteht erst nach fast 100 Jahren. In dieser Zeit werden die Schäden allmählich anwachsen, am Anfang stärker als am Ende. Diese Prozesse überlagern die anderen Entwicklungsprozesse im Wirtschaftssystem. Konjunkturelle Aufschwungphasen werden abgeschwächt, vielleicht sogar ins Gegenteil verkehrt und konjunkturelle Abschwungphasen werden verstärkt.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Zwischen den Fronten: Wenn Experten versagen

Categories: Geld
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Published on: 6. August 2011

Experten sind Fachleute auf ihrem Gebiet und können manchmal wahre Wunder vollbringen. Doch Experten haben auch einen Nachteil. Sie sind nur in ihrem Expertenbereich gut. Was passiert, wenn es ein Problem gibt, das nicht auf einen Expertenbereich beschränkt ist? Dann verwenden die Experten Ergebnisse aus anderen Expertenbereichen.

Dabei kann aber etwas schief gehen. Nehmen Sie mal an, es gäbe den Expertenbereich A und den Expertenbereich B. Um ein bestimmtes Problem aus dem Expertenbereich A zu lösen braucht man Erkenntnisse aus dem Expertenbereich B. Diese Erkenntnisse kann ein Experte aus dem Expertenbereich B nur dann gewinnen, wenn er auf Expertenwissen aus Bereich A zugreifen kann. Und so geht das immer hin und her.

Wenn es ein Wechselspiel zwischen 2 Expertenbereichen gibt, bei dem jeder Experte auf die Erkenntnisse aus dem anderen Expertenbereich angewiesen ist, dann gibt es keinen Experten der sich mit diesem Wechselspiel auskennt. Gilt das nur theoretisch oder kann man das in der Praxis nachweisen?

Wirtschafts- und Finanzexperten

Es gibt Wirtschaftsexperten und es gibt Finanzexperten. Beide Expertenbereiche haben ihre eigenen Experten. Es gibt aber etwas, was beide Expertenbereiche miteinander verbindet: Geld. Im Wirtschaftssystem brauchen wir Geld für den Handel. Im Finanzsystem können wir die Geldmenge vermehren. Es gibt ein Wechselspiel zwischen den beiden Systemen. Das vorhandene Geld wird entweder im Wirtschaftssystem zu Zahlungszwecken verwendet oder gespart. Je nachdem, ob es gerade ausgegeben oder gespart wird, gehört es in den einen oder den anderen Expertenbereich.

Es gibt 2 Fragen, mit denen man sich auseinandersetzen muß:

  1. Wie viel Geld gibt es?
  2. Wofür wird das Geld verwendet?

Die Gesamtgeldmenge ist genau so groß wie die Gesamtschuldenmenge + Gold. Hier gilt nur das bei den Banken eingelagerte Gold, für deren Bezahlung Geld in Umlauf gebracht wurde. Die durch Gold in Umlauf gebrachte Geldmenge ist im Vergleich zur Gesamtschuldenmenge so klein, daß sie vernachlässigt werden könnte. Wir brauchen es eigentlich gar nicht.

Wirtschaftsgeld

Die Gesamtgeldmenge kann aufgeteilt werden in die wirtschaftlich aktive Geldmenge und die Geldmenge, die sich im Finanzsystem befindet. Die erste Geldmenge bezeichne ich mal als Wirtschaftsgeld. Das andere Geld sollte man eigentlich als Kapital bezeichnen.

Jedes Unternehmen muß jeden Monat so viel erwirtschaften, daß damit alle Löhne und Gehälter inklusive des Unternehmerlohns bezahlt werden können. Deshalb kann es im Wirtschaftssystem nur einen relevanten Geldkreislauf geben. Der Geldkreislauf muß die Länge von 1 Monat haben. Das ist der Blickwinkel aus dem Wirtschaftssystem.

Die Zentralbanken haben einen Staatsauftrag. Sie sollen – unter anderem – immer ausreichend Geld für das Wirtschaftssystem zur Verfügung stellen. Das wollen sie erreichen, indem sie die Geldmenge steuern. Es gab mal eine Zeit in Deutschland, da wurde die Zentralbankgeldmenge gesteuert. Sie wurde so genannt, da sie zum Startzeitpunkt mit der Menge an Zentralbankgeld identisch war. Später sollte die Geldmenge M3 gesteuert werden.

M3 wird nach folgenden Regeln zusammengesetzt:

M1:   Bargeld+Sichteinlagen           
Sichteinlagen sind jederzeit fällige Guthaben bei den Banken, über die mit Scheck, Lastschrift oder Überweisung ver­fügt werden kann.

