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Schuldlos Schuldig

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Published on: 3. März 2012

Letzte Woche habe ich im Internet den Artikel „Wie das Netz den bösen Gauck erfand“ gefunden. Joachim Gauck, unser Kandidat für das Bundespräsidentenamt wird im Internet schlecht gemacht. Es werden dabei Aussagen von ihm aus dem Zusammenhang herausgerissen und falsch dargestellt. Er wurde noch nicht mal gewählt, schon beginnt die Hetze.

Die letzten beiden wurden ja ganz schön fertig gemacht. Sie haben das Amt vorzeitig verlassen. Hatte sich Horst Köhler irgendetwas zu Schulden kommen lassen? Ich kann mich eigentlich gar nicht daran erinnern!

Und was ist mit Christian Wulff? Hat er in seinem Amt irgendetwas falsch gemacht? Man wirft ihm bisher nur Sachen vor, die vor seinem Amtsantritt waren. Die Presse hat ihn Stück für Stück fertig gemacht und die Bevölkerung gegen ihn aufgehetzt.

Für die Presse war das ein gefundenes Fressen, denn damit verkauft man Zeitungen. Je höher das Amt, desto größer der Skandal.

Soll das jetzt immer so weiter gehen? Sollen wir die Menschen in hohen Ämtern nur noch nach ihren Fehlern aus der Vergangenheit verurteilen, weil keine Fehler in den Handlungen in ihren Ämtern gefunden werden?

Das ist eigentlich ziemlich armselig. Denken Sie nur an Karl-Theodor zu Guttenberg. Ich hielt ihn in seinem Amt nicht für besonders kompetent. Aber er ist aus den falschen Gründen gegangen worden. Die Plagiatsvorwürfe hatten nichts mit seinem Amt als Minister zu tun. Warum versucht die Presse nicht die Leute aus ihren Ämtern zu vertreiben wegen Unfähigkeit in ihrem Amt? Dort werden haufenweise Fehler gemacht. Vor allem deshalb, weil viele Politiker von der Materie keine Ahnung haben. Von denen möchte ich eigentlich nicht regiert werden.

Was soll man von Politikern halten, die Menschen in ein fremdes Land zum Krieg spielen schicken, denen es aber völlig egal ist, ob die Menschen dadurch einen psychischen Schaden bekommen.

Was soll man von Politikern halten, die ein ganzes Land in Armut zwingt. Als Belohnung dafür bekommt die Regierung des Landes Geld, damit davon Spekulanten, Banken und Versicherungen, bezahlt werden können. Anstatt Probleme zu lösen, werden Probleme geschaffen, weil sie keine Ahnung haben, wie das System funktioniert.

Was soll man von Politikern halten, die den Gemeinden so wenig Geld lassen, daß aus Schulen Ruinen werden, die nicht saniert werden können, weil die Gemeinden kein Geld für die Renovierung bekommen. Das ist noch nicht mal ein Grund, die Schulen zu schließen.

Was soll man von Politikern halten, die bei der Vergabe von Bauprojekten nur nach dem billigsten Preis gehen, aber nicht auf Qualität achten? Dadurch werden Unternehmen gefördert, die ihr billiges Preisangebot mit Hilfe von zu billigen Löhnen, Pfuscharbeit oder nachträgliche Verteuerungen aufrechterhalten können. Aber die, die Wertarbeit machen können dann zu Grunde gehen.

Es gibt so viele Skandale in der Politik, bei denen man zu recht Politiker wegen ihrer Taten in der Politik fertig machen kann. Aber warum stürzt man sich auf Leute, die sich in ihren Ämtern nichts zu Schulden kommen lassen.

Geeignete Kandidaten

Wir sollten auch einmal an die Zukunft denken. Welche Eigenschaften muß ein Bundespräsident haben, damit er nicht vorzeitig aus seinem Amt rausgeekelt oder zur Aufgabe gezwungen werden kann?

Wie wäre es mit einem unfehlbaren Charakter, der sich nie etwas zu Schulden hat kommen lassen?

Wie soll man ihn finden? Man kann nie an alles denken. Man kann keinen Menschen perfekt untersuchen. Man kann ihn auch nicht fragen, was er alles falsch gemacht haben könnte. Vielleicht weiß er das selber nicht mehr. Für ihn war es unbedeutend, während es für andere ganz wichtig sein kann.

Menschen sind nun mal nicht gleich. Menschen haben unterschiedliche Wertvorstellungen. Wir haben Gefühle, wir können logisch denken, wir haben Instinkte. All diese Sachen sind für uns lebenswichtig. Und sie sind für jeden Menschen anders, da die Menschen unterschiedliche Lebenserfahrungen und unterschiedliche Erbmerkmale haben.

Ein perfekter Mensch, dem man nichts vorwerfen kann, ist ein Mensch, der sich sehr streng an Regeln hält, die eingehalten werden müssen. Er macht es auf jeden Fall für sich selber. Das kann allerdings auch sehr leicht dazu führen, daß er dies auch von anderen Menschen erwartet. Dann wäre er sehr intolerant.

Perfekte Charaktereigenschaften können sehr leicht dazu führen, daß ein Amt nicht mehr gut geführt werden kann. Ich würde meine Mutter zum Beispiel nie zu einer Finanzministerin machen. Sie kann ziemlich gut mit Geld umgehen. Obwohl nur mein Vater gearbeitet hat und meine Mutter zu Hause 3 Kinder versorgte, ist es uns nie schlecht gegangen. Meine Mutter hat aber den Charakterfehler, daß sie keine Schulden mag und daher keine Schulden machen würde. Sie würde als Finanzministerin nicht ihre Strategien darauf ausrichten, wie unser Finanzsystem funktioniert. Deshalb kann sie nicht optimal arbeiten.

Mit Hilfe von guten Charaktereigenschaften allein kann man nicht gewährleisten, daß ein Amt gut geführt wird. Man braucht auch Kompetenz und Durchsetzungsvermögen.

Sehr häufig ist für die Kompetenz auch Erfahrung notwendig, da man nicht immer alle potentiellen Schwierigkeiten voraussehen kann. Ich gebe ihnen ein Beispiel aus meinem Leben.

Lebenserfahrung aus der Kindheit

Wenn ich nach meinen Eltern gehe, dann war ich ein ruhiges Kind gewesen. Als ich in die Grundschule kam, hatte ich einen guten Anfang gemacht. So stand es in meinem ersten Zeugnis.

Mir fiel Lernen leicht, aber es gab Kinder, denen hat das gar nicht gefallen. Wenn ich es nicht geschafft hatte, in den Pausen in die Nähe von Lehrern zu kommen, die die Pausenaufsicht hatten, dann wurde ich regelmäßig in den Pausen von 2 Klassenkameraden gequält, die sich von mir benachteiligt fühlten.

Dies ging so bis zur 4. Klasse. Ich hatte 2 andere Klassenkameraden, Norbert Müller und Uwe Webbler, mit denen ich mich über dieses Problem unterhalten hatte. Sie sagten mir, wenn in der nächsten Pause wieder so etwas passieren würde, dann solle ich deren Inertialen rufen: „NMUW“. Zuerst passierte nichts. Aber dann wurden meine beiden Quälgeister von allen 4. Klassen und der Klasse meines Bruders, der in der 2. Klasse war, über den Schulhof gejagt. Ich konnte dabei auch sehen, daß diese Schüler getreten wurden. Von da an haben die mich nie wieder angerührt.

Dann kam ich in die Realschule. Als die Schüler in die Klassen eingeteilt wurden, mußte ich mit Bestürzung feststellen, daß ein Schüler, der in der 3. Klasse sitzengeblieben war und dann in meine Klasse kam, auch mein Klassenkamerad in der Realschule sein sollte. Dieser Schüler entwickelte sich in die gleiche Richtung wie meine beiden Quälgeister.

So etwas wie auf der Grundschule wollte ich aber nicht noch einmal erleben. Deshalb habe ich noch auf dem Schulhof mit ihm Freundschaft geschlossen. Das war keine gute Freundschaft, denn er hat mich zum Klauen erzogen. Nach 3 Jahren ist es zu einem Bruch gekommen, nachdem ich vorher mit ihm von zu Hause weggelaufen bin.

Ich habe durch dieses Erlebnis für mich eine wichtige Erfahrung gemacht. Man darf sich nicht mit seinen Feinden verbünden.

In Filmen, in denen es den Kindern ähnlich schlecht ergeht, wie es mir ergangen ist, wird den Kindern immer wieder empfehlen, daß sie mit ihren Quälgeistern Freundschaft schließen sollen. Solche Ratschläge kann nur jemand geben, die nicht weiß, wie die Konsequenzen im Laufe der Zeit aussehen können.

Optimale Politik

Ich habe mir mal überlegt, was man braucht, um gute Politik zu machen.

Im Prinzip ist es egal, welche Politikform gewählt wird, solange 3 Bedingungen erfüllt werden:

  1. Wer auch immer ein Land führt, muß sich selbst als Diener des Volkes verstehen. Dann wird er sein ganzes Handeln, sein ganzes Streben danach ausrichten, daß es dem Volk gut geht. Bildlich gesprochen: Das Herz muß stimmen.
  2. Egal, welche Probleme auch immer auftauchen mögen. Man muß schlau genug sein, um die Probleme lösen zu können. Man kann noch so ein gutes Herz haben, aber wenn man nicht schlau genug ist, dann muß das Volk darunter leiden. Bildlich gesprochen: Der Verstand muß stimmen.
  3. Bei jedem Problem, das auftreten könnte, gibt es immer Nutznießer dieses Problems. Diese werden all ihre Macht einsetzen, damit dieses Problem erhalten bleibt. Nur aus diesem Grund muß derjenige, der ein Volk leiten will, die höchste Macht des Staates haben. Bildlich gesprochen: Die Muskeln müssen stimmen.

Alle 3 Sachen müssen stimmen, sonst muß das Volk darunter leiden. In unserer Demokratie wird das Herz durch den Präsidenten vertreten. Es ist aber nur dann wirklich handlungsfähig, wenn der Präsident herzlose Gesetze ablehnen darf und dies auch durchführt.

Der Verstand wird vom Kanzler oder der Kanzlerin, den Ministern und den Abgeordneten, die über die Gesetze abstimmen vertreten.

Die Muskeln werden von der Polizei, den Gerichten und der Armee – als Absicherung nach außen – vertreten.

Das Herz, der Verstand und die Muskeln sollten die Kriterien sein, nach denen man die Leute in ihren Ämtern beurteilt. Wer seine Sache schlecht macht fliegt raus und wird durch jemand besseren ersetzt. Das wäre die richtige Strategie.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Problemlösungen fürs Wirtschafts- und Finanzsystem

Categories: Geld, Politik
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Published on: 16. Dezember 2011

Ich habe Ihnen in einigen Artikeln gezeigt, wie sich das Wirtschaftssystem und das Finanzsystem gegenseitig beeinflussen. Ich habe Ihnen viele real existierende Probleme in Deutschland gezeigt. Es waren Bestandsaufnahmen der Vergangenheit und der Gegenwart. Aber welche Möglichkeiten haben wir, die Zukunft zu gestalten?

Die Grundidee

Es gibt 4 allgemeine Regeln, die strikt eingehalten werden müssen. Diese 4 allgemeinen Regeln sind notwendig, um das Finanzsystem stabil zu halten. Außerdem können dann alle Wirtschaftsprobleme gelöst werden, die durch Geldmangel entstehen.

Zu diesen allgemeinen Regeln mache ich Lösungsvorschläge. Sie müssen nicht übernommen werden. Wenn jemand eine bessere Idee hat, dann kann er sie ruhig benutzen.

Für jede Idee ist folgendes zu beachten: Jeder Lösungsvorschlag verändert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Man kann nicht immer perfekt vorausplanen, welche Konsequenzen das hat. Sollte eine Problemlösung mal nicht funktionieren, dann verletzt sie mindestens eine der 4 allgemeinen Regeln und sollte durch eine andere Maßnahme ersetzt werden.

Über die Regeln 1, 2 und 4 werden dann die äußeren Einflüsse kontrolliert, die verhindern können, daß die Maastricht-Kriterien eingehalten werden.

Über die 4 allgemeinen Regeln hinaus gebe ich noch ein paar Ratschläge, wie man die besondere Situation der neuen Bundesländer lösen kann, als auch ein paar Ratschläge für das Steuer- und Sozialsystem als auch für die Versicherungen.

Eine Vorbemerkung:
Bei Vollbeschäftigung sollte man manchmal andere Strategien verwenden als bei hoher Arbeitslosigkeit. Wo liegt die Grenze dazwischen? Selbst als es in der alten Bundesrepublik Vollbeschäftigung gab, lag die Arbeitslosigkeit nicht bei 0%, sondern knapp unter 1%. Das liegt zum größten Teil an saisonbedingter Arbeitslosigkeit. Im Winter können nicht alle Berufe ausgeführt werden. Wir können diese Berufe auch nicht abschaffen, sonst könnten beispielsweise keine Häuser mehr gebaut werden. Die neuen Bundesländer haben wesentlich strengere Winter als der Durchschnitt der alten Bundesländer. Das liegt an ihrer geographischen Lage. Es wäre deshalb sinnvoll, eine gewisse Sicherheitsspanne einzuführen und als Vollbeschäftigung eine Arbeitslosigkeit <2% im Jahresdurchschnitt zu definieren. Diese Unterscheidung zwischen hoher Arbeitslosigkeit und Vollbeschäftigung benutze ich auch bei meinen Beschreibungen.

Regel 1:
Stabilisierung des Geldentstehungsprozesses auf hohem Niveau.
Unerwünschte Schulden sind vollständig zu beseitigen.

Erläuterung:
Die Geldmenge muß stabilisiert werden und sollte möglichst nur durch erwünschte Schulden aufgebaut werden. Das Geld muß reichen für das Wirtschaftssystem und das Finanzsystem zusammengenommen. Schwankungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Es ist so gut wie unmöglich eine absolut stabile Altersverteilung in der Bevölkerung zu erreichen. Deshalb muß ein Ausgleich durch zusätzliche Schulden durchgeführt werden können. Die Steuerungsmechanismen der Zentralbanken sind ungeeignet, da eine Steuerung erst in Jahrzehnten abgeschlossen ist. Deshalb sollten Schwankungen im Geldentstehungsprozeß durch den Staat ausgeglichen werden, da er am präzisesten in das System eingreifen kann. Wie viel Geld für die Ausgleichsprozesse benutzt werden darf, könnte allerdings durch die Zentralbanken kontrolliert werden, solange Vollbeschäftigung herrscht. Wenn die Ausgleichsprozesse von den Zentralbanken kontrolliert werden, dann sollten sie zinsfrei sein. Die Anpassung hat monatlich exakt zu erfolgen. Die bisher benutzten Steuerungsmechanismen der Zentralbanken dürfen nur in Abständen von Jahrzehnten durchgeführt werden und diese Maßnahmen müssen sehr gering sein.

Regel 2:
Der Kapitalmarkt muß beschränkt sein.
Er darf im Vergleich zum Wirtschaftsgeld nicht zu groß werden.

Erläuterung:
Die Summe aller Zinsen, die aus dem Wirtschaftsgeld bezahlt werden, dürfen nicht zu groß werden. Ist der Kapitalmarkt zu groß, dann kann es passieren, daß es im System zu wenig Menschen gibt, denen ein Kredit gewährt wird. Das Wirtschaftssystem muß dann schrumpfen oder es entstehen unerwünschte Schulden oder Staatsschulden. Deshalb ist es sinnvoll, das auf dem Kapitalmarkt brach liegende Geld wieder in den Geldkreislauf zurückzubringen, ohne daß dabei in der Bevölkerung neue Kredite entstehen. Wenn das Geld über den Staat in das Wirtschaftssystem eingeschleust wird, dann könnte man formal Kredite benutzen, die müssen aber zinsfrei sein. Nur dann hat man es mit einem Umverteilungsprozeß zu tun.

Regel 3:
Die Zentralbanken müssen mitmachen.
Sie dürfen keine Geldbeschränkung durchführen.

Erläuterung:
Die Untersuchung hat ergeben, daß das Wirtschaftsgeld in der Vergangenheit sehr gut mit der Geldmenge übereinstimmt, die von der Zentralbank in Umlauf gebracht wird. Die Zentralbanken dürfen deshalb keine Geldbeschränkung durchführen, denn sonst kann es passieren, daß die Regeln 1 und 2 nicht gleichzeitig eingehalten werden können. Das bedeutet aber auch, daß die Inflationsbekämpfung nicht mehr durch die Zentralbank gewährleistet werden kann. Die Zentralbanken verwenden eine indirekte Inflationsbekämpfung durch die Beschränkung der Geldmenge. Der Staat muß eine direkte Inflationssteuerung durchführen, da es für die Unternehmen immer einfacher ist, die Preise zu erhöhen, wenn mehr Geld in das System eingeschleust wird, als die Produktionsmenge zu erhöhen oder neue zusätzliche Produkte zu erfinden. Nur wenn sich das Wirtschaftssystem ausbreiten kann, können wieder neue Arbeitsplätze entstehen, um die Arbeitslosigkeit zu senken.

