Gibt es Überlichtgeschwindigkeit?

Wie ich in dem Artikel „Die Raum-Zeit“ gezeigt habe, kann bei Lichtgeschwindigkeit und bei Überlichtgeschwindigkeit keine relative Gleichzeitigkeit erzeugt werden, da in diesen Fällen die Lichtuhr stehen bleibt. Deshalb kann man nur bei Unterlichtgeschwindigkeit ein Meßsystem erzeugen, das nach den Regeln der Relativitätstheorie funktioniert. Das sagt aber nichts darüber aus, ob es Objekte geben kann, die sich mit einer höheren Geschwindigkeit als der Lichtgeschwindigkeit bewegen können.

Die graphische Darstellung dessen, was gemessen werden kann

Wenn man erkennen will, was man überhaupt messen kann, dann muß man sich in das Meßsystem begeben, welches sich relativ zur objektiven Realität in Ruhe befindet. Es reicht, wenn man nur Objekte mit konstanten Geschwindigkeiten betrachtet, denn ein beliebiges Objekt welches seine Geschwindigkeit beliebig ändern kann, kann lokal immer stückweise betrachtet werden wie ein Objekt, welches sich mit einer konstanten Geschwindigkeit bewegt.

Die Gelben Linien stehen für die Geschwindigkeiten des Lichtes. Langsamere Geschwindigkeiten sind Geraden im Grünen Bereich, die durch den Schnittpunkt der gelben Linien gehen, wobei die Zukunft dunkelgrün dargestellt ist und die Vergangenheit hellgrün. Überlichtgeschwindigkeiten bilden Geraden im Blauen Bereich, die durch den Schnittpunkt der gelben Linien gehen, wobei die Zukunft dunkelblau dargestellt ist und die Vergangenheit hellblau. Die Schwarzen Linien, die durch den Schnittpunkt der gelben Linien gehen, sind der Bereich, in der Geschwindigkeiten zu groß werden. In der physikalischen Realität gibt es keine Geschwindigkeit, die so hoch ist, daß eine Gerade zur Beschreibung in diesen Bereich fällt. Wenn die Geschwindigkeiten beliebig nah an unendlich große Geschwindigkeiten herankommen dürfen, dann ist nur noch die Gleichzeitigkeit in der objektiven Realität schwarz zu zeichnen.

Wenn man das Bild im Meßsystem des Beobachters betrachtet, dann sieht das so aus:

Wie man hier sehen kann, bleibt bei allen Beobachtungen, in denen Unterlichtgeschwindigkeiten auftauchen, die Kausalität erhalten. Das ist der Dunkelgrüne und der Hellgrüne Bereich. Das gilt nicht für Überlichtgeschwindigkeiten. In einer ausgezeichneten Richtung ist es möglich, wenn die Geschwindigkeit nur groß genug ist, daß man in diesem Meßsystem die Zukunft mit der Vergangenheit verwechselt. Das gilt für alle Geraden, die unterhalb der waagerechten Roten Linie im Dunkelblauen Bereich beginnen und oberhalb der waagerechten Roten Linie im Hellblauen Bereich enden. Der Hellblaue Bereich ist in der objektiven Realität die Vergangenheit und der Dunkelblaue Bereich die Zukunft. Unterhalb der Roten waagerechten Linie ist in diesem Meßsystem die Vergangenheit und oberhalb dieser Linie die Zukunft. Dies gilt nur in dieser Ausnahmesituation, aber nicht allgemein.

Trotzdem finde ich in Veröffentlichungen immer wieder Aussagen, die mit Hilfe der Speziellen Relativitätstheorie gerechtfertigt werden, aber eindeutig falsch sind.

Tachyonen

Tachyonen sollen Teilchen sein, die sich schneller als mit Licht bewegen. Für diese wird häufig behauptet, daß sie sich immer von der Zukunft in die Vergangenheit bewegen, das heißt, daß die Kausalität immer falsch herum wahrgenommen wird. Wenn Sie sich das letzte Bild betrachten, dann gilt das nur, wenn die Geschwindigkeit groß genug ist und sich das Tachyon in die richtige Richtung bewegt. In Science Fiction Romanen und Filmen werden immer wieder Tachyonenantriebe benutzt um Zeitreisen durchzuführen. Es sind niemals echte Zeitreisen, sondern Illusionen von Zeitreisen.