M2:   M1+Termingelder mit Befristung bis unter 2 Jahren
Termingelder sind Bankguthaben, für die entweder eine feste Laufzeit (Festgelder) oder eine bestimmte Kündigungsfrist (Kündigungsgelder) vereinbart ist. Termingelder können vergleichsweise schnell mobilisiert (d. h. in Geld umgewandelt) werden.

M3:   M2+Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist         
Spareinlagen können wie die Termingelder vergleichsweise schnell mobilisiert werden.

Dies ist eine statistische Langzeitstudie aus den Jahren von 1970 bis 1997

Graphik 1: Geldkreisläufe der Geldmengenaggregate. Die Geldkreisläufe der verschiedenen Geldmengenaggregate werden immer länger. Das wurde häufig mit der Bargeldhaltung der DM im Ausland begründet. Diese Veränderungen sind aber viel zu gering um die Veränderungen des Geldkreislaufs der anderen Geldmengenaggregate erklären zu können.

Irgendwann entschloß sich die deutsche Bundesbank, eine „erweiterte Geldmenge M3“ zu steuern. Die letzten beiden Geldmengen wurden deshalb ausgewählt, weil sie relativ leicht in Geld umgewandelt werden können. In dieser Geldmenge findet man auch Termingelder mit einer Frist bis zu 2 Jahren.

Für die Geldmenge M3 wurde ein Geldkreislauf von 5 bis 7 Monaten berechnet.

Komisch, daß Termingelder mit einer Frist von bis zu 2 Jahren innerhalb von 5 bis 7 Monaten ausgegeben werden. Da stimmt doch was mit dem Geldkreislauf nicht. Die Finanzexperten von den Zentralbanken haben die Geldmenge so definiert, wie die Fähigkeit besteht, Geld auszugeben. Das Wirtschaftssystem braucht die Geldmenge, die tatsächlich ausgegeben wird.

Die Experten der Zentralbanken wissen nicht, welche Geldmenge das Wirtschaftssystem braucht. Deshalb haben sie die falsche Geldmenge definiert. Jetzt können Sie sich sicher vorstellen, was passiert, wenn die Wirtschaftsexperten bei wirtschaftlichen Untersuchungen die Geldmengendefinition der Zentralbanken verwenden.

Die Sparquote

Die Zentralbanken veröffentlichen regelmäßig eine Statistik, in der die Sparquote ermittelt wird. Dazu wird das verfügbare Einkommen aufgeteilt in konsumieren und sparen.

Langzeitentwicklung der Sparquote von 1950 bis 2010

Graphik 2: Quelle: Bundesbankstatistik. 1950 bis 1969 Westdeutschland nach ESVG ’79; 1970 bis 1990 Westdeutschland nach ESVG ’95; ab 1991 Gesamtdeutschland nach ESVG ’95.

Als die Sparquote nach 2000 zunahm, wurde viel darüber berichtet. Sämtliche Experten, die ich in den Medien gehört, oder von denen ich gelesen hatte, waren der Meinung, daß es sich um einen psychologischen Effekt handelt. Sie sprachen von Konsumverweigerung wegen einer unsicheren Zukunft.

Betrachten Sie sich die Sparquote mal etwas genauer. Was ist eigentlich sparen? Man kann vorausschauend oder nachträglich sparen. Das nachträgliche Sparen besteht aus der Zurückzahlung von Krediten. Das ist kein Konsum. Der Konsum eines Kredits sind die Zinsen, aber nicht die Tilgung.

1999 trat ein neues Insolvenzgesetz in Kraft. Es wurde das erste Mal eine Regelung für eine private Insolvenz gesetzlich zugelassen. Wer die private Insolvenz in Anspruch nehmen wollte, mußte sein Einkommen einem Insolvenzverwalter übergeben. Der sollte dafür sorgen, daß so viel Geld wie möglich zur Tilgung der Schulden verwendet wird. Den Leuten blieb nur ein kleiner Rest für den Konsum übrig. Auf diese Weise kann man Zwangssparen durchsetzen. Da es die private Insolvenz vorher nicht gab, gab es einen riesigen Andrang auf die Ämter, bei denen man die private Insolvenz beantragen konnte. Kein Experte hat den Zusammenhang zwischen der Entwicklungsänderung der Sparquote und der Gesetzesänderung erkannt.