Regel 4:
Absicherung nach außen.
Es darf weder Geldüberschüsse noch -defizite in der Gesamtbevölkerung geben.

Erläuterung:
Das Finanzsystem braucht eine Absicherung nach Außen. Es darf im Finanzsystem weder Überschüsse noch Defizite geben. Das kann nur über internationale Verträge geregelt werden. Es muß deshalb in Europa zu einer Gesetzesänderung kommen. Die Solidaritätszahlungen zwischen den Ländern Europas müssen ersetzt werden durch eine individuelle Staatsverschuldung der einzelnen Länder. Transferzahlungen dürfen nur noch dazu dienen, daß die einzelnen Länder möglichst gut gegen Überschüsse und Defizite abgesichert sind. Man kann allerdings besonders kleine Länder zusammenschließen zu einer Ländergemeinschaft, die formal wie ein einzelnes Land behandelt wird. Große Länder sollten in Gebiete unterteilt werden, in denen eine regionale Defizit- und Überschußabsicherung stattfinden kann.

Die strategische Vorgehensweise

Es werden klar definierte Ziele benötigt. Dann muß man sich überlegen, wie weit die Realität vom Ziel entfernt ist. Je weiter man vom Ziel entfernt ist, desto gröber müssen die Maßnahmen sein, um das Ziel zu erreichen. Je näher man am Ziel ist, desto spezifischer müssen die Lösungsansätze sein.

Das gilt übrigens auch dann, wenn sich neue Probleme entwickeln. So lange es ausreicht, an kleinen Stellschrauben zu drehen, um die Probleme zu lösen, ist diese Maßnahme zu empfehlen. Wenn die Maßnahmen nicht mehr ausreichen, um die Probleme zu lösen, müssen immer gröbere Maßnahmen erfunden werden, bis man die Probleme wieder in den Griff kriegt.

Es ist dabei wichtig in Krisensituationen grobe Notfallmaßnahmen durchzuführen. Dadurch bekommt man Zeit, um die Ursachen der neuen Probleme zu erforschen. Hat man Sie gefunden, dann muß die Notfallmaßnahme durch eine funktionierende Gegenstrategie ersetzt werden. Dann kann es auch nicht mehr passieren, daß sich ein kleines Problem im Laufe der Zeit immer weiter aufbläht.

Ideen, wie die Regeln 1 bis 4 umgesetzt werden können

Zu Regel 1:

Es gibt die privaten Schulden und die Unternehmerschulden. Die muß man addieren. Anschließend berechnet man, wie viel fehlt oder wie viel Überschuß vorhanden ist, um ein Wirtschaftssystem in einer gewünschten Größe zu unterhalten inklusive des Kapitalmarktes. Der Kapitalmarkt sollte aber im Verhältnis zum Wirtschaftssystem nicht zu umfangreich werden, damit die Kosten für die Zinsen nicht zu groß werden. Er muß irgendwie begrenzt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß im Kapitalmarkt zu viel Geld gezählt wird. Selbstbeteiligungen und zusätzliche Tilgungen werden beim Sparanteil der Bevölkerung immer mitgezählt, obwohl sie Teil des Geldentstehungs- und Geldvernichtungsprozesses sind. Darüber hinaus gibt es Kreditverträge, die bei Banken aufgenommen wurden, für die nur Zinsen gezahlt werden. Die eigentliche Tilgung findet über eine Kapitalversicherung statt. Wenn die Kredithöhe angespart wurde, wird der ganze Kredit auf einmal getilgt. Die eigentliche Tilgung findet während des Ansparprozesses der Kapitalversicherung statt und nicht erst am Ende des Kreditvertrags.

Wenn bei dieser Berechnung herauskommt, daß Geld fehlt, dann sollte dieses Geld vom Staat zur Verfügung gestellt werden, denn wenn der Staat das nicht macht, dann entsteht ein Ausgleich entweder durch die Erzeugung von unerwünschten Schulden oder ein Schrumpfen des Wirtschaftssystems.

Wenn ein Überschuß vorhanden ist, dann kann sich das Wirtschaftssystem vergrößern. Man muß aber aufpassen, daß nicht ein Teil des Überschusses durch Inflation verbraucht wird. Diese würde wieder die Geldmenge im Warenwert verringern.

Durch diese Maßnahmen kann der Geldentstehungsprozeß den erwünschten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepaßt werden.

Um den Geldentstehungsprozeß stabilisieren zu können, müssen alle Menschen ein genügend großes Einkommen haben, um sich am Geldentstehungsprozeß beteiligen zu können, wenn sie es wollen. Das bedeutet: Die Billiglöhne müssen massiv bekämpft werden, da sich Menschen, die zu wenig verdienen, nicht am Geldentstehungsprozeß beteiligen können. Deshalb ist die Einrichtung von Mindestlöhnen auf hohem Niveau sinnvoll.

Das kann natürlich dazu führen, daß einige Unternehmen nicht mehr überlebensfähig sind, weil sie die Mindestlöhne nicht zahlen können. In diesem Fall sollten wir genau überlegen, ob wir diese Unternehmen erhalten wollen oder nicht. Es gibt verschiedene Wirtschaftsbereiche, die sich sehr unterschiedlich weiterentwickeln. Bei der Autoherstellung kann ein großer Teil der Herstellungskosten gespart werden, wenn ein Großteil der Produktion durch Roboter übernommen wird. Dadurch kann man in den Herstellungskosten viel einsparen. Bei den Friseuren geht das nicht. Wenn wir wollen, daß Friseure weiterhin existieren, müssen deren Preise wahnsinnig hoch werden oder sie müssen subventioniert werden.

Ein großer Teil der Billigjobs ist entstanden, weil es im Geldkreislauf zu wenig Geld gab. Die Unternehmen, die von Billigjobs abhängig sind, müssen zugrunde gehen damit die Unternehmen überlebensfähig werden, die in der Lage sind, anständige Löhne zu bezahlen, was notwendig ist, damit sich die Menschen am Geldentstehungsprozeß beteiligen können.

Die anständig bezahlten Löhne sind eine Voraussetzung, damit sich der Geldentstehungsprozeß stabilisieren kann. Bis der Geldentstehungsprozeß ein Gleichgewicht erreicht, müssen wir ca. 3 Jahrzehnte warten. Deshalb muß der Staat bis zu diesem Zeitpunkt durch zusätzliche Kredite für einen Ausgleich sorgen. Das geht natürlich am besten, wenn das brachliegende Kapital auf dem Kapitalmarkt aktiviert wird. Die Geldmenge auf dem Kapitalmarkt ist schließlich mehr als 24 Mal so groß wie das Wirtschaftsgeld.

Wir haben momentan das Problem, daß die Konjunktur sehr schwach ist. Wenn man die Konjunktur ankurbeln will, dann gibt es eine Gefahr: Die Inflation. Für die Unternehmen sind höhere Gewinne zu erzielen, wenn sie nicht mehr produzieren, sondern stattdessen höhere Preise verlangen. Will man die Konjunktur stärken, dann muß die Inflation direkt gesteuert werden und nicht indirekt, wie es die Zentralbanken machen.

Wie kann man erreichen, daß das Wirtschaftssystem wächst? Das Wirtschaftsgeld muß mehr werden. Dazu muß Geld möglichst geschickt in das System eingefügt werden. Die Inflation sollte auf 0% begrenzt werden. Negative Inflation erhöht zwar die Geldmenge im Warenwert, doch kann es dadurch passieren, daß ein Kreditnehmer irgendwann nicht mehr genug verdient, um die Raten für den Kredit bezahlen zu können, da auch die Löhne und Gehälter im Laufe der Zeit kleiner werden! Das muß natürlich kontrolliert werden.

In „Notfallplan: Rettung für Europa?“ habe ich bereits einen Vorschlag gemacht, wie man die Inflation politisch bekämpfen kann.

Geldmengenanpassung an das Wirtschaftssystem:

Weil durch die Unternehmensgründung nicht genug Geld für den Geldkreislauf entsteht, brauchen wir ein anderes Konzept. Deshalb würde ich folgendes empfehlen:

Für jeden Arbeitslohn als auch für den Unternehmerlohn eines Monats muß ein Unternehmer einen Kredit aufnehmen, der nicht zurückgezahlt werden darf. Wenn sich der Arbeitslohn verändert muß sich automatisch die Kredithöhe verändern. Entlassungen und Einstellungen neuer Mitarbeiter verändern ebenfalls diese Kredithöhe.

Es wäre sinnvoll, wenn dieses Geld direkt von der Zentralbank käme. Der Staat darf aber von der Zentralbank kein Geld leihen. Er darf aber eine Bank eröffnen und diese darf Geld von der Zentralbank leihen. Er sollte am besten eine Bank eröffnen mit nur einer speziellen Aufgabe. Die Geldmenge soll dem Wirtschaftssystem angepaßt werden. Es darf natürlich keine Verluste geben, aber diese Bank darf auch keine Gewinne machen. Die Einnahmen der Bank müssen gerade eben so hoch sein, daß die Kosten der Bank, die Löhne der Angestellten und die Zinsen an die Zentralbank gezahlt werden können. Das stellt sicher, daß immer eine gewisse Geldbasis im System zur Verfügung steht, die sich dem Umfang des Wirtschaftssystems anpassen kann. Sollte ein Unternehmen Mitarbeiter entlassen, dann muß der Mitarbeiterlohn zurückgezahlt werden, geht ein Unternehmen pleite, dann wird dieses Geld aus den Steuererträgen zurückgezahlt, wenn annähernd Vollbeschäftigung herrscht, damit das überschüssige Geld nicht zu Inflation führt. Bei hoher Arbeitslosigkeit gibt es im Geldkreislauf zu wenig Geld. In diesem Fall sollte dieses Geld nicht zurückgezahlt werden.

Regelungen für Kreditinstitute:

Es ist sinnvoll, sämtliche Kreditformen nach ihrem Anteil am Geldentstehungsprozeß zu untersuchen, vom Beginn des Ansparens der Selbstbeteiligung über alle Sicherheiten bis zum Ende des Kredits. Wenn der Wirkungsgrad im Geldentstehungsprozeß zu klein ist, dann sollte diese Kreditform verboten sein.

Diese Maßnahme hätte den Vorteil, daß die Banken immer noch eine gewisse Freiheit für die Erfindung neuer Finanzprodukte haben.

Zu Regel 2:

Ein Teil des Kapitalmarktes wird in Form von Sicherheiten verschwendet. So ist es beispielsweise rechtlich zulässig, daß die Vermieter eine Kaution bis zur 3-fachen Höhe der Monatsmiete verlangen dürfen. Dieses Geld muß der Vermieter gewinnbringend auf dem Kapitalmarkt anlegen, denn es ist nicht sein Eigentum, sondern das Eigentum des Mieters. Weder der Mieter noch der Vermieter dürfen dieses Geld verwenden. Dieses Geld darf am Wirtschaftssystem nur in den seltenen Fällen teilnehmen, in denen die Kaution verwertet werden darf. Damit gibt es ein riesiges Geldpotential, dem es rechtlich gesehen verboten ist, am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Mit einer einfachen Maßnahme kann man dieses Geld wieder in den Geldkreislauf bringen:

Man kann Kautionen in Versicherungsleistungen umwandeln.

Sämtliche Vermieter müssen die Kautionen an die Mieter zurückzahlen und es ist ihnen rechtlich verboten Kautionen zu verlangen! Stattdessen sollen sie dazu verpflichtet werden, eine Versicherung abzuschließen, für die seltenen Spezialfälle, in denen die Kaution in der Vergangenheit verwertet werden durfte. Die Beiträge für die Versicherungen müssen so niedrig sein, daß sämtliche Beitragszahlungen der Versicherungen so hoch sind wie die Kosten, die den Versicherungen entstehen. Dazu gehören natürlich nicht nur die Leistungen der Versicherungen, sondern auch Löhne und Gehälter, die eventuell anfallen können. In dem Fall wird nur das Geld als Sicherheit genutzt, welches wirklich im Geldkreislauf verwendet wird. Der Rest des Geldes darf von den Eigentümern ausgegeben werden, damit machen Unternehmer wieder Gewinne und das Geld kann zum Bezahlen von Löhnen und Gehältern verwendet werden. Das Geld wird wieder wirtschaftlich aktiv!

Alternativ zur Umwandlung in Versicherungsleistungen, könnte die Kaution auch zinslos beim Staat angelegt werden, der das Geld dann nicht auf ein Konto einzahlt, sondern wieder in den Geldkreislauf einschleust. Muß der Staat das Geld zurückzahlen, weil der Mieter verstorben oder umgezogen ist, dann nimmt der Staat das Geld von den Steuern. Durch diese Maßnahme braucht für die Kautionen ebenfalls kein Geld auf den Kapitalmärkten gesammelt werden.

Auch in anderen Bereichen des Kapitalmarktes wird Geld als Sicherheit verwendet. So habe ich in dem Buch „Die Bank als Räuber“ gelesen, daß eine Bank eines Tages von einem Unternehmer mehr Sicherheiten verlangte. Dieser hatte ein Festgeldkonto für Steuern angelegt, welches er noch besessen hatte. Die Bank hat dieses Konto als Sicherheit akzeptiert. Als der Unternehmer dieses Geld benutzen wollte, um die Steuern zu bezahlen, sagte die Bank, daß das nicht geht, denn „… dieses Geld ist eine Sicherheit, wir geben ihnen aber einen Kredit für ihre Steuern.“

So kann man die Schuldenmengen erhöhen, die dann nur auf dem Kapitalmarkt landen, aber nicht wirtschaftlich aktiv werden können. So etwas kann rechtlich untersagt werden:

Geld darf nicht als Sicherheit für Kredite verwendet werden!

Natürlich besteht nicht alles Geld auf dem Kapitalmarkt aus Sicherheiten. Wie kann man den Rest des Geldes wirtschaftlich aktivieren? Das große Problem im Geldentstehungsprozeß ist die begrenzte Anzahl der Kreditnehmer. Gibt es zu wenig, dann entstehen haufenweise unerwünschte Schulden. Deshalb müssen massive Geldmittel aus dem Kapitalmarkt entfernt werden. Dazu reichen die Sicherheiten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht aus. Man müßte eine Art Kapitalfraßsteuer einrichten. Wenn das Vermögen aufgefressen wird, dann wird aber auch das Geld von denen aufgefressen, die es angespart haben, um damit ein Unternehmen gründen zu können. Damit dieser Unternehmer sein Unternehmen gründen könnte, müßte man sich merken, von wem das Geld genommen wurde. In dem Moment in dem man sich das merken muß, ist es formal wie ein zinsloser Kredit. Im Prinzip müßte dieser zinslose Kredit von allen gezahlt werden, die ihr Geld am Kapitalmarkt angelegt haben. Das wäre ein wahnsinnig hoher bürokratischer Aufwand. Deshalb habe ich mir einen kleinen Trick einfallen lassen. Die Banken geben für einen bestimmten Prozentsatz aller Einlagen dem Staat einen zinslosen Kredit, der gehalten werden muß. Diesen Trickhabe ich schon in „Notfallplan: Rettung für Europa?“ beschrieben.

Vorsicht!
Dieses Verfahren darf nicht bei Bausparkassen angewendet werden. Das Geld der Bausparkassen wird benötigt für die Selbstbeteiligung der Großkredite. Sie machen den größten Anteil des Geldentstehungsprozesses im privaten Bereich aus. Wenn das Geld für die Umsatzsteuern beim Staat landet, dann können weniger Großkredite vergeben werden. Dies würde den Geldentstehungsprozeß für private Schulden so weit verkleinern, daß das Verfahren fast wirkungslos wird.

Man kann noch mehr Geld aus dem Kapitalmarkt aktivieren. Ein großes Problem entsteht, weil sich das Vermögen über Generationen hinweg ansammeln kann und durch die Zinserträge irgendwann immer größer wird. Man kann irgendwann nicht mehr genug Geld ausgeben, um die Zinsen zu verbrauchen. So etwas muß abgebrochen werden. Am geschicktesten wäre folgendes:

Geld und Schulden dürfen nicht mehr vererbt werden.

Bei einer Vererbung von Schulden können die Belastungen für einen einzelnen zu groß werden, wenn er schon einen Kredit aufgenommen hat und plötzlich mehrere Kredite gleichzeitig zurückzahlen muß. Hat er aber keinen Kredit aufgenommen, dann kann er sich in Zukunft nicht mehr am Geldentstehungsprozeß beteiligen, da er mit einem zusätzlichen Kredit überlastet werden würde. Wer sollte den Kredit dann erben? Am besten der Staat. Und womit soll er den Kredit zurückzahlen? Mit dem vererbten Geld. Dadurch wird ein perfekter Ausgleich geschaffen. Es kann aber sinnvoll sein, ein paar Ausnahmeregeln zu beachten. Es gibt Lebensgemeinschaften, in denen nicht alle Geld verdienen. Der Mann verdient beispielsweise Geld und die Frau kümmert sich um die Kinder. Wenn der Mann stirbt ist plötzlich das Vermögen weg, welches eigentlich ein Gemeinschaftsvermögen sein sollte. Für solche Lebensgemeinschaften müssen Ausnahmeregelungen konstruiert werden.