Der theoretische Versuch, Signale in die Vergangenheit zu schicken

Ärgerlich finde ich es, wenn ich von Physikern Auswertungen der Relativitätstheorie finde, die dann zu dem Ergebnis kommen, daß man mit Teilchen, die sich schneller als das Licht bewegen, Signale in die Vergangenheit schicken könnte. Eine Argumentation, die ich gefunden habe, sieht so aus:

Eine fehlerhafte Methode, wie nach der Relativitätstheorie ein Signal in die Vergangenheit geschickt werden kann.

»Ich habe 2 Weltsysteme, die sehr weit auseinander liegen. Dann ist es nach der Speziellen Relativitätstheorie möglich, daß ich in dem 1. Weltsystem um 12 Uhr ein Signal abschicke, das dann im 2. Weltsystem um 11 Uhr ankommt.« Bis dahin ist die Argumentation korrekt. »Im 2. Weltsystem setze ich einen Spiegel hin, der das Signal mit der gleichen Geschwindigkeit zurückschickt. Es erreicht dann das 1. Weltsystem um 10 Uhr. Ich habe also ein Signal in die Vergangenheit geschickt.« Der 2. Teil der Argumentation widerspricht aber der Speziellen Relativitätstheorie, wenn diese korrekt angewandt wird. Wenn ich den 2. Teil der Argumentation theoretisch durchführen will, dann muß ich das im System der objektiven Realität machen, denn nur dort kann ich Handlungen durchführen. Das korrekte Ergebnis sieht dann so aus:

Nach der Relativitätstheorie ist es möglich, Signale in die Vergangenheit zu schicken. Aber nicht am gleichen Ort!

Im System der objektiven Realität bewegen sich die 2 Weltsysteme in der gleichen Richtung mit der gleichen Geschwindigkeit. In diesem System muß die Gleichzeitigkeit der Weltsysteme konstruiert werden. Das ist die Rote Verbindungslinie zwischen diesen beiden Weltsystemen. Die Zeit setze ich auf 12 Uhr fest. Die Blauen Linien bilden das Signal, welches sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt. Um 11 Uhr erreicht es das 2. Weltsystem. Aber jetzt setze ich den Spiegel ein. Wenn ich jetzt das Signal mit der gleichen Geschwindigkeit zurückschicke, dann kommt es nicht um 10 Uhr an, sondern um 14 Uhr 25 (Abschätzung anhand der Zeichnung). Anstatt ein Signal 2 Stunden in die Vergangenheit zu schicken, habe ich es 2 Stunden 25 Minuten in die Zukunft geschickt. Dieser Denkfehler konnte nur deshalb entstehen, weil sich die Physiker nicht darum gekümmert haben, was es bedeutet, wenn sich ein Objekt mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt. Die Handlung wurde nicht sauber von der Messung unterschieden!

Wenn ein Meßsystem Ergebnisse liefert, die man nicht haben will

In [Hermann Bondi: „Einsteins Einmaleins“, 1971] auf Seite 92 fand ich eine interessante Erklärung, warum es keine Überlichtgeschwindigkeit geben kann:

Bei Überlichtgeschwindigkeit kann die Kausalität nicht mehr eindeutig identifiziert werden.