In der Sparquote steckt aber noch viel mehr drin. Warum wird die Sparquote nie negativ? Wer sein Geld für ein Auto spart und dann irgendwann ausgibt, müßte mehr ausgeben als er einnimmt. Darf man das nicht zählen? Dann gäbe es fast keinen Menschen, der mit seinem Monatsgehalt ein Auto kaufen kann. Dürfen diese Sachen beim Konsum nicht mehr gezählt werden? Die meisten größeren Anschaffungen dürfen beim Konsum nicht mehr gezählt werden, es sei denn, das Monatsgehalt würde ausreichen, um das Produkt zu kaufen. Und wenn jemand mogelt? Für den Computer bleibt vom Monatsgehalt in diesem Monat nur 100 € übrig. Der Rest wird vom Sparkonto genommen. Kann man so etwas sinnvoll auswerten? Natürlich nicht. Eine Sparquote wäre auf diese Weise unmeßbar.

Will man wissen, wie hoch die Sparquote wirklich ist, dann muß man wissen, wieviel Geld im Geldkreislauf vorhanden ist. Wenn der Geldkreislauf eine Länge von 1 Monat haben muß, dann hat das Jahr 12 Geldkreisläufe. Also ist das Wirtschaftsgeld im Durchschnitt 1/12 des Bruttoinlandprodukts. In den Jahren von 1970 bis 2005 lag das verfügbare Einkommen zwischen 62,6 % und 67,5 %. Es war also ungefähr 2/3 des Bruttoinlandprodukts. Das ist 8 mal so viel wie das Wirtschaftsgeld. Das Wirtschaftsgeld ist also nur 12,5 % des verfügbaren Einkommens. In den Jahren von 1964 bis 1994 lag das Minimum der Sparquote bei 11,3 % und das Maximum bei 16,2 %. Wovon bezahlen die Unternehmen Löhne und Gehälter, wenn fast jedes Jahr die komplette Geldmenge, die dem Wirtschaftssystem zu Zahlungszwecken zur Verfügung steht gespart wird?

Wie sieht die Situation aus dem Blickwinkel des Finanzexperten aus?

Die relative Veränderung der Gesamtgeldmenge.

Graphik 3: 1990 gab es einen starken Zuwachs von nur 14%. Da fand die wirtschaftliche Wiedervereinigung Deutschlands statt. Allerdings wurde die Gesamtgeldmenge nicht der Veränderung der Bevölkerungsgröße angepaßt, denn dann hätte sich die Gesamtgeldmenge um ca. 30% erhöhen müssen.

Der Kapitalmarkt wird ständig größer. Woher kommt das Geld? Es muß gespart worden sein. Woher hat das Wirtschaftssystem das Geld, das im nächsten Jahr ausgegeben werden kann? Es muß neues, zusätzliches Geld sein, das in der Vergangenheit noch nicht da war.

Das könnte aus dem Anwachsen der Staatsverschuldung entstehen. Der setzt es im Wirtschaftssystem ein und später wird es gespart.

Tabelle: Schulden in Billionen DM von 1970 bis 1990

Jahr

Staat

Alle

Alle – Staat

Relative Staatsverschuldung

1970
1971
1972
1973
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990

0,0473227
0,0487637
0,0552989
0,0613557
0,0721380
0,1085015
0,1284491
0,1501502
0,1775179
0,2026316
0,2323201
0,2731139
0,3090642
0,3414440
0,3672967
0,3923557
0,4153896
0,4404759
0,4751693
0,4905405
0,5421890

0,654235583
0,750140167
0,855933833
0,980554333
1,071968333
1,168308083
1,301100917
1,413768583
1,563775917
1,744882083
1,909799583
2,085928833
2,229803917
2,351073333
2,499420583
2,679520333
2,892505250
3,082172250
3,252914500
3,469173333
3,946333833

0,606912883
0,701376467
0,800634933
0,919198633
0,999830333
1,059806583
1,172651817
1,263618383
1,386258017
1,542250483
1,677479483
1,812814933
1,920739717
2,009629333
2,132123883
2,287164633
2,477115650
2,641696350
2,777745200
2,978632833
3,404144833

6,709584574
6,229394481
6,479074400
6,454418262
7,011858476
10,067876030
10,993589520
12,060257030
13,368318400
14,050173350
15,064200490
16,910030340
18,370435090
19,434458420
19,935773990
20,378938350
20,477673160
21,144196430
21,628097410
20,891844120
21,215722340

Nach der Wiedervereinigung hat sich die Bevölkerung schlagartig um ca. 30% erhöht. Die Menschen aus den neuen Bundesländern hatten vor der Wiedervereinigung keine Kredite aufgenommen. Deshalb wird der Gleichgewichtszustand durch die Wiedervereinigung extrem gestört. Aus diesem Grund habe ich nur die Werte bis 1990 verwendet.