Wer ein zu großes Vermögen hat, darf das überschüssige Geld nicht mehr im freien Kapitalmarkt anlegen. Er muß es zinslos beim Staat anlegen. Eine solche Grenze könnte beispielsweise bei 1.000.000€ liegen.

Eine solche Maßnahme würde dafür sorgen, daß zu viel Geld auf dem Kapitalmarkt durch den Staat komplett in den Geldkreislauf zurückgebracht werden kann, wenn einzelne Menschen einen zu hohen Reichtum haben, um ihn zu verbrauchen. Die Zinsen, die diese Menschen erwirtschaften können, sind dann begrenzt. Wenn kein Geld vererbt werden kann, dann verfällt der Kredit automatisch zum Zeitpunkt des Todes.

Für die reichen Menschen kann eine Spezialrente eingeführt werden, die zu einem frei wählbaren Zeitpunkt in Kraft tritt. Alles Geld, welches freiwillig oder unfreiwillig beim Staat als zinsfreier Kredit angelegt wurde, kann als Auszahlungsplan auf Lebenszeit monatlich verbraucht werden. Die Festlegung der monatlichen Bezüge wird anhand der aktuellen Sterbetafeln ermittelt. Wenn jemand beispielsweise 30 Jahre alt ist, dann wird ermittelt, wie hoch die durchschnittliche restliche Lebenszeit in Monaten ist. Durch diese Zahl wird der aktuelle zinsfreie Kredit beim Staat geteilt. Das Ergebnis ist die monatliche Rate, die bis zum Lebensende ausgezahlt wird. Diese Spezialrente darf anschließend nicht mehr in einen zinslosen Kredit umgewandelt werden. Es dürfen auch keine Steuern oder Sozialabgaben erhoben werden, da sie kein Einkommen sind, sondern die Auszahlung eines zinslosen Kredits!

Es gibt einige Menschen, z. B. Sportler, Sänger, Künstler, Models, …, die eine kurze Zeit Erfolg haben und sehr viel verdienen, aber mit diesem Geld für den Rest ihres Lebens haushalten müssen. So ist beispielsweise eine aktive Sportlerkarriere in den meisten Fällen anfangs der 30er Jahre beendet. Wovon sollen sie dann leben? Man kann nicht davon ausgehen, daß ein ausgezeichneter Sportler auch ein ausgezeichneter Unternehmer ist. Er wird sich sicher für die Zukunft absichern wollen. Wenn das Geld auf dem Kapitalmarkt gesammelt wird, dann kann es wirtschaftlich nicht aktiv werden. Hinzu kommt, daß er nicht weiß, wie lange er leben wird und wie er das Geld sinnvoll aufteilt. Bei der Spezialrente wird ein sinnvoller Mittelweg gewählt. Einige sterben früher, die hätten dem Staat zu viel Geld bezahlt und andere leben länger, und bekommen dadurch mehr Geld vom Staat. Da ich in der Berechnung die durchschnittliche restliche Lebenszeit in Monaten verwendet habe, werden beide Fälle so gut wie möglich gegeneinander verrechnet, so daß der Staat so gut wie keine Verluste erleidet.

Für Lebensgemeinschaften kann es erwünscht sein, daß die Spezialrente auf die Lebenspartner aufgeteilt wird. In dem Fall sollte man auf Grund der aktuellen Sterbetafeln ermitteln, welcher zinslose Kredit beim Staat für die aktuellen monatlichen Bezüge notwendig sind. Dieses Geld wird dann durch 2 geteilt und für jeden einzelnen wird dann die Spezialrente berechnet. Es kann dann sein, daß für das Paar die monatlichen Bezüge kleiner werden, wenn der neue Begünstigte eine höhere durchschnittliche Lebenserwartung hat als sein Lebensgefährte, es kann aber auch mehr werden, wenn seine durchschnittliche Lebenserwartung kleiner ist. Durch eine solche Spezialmaßnahme könnte man auch dafür sorgen, daß beispielsweise ein behindertes Kind für den Rest des Lebens eine Spezialrente bekommt.

Man kann sich sicherlich noch mehr einfallen lassen. Aber ich schätze, daß sich mit diesen Maßnahmen schon so viel Geld auf dem Kapitalmarkt aktivieren läßt, daß damit alle Finanzprobleme des Staates, inklusive aller Wirtschaftsprobleme, gelöst werden können.

Zu Regel 3:

Wenn Geld aus dem Kapitalmarkt benutzt wird, um unerwünschte Schulden oder Staatsschulden im Inland zu tilgen, dann kommt das Geld wieder zu den Banken zurück und es werden keine zusätzlichen Gelder von den Zentralbanken benötigt.

Werden Schulden im Ausland getilgt, dann geht das Geld ins Ausland. Das Geld könnte auch verwendet werden, um das Wirtschaftssystem zu vergrößern. In beiden Fällen müssen sich die Banken das zusätzlich benötigte Geld von den Zentralbanken leihen. Wenn die Zentralbanken dann nicht mitmachen, dann werden die politischen Maßnahmen wirkungslos. Die im Ausland getilgten Schulden sorgen sogar dafür, daß das Wirtschaftssystem in Deutschland schrumpft. Das darf natürlich auf keinen Fall passieren.

Wir haben leider keine nur für Deutschland gültige Währung mehr. Es gibt jetzt Euro-Land. Das heißt: Europa muß mitmachen. Wenn sich Europa quer stellt, dann wird es so gut wie unmöglich, unsere wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Dann können wir die wirtschaftlichen Probleme nur lösen, wenn wir uns von Europa vorübergehend zur Sanierung unseres Wirtschaftssystems lösen oder in Deutschland Ersatzgeld einführen. Wenn wir das nicht wollen, dann müssen wir Europa überzeugen, daß diese Maßnahmen notwendig sind.

Da das vorrangige Ziel der Zentralbanken die Preisstabilität des € ist, haben wir schon mal einen Punkt aus unserer Seite, wenn wir eine direkte Inflationssteuerung durchführen. Ansonsten sollte man den anderen Ländern nahelegen, ähnliche Untersuchungen in ihrem Land durchzuführen, um die Zusammenhänge zwischen dem Wirtschaftssystem und dem Finanzsystem aufzudecken. Ich habe nur die Situation in Deutschland untersucht, aber da die Finanzsysteme in den verschiedenen Ländern Europas nach den gleichen Prinzipien aufgebaut wurden, müßten eigentlich die gleichen Zusammenhänge erkennbar werden. Dadurch könnte man Unterstützung von den anderen europäischen Ländern bekommen, um gegebenenfalls die anderen Länder dazu zu bringen, ähnliche Maßnahmen durchzuführen. Allerdings dürfen nicht in allen Ländern die exakt gleichen Maßnahmen durchgeführt werden. Die neuen Beitrittsländer mit Ausnahme von Malta und Zypern sind aus dem untergegangenen Sowjetreich entstanden. Dieses hatte ein anderes Finanzsystem. In diesen Ländern kann noch kein Gleichgewichtszustand im Geldentstehungsprozeß erreicht worden sein. Deshalb muß diesen Ländern eine wesentlich höhere zinsfreie Staatsverschuldung zugewiesen werden, die den Geldmangel aus den unvollständigen Geldentstehungsprozessen ausgleicht. In dem Maß, in dem die internen Geldentstehungsprozesse wachsen, wird dann die zinsfreie Staatsverschuldung allmählich abgebaut.

Allgemein sollte gelten: Für jedes Land ist eine individuelle zinsfrei Staatsverschuldung bei den Zentralbanken zu ermitteln, die von verschiedenen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Bevölkerungsentwicklung und Geldentstehungsprozesse, abhängen kann.

Zu Regel 4:

Der Anteil ausländischer Unternehmen ist möglichst klein zu halten.

Das Problem der ausländischen Investoren besteht darin, daß sie zwar Geld ins Land bringen, aber Gewinne machen wollen. Das hat auch den neuen Bundesländern das Genick gebrochen. Siehe Artikel „Fehler der Wiedervereinigung Deutschlands“. Während sie in Deutschland investieren, kommt zwar Geld ins Land, doch anschließend werden ständig Gelder aus dem Land abgesaugt, welches dann über Transferzahlungen wieder zurückgezahlt wird. Die Situation wird besonders schlimm, wenn der ausländische Investor seine Investition mit Hilfe von Krediten seiner Hausbank im Ausland tätigt. Er muß für seine Kredite Zinsen zahlen die aus den Einkünften des Unternehmens bezahlt werden und deshalb ins Ausland fließen. Allgemein sollte deshalb gelten:

Kredite und Guthaben dürfen nur im Inland vorhanden sein. Für Unternehmen im internationalen Markt dürfen Kredite und Guthaben im Ausland existieren. Für diese Kredite und Guthaben im Ausland sollten die Defizite und Überschüsse so klein wie möglich werden und der Staat sorgt dann durch Kredite oder Guthaben für einen perfekten Ausgleich.

Leider kann man die Geldmenge im Ausland nicht perfekt kontrollieren. Das liegt am Bargeld. Das Bargeld kann leider in Euro-Land nicht verrechnet werden. So lange Bargeld benutzt wird, wird es immer Überschüsse und Defizite geben, weil das Bargeld das Land verlassen kann, ohne daß das meßtechnisch erfaßt werden kann. Vor allem in Urlaubsländern könnte sich das Bargeld konzentrieren, da man im Ausland kein Konto haben darf. Deshalb sollten die Urlauber ihr Geld im Ausland von ihren inländischen Konten abheben können. Dadurch wäre feststellbar, wie viel Geld das Land verläßt. Das Geld, welches nicht vollständig verbraucht wurde, wird dann wieder im Ausland auf das inländische Konto eingezahlt. Dadurch kann man kontrollieren, wie viel Geld das Land verlassen hat, um die Geldmenge in den Transferzahlungen berücksichtigen zu können. Wenn man darüber hinaus darauf achtet, daß kein Bargeld die Grenzen überschreitet, also kein Geldschmuggel stattfindet, dann kann man den Finanzausgleich zur Absicherung der Finanzsysteme der einzelnen Länder perfektionieren.

Im internationalen Wirtschaftssystem sind die Urheberrechte teilweise außer Kraft zu setzen.

Es geht mir hierbei um die Lizenzen. Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Ich erfinde ein Produkt und lasse es patentieren. Jetzt bin ich der einzige auf der ganzen Welt, in der das internationale Patentrecht gilt, der dieses Produkt produzieren und verkaufen darf. Wenn ein Unternehmer in irgendeinem anderen Land dieses Produkt herstellen und verkaufen will, dann muß er an mich Lizenzgebühren zahlen. Ich selber beteilige mich nicht an der Herstellung und dem Verkauf, bekomme aber trotzdem Geld aus dem Ausland. Über Transferleistungen muß der Staat in dem ich lebe dieses Geld wieder ans Ausland zurückzahlen. Letztendlich bezahlt der Staat das Geld, welches über Lizenzgebühren an mich bezahlt wird. Das ist einfach unsinnig und muß wegfallen.

Ratschläge zur besonderen Situation der neuen Bundesländer

Die neuen Bundesländer müssen einen internen Wirtschaftskreislauf aufbauen, in dem gewährleistet wird, daß das Geld das Gebiet der neuen Bundesländer möglichst nicht verläßt. Es ist auch notwendig, das Urheberrecht teilweise außer Kraft zu setzen. Erst seit der Wiedervereinigung können in den neuen Bundesländern Patente angemeldet werden. Sie haben daher so gut wie keine Einnahmen aus Lizenzgebühren, müssen aber Lizenzgebühren für fast alle Produkte bezahlen, die sie in ihrem neuen Wirtschaftssystem konsumieren wollen. Diese Lizenzgebühren gehen immer an die alten Bundesländer. Außerdem gibt es zu viele Unternehmer aus den alten Bundesländern in den neuen Bundesländern. Das muß sich ändern.

Da die Geldentstehungsprozesse in den neuen Bundesländern unvollständig sind, werden zusätzliche Staatsschulden benötigt, um diesen Mangel auszugleichen. In dem Maß, in dem sich die Geldentstehungsprozesse den alten Bundesländern anpassen, werden dann die zusätzlichen Staatsschulden getilgt. Dies ist nötig, damit auch die Löhne in den neuen Bundesländern an die Höhe der alten Bundesländer angepaßt werden kann, denn nur dann können sich die Geldentstehungsprozesse der neuen Bundesländer an die Geldentstehungsprozesse der alten Bundesländer anpassen. Für den Anpassungsprozeß werden mehrere Jahrzehnte benötigt.

Momentan verlassen die neuen Bundesländer zu viele Geldmengen. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn Produkte erzeugt werden, die ins regionale Ausland, d. h. außerhalb der neuen Bundesländer, exportiert werden kann. Dadurch kann das Geld auch wieder zurückkommen. Man könnte zum Beispiel einige Gebiete zu regionalen Urlaubsgebieten machen. Dadurch würden die Menschen Geld mitbringen. Wie wäre es mit Freizeitparks? In einem weitgehend entvölkerten Land ist eine Menge Platz dafür. Der Aufbau des Wirtschaftssystems sollte sich vorerst darauf konzentrieren, Produkte zu erzeugen, die für das regionale Ausland interessant sind, um die Geldverluste wieder zurückzuholen. Dann werden im Laufe der Zeit keine Solidaritätsbeiträge mehr nötig sein.

Ratschläge zum Steuer- und Sozialsystem

Eigentlich ist das Sozialsystem sehr clever. Nur die Finanzierung ist nicht überall gut durchdacht.

Arbeitslosenversicherung:

Arbeitslosenversicherung sollte nicht gezahlt werden. Hohe Arbeitslosigkeit entsteht durch Geldmangel im System. Dann ist eine Arbeitslosenversicherung, die das Geld für die Arbeitslosen aus dem Wirtschaftsgeld bezahlt, nicht sehr sinnvoll, da der Geldmangel, der die eigentliche Ursache der Massenarbeitslosigkeit ist, nicht bekämpft wird. Die Arbeitslosenversicherung sollte deshalb fast vollständig gestrichen werden. Nur für höchstens 2% Arbeitslosigkeit sollte das Geld aus dem Geldkreislauf kommen.

Das Geld, welches für mehr als 2% Arbeitslosigkeit benötigt wird, sollte von den Verursachern der Arbeitslosigkeit bezahlt werden. Dazu gehören vor allem die Versicherungen, die im Laufe der Zeit viel zu hohe Kapitalanlagebestände angelegt haben. Sie bilden die Hauptschuldigen an der Misere. Aber man muß auch die Manager und Unternehmer zur Kasse bitten, wenn massenhaft Menschen entlassen werden um Manager- und Unternehmergehälter in die Höhe zu schrauben. Hier müßte man sich einmal überlegen, wie man dies am geschicktesten aufteilt.

Rentenversicherung:

Es gibt eigentlich nur 2 Arten einer Rentenversicherung.

1. private Rentenvorsorge
Bei der privaten Vorsorge wird Geld gespart. Dadurch wird dieses Geld aus dem Geldkreislauf entfernt. Im Sparstrumpf erhält man keine Zinsen, aber auf dem Kapitalmarkt wird das Geld wieder verliehen und man bekommt dafür Zinsen. Da man schon mit dem Eintreten ins Berufsleben mit der privaten Rentenversicherung anfangen kann, kann die Ansparzeit bis zum Renteneintrittsalter 45 Jahre dauern. Das Geld, welches angespart wurde, darf aber nicht vor dem Tod verbraucht sein. Überschüsse werden dann entweder vererbt oder mit anderen verrechnet, die länger leben. Eine solche Maßnahme wird über einen Zeitraum von weit mehr als 45 Jahren immer mehr Geld auf den Kapitalmarkt abwandern lassen, bis genau so viel Geld ausgegeben, wie gespart wird. Es entsteht dabei ein umgekehrter Geldentstehungsprozeß, also ein Geldverbrauchsprozeß, der seinen Gleichgewichtszustand Jahrzehnte nach dem Zeitpunkt erreicht, in dem der private Geldentstehungsprozeß seinen Gleichgewichtszustand erreicht.

2. der Generationenvertrag
Im Generationenvertrag wird das eingezahlte Geld direkt an die Rentner verteilt. Man umgeht dabei den Kapitalmarkt. Das ist das Geniale am Generationenvertrag.
Momentan versucht der Staat die Rentenbeiträge zu senken, indem Leistungen des Generationenvertrags eingeschränkt werden. Gleichzeitig motiviert er die Menschen dazu mehr private Vorsorge zu betreiben. Das wird den Kapitalmarkt über einen Zeitraum von etwa einem halben Jahrhundert immer weiter aufblähen. Um dieses Geld wieder verleihen zu können, um damit Zinsen erwirtschaften zu können, bräuchte man viele neue zusätzliche Kreditnehmer, die es nicht gibt. Das hat zur Folge, daß das Wirtschaftssystem schrumpfen muß und dadurch können viele Kreditnehmer ihre Schulden nicht mehr bezahlen, was dazu führt, daß sich die Schuldenmenge erhöht und durch das Schrumpfen des Wirtschaftssystems verliert der Staat immer mehr Steuereinnahmen, was die Staatsverschuldung in die Höhe treibt. Letztendlich bezahlt Deutschland diese Sparmaßnahme im Rentensystem mit einer Schrumpfung des Wirtschaftssystems und einer Zunahme unerwünschter Schulden und einem Anstieg der Staatsverschuldung über einen Zeitraum von ungefähr einem halben Jahrhundert.
Das ist der Erfolg der Riester-Rente! Das habe ich bereits im Artikel „Der Preis der Riester-Rente“ genauer erläutert.

