Schuldlos Schuldig

Categories: Politik
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Published on: 3. März 2012

Letzte Woche habe ich im Internet den Artikel „Wie das Netz den bösen Gauck erfand“ gefunden. Joachim Gauck, unser Kandidat für das Bundespräsidentenamt wird im Internet schlecht gemacht. Es werden dabei Aussagen von ihm aus dem Zusammenhang herausgerissen und falsch dargestellt. Er wurde noch nicht mal gewählt, schon beginnt die Hetze.

Die letzten beiden wurden ja ganz schön fertig gemacht. Sie haben das Amt vorzeitig verlassen. Hatte sich Horst Köhler irgendetwas zu Schulden kommen lassen? Ich kann mich eigentlich gar nicht daran erinnern!

Und was ist mit Christian Wulff? Hat er in seinem Amt irgendetwas falsch gemacht? Man wirft ihm bisher nur Sachen vor, die vor seinem Amtsantritt waren. Die Presse hat ihn Stück für Stück fertig gemacht und die Bevölkerung gegen ihn aufgehetzt.

Für die Presse war das ein gefundenes Fressen, denn damit verkauft man Zeitungen. Je höher das Amt, desto größer der Skandal.

Soll das jetzt immer so weiter gehen? Sollen wir die Menschen in hohen Ämtern nur noch nach ihren Fehlern aus der Vergangenheit verurteilen, weil keine Fehler in den Handlungen in ihren Ämtern gefunden werden?

Das ist eigentlich ziemlich armselig. Denken Sie nur an Karl-Theodor zu Guttenberg. Ich hielt ihn in seinem Amt nicht für besonders kompetent. Aber er ist aus den falschen Gründen gegangen worden. Die Plagiatsvorwürfe hatten nichts mit seinem Amt als Minister zu tun. Warum versucht die Presse nicht die Leute aus ihren Ämtern zu vertreiben wegen Unfähigkeit in ihrem Amt? Dort werden haufenweise Fehler gemacht. Vor allem deshalb, weil viele Politiker von der Materie keine Ahnung haben. Von denen möchte ich eigentlich nicht regiert werden.

Was soll man von Politikern halten, die Menschen in ein fremdes Land zum Krieg spielen schicken, denen es aber völlig egal ist, ob die Menschen dadurch einen psychischen Schaden bekommen.

Was soll man von Politikern halten, die ein ganzes Land in Armut zwingt. Als Belohnung dafür bekommt die Regierung des Landes Geld, damit davon Spekulanten, Banken und Versicherungen, bezahlt werden können. Anstatt Probleme zu lösen, werden Probleme geschaffen, weil sie keine Ahnung haben, wie das System funktioniert.

Was soll man von Politikern halten, die den Gemeinden so wenig Geld lassen, daß aus Schulen Ruinen werden, die nicht saniert werden können, weil die Gemeinden kein Geld für die Renovierung bekommen. Das ist noch nicht mal ein Grund, die Schulen zu schließen.

Was soll man von Politikern halten, die bei der Vergabe von Bauprojekten nur nach dem billigsten Preis gehen, aber nicht auf Qualität achten? Dadurch werden Unternehmen gefördert, die ihr billiges Preisangebot mit Hilfe von zu billigen Löhnen, Pfuscharbeit oder nachträgliche Verteuerungen aufrechterhalten können. Aber die, die Wertarbeit machen können dann zu Grunde gehen.

Es gibt so viele Skandale in der Politik, bei denen man zu recht Politiker wegen ihrer Taten in der Politik fertig machen kann. Aber warum stürzt man sich auf Leute, die sich in ihren Ämtern nichts zu Schulden kommen lassen.

Geeignete Kandidaten

Wir sollten auch einmal an die Zukunft denken. Welche Eigenschaften muß ein Bundespräsident haben, damit er nicht vorzeitig aus seinem Amt rausgeekelt oder zur Aufgabe gezwungen werden kann?

Wie wäre es mit einem unfehlbaren Charakter, der sich nie etwas zu Schulden hat kommen lassen?

Wie soll man ihn finden? Man kann nie an alles denken. Man kann keinen Menschen perfekt untersuchen. Man kann ihn auch nicht fragen, was er alles falsch gemacht haben könnte. Vielleicht weiß er das selber nicht mehr. Für ihn war es unbedeutend, während es für andere ganz wichtig sein kann.

Menschen sind nun mal nicht gleich. Menschen haben unterschiedliche Wertvorstellungen. Wir haben Gefühle, wir können logisch denken, wir haben Instinkte. All diese Sachen sind für uns lebenswichtig. Und sie sind für jeden Menschen anders, da die Menschen unterschiedliche Lebenserfahrungen und unterschiedliche Erbmerkmale haben.