Wenn man alle Schulden des Landes betrachtet und davon die Staatsverschuldung abzieht, dann hat sich diese Schuldenmenge in den Jahren von 1970 bis 1990 mehr als verfünffacht. Die Staatsverschuldung, die höchstens 1/3 des verfügbaren Einkommens ausmacht, ist viel zu klein um dieses enorme Anwachsen der Gesamtverschuldung zu erklären. Es muß also eine weitere Geldquelle geben.

Durch Inflation werden auch die Preise für die Objekte teurer, für die wir einen Kredit aufnehmen. Deshalb werden jedes Jahr höhere Kredite aufgenommen. Damit man die Kredite erhält muß auch eine Selbstbeteiligung angespart werden. Je höher die Kredite, desto mehr Geld muß für den Kapitalmarkt gespart werden. Also erhöht sich durch Inflation die Kreditmenge und die Geldmenge, die auf dem Kapitalmarkt gespart werden muß, damit man einen Kredit bekommt. Das Gleiche passiert, wenn mehr Leute einen Kredit aufnehmen, weil die Bevölkerung wächst. Also ist in der Sparquote auch Inflation und Bevölkerungswachstum enthalten. Ich kenne keinen Experten, dem das jemals aufgefallen ist.

Fazit

Man kann den Experten nicht immer vertrauen. Wenn Experten versagen, dann helfen die normalen Strategien nicht weiter. Man muß eine Systemanalyse durchführen. In einer solchen Systemanalyse müssen die Grenzen der Expertenbereiche gesprengt werden. Gibt es Widersprüche zwischen den Expertenbereichen, dann müssen diese Widersprüche aufgelöst werden. Immer dann, wenn es um Kompetenzüberschreitungen geht, sollte man die Expertenmeinungen in Frage stellen und Problemorientiert überprüfen.

Was meinen Sie wohl, wie ich diese Fehler entdeckt habe.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

 

Paradoxe Systeme und ihr Einfluß auf die Geldmenge

Categories: Geld
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Published on: 8. Juli 2011

Willkommen auf meinem neuen Blog „Blog Paradox“. Ich möchte Ihnen hier erklären, worum es in meinem Block überhaupt geht.

Normalerweise ist das egoistische Handeln gut für uns. Wir leben aber in einer Gesellschaft, wo auch das gesellschaftliche Handeln wichtig ist. Dabei kann es zu eigenartigen Effekten kommen. Das, was für den einzelnen gut ist, kann so schlecht für die Gesellschaft sein, daß jeder sehr große Nachteile hat. Die Nachteile können größer sein als die egoistischen Vorteile.

Ich möchte das mal anhand eines einfachen theoretischen Beispiels und einer praktischen Anwendung erläutern. Hier erst mal das theoretische Beispiel:

Das Gefangenendilemma

Die Polizei hat 2 Verdächtige festgenommen und verhört sie in verschiedenen Räumen, so daß die Verdächtigen nicht miteinander reden können. Jedem Verdächtigen macht die Polizei folgendes Angebot:

„Wir können Ihnen beiden so viel nachweisen, daß jeder von Ihnen für 1 Jahr ins Gefängnis kommt. Aber wenn Sie sich als Kronzeuge zur Verfügung stellen, dann kommen Sie Frei und Ihr Partner kommt für 5 Jahre ins Gefängnis. Die Sache hat allerdings einen Haken. Wir machen dieses Angebot auch Ihrem Partner. Sollten Sie sich beide gegenseitig belasten, dann können wir Ihnen nur 2 Jahre Gefängnis ersparen. Sie bekommen dann beide 3 Jahre Knast. Dieses Angebot gilt nur jetzt. Entscheiden Sie sich!“

Jetzt haben die Verdächtigen ein Problem. Sollen Sie den Mund halten oder ihren Partner verraten?

Die egoistischen Argumente sehen so aus. Wenn mich mein Partner nicht verrät, dann habe ich 2 Alternativen. Wenn ich ihn verrate bin ich frei, aber wenn ich ihn nicht verrate komme ich für 1 Jahr ins Gefängnis. Wenn mich mein Partner verrät, dann habe ich auch 2 Alternativen. Wenn ich ihn verrate komme ich für 3 Jahre ins Gefängnis, aber wenn ich ihn nicht verrate, dann komme ich für 5 Jahre ins Gefängnis. Es kommt also nicht darauf an, ob mich mein Partner verrät oder nicht, ich bin immer besser dran, wenn ich ihn verrate.

Das Dumme ist nur, mein Partner macht sich die gleichen Gedanken wie ich. Also verraten wir uns gegenseitig und wir müssen beide für 3 Jahre in den Knast. Hätten wir aber beide den Mund gehalten, müßten wir nur für 1 Jahr ins Gefängnis.