Alfred befindet sich im schwarzen Meßsystem und Bernhard im roten Meßsystem. Beide beobachten ein Objekt, welches sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt. Als das überlichtschnelle Objekt bei Alfred vorbeikam, schickte er ein Lichtsignal zu Bernhard. Als das überlichtschnelle Objekt bei Bernhard vorbeiflog, schickte er ein Lichtsignal zu Alfred. Das überlichtschnelle Objekt kommt bei Bernhard an, bevor das Lichtsignal von Alfred bei Bernhard ankommt. Das Objekt kommt auch bei Alfred vorbei, bevor er das Lichtsignal von Bernhard erhält. Daraus wird in dem Buch geschlossen, daß es für den Beobachter erst bei ihm vorbeikam und später bei dem anderen, weil das Lichtsignal des anderen später als das Objekt beim Beobachter vorbeikam. Wenn dieses Objekt ein Wesen wäre, das irgendwelchen Veränderungen unterliegt, «wenn es beispielsweise zwischen seinem Zusammentreffen mit Alfred und dem mit Bernhard älter wird, dann sieht Alfred es auf ganz normale Weise im Verlauf der Zeit älter werden; Bernhard hingegen beobachtet, daß es jünger wird. Auf welche Weise sollte nun ein solches Wesen leben? Wie läuft die Zeit für es ab? Es müßte natürlich etwas ganz eigenartiges sein, dessen Zeitgefühl sich offensichtlich ändert, je nachdem, wer es anschaut.»

Das ist die Argumentationsweise in diesem Buch! Ich habe selten so einen Unsinn gelesen. Deshalb will ich diese Sache richtig stellen.

Es ist nur eine Sache der Wahrnehmung. Um die Sache besser begreifen zu können, betrachte ich die Situation für einen einzelnen Beobachter:

Kommt das Objekt auf eine zu, dann scheint die Zeit rückwärts zu laufen, wenn sich das Objekt mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt. Entfernt es sich, dann wird der Zeitablauf in der korrekten Richtung wahrgenommen.

Der Beobachter befindet sich an dem Ort, der durch die rote Linie gekennzeichnet ist und betrachtet sich ein Objekt, welches sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt. Das Licht, welches von diesem Objekt ausgeschickt wird, muß in Richtung zum Beobachter geschickt werden. Solange sich das Objekt auf den Beobachter zu bewegt, nimmt der Beobachter die Ereignisse in der falschen Reihenfolge wahr, da sich das Objekt schneller als das Licht bewegt und dieses deshalb überholt. Wenn das Objekt am Beobachter vorbeigeflogen ist, dann wird das Licht vom Objekt in eine andere Richtung ausgesandt. Da der Weg immer länger wird, den das Licht zurücklegen muß, wird deshalb der Zeitablauf in der richtigen Richtung wahrgenommen. Für den Beobachter müßte zu dem Zeitpunkt, an dem das Objekt bei ihm vorbeikommt plötzlich aus dem Nichts ein Objekt entstehen, welches sich spaltet und in entgegengesetzten Richtungen von ihm entfernt. Die Geschwindigkeit beider Objekte ist im Allgemeinen unterschiedlich.

So einleuchtend diese Erklärung sein mag, sie entspricht aber nicht ganz der Wirklichkeit, denn ich habe etwas Wichtiges vernachlässigt:

Ist das Objekt schneller als das Licht, dann schafft es das Licht nicht, sich in Bewegungsrichtung von der Lichtquelle zu entfernen. Es kann nur in die Lichtquelle eindringen. Der Winkel zwischen Bewegungsrichtung und Lichtsignal muß mindestens 90° betragen, damit sich das Licht vom Leuchtkörper entfernen kann.

Ein Leuchtkörper bewegt sich mit Überlichtgeschwindigkeit. Der Lichtstrahl, der in Bewegungsrichtung abgestrahlt wird, schafft es nicht, sich vom Leuchtkörper zu entfernen, da die Geschwindigkeit zu langsam ist. Er kann nur in den Leuchtkörper eindringen. Der Leuchtkörper schluckt sein eigenes Licht in Bewegungsrichtung. Der Leuchtkörper kann das Licht also nur in eine Richtung abstrahlen, die mindestens 90° von der Bewegungsrichtung abweicht, wenn er sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt.

Ein ähnliches Phänomen kennen wir alle. Den Überschallknall. Zuerst hören wir nichts. Plötzlich hören wir einen Knall und das Geräusch eines sich entfernenden Flugzeuges. Ich habe es schon einige Male gehört. Das Phänomen existiert also. Das einzige, was in meiner Erklärung noch nicht vorkommt, ist der Überlichtblitz bei überlichtschnellen Objekten. Er wäre so etwas Ähnliches wie der Überschallknall bei Flugzeugen, die schneller als die Schallgeschwindigkeit fliegen.