Der Staat sollte lieber versuchen den umgekehrten Weg zu gehen. Er sollte die Vermeidung von einer privaten Rentenvorsorge durch eine gute staatliche Rente fördern. Dadurch würde immer mehr Kapital, welches zur Rentenvorsorge auf dem Kapitalmarkt abgelegt wurde, in das Wirtschaftssystem zurückgebracht werden.

Krankenversicherung:

Bei der Krankenversicherung kann es grundsätzlich nur 2 Probleme geben.

Die Einnahmen sind zu niedrig, vor allem wegen zu hoher Arbeitslosigkeit. (Wird im nächsten Punkt erklärt.)

Die Ausgaben sind zu hoch.

Wenn die Gesundheitskosten zu teuer sind, dann nützt es nichts, wenn umverteilt wird. In diesem Fall sollte man einmal überlegen, welche Leistungen des Gesundheitssystems werden überhaupt benötigt? Wie kann man das Gesundheitssystem effektiver gestalten? Hier sollte man nicht nur an eine Krankheitsforschung denken, sondern auch eine Gesundheitsforschung einrichten. In der Gesundheitsforschung sollte das untersucht werden, was die Menschen gesund hält. Hier geht es darum, Erkenntnisse zu gewinnen, wie man gesund bleibt. Auf dem freien Markt kann man eine solche Gesundheitsforschung nicht durchführen. Wer gibt freiwillig Forschungsgelder aus, wenn er sich keine Gewinne verspricht?

Eine Krankheitsforschung kann sinnvoll sein, da man in einem solchen Fall irgendwann Medikamente verkaufen kann. Problematisch wird es nur, wenn gesunde Menschen als krank definiert werden, weil irgendein Meßwert außerhalb einer gewissen Fehlertoleranz ist. Diese können dann mit Medikamenten versorgt werden und gegen diesen Meßwert behandelt werden. Solche Maßnahmen können Krankheitskosten enorm in die Höhe treiben. Das ist zwar wirtschaftlich attraktiv, aber ein Mißbrauch des Gesundheitssystems.

Um solche Mißbräuche unterbinden zu können, müßte es einen unabhängigen MÜV (=Medizinischer Überwachungsverein) geben. An ihn müßten sämtliche wissenschaftlichen Untersuchungen weitergeleitet werden. Diese werden von ihm in gewissen regelmäßigen Abständen neu bewertet, damit immer alle neuen wissenschaftlichen Untersuchungen, die das Verständnis einer Krankheit verändern können, berücksichtigt werden. Hier geht es nicht nur um rein medizinische Überlegungen. Wenn in der medizinischen Forschung statistische, chemische oder physikalische Meßverfahren benutzt werden, dann müssen diese Meßverfahren auch korrekt durchgeführt werden. Wann immer Erkenntnisse aus einem anderen wissenschaftlichen Fachbereich in einer Untersuchung benutzt werden, müssen deren Fachleute angehört werden, wenn etwas falsch angewandt wird. In der Auswertung der medizinischen Untersuchung ist das zu berücksichtigen. Man kann dadurch ein viel stabileres wissenschaftlich-medizinisches System aufbauen, welches unnötige Behandlungen vermeidet.

Besonderheiten für die staatliche Renten- und Krankenversicherung:

Beide sind an die Löhne und Gehälter gekoppelt. Ist die Arbeitslosigkeit größer als 2%, dann können sich die Arbeitslosen nicht an diesen beiden Versicherungen beteiligen. Deshalb muß das Geld für beide Versicherungen von außerhalb des Geldkreislaufs kommen. Das heißt: entweder durch neue zusätzliche Schulden oder in dem Geld aus dem Kapitalmarkt wieder wirtschaftlich aktiv gemacht wird.

Wenn der Anteil der Rentner an der Gesamtbevölkerung größer wird wegen des demographischen Faktors, dann schrumpft auch die Gesamtgeldmenge, da der Anteil der Bevölkerung, der einen Kredit aufnehmen kann, kleiner wird. Das muß ausgeglichen werden durch zusätzliche Schulden. Diese zusätzlichen Schulden reichen dann auch aus, um die höheren Kosten für Renten- und Krankenversicherung zu bezahlen. Man muß schließlich berücksichtigen, daß die meisten Krankheiten während des Sterbeprozesses auftreten, also im Rentenalter. Dazu ist natürlich eine Anpassung der Löhne erforderlich, um die zusätzlichen Kosten bezahlen zu können. Weil dann auch von den Rentnern mehr konsumiert wird, steigen die Umsätze der Unternehmer und die höheren Löhne können bezahlt werden.

Steuersystem:

Wenn ich hier über Steuern schreibe, dann meine ich sämtliche Steuern und Sozialabgaben zusammen, inklusive des Solidaritätsbeitrags! Vermeiden Sie die Versteuerung von Steuern. Was ist darunter zu verstehen? Steuern und Sozialabgaben werden von den Löhnen abgezogen, bevor diese in den Geldkreislauf kommen. Wenn jemand vom Staat bezahlt wird, egal ob Arbeitsloser, Rentner, Staatsangestellter, usw., dann darf er keine Abzüge haben mit Ausnahme der Kirchensteuer. Diese Abzüge können nicht im Wirtschaftssystem landen, weil sie nur von einer Kasse in die andere umgeschichtet werden. Das sollte unbedingt vermieden werden. Ein Rechenbeispiel:

Angenommen, die Steuern und Sozialabgaben machen zusammen 30% aus. Davon wird 1/3 für Ausgaben im Wirtschaftssystem verwendet und der Rest für Renten, Arbeitslosengeld, Löhne und Gehälter usw. Die Ausgaben im Wirtschaftssystem erreichen das Wirtschaftssystem vollständig. Dadurch kann das ganze Geld im Wirtschaftssystem verwendet werden. Für den Rest müssen aber 30% Steuern und Sozialabgaben bezahlt werden. Diese Gelder werden niemals ausgegeben und sind versteuerte Steuern. Sie machen 30%*0,3*2/3=6% aus. Je höher die Steuern werden, desto größer werden die versteuerten Steuern. Wenn sich die Steuern auf 45% erhöhen, dann sieht die Rechnung so aus: 45%*0,45*2/3=13,5%. Eine Erhöhung der Steuern bewirkt dann, daß die versteuerten Steuern, die das Wirtschaftssystem nicht mehr erreichen, größer werden. Dadurch wird das Wirtschaftsgeld kleiner. Bei dieser Berechnung hat eine Erhöhung der Steuern um 50% eine Erhöhung der versteuerten Steuern um 125% bewirkt.

Lösungsvorschläge für private Versicherungen

Über die Kapitalanlagebestände ist in der Vergangenheit zu viel Wirtschaftsgeld in Kapital umgewandelt worden. Siehe dazu Artikel „Versicherungen – Problemfall Nr. 1“. Wenn der Gleichgewichtszustand in den Geldentstehungsprozessen erreicht wurde, dürfen die Kapitalanlagebestände nicht weiter zunehmen. Die Kapitalanlagebestände müssen abgebaut werden.

Damit das möglich ist, sollten sich die Verantwortlichen überlegen, ob nicht einige Versicherungsangebote viel zu kapitalintensiv sind. So sollten Renten und Kapitalversicherungen mehr und mehr abgebaut werden. Beide dienen in der Regel zur Altersvorsorge oder zur Absicherung der Familie, wenn der Teil der Familie stirbt, der die Familie ernährt. Für die Rentenversicherung kann man auf den Generationenvertrag zurückgreifen und für die Familienabsicherung auf die Sozialhilfe, die momentan in Arbeitslosengeld 2 umgewandelt wird. Durch den Wegfall dieser kapitalintensiven Anlagebestände kann genug Geld in das Wirtschaftssystem gepumpt werden, um die Sozialhilfe und die staatliche Rente attraktiver zu gestalten.

Auch die privaten Krankenversicherungen sind unnötig kapitalintensiv. Versichert wird schließlich nur wer gesund ist. Sollte jemand schon gewisse Krankheitsschäden haben, dann kommt die Versicherung im allgemeinen nicht für Folgekosten dieser Krankheitsschäden auf. Auch für ein bestimmtes Risikoverhalten schränken die Versicherungen den Leistungskatalog ein oder verlangen höhere Versicherungsprämien.

Es gibt aber ein Problem. Jeder Mensch muß sterben – es hat bisher noch keinen unsterblichen gegeben. Der natürliche Sterbeprozeß kommt nur in den seltensten Fällen plötzlich vor, indem ein Mensch einfach umfällt und tot ist. Dem Sterben geht im allgemeinen ein Sterbeprozeß voraus, der durch Krankheiten begleitet wird. Weil die einzelnen Teile des Körpers unterschiedlich beansprucht werden, fallen natürlich die Schwächsten zuerst aus. Wer beispielsweise raucht bekommt zuerst Krankheiten, die mit dem Rauchen zu tun haben, hätte er aber nicht geraucht, dann würde der Sterbeprozeß durch andere Krankheiten eingeleitet. Es spielt also keine Rolle, ob der Mensch raucht oder nicht, er muß sterben und das Sterben wird durch Krankheiten begleitet. Deshalb kommen im Sterbeprozeß hohe Kosten auf die Versicherungen zu, auf die sie vorbereitet sein müssen. Weil sie die Verträge nicht unabhängig von der Person, sondern nur für möglichst gesunde Menschen annehmen, können Sie das Geld nicht direkt umverteilen, sondern müssen einen Teil des Geldes auf dem Kapitalmarkt zwischenlagern für die Zeit, in der der Sterbeprozeß einsetzt. Wenn sie das nicht tun, dann werden die Kosten irgendwann zu groß werden und die Versicherungen gehen zu Grunde.

Auch die Rückversicherungen brauchen wir nicht. Es gibt immer Schwankungen in den Kosten des Versicherungssystems. Die Rückversicherungen dienen dazu, die Versicherungen vor Krisenzeiten abzusichern. Denken Sie nur an die großen Überschwemmungen in Deutschland im Jahre 2002. In dieser Zeit wurde durch Überschwemmungen viel zerstört.  Dadurch steigt der Bedarf nach Produkten, denn die Menschen möchten das Zerstörte ersetzt haben. Wenn in diesem Fall einige Versicherungen für diese zusätzlichen Schäden aufkommen müssen, dann können die Kosten für diese Schäden plötzlich zu hoch werden. Die Rückversicherungen sind da, um Überforderungen in solchen Zahlungsfällen auffangen zu können.

Die Versicherungen haben sehr unterschiedliche Kapitalanlagebestände. Nicht alle Kapitalanlagebestände können sofort freigesetzt werden. Aktien müssen verkauft werden. Durch einen plötzlichen hohen Verkauf von Aktien, fallen anschließend die Aktienkurse. Wer kauft die Aktien?

Das Problem ist, daß vorübergehend die Bedürfnisse an Produkten steigt. Deshalb muß die Geldmenge im Geldkreislauf steigen, um diese Bedürfnisse befriedigen zu können. Es wird also vorübergehend mehr Zentralbankgeld gebraucht. Das bekommt man aber nur, wenn die Banken dazu genötigt werden, mehr Zentralbankgeld zu leihen. Entweder lösen die Versicherungen gezielt Konten bei den Banken auf, oder es geschieht über einen Umweg, in dem zum Beispiel die Aktien von den Menschen gekauft werden, die das Geld sonst bei den Banken angelegt hätten.

Wenn schon vorübergehend Zentralbankgeld gebraucht wird, dann sollte man keinen Umweg gehen, sondern das Geld direkt von der Zentralbank nehmen. Diese geben in solchen Krisenfällen das Geld direkt den Versicherungen und die Versicherungen zahlen anschließend innerhalb eines gewissen Zeitraums, der mit den Zentralbanken ausgehandelt wird, dieses Geld zurück. Dadurch kann der Kapitalanlagebestand der Rückversicherungen eingespart werden. Außerdem brauchen die Unfall- und Schadenversicherungen keine so hohen Kapitalanlagebestände mehr.

Im Laufe der Zeit würden wir viele Versicherungen nicht mehr benötigen. Aber das ist nicht ganz richtig. Die Versicherungen, die wir nicht mehr brauchen, könnten sich ein neues Betätigungsfeld suchen. Für die Mietkautionen habe ich es schon beschrieben. Man könnte sie umwandeln in Versicherungsleistungen. Wenn die Beiträge knapp genug kalkuliert werden, dann braucht man keine Kapitalanlagebestände. Geld, das auf dem Kapitalmarkt gebunden war, kann dann frei gesetzt werden. Im Prinzip kann man das mit allen Sicherheiten machen, die Gelder auf dem Kapitalmarkt sammeln. Vor allem könnte man dann auf die Selbstbeteiligung für Großkredite verzichten. Die Versicherungen müssen aber aufpassen, daß sie aus Kalkulationsgründen nicht zu viele Kredite verweigern, da die Verweigerung eines jeden Kredits den Geldentstehungsprozeß beeinflußt.

Wenn die Selbstbeteiligung für Großkredite nicht mehr benötigt wird, dann brauchen wir keine Bausparkassen mehr. Diese könnten allerdings in normale Banken umgewandelt werden.

Schlußbemerkung

Ich habe meine Lösungsvorschläge so durchdacht, daß möglichst keine Verlierer auftauchen. Bei den Versicherungen wird es wahrscheinlich einige Verlierer geben. Auch wenn die Bausparkassen nicht mehr benötigt werden, wird es darunter sicher einige Verlierer geben. Das läßt sich leider nicht umgehen, wenn wir das Wirtschaftssystem optimieren wollen. Da wir aber durch die Lösungsvorschläge sehr viel Geld für das Wirtschaftssystem freisetzen können, dürften im Laufe der Zeit genug Arbeitsplätze bezahlt werden können, so daß alle Verlierer in einem anderen Wirtschaftsbereich untergebracht werden können.

Man kann sich natürlich noch viele weitere Maßnahmen überlegen um das Wirtschafts- und Finanzsystem zu optimieren. Das ist Sache der Politik. Wenn man erst mal die Zusammenhänge erkennt, dann gibt es viele Möglichkeiten, die vorhandenen Probleme zu lösen. Man darf nur nicht zu früh aufgeben. Wer glaubt, daß viele Probleme nicht lösbar sind, der sitzt vielleicht an der falschen Stelle.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Maastricht-Kriterien – Ohnmacht der Politik

Categories: Politik
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Published on: 10. Dezember 2011

Am 5. Dezember 2011 kam die Meldung in den Nachrichten. Die Rating-Agenturen haben Deutschland abgewertet. Später wurde erwähnt, sie hätten gedroht, alle Staaten der Euro-Länder abzuwerten. Heute, den 9. Dezember 2011, kam die Meldung, daß ein neuer Vertrag abgeschlossen wurde, bei der sich die Staaten dazu verpflichten, ihre Schulden abzubauen.

Ist das eine geeignete Strategie?

Ich befürchte, daß in den Köpfen der meisten Politiker immer noch die Vorstellung herrscht, daß die Maastricht-Kriterien notwendig sind, um Geldwertstabilität zu erreichen. Deshalb wurden sie schließlich erfunden. Also müssen die Staaten verpflichtet werden, diese Kriterien einzuhalten. Wenn sie das nicht tun, dann müssen sie auf irgendeine Art bestraft werden.

Die Abwertung durch die Rating-Agenturen hat die Politiker darüber hinaus unter Zeitdruck gestellt. Es gibt keine Zeit für Ursachenforschung. Es muß gehandelt werden. Wer unter Zeitdruck steht, macht viel leichter Fehler, da er keine Zeit zum Nachdenken bekommt.

Deshalb habe ich mich entschlossen, meine Strategie zu verändern. Ich habe in vielen Artikeln über die Wechselwirkungen zwischen Wirtschafts- und Finanzsystem berichtet. Ich habe über die meisten Probleme berichtet. Eigentlich wollte ich über Lösungsstrategien der Probleme erst berichten, wenn alle Probleme zur Sprache gekommen sind. Denn, wenn man weiß, wie die Dinge funktionieren, dann bieten sich die Lösungsmöglichkeiten geradezu an. Es gibt auch nicht nur eine Strategie, man kann sich viele mögliche Strategien einfallen lassen.

Doch bevor ich über diese Strategien berichte, muß ich erklären, warum der jetzt gewählte Weg ein Irrweg ist. Daß man mit dieser Methode die Probleme nicht lösen kann. Dazu werde ich erst mal eines überprüfen: Unter welchen Bedingungen kann der Staat die Maastricht-Kriterien einhalten?