So funktioniert ein paradoxes System.

Die Stabilität

Man kann sich 2 Gesellschaftsmodelle vorstellen. Im 1. Modell sind alle Verräter. Das heißt: Alle kommen für 3 Jahre in den Knast. Im 2. Modell halten alle den Mund. Jeder geht nur für 1 Jahr in den Knast. Das 2. Modell ist besser als das erste Modell. Aber welches ist stabiler?

In jeder Gesellschaft gibt es Außenseiter. Das sind Leute, die die gesellschaftlichen Regeln brechen.

Im 1. Modell gibt es einen, der den anderen nicht verrät. Das könnte ein Intellektueller sein, der die Schwächen des Gefangenendilemmas erkannt hat. Da er eine seltene Ausnahme ist, kommt er für 5 Jahre in den Knast und der andere ist frei. Die Anderen lachen sich über ihn kaputt und die Revolution ist gescheitert.

Im 2. Modell gibt es jemanden, der den anderen verrät. Das könnte jemand sein, der nicht will, daß die Gesellschaft ihm ständig Regeln vorsetzt. Da er eine seltene Ausnahme ist, kommt er frei und sein Partner geht für 5 Jahre in den Knast. Man bedenke, alle anderen wären für 1 Jahr in den Knast gekommen, aber er ist frei. Dadurch wird er für einige Leute zum Vorbild. Sie fangen an, andere Leute zu verraten. Solange Sie immer noch Partner haben, die niemanden verraten, werden die Außenseiter immer mehr. Das Gesellschaftsmodell fängt an, sich aufzulösen. Das 2. Modell ist nicht stabil. Erst wenn die Außenseiter immer häufiger mit Außenseitern zusammenarbeiten, fällt das Fehlverhalten auf den einzelnen zurück.

Was kann man tun?

Man könnte die Regeln verändern. Man führt eine Gaunerehre ein. Ein Verräter wird erschossen. Jetzt sehen die egoistischen Argumente so aus. Wenn mich mein Partner nicht verrät, dann habe ich 2 Alternativen. Wenn ich ihn verrate bin ich frei und werde erschossen, aber wenn ich ihn nicht verrate komme ich nur für 1 Jahr ins Gefängnis. Wenn mich mein Partner verrät, dann habe ich auch 2 Alternativen. Wenn ich ihn verrate komme ich für 3 Jahre ins Gefängnis und werde erschossen, aber wenn ich ihn nicht verrate, dann komme ich nur für 5 Jahre ins Gefängnis. Es kommt also nicht darauf an, ob mich mein Partner verrät oder nicht, ich bin immer besser dran, wenn ich ihn nicht verrate, da ich dann am Leben bleibe. Also kommen wir beide nur für 1 Jahr ins Gefängnis. Jetzt ist der egoistische Vorteil mit dem gesellschaftlichen Vorteil identisch.

Ein Praxisbeispiel: Wie viel Geld gibt es und wofür wird es verwendet?

Unser Finanzsystem ist so aufgebaut, daß Geld durch Schulden entsteht und durch die Zurückzahlung von Schulden wieder vernichtet wird. Selbst Aktien können im weitesten Sinne als Kreditform für Unternehmen bezeichnet werden. Die einzige Ausnahme ist Gold. Durch den Ankauf von Gold, das irgendwo gelagert wird, wird ebenfalls Geld in Umlauf gebracht. Im Vergleich zur Gesamtgeldmenge ist das aber vernachlässigbar klein.

Aus diesem Grund ist die Gesamtgeldmenge keine konstante Größe sondern verändert sich mit dem Kreditverhalten der Menschen. Die Geldmenge, die die Banken verteilen können, hängen dabei nicht von den Einlagen auf dem Kapitalmarkt ab, denn die Banken können das Geld, welches sie in Umlauf bringen, von den Zentralbanken leihen. Sie sind die einzigen, die neues Geld erschaffen dürfen. Diese Veränderung der Geldmenge ist notwendig, denn sonst könnte sich die Geldmenge nie der Bevölkerungsgröße anpassen. Das ist auch der Grund, warum Gold allein kein geeignetes Zahlungsmittel ist. Die Geldmenge wäre dann nicht flexibel genug um sich an veränderte Bedingungen anpassen zu können.

Diese Gesamtgeldmenge wird für 2 Sachen verwendet. Es wird zu Zahlungszwecken für das Wirtschaftssystem genutzt und für den Kapitalmarkt.