Ein perfekter Mensch, dem man nichts vorwerfen kann, ist ein Mensch, der sich sehr streng an Regeln hält, die eingehalten werden müssen. Er macht es auf jeden Fall für sich selber. Das kann allerdings auch sehr leicht dazu führen, daß er dies auch von anderen Menschen erwartet. Dann wäre er sehr intolerant.

Perfekte Charaktereigenschaften können sehr leicht dazu führen, daß ein Amt nicht mehr gut geführt werden kann. Ich würde meine Mutter zum Beispiel nie zu einer Finanzministerin machen. Sie kann ziemlich gut mit Geld umgehen. Obwohl nur mein Vater gearbeitet hat und meine Mutter zu Hause 3 Kinder versorgte, ist es uns nie schlecht gegangen. Meine Mutter hat aber den Charakterfehler, daß sie keine Schulden mag und daher keine Schulden machen würde. Sie würde als Finanzministerin nicht ihre Strategien darauf ausrichten, wie unser Finanzsystem funktioniert. Deshalb kann sie nicht optimal arbeiten.

Mit Hilfe von guten Charaktereigenschaften allein kann man nicht gewährleisten, daß ein Amt gut geführt wird. Man braucht auch Kompetenz und Durchsetzungsvermögen.

Sehr häufig ist für die Kompetenz auch Erfahrung notwendig, da man nicht immer alle potentiellen Schwierigkeiten voraussehen kann. Ich gebe ihnen ein Beispiel aus meinem Leben.

Lebenserfahrung aus der Kindheit

Wenn ich nach meinen Eltern gehe, dann war ich ein ruhiges Kind gewesen. Als ich in die Grundschule kam, hatte ich einen guten Anfang gemacht. So stand es in meinem ersten Zeugnis.

Mir fiel Lernen leicht, aber es gab Kinder, denen hat das gar nicht gefallen. Wenn ich es nicht geschafft hatte, in den Pausen in die Nähe von Lehrern zu kommen, die die Pausenaufsicht hatten, dann wurde ich regelmäßig in den Pausen von 2 Klassenkameraden gequält, die sich von mir benachteiligt fühlten.

Dies ging so bis zur 4. Klasse. Ich hatte 2 andere Klassenkameraden, Norbert Müller und Uwe Webbler, mit denen ich mich über dieses Problem unterhalten hatte. Sie sagten mir, wenn in der nächsten Pause wieder so etwas passieren würde, dann solle ich deren Inertialen rufen: „NMUW“. Zuerst passierte nichts. Aber dann wurden meine beiden Quälgeister von allen 4. Klassen und der Klasse meines Bruders, der in der 2. Klasse war, über den Schulhof gejagt. Ich konnte dabei auch sehen, daß diese Schüler getreten wurden. Von da an haben die mich nie wieder angerührt.

Dann kam ich in die Realschule. Als die Schüler in die Klassen eingeteilt wurden, mußte ich mit Bestürzung feststellen, daß ein Schüler, der in der 3. Klasse sitzengeblieben war und dann in meine Klasse kam, auch mein Klassenkamerad in der Realschule sein sollte. Dieser Schüler entwickelte sich in die gleiche Richtung wie meine beiden Quälgeister.

So etwas wie auf der Grundschule wollte ich aber nicht noch einmal erleben. Deshalb habe ich noch auf dem Schulhof mit ihm Freundschaft geschlossen. Das war keine gute Freundschaft, denn er hat mich zum Klauen erzogen. Nach 3 Jahren ist es zu einem Bruch gekommen, nachdem ich vorher mit ihm von zu Hause weggelaufen bin.

Ich habe durch dieses Erlebnis für mich eine wichtige Erfahrung gemacht. Man darf sich nicht mit seinen Feinden verbünden.

In Filmen, in denen es den Kindern ähnlich schlecht ergeht, wie es mir ergangen ist, wird den Kindern immer wieder empfehlen, daß sie mit ihren Quälgeistern Freundschaft schließen sollen. Solche Ratschläge kann nur jemand geben, die nicht weiß, wie die Konsequenzen im Laufe der Zeit aussehen können.

Optimale Politik

Ich habe mir mal überlegt, was man braucht, um gute Politik zu machen.