Schulden machen und Schulden tilgen

Nach den Maastricht-Kriterien müssen 2 Regeln erfüllt werden:

  1. Die Staatsverschuldung darf nur höchstens 60% des Bruttoinlandprodukts ausmachen.
  2. Das öffentliche Defizit darf nur höchstens 3% des Bruttoinlandprodukts ausmachen.

Diese Maßnahme führt leider zu der irrigen Ansicht, daß, wenn die Staatsverschuldung höher als 60% des Bruttoinlandsproduktes ist, dann muß die Staatsverschuldung gesenkt werden. In den Maastricht-Kriterien steht davon gar nichts. Die Staatsverschuldung relativ zum Bruttoinlandsprodukt muß gesenkt werden. Es müssen deshalb 2 Probleme gelöst werden:

  1. Wie wirkt sich das Sparen auf das Bruttoinlandsprodukt aus?
  2. Wie wirkt sich Schulden machen auf das Bruttoinlandsprodukt aus?

Das muß überprüft werden! Nur wenn diese Zusammenhänge richtig erkannt wurden, kann man eine Gegenstrategie finden, wenn die Staatsverschuldung zu hoch geworden sein sollte.

Da Geld erst dann entsteht, wenn jemand bereit ist, Schulden zu machen, erhöht sich die Geldmenge, wenn sich die Schuldenmenge erhöht und die Geldmenge wird kleiner, wenn Schulden zurückgezahlt werden. Wenn der Staat Schulden zurückzahlt, dann nimmt er es von seinen Einnahmen, also von den Steuern. Dieses Geld kommt direkt aus dem Geldkreislauf, solange es sich nicht um Steuern von Zinseinnahmen oder die Erbschaftssteuer handelt. Die Erbschaftssteuer ist sehr selten, aber bei den Zinsen könnten Probleme entstehen.

Zinsen sind die Kosten eines Kredits und werden deshalb weitergegeben und sind Bestandteil der wirtschaftlich aktiven Geldmenge, ich nenne sie Wirtschaftsgeldmenge. Wenn man aber nicht genügend Geld verdient, um die Zinsen zu zahlen, dann verrechnen die Banken die Zinsen so, als ob sie einen neuen Kredit vergeben hätten. In dieser Höhe wird dann neues Geld erzeugt. Dadurch entsteht neues Geld. Die Entstehung dieser Geldmenge ist aber unabhängig vom Handeln des Staates. Deshalb kann man diese Zinszahlung als Teil der Wirtschaftsgeldmenge betrachten. Die Zinsen werden sowieso beim Bruttoinlandsprodukt mitgezählt.

Wenn der Staat Kredite zurückzahlt, dann verwendet er dafür Geld aus dem Geldkreislauf. Also wird das Bruttoinlandsprodukt kleiner. Da das Bruttoinlandsprodukt jährlich ermittelt wird und jedes Unternehmen jeden Monat so viel erwirtschaften muß, daß davon alle Löhne und Gehälter bezahlt werden können, gibt es in jedem Jahr 12 Geldkreisläufe, die wirtschaftlich relevant sind. Die Wirtschaftsgeldmenge ist dann 1/12 des Bruttoinlandprodukts. Für jeden €, den der Staat zurückzahlt, wird dann das Bruttoinlandsprodukt um 12 € kleiner.

Wenn der Staat Schulden macht, dann setzt er dieses Geld im Wirtschaftssystem ein. Wenn der Staat dabei Unternehmen fördert, die das Geld nicht brauchen und sofort im Kapitalmarkt anlegen, dann fließt das Geld in den Kapitalmarkt. Er könnte natürlich auch Unternehmen unterstützen, die kurz vor der Insolvenz sind. Diese Gelder verringern dann die Gesamtgeldmenge, ohne daß das Wirtschaftsgeld verändert wird. Der Rest des Geldes erhöht die Geldmenge im Geldkreislauf. Solange die Spezialfälle seltene Ausnahmen sind, kann man die Regel aufstellen, daß für jeden €, der die Staatsschulden erhöht, das Bruttoinlandsprodukt um 12 € größer wird.

Wenn die Staatsverschuldung 60% des Bruttoinlandprodukts ausmacht, dann sind das 12*60%=720% des Wirtschaftsgeldes. Die Schulden sind dann schon mehr als 7 mal so groß wie die gesamte Geldmenge, die dem Wirtschaftssystem zu Zahlungszwecken zur Verfügung steht. Unter diesen Bedingungen kann man die Staatsverschuldung nur dann auf 0 sinken lassen, wenn man irgendwie den Kapitalmarkt abschöpft. Das wollen die Politiker nicht. Wenn sie ihren verordneten Sparkurs konsequent durchsetzen, dann werden sie das Land ruinieren!

Der Exportmarkt

Deutschland ist Exportweltmeister. Können die Exportüberschüsse so groß weren, daß man damit die Staatsverschuldung auf 0 bringen kann?

Für jede Bank gilt, daß die Aktivbestände genau so groß sind wie die Passivbestände. Die Aktivbestände bestehen aus allen Kreditformen + Gold und die Passivbestände aus dem Kapital + Geld. Dabei ist die Geldmenge M3 gemeint, die nicht mit dem Wirtschaftsgeld identisch ist!

Ausländer können in Deutschland einen Kredit aufnehmen oder ein Guthaben haben, ebenso können Deutsche im Ausland einen Kredit aufnehmen oder ein Guthaben haben. Die Gesamtgeldmenge ist die Menge des Geldes in Deutschland und die Gesamtschuldenmenge ist die Menge der Schulden in Deutschland. Durch Exportüberschüsse kann sich die Geldmenge erhöhen, ohne daß sich dabei die Schuldenmenge erhöht. Deshalb kann es einen Überschuß oder ein Defizit in der Gesamtgeldmenge geben. Überschüsse können nicht beliebig in die Höhe geschraubt werden, da ein Überschuß in Deutschland ein Defizit im Ausland erzeugt. Das führt dann dazu, daß die Nachfrage im Ausland mit der Zeit geringer wird.

Erfahrungswerte aus den Exportüberschüssen der Vergangenheit zeigen, wie groß der Einfluß des deutschen Wirtschaftssystems im Vergleich zur aktiven Geldmenge des Wirtschaftssystems ist.

Graphik 1: Ich habe in dieser Graphik nur die Daten vor der €-Einführung verwendet, da nach der €-Einführung eine andere statistische Erfassung verwendet wurde, bei der man die Daten aus der Statistik nicht mehr ablesen kann. Weil die Finanzüberschüsse großen jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen sind, habe ich einen Jahresdurchschnitt berechnet. Der Durchschnitt von 12 aufeinander folgenden Monaten wurde in der Mitte, also am Ende des 6. Monats eingetragen. Das Wirtschaftsgeld ist das Bruttoinlandsprodukt, welches gleichmäßig auf die 12 Monate des Jahres verteilt wurde. Es ist erkennbar, daß die Überschüsse maximal in der Nähe des Wirtschaftsgeldes liegen.

Wenn die maximalen Exportüberschüsse die Wirtschaftsgeldmenge nur knapp überschreiten, dann werden die Exporte nie so groß werden können, um die Schulden abbauen zu können. Außerdem muß beachtet werden, daß die anderen €-Länder ihren Staatshaushalt gleichzeitig in Ordnung bringen müssen.

Die Steuern für Europa

Ab 1991 wurden diese Überschüsse massiv abgebaut. Dazu betrachte ich mir die Steuern für Europa. Diese betragen 1% des Bruttoinlandprodukts. Ein Teil davon kommt allerdings wieder zurück, denn das Geld wird wieder ausgegeben. Einige Länder in Europa werden von den Steuern so weit unterstützt, daß sie mehr Geld bekommen als die Höhe der Steuern und andere Länder bekommen weniger Geld. Die folgende Tabelle gibt die Zahlungen an Europa und die Leistungen aus Europa für Deutschland an:

Tabelle 1: Nettozahlungen an Europa

Jahr

Nettozahlungen

in Mio €

Relativ zum Bruttoinlandsprodukt

1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009

34203
36634
40692
40005
39449
41724
42271
20284
21833
19732
18560
20926
19640
21711
22142
22249
23081
20501

1,062
1,105
1,168
1,107
1,075
1,114
1,100
1,008
1,059
0,934
0,866
0,967
0,888
0,968
0,952
0,916
0,925
0,852

In Deutschland sind die Zahlungen für Europa größer als das Geld, welches Deutschland aus Europa bekommt.

Eine Formel zur Berechnung der Entwicklung der relativen Staatsverschuldung

In einer Formel für die Veränderung des Bruttoinlandproduktes muß ich mich um folgendes kümmern: Staatsverschuldung, Defizit, europäische Steuern und äußere Einflüsse. Die äußeren Einflüsse sind zusammengesetzt aus der Bilanz des Import-Export-Marktes, den Veränderungen der Gesamtgeldmenge durch die Schwankungen im Kreditgeschäft und die Veränderungen durch Umlagerungen des Geldes aus dem Geldkreislauf in den Kapitalmarkt und umgekehrt.

Beim Staatsdefizit gibt es ein kleines Problem. Das Staatsdefizit wird berechnet relativ zum Bruttoinlandsprodukt des entsprechenden Jahres. Ein Staat muß aber kalkulieren können. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn das Staatsdefizit relativ zum Bruttoinlandsprodukt des vergangenen Jahres benutzt werden würde. Es gibt eine einfache Möglichkeit, diese beiden Staatsdefizite ineinander umzurechnen:

\[\frac{x_{A}}{100}*B_{m-1}=\frac{x_{N}}{100}*B_{m}\Rightarrow x_{A}=x_{N}*\frac{B_{m}}{B_{m-1}}\] 

Begriffserklärung:

Bm-1
Bm
xA
xN
Bruttoinlandsprodukt des Vorjahres
Bruttoinlandsprodukt des aktuellen Jahres
Staatsdefizit für das aktuelle Jahr relativ zu Bm-1
Staatsdefizit für das aktuelle Jahr relativ zu Bm

Diese Formel liefert die Umrechnung zwischen den beiden Definitionen des Staatsdefizits. So lange das Bruttoinlandsprodukt im Vorjahr gemessen im Geldwert kleiner als das Bruttoinlandsprodukt im aktuellen Jahr ist, wird xA≥xN sein. Auf Grund der Inflation und des Bevölkerungswachstums ist das fast immer der Fall. Es gilt dann: 3≥xA≥xN (Zulässige Größe nach den Maastricht-Kriterien). Man kann deshalb für die Staatsverschuldung und das Bruttoinlandsprodukt folgende Formeln aufstellen:

Berechnungen zu relativen Staatsverschuldung

Begriffserklärung:

RSm
Sm
Bm
Relative Staatsverschuldung in % im Jahr m.
absolute Staatsverschuldung im Jahr m.
Bruttoinlandsprodukt im Jahr m.
 xm

Veränderung der Staatsverschuldung im aktuellen Jahr in % des Bruttoinlandprodukts des Vorjahres.

ym

Äußere Einflüsse in % des Bruttoinlandproduktes des Vorjahres. Dies ist ein Durchschnittswert, da die äußeren Einflüsse nicht in jedem Monat gleich groß sein müssen.

αm

Multiplikator um die europäischen Steuern in die Nettobelastungen für Europa umzurechnen. Ein negatives α bedeutet, daß die Zahlungen aus Europa größer sind als die Steuern.

Unter welchen Bedingungen ist es nicht möglich, daß die Maastricht-Kriterien erfüllt werden können? In dem Fall muß bei maximal erlaubtem Staatsdefizit die neue relative Staatsverschuldung größer als die maximal erlaubte Größe sein. Wenn die äußeren Einflüsse kein Problem sind, dann muß ym≥0 sein. Es gilt dann:

Formeln zur Berechnung der relativen StaatsverschuldungWenn die relative Staatsverschuldung in Abhängigkeit von αm einen bestimmten Wert überschreitet, dann können die Maastricht-Kriterien nicht erfüllt werden. Die folgende Tabelle zeigt diese Grenzwerte:

Tabelle 2: Grenzwerte, bei denen im nächsten Jahr die Maastricht-Kriterien eingehalten werden können, wenn es keine äußeren Einflüsse gibt

αm

1

0,5

0

-0,5

-1

-1,5

-2

RSm-1 in %

71,4

75

78,6

82,2

85,8

89,4

93

Ist die relative Staatsverschuldung kleiner als 71,4%, dann muß ym negativ sein, wenn die relative Staatsverschuldung die Maastricht-Kriterien im nächsten Jahr nicht erfüllen kann. Diese Grenze wurde in Deutschland das erste mal 2009 erreicht. Deshalb können vor 2009 nur äußere Einflüsse dafür verantwortlich sein, wenn Deutschland die Maastricht-Kriterien nicht einhalten kann! In der folgenden Tabelle habe ich einmal für die letzten Jahre das ym berechnet und als Vergleich dazu das Anwachsen der Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt angegeben. Dazu mußte ich die Formel für RSm nur etwas umstellen:

Formeln zur Berechnung der relativen Staatsverschuldung

Ich habe das ym so dargestellt, daß in der Formel die Veränderung der relativen Staatsverschuldung mit dem Staatsdefizit kombiniert wird. Wie man in der Tabelle 4 sehen kann, ist dieser Faktor nicht 0. Die relative Staatsverschuldung ändert sich nicht in der Höhe des Defizits.

Tabelle 3: Äußere Einflüsse im Vergleich zu einigen Wirtschaftsdaten

Jahr

RSm

ΔRSm,m-1

xm

 \[\frac{x-\Delta RS_{m,m-1}}{RS_{m}}\]

αm

ym

Arbeitslose in 1000

1991

39,5

 

 

 

 

 

 

1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009

42,2
46
48,1
55,6
58,4
59,7
60,3
60,9
59,7
58,8
60,4
63,9
65,8
68
67,6
64,9
66,3
73,4

2,7
3,8
2,1
7,5
2,8
1,3
0,6
0,6
-1,2
-0,9
1,6
3,5
1,9
2,2
-0,4
-2,7
1,4
7,1

3,970
4,013
3,258
3,529
3,755
2,450
1,436
1,228
-0,820
2,357
3,043
3,433
3,883
3,347
1,659
-0,313
-0,103
2,894

0,0301
0,0046
0,0241
-0,0714
0,0164
0,0193
0,0139
0,0103
0,0064
0,0554
0,0239
-0,0011
0,0301
0,0169
0,0305
0,0368
-0,0227
-0,0573

1,062
1,105
1,168
1,107
1,075
1,114
1,100
1,008
1,059
0,934
0,866
0,967
0,888
0,968
0,952
0,916
0,925
0,852

-2,66
-2,87
-1,89
-3,02
-2,54
-1,18
-0,22
-0,13
1,93
-0,96
-1,98
-2,47
-2,74
-2,34
-0,45
1,54
0,84
-2,52

+377
+440
+279
-86
+353
+419
-103
-181
-210
-37
+208
+316
+4
+480
-374
-710
-509
+155

Für das relative Defizit mußte natürlich der gemessene Wert (xN) in den in der Formel benutzen Wert (xA) umgerechnet werden! xm kann für 1991 nicht berechnet werden wegen der Wiedervereinigung Deutschlands.

Die äußeren Einflüsse sind prozentuale Veränderungen des Bruttoinlandprodukts. Will man die äußeren Einflüsse relativ zum Wirtschaftsgeld betrachten, dann sind das die Werte die durchschnittlich jeden Monat aus dem Geldkreislauf entfernt oder – in seltenen Ausnahmefällen – hinzugefügt werden. Die jährlichen Werte müssen dann mit 12 multipliziert werden.

In den Jahren von 1992 bis 1996 waren die äußeren Einflüsse ziemlich groß. Der Geldabfluß war mehr als 1/4 des Wirtschaftsgeldes. In dieser Zeit hat die Arbeitslosigkeit ständig zugenommen. Eine Ausnahme ist das Jahr 1995. In diesem Jahr ist aber auch die relative Staatsverschuldung besonders stark um 7,7% angestiegen. In den Jahren von 1998 bis 2001 ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Der Geldabfluß war in diesen Jahren kleiner als 11,52% des Wirtschaftsgeldes. Im Jahr 2000 wurde sogar neues Geld ins System eingeschleust. Von 2002 bis 2005 nahm die Arbeitslosigkeit wieder zu. Es wurden wieder mindestens fast 1/4 des Wirtschaftsgeldes pro Jahr aus dem Verkehr gezogen. Dabei ist die Staatsverschuldung in die Höhe geschossen. Das 1. Maastricht-Kriterium wurde verletzt. Erst als die äußeren Einflüsse in den Jahren von 2006 bis 2008 weniger als 5,4% des Wirtschaftsgeldes aus dem System entfernt hatten, ging die Arbeitslosigkeit wieder zurück. Bis 2007 konnte die relative Staatsverschuldung abgebaut werden. Wegen der Bankenkrise im Jahre 2008 mußte die relative Staatsverschuldung wieder ansteigen. Im Jahre 2009 stieg die Arbeitslosigkeit dann wieder an. Auch das lag hauptsächlich an der Bankenkrise, da die Banken wegen der Krise viele Kredite verweigerten.