Systemaufbau

1948 gab es eine Währungsreform. Jedem Bundesbürger wurde eine bestimmte Geldmenge zugeteilt. Das Vermögen wurde zunächst eingefroren und dann fast vollständig vernichtet. Die Geldmenge mußte sich erst wieder neu aufbauen.

Wenn ein neues Unternehmen gegründet wurde, hat das Geld gekostet. Dafür brauchte man einen Kredit. Dadurch erhöhte sich die Geldmenge und man konnte Löhne und Gehälter davon bezahlen. Der Kredit muß aber zurückgezahlt werden. Dann nimmt die Geldmenge wieder ab. Wenn immer neue Unternehmen gegründet werden, dann gibt es immer neue Kredite. Solange die Neuaufnahme von Krediten größer als die Zurückzahlung im ganzen Land ist, nimmt die Geldmenge zu. Dann sind Unternehmen auch lebensfähig wenn sie Leute einstellen. Das ist der Hauptgrund, warum sich in den 50-er Jahren das Wirtschaftswunder entwickelt hat.

Aber irgendwann sind die ersten Kredite abgezahlt. Wenn alle Kredite die gleiche Laufzeit haben, dann wird durch neue Unternehmen genau so viel neues Geld über neue Kredite geschaffen, wie über die Schuldentilgung vernichtet wird. Dann kann man in den neuen Unternehmen keine Leute einstellen, weil nicht genügend Geld für neue Arbeitsplätze da ist. Also muß für jedes neue Unternehmen ein altes pleite machen. Nur, warum sollte gerade das Unternehmen pleite machen, das gerade alle Schulden losgeworden ist? Es benötigt keine Ratenzahlungen mehr für die Banken. Unternehmensgewinne steigen und man kann diese nutzen als unfairen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, die einen Teil ihrer Gewinne an die Banken zahlen muß. Wenn Geld nur auf die Weise entstehen würde, wäre das System sehr instabil und würde kollabieren.

Private Kredite

Die stabilste aller Kreditformen ist der private Kredit. Nicht alle Produkte können vom Monatslohn bezahlt werden. Deshalb gibt es 2 mögliche Alternativen. Erst sparen und dann konsumieren oder einen Kredit aufnehmen zum Konsumieren und diesen Kredit anschließend zurückzahlen. Sämtliche Kredite erzeugen Geld und das Ersparte ist Geld, welches aus dem Wirtschaftssystem in den Kapitalmarkt umgeschichtet wird.

Die effektivste Methode der Geldentstehung ist der Häuserbau. Ein Teil der Kaufsumme – die Selbstbeteiligung – wird zuerst angespart. Das erhöht die Geldmenge auf dem Kapitalmarkt. Für den Rest bekommt man einen Kredit. Der erhöht die Gesamtgeldmenge. Früher lag die Selbstbeteiligung für einen Kredit bei 10 %. Weil es viele faule Kredite bei den Banken gab, wurden die Regeln für den Kreditkonsum im Basel II Abkommen verändert. Die Selbstbeteiligung wurde auf 20 % erhöht.

Welche Wirkung hat diese Maßnahme? Durch die Erhöhung der Selbstbeteiligung wächst der Kapitalmarkt und die Kreditsumme wird kleiner. Dadurch wird die Kreditaufnahme kleiner als die Kreditzurückzahlung. Das dauert ungefähr 3 Jahrzehnte. In dieser Zeit sinkt dann die Gesamtgeldmenge. Also bleibt für das Wirtschaftssystem weniger Geld übrig. Das kann mehrere Folgen haben:

  1. Unternehmerpleiten
    Dies bewirkt ein Schrumpfen des Wirtschaftssystems, höhere Arbeitslosigkeit, geringere Steuern für den Staat, höhere Kosten für Arbeitslosengeld, höhere Kosten der einzelnen Arbeiter für die Renten- und Krankenkassen.
  2. Arbeitsplatzabbau
    Dies bewirkt ein Schrumpfen des Wirtschaftssystems, höhere Arbeitslosigkeit, geringere Steuern für den Staat, höhere Kosten für Arbeitslosengeld, höhere Kosten der einzelnen Arbeiter für die Renten- und Krankenkassen.
  3. Geringere Arbeitslöhne    
    Dies bewirkt ein Schrumpfen des Konsums, geringere Steuern für den Staat, höhere Kosten für Arbeitslosengeld, da es mehr Aufstocker gibt.