Im Prinzip ist es egal, welche Politikform gewählt wird, solange 3 Bedingungen erfüllt werden:

  1. Wer auch immer ein Land führt, muß sich selbst als Diener des Volkes verstehen. Dann wird er sein ganzes Handeln, sein ganzes Streben danach ausrichten, daß es dem Volk gut geht. Bildlich gesprochen: Das Herz muß stimmen.
  2. Egal, welche Probleme auch immer auftauchen mögen. Man muß schlau genug sein, um die Probleme lösen zu können. Man kann noch so ein gutes Herz haben, aber wenn man nicht schlau genug ist, dann muß das Volk darunter leiden. Bildlich gesprochen: Der Verstand muß stimmen.
  3. Bei jedem Problem, das auftreten könnte, gibt es immer Nutznießer dieses Problems. Diese werden all ihre Macht einsetzen, damit dieses Problem erhalten bleibt. Nur aus diesem Grund muß derjenige, der ein Volk leiten will, die höchste Macht des Staates haben. Bildlich gesprochen: Die Muskeln müssen stimmen.

Alle 3 Sachen müssen stimmen, sonst muß das Volk darunter leiden. In unserer Demokratie wird das Herz durch den Präsidenten vertreten. Es ist aber nur dann wirklich handlungsfähig, wenn der Präsident herzlose Gesetze ablehnen darf und dies auch durchführt.

Der Verstand wird vom Kanzler oder der Kanzlerin, den Ministern und den Abgeordneten, die über die Gesetze abstimmen vertreten.

Die Muskeln werden von der Polizei, den Gerichten und der Armee – als Absicherung nach außen – vertreten.

Das Herz, der Verstand und die Muskeln sollten die Kriterien sein, nach denen man die Leute in ihren Ämtern beurteilt. Wer seine Sache schlecht macht fliegt raus und wird durch jemand besseren ersetzt. Das wäre die richtige Strategie.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

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Soweit vorhanden, habe ich mir auch die Rezensionen der Bücher angesehen. Waren die Rezensionen zu schlecht, dann habe ich das Buch aussortiert.
Einige habe ich gekauft, andere habe ich in der UNI-Bibliothek ausgeliehen.
Hier sind die Links zu der von mir bevorzugten Literatur.

Ein Buch, das sich mit Irrtümern auseinandersetzt:
Die 1000 Irrtümer der Allgemeinbildung

Ein paar Bücher, die sich mit der Medizin auseinander setzen:
Die Krankheitserfinder
Der Meineid des Hippokrates

Wenn es innerhalb eines Systems Fehler gibt, dann kann man das nur erkennen, wenn man das System unter optimalen Bedingungen untersucht. Das kann dazu führen, daß man manchmal die illegalen Sachen vernachlässigt. Dieses Buch beschäftigt sich mit illegalen Bankgeschäften:
Die Bank als Räuber

Das Buch wurde bereits 1958 geschrieben und ist immer noch aktuell. Ich habe das Buch gekauft, weil es mir empfohlen wurde. Ich habe 3 Tage gebraucht um es zu lesen. Ich habe sogar Alpträume davon bekommen. Der Teufel will die Menschheit vernichten. Dafür braucht er immer wieder neue Helfer. Und die will er von seinem Können überzeugen. Ein kleiner Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
Bericht des Stinkteufels über die Verpestung der Atemluft
Referat über die Verseuchung der Gewässer
Erkrankung und Entartung durch Feinkost
Bericht des Karstteufels über die Zerstörung des Waldes
Der Kampf gegen den Geist
Erfolgsbilanz des Medizinteufels
Referat über Fremdstoffe und Gift in der Nahrung
Bericht des Atomteufels
...
Hier der Link zum Buch:
Der Tanz mit dem Teufel

Ein mathematisches Buch, welches sich mit Paradoxien auseinandersetzt darf natürlich nicht fehlen:
Buch ohne Titel

Geistige Gespräche aus dem antiken Griechenland, bei dem man den anderen immer wieder zum lügen bringt. Auch wenn er nur die Wahrheit sagen will:
Sokrates ist nicht Sokrates

Während meines Studiums gab es 2 Autoren, die ich ganz besonders mochte. Der eine war Paul Watzlawick. Ich bin auf Ihn aufmerksam geworden durch das Buch "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" Es hat mir so gefallen, daß ich alle Bücher, die ich von ihm finden konnte, gelesen habe. Es sind Bücher, die sich mit der Psychologie der Menschen auseinandersetzen. Man kann dort viel über sich selbst lernen.
Folgende Bücher habe ich gelesen:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Anleitung zum Unglücklichsein
Menschliche Kommunikation
Lösungen

Ich habe verschiedene Bücher von Vera F. Birkenbihl gelesen. Allerdings kann ich mich nicht mehr an viele Titel erinnern. Ein Buch ist bei der Recherche der Rezensionen nicht durchgefallen:
Kommunikationstraining


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