In der Spalte für xm kann man abschätzen, wann das 2. Maastricht-Kriterium verletzt wurde. Bis auf 1997 und 2009 geschah es immer dann, wenn die äußeren Einflüsse mindestens fast 1/4 des Wirschschaftsgeldes ausgemacht haben.

Das zeigt ganz deutlich. Sind die äußeren Einflüsse zu groß, dann wird es für den Staat unmöglich, das 2. Maastricht-Kriterium einzuhalten. Durch die Regelungen ist der Staat viel zu sehr eingeschränkt worden. Um ein Anwachsen der Arbeitslosigkeit zu verhindern, müßte er das Defizit sehr stark anwachsen lassen. Viel stärker, als es ihm erlaubt ist. Die Politiker können die Maastricht-Kriterien nur dann einhalten, wenn die äußeren Einflüsse nicht zu groß werden.

Die äußeren Einflüsse kommen durch die Geldentstehungsprozesse, beschrieben bei den Computersimulationen. Durch Versicherungen, die den Kapitalmarkt auffüllen. Auch die Veränderungen der Sicherheiten auf den Kapitalmärkten und die Sparquote spielen dabei eine Rolle. Die Wiedervereinigung mit all ihren Fehlern.

Alle Artikel, die ich über den Bereich des Wirtschaftssystems geschrieben habe, haben sich mit diesen äußeren Einflüssen auseinander gesetzt. Und in den nächsten Artikeln, die ich übers Wirtschaftssystem schreiben werde, zeige ich Ihnen, wie man die wirtschaftlichen Probleme wirklich lösen kann.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Unternehmerstrategien in der Politik

Categories: Politik
Comments: 6 Comments
Published on: 22. Oktober 2011

Im Blogartikel „Paradoxe Systeme und ihr Einfluß auf die Geldmenge“ habe ich erzählt, wie sich die Geldmenge entwickelt und wofür das Geld verwendet wird. Im Blogartikel „Die Geschichte der Arbeitslosigkeit in Deutschland“ habe ich Ihnen erklärt, wie sich die verschiedenen Einflüsse auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt haben. In dieser Zeit ist die Politik nicht untätig gewesen. Die Politiker versuchten die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, ohne die Zusammenhänge zu verstehen.

Wenn die Unternehmer als Berater auftreten

Natürlich hatten auch die Unternehmen ein Problem. Betrachten Sie sich einmal die Entwicklung der Insolvenzen von Unternehmen:

In der Graphik wird gezeigt wieviele Unternehmen jedes Jahr Insolvenz beantragen. Quelle: Statistische Bundesamt Deutschland

Die Graphik zeigt die Anzahl der Unternehmen die in den einzelnen Jahren Insolvenz beantragen mußten. Gezählt wurden nur die, die nicht mangels Masse abgelehnt wurden. Die Lücke entsteht, weil das Statistische Bundesamt Deutschland die Datenerfassung zwischendurch ausgesetzt hat.

Immer mehr Unternehmen müssen Insolvenz anmelden. In den Zeiten der Rezession nehmen die Insolvenzen der Unternehmen stark zu. Aber in den Aufschwungphasen gibt es immer noch sehr viele Unternehmen, die Pleite gehen. Die Tendenz ist steigend. Auch die Unternehmer hatten keine Ahnung von den Zusammenhängen zwischen Wirtschafts- und Finanzsystem. Viele versuchten zu überleben, indem sie den Politikern ihre Schwierigkeiten erklärten und Vorschläge machten, wie man die Krise lösen kann.

Viele Politiker haben den Fachleuten aus der Industrie vertraut und Ihre Gesetze Unternehmerfreundlich verändert. Nicht erst in diesem Jahr. Das hat schon im letzten Jahrtausend angefangen. Hat es ihnen was genützt? Die Politiker haben etwas ganz wichtiges übersehen. Unternehmer denken immer nur betriebswirtschaftlich, aber nie Volkswirtschaftlich. Sie sind immer nur für ein Unternehmen verantwortlich. Unterschiedliche Unternehmen in der gleichen Branche stehen immer mit anderen Unternehmen in Konkurrenz. Diese Konkurrenz ist auch politisch gewünscht. Monopolstellungen führen allzu leicht dazu, daß es zu einem Preisdiktat kommt. Man kann den Preis scheinbar beliebig hoch festlegen. Das gilt vor allem dann, wenn das Produkt Überlebenswichtig ist. Die Miete zu bezahlen ist wichtiger, als Bücher zu kaufen oder eine Waschmaschine. Durch den Konkurrenzkampf wird erwartet, daß die Preise in einem angemessenen Rahmen bleiben.

Unternehmerstrategien entwickeln sich durch die unterschiedlichen Probleme, mit denen die Unternehmer konfrontiert werden. Da gibt es die Bankenkredite, die sie zurückzahlen müssen und natürlich die Zinsen die sie zahlen müssen. Da gibt es die Arbeiter, die bezahlt werden müssen. Und da gibt es Material, das zur Herstellung der Produkte benötigt wird. Außerdem ist da noch der Staat, der Steuern und Sozialabgaben verlangt.

Ein Unternehmer hat viele verschiedene Kosten. Alle diese Kosten müssen durch den Absatz der Produkte gedeckt werden. Ein Unternehmer muß jetzt kalkulieren. Der Kreditrahmen der Banken und die Zinsen sind festgelegt. Den Preis seiner Produkte kann er beeinflussen, aber nicht die Materialkosten. Die Löhne der Arbeiter können sie auch nicht beliebig festlegen. Schließlich gibt es noch die Gewerkschaften, die sich für ihre Mitglieder einsetzen. Es gibt sogar einen Kündigungsschutz.

Für viele Unternehmen sind die Bedingungen so schwierig, daß sie eine Krise nicht überleben. Also haben die Unternehmer versucht, sich zu wehren. Das einfachste ist natürlich, beim Staat zu klagen. Die Steuern sind zu hoch. Die Sozialabgaben sind zu hoch. Sie werden bestimmt nicht geklagt haben, daß die Zinsen für die Kredite zu hoch sind. Dann könnten die Banken ihnen die Kredite verweigern und dann ist das Unternehmen am Ende.

Was können sie noch machen? Sie können um die Aufhebung des Kündigungsschutzes kämpfen, damit sie in Zeiten der Rezession leichter Leute entlassen können. Wenn sie nicht entlassen können, dann können sie die Überstundenregel erweitern. Dann brauchen sie nicht so viele Leute einzustellen. Sie leihen sich Arbeiter, anstatt sie einzustellen.

Es gibt viele Sachen, worum sie kämpfen können, um sich selbst zu retten. Wenn es um das Überleben geht, dann sind viele Unternehmer nicht mehr am Schicksal der Menschen interessiert, die für sie arbeiten.

Jetzt müssen Sie sich vorstellen, daß viele dieser Unternehmer den Staat beraten. Da wird der Staat behandelt wie ein Unternehmen. Einsparungen beim Staat durch Entlassungen. Ist das sinnvoll? Das Unternehmen ist die unerwünschten Arbeitnehmer losgeworden und braucht sich um deren Schicksal nicht mehr zu kümmern. Der Staat muß das Arbeitslosengeld bezahlen. Die Unternehmer drücken die Löhne nach unten. Der Staat muß aufstocken.

Härtefälle

Es sind viele Gesetze gemacht worden, die den Unternehmen nützen, aber nicht der arbeitenden Bevölkerung. Wie man an der Graphik sehen konnte, nehmen die Insolvenzen trotzdem zu. Obwohl die Arbeitslosenzahlen doch so wunderbar nach unten gehen.

Aber Unternehmen können nur überleben, wenn ihre Produkte auch verkauft werden können. An wen kann man verkaufen? Nur an Leute, die die Produkte bezahlen können. Damit das funktioniert, müssen die Löhne hoch genug sein. Wenn man die Arbeitslosen zu spartanischen Konsumenten erzieht, denen man gerade mal eben Wohnung, – nicht zu teuer – Essen, Kleidung, Fernsehen, ein paar Möbel und den Kindern einige Zusatzleistungen gönnt, die nicht mal für den Schulbedarf ausreichen, dann braucht man sich nicht zu wundern, daß es viele Produkte gibt, die nicht mehr oder immer seltener gekauft werden. Kino-Besuch? Theater-Besuch? Essen gehen? Ein schickes Auto? Wer kann sich das schon leisten? Was ist mit gesunder Ernährung? Den billigsten Käse, die billigste Wurst, das billigste Brot, das können sich die Leute noch leisten. Das Geld reicht nicht mehr für einen Bäcker, einen Metzger oder einen Konditor. In solchen Läden geht der Umsatz zurück.

Was sich viele Unternehmen leisten ist unfaßbar. Hier einige Beispiele:

  1. Die Klofrau   
    Schon vor einigen Jahren wurde im Fernsehen über eine bestimmte Abzocke berichtet. Die Klofrau putzt das Klo und hat dort einen Teller stehen, wo die Benutzer der Toilette Geld drauf legen können um sie zu bezahlen. Das Geld bekommt aber nicht die Klofrau, da sie bei einer Firma angestellt ist. Sie bekommt einen festen Stundenlohn von beispielsweise 7,50€. Der Arbeitsaufwand wird aber nur auf 1/2 Stunde pro Tag kalkuliert. Aber damit die Leute mehr Geld auf den Teller legen, muß die Klofrau den ganzen Tag anwesend sein. 7 Tage die Woche. Bei 30 Tagen im Monat wird sie nur für 15 Stunden bezahlt. 15*7,50€=112,50€. Wovon soll die Frau leben? Sie kann noch nicht mal eine andere zusätzliche Arbeit annehmen, weil es eine Anwesenheitspflicht gibt.
  2. Bereitschaftsdienst der Ärzte           
    Der Bereitschaftsdienst wird nicht als Arbeit anerkannt. Dabei haben viele Ärzte in dieser Zeit viel zu tun. Viele Ärzte werden durch diese Regelung dazu gezwungen erst eine Schicht zu arbeiten, dann kommt der Bereitschaftsdienst, und nach dem Bereitschaftsdienst müssen sie noch eine Schicht arbeiten. Schlaf ist sehr wichtig, da während des Schlafes das Immunsystem besonders aktiv ist, um die kleinen Fehler des Tages zu beseitigen. Fällt der Schlaf weg, dann wird man leichter anfällig für Krankheiten. Schlafmangel hat ähnliche Wirkungen wie Alkoholkonsum. Zumindest was die Aufmerksamkeit und die Leistungsfähigkeit anbelangt. Da kann man leicht Fehler machen. Beispielweise Operationsbesteck im Menschen vergessen. Eine solche Vorgehensweise ist doch schwachsinnig. Einem Arzt muß man vertrauen können, daß er gute Arbeit leistet. Ein Behandlungsfehler kann den Patienten für den Rest seines Lebens zeichnen. Man kann sogar daran sterben.
  3. Erpressung     
    Mein Bruder hat mir von einer Firma erzählt, in der folgendes passiert ist. Bei der Neueinstellung wurde den Arbeitnehmern erzählt, daß bei einem Auftragsrückgang immer 2 Leute entlassen werden. Es sind immer die, welche die wenigsten Überstunden gemacht haben. Hier werden die Leute mit Arbeitslosigkeit erpreßt. Es hat sich so ein Wettkampf um Überstunden entwickelt, daß einige wegen dieser Überstunden fix und fertig waren. Irgendwann hat die Firma mal gemerkt, daß sie es mit den Überstunden übertrieben hat. Die Leute mußten Überstunden abbauen. Da gab es Leute, die hatten mehr als 800 Überstunden angesammelt. Nach den offiziellen Arbeitsverträgen haben sie nur eine 40 Stunden Woche. 800 Überstunden sind die Arbeitsleistung von 20 Wochen. Wir können froh sein, daß solche Phänomene nur sehr selten sind, denn sonst gäbe es ein großes Problem. Der Auftraggeber zahlt den Preis sofort, aber das Geld für die Überstunden wird an die Arbeiter nicht weitergegeben. Es bleibt so lange auf einem Konto liegen, bis die Überstunden abgefeiert werden. Der Lohn für 4,5 Monate wird aus dem Geldkreislauf entfernt, um die Arbeiter bezahlen zu können, wenn die Auftragslage schlecht ist. Eine Verlängerung des Geldkreislaufs bewirkt eine Schrumpfung des Bruttoinlandprodukts.
  4. Versteckte Lohnkürzungen  
    Um Zeit für meine wissenschaftlichen Nachforschungen zu haben, habe ich in der Vergangenheit Arbeitsplätze gewählt, die einen möglichst geringen Zeitaufwand haben. Mit einem Unternehmen habe ich folgendes erlebt. Es ging um das Austragen von Fernsehzeitungen und einiger anderer Zeitschriften. Als ich den Vertrag unterschrieben habe, gab es nur einen Arbeitstag pro Woche. Den Donnerstag. Bei dieser Arbeit wird man pro Zeitung bezahlt. Ich war erst ein paar Wochen dabei, da wurde die Strategie geändert. Die Zeitungen sollten an dem Tag angeliefert werden, an dem sie in die Geschäfte kommen. Also sollte jetzt am Mittwoch und am Freitag verteilt werden. Egal, ob man mit dem Fahrrad oder mit dem Auto fährt oder zu Fuß läuft. Die Wege müssen 2 mal gefahren oder gegangen werden. Das ist fast der doppelte Arbeitsaufwand. Es gab Zeiten, in denen ich mit Hilfe einer anderen Arbeit mehr verdienen konnte und andere Zeiten, in denen ich weniger verdient habe. Ich habe das mit einer anderen Arbeit ausgeglichen, in dem ich mal mehr und mal weniger Gebiete ausgetragen habe. Wenn ich ein Gebiet los werden wollte, dann hat es nur ein paar Wochen gedauert, dann war das Gebiet weg. Aber die Leute haben im Laufe der Zeit Schwierigkeiten bekommen, neue Austräger zu finden. Also wurden die Gebiete verkleinert in der Hoffnung, daß man dadurch leichter neu Leute finden kann. Wenn man aber nur dort Leute sucht, in denen sich das Gebiet befindet, bingt das gar nichts. Weil das Problem durch diese Maßnahme nicht gelöst wurde, ist mir im Dezember 2008 folgendes passiert. Ich wollte nur bis zum Ende des Jahres Urlaubsvertretung übernehmen. Ich habe von vorneherein gesagt, daß ich Schwierigkeiten mit einer anderen Arbeit bekomme, wenn das über diesen Zeitpunkt hinausgeht. Aber die Frau, die dieses Gebiet vorher hatte, hat aufgehört. Ich bin das Gebiet nicht losgeworden. Um mich nicht zu verärgern, bekam ich im Mai das erste Mal eine Lohnerhöhung um 20%.  Im September 2009 wurde die Verteilerfirma gewechselt. Die Verteiler hat man behalten, nur die Firma wurde geändert. Schließlich bin ich doch ein Gebiet losgeworden, aber das falsche. Das, was näher bei meinem Wohnort war. Außerdem wurde die Lohnerhöhung wieder gestrichen. Vor dem Wechsel war es so, daß keine Lohnsteuerkarte benötigt wurde, da sie es intern so regeln konnten, daß keine Lohnsteuerkarte gebraucht wurde. Auf dem Arbeitsvertrag, den ich damals unterschrieben hatte, stand der Nettolohn. Als die Verteilerfirma gewechselt wurde, wunderte ich mich, daß ich so wenig verdient hatte. Als ich etwas genauer nachgerechnet habe, habe ich herausgefunden woran das lag. Die neue Verteilerfirma hatte aus dem Nettolohn einfach einen Bruttolohn gemacht, von dem Steuern abgezogen werden. Da man immer noch keine Steuerkarte brauchte, konnte man das nur herausfinden, wenn man genauer nachgerechnet hat. Übrigens. Der letzte berechnete Stundenlohn lag bei mir bei 1,33€/h. Dies galt nur deshalb, weil ich darauf bestanden hatte, nur an einem Tag zu arbeiten, da ich sonst sofort kündigen würde. Als nach 1,5 Jahren die Verteilerfirma wieder gewechselt wurde, hat man darauf bestanden, daß ich an 2 Tagen arbeiten muß. Dann hätte ich nur noch für 0,75€/h gearbeitet. Das habe ich nicht mehr mitgemacht.

Es gibt Arbeit, die ist total unterbezahlt. Und selbst dort versucht man den Arbeitslohn immer noch weiter nach unten zu drücken. Aber in Deutschland sagen viele Politiker, daß sie keine Mindestlöhne wollen. Dann würden sie sich ja in die Tarifautonomie der Gewerkschaften einmischen. Gerade im Billiglohnsektor gibt es keine Gewerkschaften. Deshalb kann man die Löhne immer weiter nach unten drücken.