Aus diesen Gründen können einige Opfer die Kredite nicht mehr nach Plan zurückzahlen. Für die Banken entstehen also neue faule Kredite wegen der zusätzlichen Sicherheit. Die faulen Kredite haben einen positiven Nebeneffekt. Die Kreditzurückzahlung verlangsamt sich. Dies schwächt den Schrumpfungsprozeß etwas ab. Diese zusätzlichen faulen Kredite führen aber dazu, daß sich die Bank weiterhin gegen faule Kredite absichern will. In der Zukunft werden weniger Leute kreditwürdig sein. Weniger Kredite bedeuten eine Schrumpfung des Wirtschaftssystems.

Einziger Ausweg: Zusätzliches Geld darf weder durch Unternehmen, noch durch private Kredite noch durch faule Kredite entstehen. Also macht der Staat Schulden.

Lösungsstrategie

Da es sich hier um ein Paradoxes System handelt, sollte man den umgekehrten Weg gehen. Der Verzicht auf Sicherheit stabilisiert das System. Man kann nach Strategien suchen, die den Kapitalmarkt verkleinern und die Gesamtgeldmenge erhöhen. Es gibt viele Möglichkeiten, das System zu optimieren. Hier ist Phantasie, Einfallsreichtum und Erfindergeist gefragt. Nur auf eines muß man achten. Jedes optimierte System schützt nicht davor, daß die Reichen über Zinseszinsen irgendwann einen zu großen Kapitalmarkt erzeugen. Deshalb muß der Kapitalmarkt begrenzt werden. Wenn diese Grenze überschritten wird, dann muß er aktiv abgeschöpft werden. Und zwar dort, wo die größten Probleme entstehen. Je besser das System optimiert ist, desto höher kann diese Grenze liegen.

Paradoxe Systeme in der Realität

Es gibt aber in der Realität noch viele Phänomene, die so ablaufen, wie das Gefangenendilemma. Hier einige Beispiele:

  1. MLM-Systeme     
    Es werden Produkte verkauft und der Vertriebsweg ist aufgebaut wie ein Schneeballsystem. Für den Unternehmer hat das den Vorteil, daß ein neues Produkt sehr schnell auf den Markt gebracht wird. Die ersten Vertriebspartner können sehr viel verdienen, da sie an den Provisionen ihrer angeworbenen Vertriebspartner über mehrere Ebenen mitverdienen. Irgendwann gibt es so viele Vertriebspartner, daß die Konkurrenz zu groß wird. Da sich immer mehr als die Hälfte am Ende einer Downline befinden oder nur 1 direkten Nachfolger haben, können die meisten Leute davon nicht leben. Wenn sie mehr darüber erfahren wollen, dann können Sie sich in meinen Newsletter eintragen. Da informiere ich Sie über meine neuen Blog-Artikel. Als Geschenk bekommen Sie ein von mir geschriebenes E-Book, das sich mit dieser und ähnlichen Vertriebsformen auseinander setzt. Das soll dazu beitragen, daß man nicht auf falsche Versprechungen hereinfällt.
  2. Der Preis der Riester-Rente         
    Ich habe einmal nachgerechnet, was passieren würde, wenn die ganze Bevölkerung 4% des verfügbaren Einkommens zusätzlich sparen würde. Der Kapitalmarkt würde dem Geldkreislauf so viel Geld entziehen, daß weniger als 13,5% des heutigen Systems übrig bleiben. In einem meiner nächsten Blog-Artikel werde ich darüber berichten.
  3. Wissenschaftliche Trugschlüsse   
    Nicht jeder wissenschaftliche Trugschluß hat etwas mit paradoxen Systemen zu tun. Da mir aber in wissenschaftlichen Bereichen sehr viele Fehler aufgefallen sind, habe ich vor, auch darüber zu berichten. Über den Treibhauseffekt, Ozonloch, usw. Sehr häufig entstehen Fehler durch Unaufmerksamkeiten. So ist die Sommerzeit dazu in der Lage die durchschnittliche Tagestemperatur zu verändern. Manchmal werden in der Auswertung ein paar physikalische Gesetze vergessen. Gefahren werden in der Presse groß aufgebauscht, aber die Entwarnung bekommt niemand mit. Das Meßverfahren ändert sich.    
    Ein Beispiel: Ein fehlerhaftes Meßverfahren wird korrigiert und liefert plötzlich ziemlich genaue Werte, die vorher nicht gemessen werden konnten. Früher gab es nur 2 Methoden einer zuverlässigen Ozonmessung. Nächtliche Messungen mit Hilfe einer Quecksilberlampe und ein chemisches Meßverfahren, das Durchschnittswerte über einen Zeitraum von 24 Stunden ermittelte. Das chemische Meßverfahren wurde so verbessert, daß ein Durchschnittswert von 30 Minuten gemessen werden konnte. Dabei stellte sich heraus, daß es sehr hohe tageszeitige Schwankungen gab. In dem Jahr, in dem das Meßverfahren fertig entwickelt worden ist, hat man das erste Mal besonders hohe Ozonwerte in Los Angeles und Umgebung gemessen. Weil in dem gleichen Jahr durch den Borkenkäfer große Waldschäden entstanden sind, war Ozon der Verdächtige Nr. 1. Erst nach 10 Jahren Waldschadensforschung durch Begasung der Bäume mit Ozon kam heraus, daß die Wirkung des Ozons auf Waldschäden total überschätzt wurde.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen einigermaßen zufriedenstellenden Überblick über meinen neuen Blog verschaffen. Wenn er Sie interessiert, dann schauen Sie doch mal wieder vorbei. Wenn Sie darüber informiert werden wollen, wann ich wieder einen neuen Artikel veröffentlicht habe und welches Thema behandelt wird, dann können Sie sich kostenlos in meinen Newsletter eintragen lassen. Dann bekommen Sie sogar ein kleines Geschenk.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

 

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Ich habe mir überlegt, wie ich diesen Blog finanzieren kann. Die Blogartikel sollen frei von Werbung sein. Das ist wichtig. Ich habe mich erst mal als Vertriebspartner bei Amazon angemeldet. Wenn Sie sich für meine Blogartikel interessieren, dann interessieren Sie sich vielleicht auch für andere Sachen, für die ich mich interessiere. Deshalb empfehle ich hier einige Bücher, die ich selbst vollständig gelesen habe und die mir gefallen haben.
Soweit vorhanden, habe ich mir auch die Rezensionen der Bücher angesehen. Waren die Rezensionen zu schlecht, dann habe ich das Buch aussortiert.
Einige habe ich gekauft, andere habe ich in der UNI-Bibliothek ausgeliehen.
Hier sind die Links zu der von mir bevorzugten Literatur.

Ein Buch, das sich mit Irrtümern auseinandersetzt:
Die 1000 Irrtümer der Allgemeinbildung

Ein paar Bücher, die sich mit der Medizin auseinander setzen:
Die Krankheitserfinder
Der Meineid des Hippokrates

Wenn es innerhalb eines Systems Fehler gibt, dann kann man das nur erkennen, wenn man das System unter optimalen Bedingungen untersucht. Das kann dazu führen, daß man manchmal die illegalen Sachen vernachlässigt. Dieses Buch beschäftigt sich mit illegalen Bankgeschäften:
Die Bank als Räuber

Das Buch wurde bereits 1958 geschrieben und ist immer noch aktuell. Ich habe das Buch gekauft, weil es mir empfohlen wurde. Ich habe 3 Tage gebraucht um es zu lesen. Ich habe sogar Alpträume davon bekommen. Der Teufel will die Menschheit vernichten. Dafür braucht er immer wieder neue Helfer. Und die will er von seinem Können überzeugen. Ein kleiner Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
Bericht des Stinkteufels über die Verpestung der Atemluft
Referat über die Verseuchung der Gewässer
Erkrankung und Entartung durch Feinkost
Bericht des Karstteufels über die Zerstörung des Waldes
Der Kampf gegen den Geist
Erfolgsbilanz des Medizinteufels
Referat über Fremdstoffe und Gift in der Nahrung
Bericht des Atomteufels
...
Hier der Link zum Buch:
Der Tanz mit dem Teufel

Ein mathematisches Buch, welches sich mit Paradoxien auseinandersetzt darf natürlich nicht fehlen:
Buch ohne Titel

Geistige Gespräche aus dem antiken Griechenland, bei dem man den anderen immer wieder zum lügen bringt. Auch wenn er nur die Wahrheit sagen will:
Sokrates ist nicht Sokrates

Während meines Studiums gab es 2 Autoren, die ich ganz besonders mochte. Der eine war Paul Watzlawick. Ich bin auf Ihn aufmerksam geworden durch das Buch "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" Es hat mir so gefallen, daß ich alle Bücher, die ich von ihm finden konnte, gelesen habe. Es sind Bücher, die sich mit der Psychologie der Menschen auseinandersetzen. Man kann dort viel über sich selbst lernen.
Folgende Bücher habe ich gelesen:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Anleitung zum Unglücklichsein
Menschliche Kommunikation
Lösungen

Ich habe verschiedene Bücher von Vera F. Birkenbihl gelesen. Allerdings kann ich mich nicht mehr an viele Titel erinnern. Ein Buch ist bei der Recherche der Rezensionen nicht durchgefallen:
Kommunikationstraining


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