Eigentlich ist hier Einsicht gefragt. Aber stellen Sie sich vor, Sie sind ein Arbeitgeber, der an die Interessen des Arbeitnehmers denkt. Dieser steht in Konkurrenz zu einem Unternehmen, welches Lohndumping betreibt. Dann kann es Ihnen passieren, daß Ihr Unternehmen nicht mehr überlebensfähig ist, weil das andere Unternehmen einen unfairen Vorteil hat. Im Konkurrenzkampf geht es nicht um Ethik. Da geht es um Preise, Kosten und Gewinne. Die Arbeiter braucht man nicht als Kunden. Es gibt ja genügend andere. Man kann die Produkte ja an die verkaufen. Aber wenn das alle machen, weil sich diese Strategie durchsetzt, dann gibt es auch die anderen Kunden nicht mehr.

Ignoranz

Einige Unternehmer haben mit Hilfe ihrer Beratertätigkeit sehr nützliche Gesetze aufgeweicht, die eigentlich gut für das Wirtschaftssystem waren. Warum hat man sie nicht stoppen können? Weil es zu wenig kluge Leute gibt. Es hat immer wieder Leute gegeben, die auf die Probleme hingewiesen haben, die bei den Gesetzesänderungen entstehen können. Aber sie haben sich in der Demokratie nicht durchsetzen können.

Auch die Presse ist keine große Hilfe. Sie achtet viel zu sehr darauf, was sich gut verkaufen läßt. Sie schreiben das, von dem sie glauben, was die Leser lesen wollen. Als ich meine Untersuchung über die Wirtschaftskrise fertig hatte, bin ich in Leichlingen zu den 4 Parteizentralen hingegangen und habe der CDU, der SPD, der FDP und den Grünen je ein Exemplar gegeben, damit sie es an die richten Stellen weiterleiten können. Damals gab es noch nicht die Linke und von der PDS waren nur 3 Leute im Bundestag.

Für den Fall, daß sich die Politiker nicht um das Thema kümmern, habe ich je 1 Exemplar zum Spiegel, zum Stern und zum Fokus geschickt, damit sie es nutzen können, um Beiträge zu schreiben. 1 Exemplar kam nach 3 Tagen wieder zurück und dazwischen lag ein Wochenende. Mit dem 2. Exemplar bekam ich ein Schreiben, in dem drin stand, daß sie häufig über wirtschaftliche Themen schreiben, sie verwenden aber nur populäre sachen. Also das, was sowieso schon alle glauben. Vom 3. Habe ich nie wieder etwas gehört.

Ich hatte mich auch nicht auf die 3 allein verlassen. Ich habe 3 Exemplare an die Redaktionen von 3 Diskussionssendungen aus 3 Fernsehkanälen geschickt. Von einer bekam ich die Antwort, daß der Themenvorschlag viel zu umfangreich ist, um in einer Sendung gebracht zu werden. Von den anderen Beiden habe ich bis heute nichts gehört.

Das geschah im Frühling 2005. Inzwischen sind 6 Jahre vergangen. Die Probleme wurden nicht gelöst, einige sind noch schlimmer geworden und andere sind nicht mehr ganz so schlimm wie vorher. Ignoranz ist ein schlechter Ratgeber. Ich kenne dazu einen guten Spruch:

Wer nicht bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen, der ist dazu verdammt, sie ständig zu wiederholen.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Notfallplan: Rettung für Europa?

Categories: Geld, Politik
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Published on: 1. Oktober 2011

Griechenland steht mal wieder auf der Tagesordnung. Der Rettungsschirm für die Krisenländer Europas muß schon wieder erweitert werden. Ist das eine sinnvolle Maßnahme?

Die Staatsschulden der Länder sind das Angriffsziel der Spekulanten. Und die Schwächsten gehen nun mal zuerst zu Grunde. Man müßte die Staaten aus dem Kreuzfeuer der Spekulanten hinaus katapultieren. Deshalb habe ich mir überlegt, ob es nicht möglich wäre, die Staatsverschuldung im Euro-Raum auf 0 zu setzen.

Als ich vor einigen Jahren die Wirtschaftskrise in Deutschland untersucht habe, habe ich mir auch Lösungsstrategien für die Probleme einfallen lassen. Mit der effektivsten Strategie müßte man dieses Ziel eigentlich erreichen können. Deshalb habe ich mir einen Notfallplan für Europa ausgedacht.

Die Mehrwertsteuer

In Deutschland gibt es eine Mehrwertsteuer wie in vielen anderen Ländern Europas auch. In Deutschland liegt sie je nach Produkt entweder bei 19% oder bei 7%. Für die Betrachtung nehme ich nur Produkte mit 19% Mehrwertsteuer.

Durch die Mehrwertsteuer wird der Preis des Produktes um 19% erhöht. Diese 19% bekommt der Staat als Steuern. Wenn eine Waschmaschine beispielsweise 1000,00€ kosten würde, dann erhöht sich der Preis um 190,00€, die dann der Staat bekommt.

Das Ganze könnte man aber auch anders organisieren. Für 100 Waschmaschinen, die der Hersteller verkauft, bekommt der Staat als Steuern 19 Waschmaschinen. Die kann er verwenden, um beispielsweise die Armen zu unterstützen, die sich keine Waschmaschine mehr leisten können. Damit der Hersteller immer noch Gewinne machen kann, muß er den Einzelpreis der Waschmaschine von 1000,00€ auf 1190,00€ heraufsetzen.

Finanziell hat sich nichts geändert. Weder für den Kunden, noch für den Hersteller. Es werden noch genau so viele Waschmaschinen verkauft wie bisher, aber es kommen 19% mehr Waschmaschinen in Umlauf, solange es noch Leute gibt, die sich keine Waschmaschine leisten können. Allerdings ist die Handhabung etwas unpraktisch, da es viel leichter ist, Geld zu überweisen als Waschmaschinen zu transportieren und zwischenzulagern.

Aus diesem Grunde ist eine solche Maßnahme unpraktisch. Es gibt aber ein Produkt, bei dem sich diese Maßnahme lohnt. Geld wird nicht nur zu Zahlungszwecken verwendet, Geld ist auch ein Produkt, deren Gewinne ebenfalls versteuert werden müssen.

Die Kapitalertragssteuer

Irgendwann in den Jahren von 2002 bis 2004 bin ich in die Bank gegangen und habe mich mit einem Berater über meine Untersuchungen zur Wirtschaftskrise unterhalten. In diesem Gespräch machte mich der Bankangestellte auf einen Nebeneffekt der privaten Insolvenz aufmerksam.

Wenn die Leute eine Restschuldbefreiung bekommen, dann verliert die Bank den Anspruch auf das verliehene Geld. Das ist ein Einkommensverlust, der mit den Gewinnen verrechnet wird. Da die Banken zu den erfolgreichsten Unternehmen gehören, zahlen sie den Spitzensteuersatz von 50%. Also bezahlt der Staat letztendlich 50% der Restschuldbefreiung weil er Steuern verliert.

Steuern können sich ändern. Ich kriege nicht jede Gesetzesänderung mit, aber ich werde für meine Kalkulation erst einmal annehmen, daß sich daran bisher nichts geändert hat.

Die Banken müssen also von ihren Gewinnen 50% Steuern zahlen. Dabei ist es völlig egal, wie sie diese Gewinne machen. Um Gewinne machen zu können, setzen sie das Geld ein, was ihnen zur Verfügung steht. Das ist das bei ihnen angelegte Kapital und das Geld, welches sie sich von den Zentralbanken leihen.

Wie wäre es, wenn die Banken 50% des bei ihnen angelegten Kapitals dem Staat zinslos zur dauerhaften Verfügung stellen müssen. Dafür zahlen sie keine Steuern mehr für die Gewinne. Das Geld, das dem Staat zur Verfügung gestellt wird, ist dann wie ein zinsloser Kredit. Und das ist die neue Kapitalertragssteuer.

Die Banken hätten dadurch keinen Verlust. Der Bedarf an Krediten würde sich durch diese Maßnahme nicht verändern, aber sie hätten nur noch die Hälfte des Geldes zur Verfügung. Ein Teil des Geldes müßten sie sich von den Zentralbanken besorgen. Dadurch würde sich die Geldmenge des Geldkreislaufs erhöhen. Für die Gewinne von diesen Geldern bräuchten sie keine Steuern zahlen.

Woher kommt der andere Teil? Der Staat kann die Kapitalertragssteuer nutzen, um die Staatsschulden zu bezahlen. Dadurch können viele Leute das Geld nicht mehr beim Staat anlegen, sondern legen es stattdessen bei den Banken an. Die eine Hälfte muß zinslos dem Staat zur Verfügung gestellt werden. Die andere Hälfte erhöht die Geldmenge, die die Banken im Kapitalmarkt anlegen können. Allerdings werden auch Banken ihr Geld dem Staat geliehen haben. Dieses bekommen sie gewissermaßen wieder zurück. Dadurch verringert sich der Bedarf an Krediten. Das ist nicht schlimm, denn die Banken brauchen nur noch die Hälfte der Kredite um die gleichen Gewinne zu erzielen.

Wie sieht die Situation aus dem Blickwinkel des Staates aus? Er kann Kredite, für die er bisher Zinsen zahlen mußte zu zinslosen Krediten machen. Außerdem ist der zinslose Kredit eine Steuer, die er niemals zurückzahlen darf. Er könnte höchstens die Steuer wieder umwandeln. Er könnte durch Anheben oder Absenken der Steuer den Kapitalmarkt direkt beeinflussen. Er hätte also ein präzises, sofort wirkendes Steuerinstrument.

Durch Inflation werden die Preise für Produkte, für die ein Kredit aufgenommen wird ebenfalls teurer. Dadurch erhöht sich auch die Geldmenge, die am Kapitalmarkt angelegt wird. Dadurch erhöht sich auch die Geldmenge der Kapitalertragssteuer.

Der Staat muß aber auf eines achten. Das ist ganz wichtig. Dieses Verfahren darf nicht bei Bausparkassen verwendet werden. Bausparkassen sind dafür da, die Selbstbeteiligung für Kredite zu finanzieren. Sie dürfen sich kein Geld von den Zentralbanken leihen. Wenn sie nur noch 50% des angesparten Geldes an die Kreditnehmer verteilen können, dann wird die Anzahl der Kreditnehmer um 50% kleiner. Das würde dafür sorgen, daß in den nächsten Jahrzehnten nur halb so viel Schulden aufgenommen werden, wie zurückgezahlt werden müssen, bis sich die Geldmenge, die durch die Geldentstehungsprozesse entstanden ist, halbiert. Die Größe des Kapitalmarkts verändert sich nicht, also schrumpft das Wirtschaftssystem, bis sich der Staat dazu entschließt, zusätzliche Schulden aufzunehmen, für die er dann Zinsen zahlen muß.

Ich habe mir mal die Statistiken betrachtet, die von der deutschen Zentralbank herausgegeben werden. Stand Dezember 2010.

Einlagen und aufgenommene Kredite von Banken an alle Banken
Einlagen und aufgenommene Kredite von Banken an Bausparkassen

380,786 Mrd. €
7,494 Mrd. €

Differenz:

373,292 Mrd. €

Einl. und aufgenommene Kred. von Nichtbanken an alle Banken
Einl. und aufgenommene Kred. von Nichtbanken an Bausparkassen

3163,128 Mrd. €
138,201 Mrd. €

Differenz:

3024,927 Mrd. €

Zu versteuerndes Kapital:

3398,219 Mrd. €

Alle Staatsschulden Deutschlands

1732,442 Mrd. €

Restschuld nach Einführung der neuen Kapitalertragssteuer:

33,333 Mrd. €

Das reicht, um ca. 98% der Schulden zu tilgen. Würde man die Steuer nur um 1% erhöhen, wäre die Staatsverschuldung verschwunden.

Wenn diese Art der Kapitalertragssteuer bereits 1961 eingerichtet worden wäre, dann sähe das Anwachsen des zinslosen Kredits so aus:

Der jährliche Zuwachs der Einlagen und Kredite an alle Banken ohne Bausparkassen von 1962 bis 2010.

Früher wäre der jährliche Zuwachs des zinslosen Kredits sehr hoch gewesen. In den letzten Jahren hat der Zuwachs abgenommen. In einem Jahr hätten wir sogar einen Teil des zinslosen Kredits an die Banken zurückgeben müssen.

Was ist mit Europa?

In Deutschland ist das Verfahren sehr effektiv. Aber es gilt: Andere Länder, andere Sitten, andere Steuern und andere Staatsverschuldung.

Die Kapitalertragssteuer könnte niedriger liegen, sie könnte höher liegen. Vielleicht wird es nicht ganz reichen, die Staatsverschuldung der einzelnen Länder auf 0 zu bringen, vielleicht bleibt auch noch etwas Geld übrig. Die Vertreter der Länder in Europa könnten sich zusammensetzen und einen gemeinsamen Plan aufstellen, wie man mit Hilfe der neuen Kapitalertragssteuer ganz Europa schuldenfrei machen kann. Damit würden die Länder Europas aus dem Fokus der Finanzspekulanten herausfallen. Wenn die Länder keine Schulden mehr aufnehmen, dann spielt es auch keine Rolle mehr, welche Bewertungen die Rating-Agenturen machen.

Dies kann aber nur eine Notfallmaßnahme sein, denn die eigentlichen Probleme werden dadurch nicht gelöst. Sie könnten weiter im Verborgenen arbeiten.

Wenn die Korruption in Griechenland so weiter geht, wenn die Reichen sich arm rechnen, um keine Steuern zahlen zu müssen, dann wird Griechenland sehr schnell wieder Schulden machen. Wenn dann die nächste Krise kommt kann man den Notfallplan nicht noch einmal durchführen.

Inflationsgefahr

Es könnte noch ein Problem entstehen. Es gibt einige Länder, die sind Gläubiger bei den Krisenstaaten. Wenn sie dank der Umstellung der Kapitalertragssteuer Geld zurückbekommen, könnte das so viel werden, daß in den einzelnen Ländern Inflation droht. Darauf muß man sich vorbereiten.

Wenn es in diesem Land hohe Arbeitslosigkeit gibt, dann kann man das Geld einsetzen um den Konsum der Bedürftigen anzukurbeln. Dadurch wird mehr Geld in den Geldkreislauf eingeschleust und die Bedürfnisse der Menschen erhöhen sich. Man muß mehr Produkte herstellen und für den Herstellungsprozeß kann man wieder neue Leute einstellen.

Es gibt aber Unternehmen, die könnten auf die Idee kommen, daß es besser wäre, die Preise zu erhöhen, da die Menschen mehr Geld haben.

Die Zentralbanken können jetzt nicht mehr durch die Einschränkung der Geldmenge mit Hilfe der Zinssteuerung das Geld knapp halten. Die indirekte Inflationssteuerung funktioniert nicht mehr. Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten. Man könnte doch eine direkte Inflationssteuerung durchführen.

Politiker können Gesetze machen. Also können sie auch eine Inflationssteuer erfinden. Das muß keine Steuer sein, bei der der Staat Geld bekommt. Man könnte eine Steuer erfinden, die den Leuten so unangenehm ist, daß sie die Steuer nicht bezahlen wollen. Wie geht das?

Zunächst einmal ist es wichtig, daß es im freien Markt immer die Möglichkeit geben muß, daß eine individuelle Preisanpassung stattfinden kann. Man könnte zum Beispiel sagen, daß bei einer Preiserhöhung bis zu 2% keine Inflationssteuer zu zahlen ist. Sollte diese Grenze allerdings überschritten werden, dann ist die Inflationssteuer doppelt so hoch, wie die Preisdifferenz über dem erlaubten Grenzwert.

Das hätte dann zur Folge, daß die Unternehmen bei einer zu hohen Inflation Verluste machen. Dann wird Inflation uninteressant.

Hier gibt es allerdings noch ein Problem. Es gibt bestimmte Situationen, in denen muß auch eine Inflationsgrenze überschritten werden, ohne daß dafür eine Inflationssteuer gezahlt wird. Stellen Sie sich vor, die Öl-Multis erhöhen die Preise für Rohöl, weil die Resourcen zur Neige gehen. Wir sind von den Ölförderungen abhängig. Von den Öl-Multis können wir aber keine Inflationssteuer verlangen. Aber die Transportunternehmen müssen das Benzin bezahlen. Wenn die Preise zu stark ansteigen gehen sie Pleite, wenn sie die zusätzlichen Kosten nicht auf die Transportkosten aufschlagen können.

Deshalb muß es für besondere Notfälle eine Ausnahmeregel geben. Aber diese Ausnahme ist Genehmigungspflichtig. Die zulässige Höhe des Preisanstiegs muß individuell festgelegt werden, damit möglichst wenige, oder besser keine anderen Produkte oder Dienstleistungen die Inflationsgrenze überschreiten müssen.

Wenn ein Produkt einen Preis von 49 Cent hat, dann würde selbst eine Preiserhöhung um 1 Cent die 2% Grenze überschreiten. Normalerweise werden solche Produkte in einem Laden angeboten, in dem es viele Produkte gibt. Für Produkte mit einem Preis unterhalb einer gewissen Grenze könnte man daher eine generelle Ausnahme machen, wenn der Durchschnittspreis der Produkte die 2% Grenze nicht überschreitet.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

Fehler der Wiedervereinigung Deutschlands

Haben Sie den Eindruck, daß die Wiedervereinigung Deutschlands gut funktioniert hat? Helmut Kohl hat den Menschen blühende Landschaften versprochen. Die Landschaften blühen, aber das haben sie auch vorher getan. Helmut Kohl meinte eigentlich etwas ganz anderes. In den 50-er Jahren gab es in Deutschland die Wirtschaftswunderjahre. Helmut Kohl dachte wahrscheinlich, daß der Aufbau der neuen Bundesländer genauso gut funktionieren würde wie der Wiederaufbau Deutschlands in den Nachkriegsjahren. Warum hat das nicht funktioniert?

Die Wirtschaftswunderjahre

Will man eine Chance haben herauszufinden, warum sich beide Seiten unterschiedlich entwickelt haben, dann muß man herausfinden, wo die Unterschiede liegen. Betrachten Sie sich zunächst mal die Situation der alten Bundesländer:

In den Nachkriegsjahren wurde wegen der Inflation das meiste Geld vernichtet. Der Staat hatte Schulden und jeder Bürger bekam eine kleine Starthilfe. Die Menschen besaßen also fast kein Geld. Auch das Finanzsystem mußte einen Neustart durchführen. Wenn in dieser Zeit Kredite aufgenommen wurden, kam sehr schnell Geld in das System, aber die Zurückzahlung des Geldes lief über lange Zeiträume. Dadurch nahm die Geldmenge regelmäßig zu. Sowohl die Geldmenge, als auch die Entwicklung der Preise haben sich dabei auf natürliche Weise entwickelt. Die Graphik 1 zeigt Ihnen die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in dieser Zeit.

Jährliche Arbeitslosenzahlen von 1950 bis 1970

Graphik 1: In der Nachkriegszeit konnte die Arbeitslosigkeit seit der Währungsreform relativ schnell innerhalb von 12 Jahren auf ca. 1% gesenkt werden. Dies ist ein Zustand der Vollbeschäftigung. Da es verschiedene Bereiche des Wirtschaftssystems gibt die wetterabhängig sind und in denen beispielsweise im Winter nicht gearbeitet werden kann, müssen einige Leute zeitweise arbeitslos sein.

Hinzu kommt, daß die anderen Länder kein großes Interesse hatten, uns zu unterstützen, wenn man von dem Marshall-Plan einmal absieht. Deutschland mußte es alleine schaffen. Hinzu kamen die Reparationszahlungen aus dem Krieg. Da Deutschland völlig neu aufgebaut werden mußte, konnte eine modernere Technologie entwickelt werden, die für das Ausland so interessant war, daß wir über den Exportmarkt sowohl die Gelder aus den zurückgezahlten Schulden für die Starthilfe als auch die Reparationszahlungen durch Exportüberschüsse wieder zurückbekamen.

Die Wiedervereinigung

Wie sah die Situation in den neuen Bundesländern aus? Die Menschen aus den neuen Bundesländern sollten in die Bundesrepublik Deutschland integriert werden. Damit so etwas funktioniert, müssen in allen wirtschaftlichen Bereichen die gleichen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Größe der Bevölkerung ist um etwa 30% angestiegen. Deshalb hätte die Geldmenge ebenfalls um etwa 30% ansteigen müssen.

Prozentuale Veränderung der Gesamtgeldmenge in Deutschland

Graphik 2: 1990 gab es einen Zuwachs von nur 18% in den Passiv-Beständen der Banken. Dies ist die Summe aller Gelder, die die Banken ins System gebracht haben. Da fand die wirtschaftliche Wiedervereinigung Deutschlands statt. Allerdings wurde die Gesamtgeldmenge nicht der Veränderung der Bevölkerungsgröße angepaßt, denn dann hätte die Gesamtgeldmenge um 30% höher sein müssen als die normale Entwicklung der Gesamtgeldmenge.

Interessant ist auch, wie sich die Geldmenge erhöht hat.

Prozentuale Veränderung der Staatsverschuldung relativ zur Veränderung aller Schulden der BRD

Graphik 3: Nicht nur der Staat, sondern auch Unternehmer und Privatpersonen machen Schulden. Diese Grafik zeigt dan relativen Anteil der Staatsverschuldung am gesamten Anwachsen der Staatsverschuldung in Deutschland. 1990 gab es einen Zuwachs von nur 26,3 %.

Wie Sie sehen können, wurden die zusätzlichen Schulden nicht allein vom Staat gemacht. 73,7 % der zusätzlichen Schulden für das Geld der neuen Bundesländer entstand über private oder Unternehmerkredite. Damals wurden die Schulden plötzlich und nicht allmählich aufgenommen. Das Kreditgeschäft sorgt nur deshalb für eine einigermaßen stabile Geldmenge, weil für die zurückgezahlten Kredite immer wieder neue Schulden aufgenommen werden. Der Bedarf für Kredite verteilt sich normalerweise über einen langen Zeitraum. Wenn aber plötzlich sehr hohe Schuldenmengen aufgenommen werden, und danach während des Tilgungsprozesses der Schulden kein ausreichendes Gegengewicht zur Tilgung entsteht, dann muß die Geldmenge wieder schrumpfen. Kann man diesen Effekt irgendwie messen?

Ich habe einen Weg herausgefunden, wie man das feststellen kann. Damit das möglich wird, muß man den Einfluß des Staates aus der Entwicklung der Geldmenge herausrechnen. Dabei habe ich folgende Strategie verwendet:

Ich habe eine Formel zur Veränderung des Bruttoinlandprodukts in Abhängigkeit der verschiedenen Einflüsse konstruiert. In einer Formel für die Veränderung des Bruttoinlandproduktes muß ich mich um folgendes kümmern: Staatsverschuldung, Defizit, europäische Steuern und äußere Einflüsse. Die äußeren Einflüsse sind zusammengesetzt aus der Bilanz des Import-Export-Marktes, den Veränderungen der Gesamtgeldmenge durch die Schwankungen im Kreditgeschäft und die Veränderungen durch Umlagerungen des Geldes aus dem Geldkreislauf in den Kapitalmarkt und umgekehrt. Außerdem sollte man berücksichtigen, daß es in jedem Jahr 12 Geldkreisläufe gibt, da die Unternehmen jeden Monat so viel Geld erwirtschaften müssen, daß sie davon alle Löhne und Gehälter, inklusive des Unternehmerlohns bezahlen können.

Beim Staatsdefizit gibt es ein kleines Problem. Das Staatsdefizit wird berechnet relativ zum Bruttoinlandsprodukt des entsprechenden Jahres. Ein Staat muß aber kalkulieren können. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn das Staatsdefizit relativ zum Bruttoinlandsprodukt des vergangenen Jahres benutzt werden würde. Es gibt eine einfache Möglichkeit, diese beiden Staatsdefizite ineinander umzurechnen:

\[\frac{x_{A}}{100}*B_{m}=\frac{x_{N}}{100}*B_{m+1} \Rightarrow x_{A}=x_{N}*\frac{B_{m+1}}{B_{m}}\]

Wenn xA das Staatsdefizit für das aktuelle Jahr relativ zum Bruttoinlandsprodukt des Vorjahres (Bm) ist und xN das Staatsdefizit für das aktuelle Jahr relativ zum Bruttoinlandsprodukt des aktuellen Jahres (Bm+1) ist, dann liefert diese einfache Formel die Umrechnung zwischen den beiden Definitionen. So lange das Bruttoinlandsprodukt im Vorjahr gemessen im Geldwert kleiner als das Bruttoinlandsprodukt im aktuellen Jahr ist, wird xA≥xN sein. Auf Grund der Inflation und des Bevölkerungswachstums ist das fast immer der Fall. Es gilt dann: 3≥xA≥xN. Man kann deshalb für die Staatsverschuldung und das Bruttoinlandsprodukt folgende Formeln aufstellen:

\[RS_{m}=100*\frac{S_{m}}{B_{m}},\]
\[S_{m+1}=S_{m}+\frac{x}{100}*B_{m},x≤3,\]
\[B_{m+1}=B_{m}+\frac{12*x}{100}*B_{m}-\frac{12}{100}*α*B_{m}+y*B_{m}=\left(1+\frac{12*(x-α)}{100}+y\right)*B_{m}\]
\[\Rightarrow\]
\[RS_{m+1}=100*\frac{S_{m+1}}{B_{m+1}}=\frac{100*\left(S_{m}+\frac{x}{100}*B_{m}\right)}{\left(1+\frac{12*(x-α)}{100}+y\right)*B_{m}}=\frac{100*\frac{S_{m}}{B_{m}}+x}{1+\frac{12*(x-α)}{100}+y}=\frac{RS_{m}+x}{1+\frac{12*(x-α)}{100}+y}\]

Begriffserklärung:
RSm   Relative Staatsverschuldung in % im Jahr m.
Sm     absolute Staatsverschuldung im Jahr m.
Bm     Bruttoinlandsprodukt im Jahr m.
X       Veränderung der Staatsverschuldung im aktuellen Jahr in % des
         Bruttoinlandprodukts des Vorjahres.
y       Äußere Einflüsse als vielfaches des Bruttoinlandprodukts des Vorjahres.
α       Multiplikator um die Europäischen Steuern in die Nettobelastungen für Europa
         umzurechnen. Ein negatives α bedeutet, daß die Zahlungen aus Europa größer
         sind als die Steuern. Es muß gelten: α≤1.

Jetzt brauche ich nur noch die Formel für RSm+1 nach y umzustellen, dann erhalte ich den Einfuß auf das Wirtschaftssystem unabhängig vom Handeln des Staates:

\[RS_{m+1}=\frac{RS_{m}+x}{1+\frac{12*(x-α)}{100}+y} \Rightarrow 1+\frac{12*(x-α)}{100}+y=\frac{RS_{m}+x}{RS_{m+1}} \Rightarrow\]
\[y=\frac{RS_{m}+x}{RS_{m+1}}-1-\frac{12*(x-α)}{100}=\frac{x-\left(RS_{m+1}-RS_{m}\right)}{RS_{m+1}}-\frac{12*(x-α)}{100}\]
\[=\frac{x-\Delta RS_{m+1,m}}{RS_{m+1}}-\frac{12*(x-α)}{100}\]

Ich habe das y so dargestellt, daß in der Formel die Veränderung der relativen Staatsverschuldung mit dem Staatsdefizit kombiniert wird. Wie man in der Tabelle sehen kann, ist dieser Faktor nicht 0. Die relative Staatsverschuldung ändert sich nicht in der Höhe des Defizits.

Tabelle: Äußere Einflüsse im Vergleich zu einigen Wirtschaftsdaten

Jahr

Relative Staatsver-schuldung (RS)

ΔRS

Relatives Defizit (x)

 x-ΔRS
  RS

Relative Zahlungen an Europa (α)

Äußere Einflüsse (y)

Arbeitslosen
entwicklung in 1000

1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000

41,4
43,1
47,1
49,4
57,1
59,8
61,0
60,3
60,9
59,7


1,7
4,0
2,3
7,7
2,7
1,2
-0,7
0,6
-1,2


2,69
3,26
2,52
3,43
3,46
2,76
2,27
1,54
1,13


0,023
-0,016
0,004
-0,075
0,013
0,026
0,049
0,015
0,039


0,77
0,77
0,85
0,77
0,64
0,63
0,65
0,29
0,64


-0,21
-0,26
-0,28
-0,29
-0,31
-0,30
-0,20
-0,17
-0,10

+477
+377
+449
+250
-71
+358
+420
-134
-173
-214

Für das relative Defizit mußte natürlich der gemessene Wert (xN) in den in der Formel benutzen Wert (xA) umgerechnet werden! xm+1 kann für 1991 nicht berechnet werden wegen der Wiedervereinigung Deutschlands.

Mit Ausnahme von 1995 kann man erkennen, daß die Entwicklung der Arbeitslosigkeit dann zunahm, wenn die äußeren Einflüsse kleiner als -20% des Bruttoinlandproduktes betragen hat.

1995 ist die relative Staatsverschuldung besonders stark um 7,7% angestiegen. Dadurch konnte das Anwachsen der Arbeitslosigkeit aufgehalten werden.

Von 1992 bis 1997 ist die Arbeitslosigkeit in Gesamtdeutschland deshalb angestiegen, weil zu viele Gelder aus dem Geldkreislauf verschwunden sind. Bis 2001 sind die Einflüsse fast auf 0 angestiegen. Ab etwa 2000 kann man die Veränderung der äußeren Einflüsse nicht mehr ausschließlich mit der Wiedervereinigung in Zusammenhang bringen, da 1999 ein neues Gesetz zur privaten Insolvenz herausgebracht wurde. Durch den Prozeß der privaten Insolvenz können vorübergehend mehr Gelder aus dem Geldkreislauf entfernt werden als neue Gelder in den Geldkreislauf eingeschleust werden können. Siehe dazu: „Zwischen den Fronten: Wenn Experten versagen“.

Es ist noch etwas Interessantes passiert. Betrachten Sie sich einmal die Exportüberschüsse in Deutschland:

Exportüberschuß in milliarden DM

Graphik 4: Die neuen Bundesländer wurden in der statistischen Erfassung bis 1994 als Ausland betrachtet. Danach wurden sie als Inland betrachtet. Um vergleichbare Zahlen zu haben wurde dann zurückgerechnet, wie die Exportüberschüsse gewesen wären, wenn die neuen Bundesländer ab 1991 in der statistischen Erfassung als Inland betrachtet worden wären. Es ist deutlich sichtbar, daß innerhalb dieser kurzen Zeitspanne jährlich große Geldmengen aus den neuen Bundesländern in die alten Bundesländer geflossen sind.

Der Aufbau Ost hat den neuen Bundesländern nicht geholfen. Die neuen Bundesländer wurden als Absatzmarkt mißbraucht. Die Geldmenge ist nur so aus dem Land herausgeflossen. Wovon sollen die Unternehmen in den neuen Bundesländern Löhne und Gehälter bezahlen, wenn das Geld aus den neuen Bundesländern abgezapft wird?

Betrachten Sie sich einmal zum Vergleich die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in absoluten Zahlen:

Entwicklung der Arbeitslosenzahlen von Januar 1988 bis Dezember 1997 im Jahresdurchschnitt in Deutschland

Graphik 5: Weil es sehr große jahreszeitliche Schwankungen in den Arbeitslosenzahlen gibt, habe ich die durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 12 aufeinander folgenden Monaten berechnet und das Ergebnis am Ende des 6. Monats eingetragen. Diese Berechnung nenne ich den Jahresdurchschnitt. Ich habe für die Arbeitslosen Ost die genauen Zahlen genommen und nicht den Jahresdurchschnitt, weil der Jahresdurchschnitt für eine Untersuchung zu spät beginnt und Jahreszeitliche Schwankungen in der DDR keine Rolle spielten. Wie man an der Kurve sehen kann, tauchen die ersten deutlichen Schwankungen ungefähr in der Mitte des Jahres 1991 auf.

Es gab schon vor dem Umtausch der Mark der DDR in die DM einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, der wurde aber enorm verstärkt, als die DM eingeführt wurde. Seit diesem Zeitpunkt steigt in Gesamtdeutschland die Arbeitslosigkeit an. In den alten Bundesländern ging die Arbeitslosigkeit seit Anfang 1988 immer weiter zurück. Aber kurz nach der Einführung des Solidaritätsbeitrags geht die Arbeitslosigkeit in den alten Bundesländern wieder nach oben, während sich die Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern stabilisierte. Außer den jahreszeitlichen Schwankungen gibt es kaum noch Veränderungen. Aber in Gesamtdeutschland hat sich die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nicht verändert. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, daß der Solidaritätsbeitrag 2 Wirkungen hat.

Das Geld, das aus den neuen Bundesländern in die alten Bundesländer abgeflossen ist, wird wieder zurückgeschickt. So lange die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in den neuen Bundesländern stabil ist, wird durch den Solidaritätsbeitrag so viel Geld aus den alten Bundesländern zu den neuen Bundesländern transferiert, wie dem internen Geldkreislauf durch das Wirtschaftssystem entzogen wird. Man kann den Solidaritätsbeitrag erst dann abschaffen, wenn sich das Wirtschaftssystem der neuen Bundesländer dieses Geld auf anderem Wege wiederbeschaffen kann. Wenn man Unternehmen fördert, die diese Eigenschaften haben, dann kann man im Laufe der Zeit den Solidaritätsbeitrag abschaffen.

Da sich in Gesamtdeutschland die Entwicklung der Arbeitslosigkeit durch den Solidaritätsbeitrag nicht geändert hat, ist nicht nur das Geld aus den alten Bundesländern in die neuen Bundesländer geflossen, sondern auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit von den neuen Bundesländern in die alten Bundesländer verschoben worden. Das zeigt sehr deutlich, wie stark die Arbeitslosigkeit von der Geldmenge im Geldkreislauf abhängt.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch 

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Folgende Bücher habe ich gelesen:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Anleitung zum Unglücklichsein
Menschliche Kommunikation
Lösungen

Ich habe verschiedene Bücher von Vera F. Birkenbihl gelesen. Allerdings kann ich mich nicht mehr an viele Titel erinnern. Ein Buch ist bei der Recherche der Rezensionen nicht durchgefallen:
Kommunikationstraining


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