Es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, daß es keine Überlichtgeschwindigkeit geben kann, denn fast dasselbe physikalische Phänomen kennen wir bei Überschallgeschwindigkeiten.

Meßtechnisch gesehen ist es aber trotzdem möglich, auch die falsche Wahrnehmungsrichtung zu erkennen. Das überlichtschnelle Objekt muß nur an einigen Spiegeln vorbeifliegen, die sich langsamer als mit Lichtgeschwindigkeit bewegen müssen. Das nach hinten abgestrahlte Licht wird dort reflektiert und dann zum Beobachter geschickt.

Zeitreisen funktionieren nicht, wenn man schnell genug die Erde umkreist

Es gibt noch Superman, der mit Überlichtgeschwindigkeit die Erde umkreist und dabei in der Vergangenheit landet. Dazu muß er sich in Rotationsrichtung so schnell bewegen, daß die Zeitrichtung in der falschen Richtung wahrgenommen wird. Wenn Kraftfelder nicht den Äther bilden, dann kann man bei Sternenkörpern mit einer Rotation an der Oberfläche ebenfalls relativistische Gleichzeitigkeit erzeugen, die von der Gleichzeitigkeit der Objektiven Realität verschieden ist. Es gibt aber ein Problem:

Bei einem Rotationskörper kann die relative Gleichzeitigkeit nicht beliebig durchgeführt werden. Bei jeder Umkreisung muß man akzeptieren, daß eine Uhr keine 2 verschiedenen Zeiten anzeigen kann. Dadurch entsteht ein Raumsprung und ein Zeitsprung.

Während man die Uhren nach und nach synchronisiert, kommt man bei einer Umkreisung irgendwann zu einer Uhr, die schon synchronisiert ist und nicht mehr synchronisiert werden kann. An dieser Stelle muß ich die einmal konstruierte Gleichzeitigkeit akzeptieren. Bei einer Umkreisung komme ich wieder an dieselbe Stelle und muß die Graphiken zusammenkleben, damit ich über diese Stelle hinaus die Welt beschreiben kann. Das mache ich in der Graphik an der Stelle, an der die gepunktete schwarze Linie ist. Danach wiederholt sich ständig das gleiche Bild. Die konstruierte schräge relative Gleichzeitigkeit paßt an den Enden aber nicht mehr zusammen. Die Linie der konstruierten relativen Gleichzeitigkeit muß aber so weit gezogen werden, daß ich auch in der Beschreibung des Systems der relativen Gleichzeitigkeit die ganze Welt beschreiben kann, das heißt, die Bilder zusammenkleben kann. Dies geschieht an der roten gepunkteten Linie. Innerhalb des hellblauen Bereichs muß ich keine roten Klebestellen überschreiten. Das bedeutet, daß ich in diesem Bereich die spezielle Relativitätstheorie uneingeschränkt anwenden darf. Das Ganze ist aber räumlich begrenzt. Will ich die Relativitätstheorie über diesen Bereich hinaus benutzen, dann muß ich mir Gedanken darüber machen, was mit der relativen Gleichzeitigkeit geschieht, wenn die relative Gleichzeitigkeit eine Sprungstelle hat. Es gibt dort einen Raumsprung und einen Zeitsprung im System der objektiven Realität. Die Projektion dieser Sprünge sind durch eine Dunkelblaue Linie an den Koordinatenachsen gekennzeichnet. Im Meßsystem gibt es allerdings nur einen Zeitsprung. Auch dieser ist gekennzeichnet durch eine Dunkelblaue Linie.

Da auf der Erde bei jeder Umkreisung ein Zeitsprung auftritt, sieht die Sache in Wirklichkeit so aus:

Nach jeder Umkreisung der Erde geht der Zeitgewinn der Relativen Gleichzeitigkeit verloren. Der Zeitsprung sorgt dafür, daß man immer nur die Zukunft erreicht, aber nie die Vergangenheit.

Die dunkelblaue Linie beschreibt jetzt den Flug Supermans. Die gewonnene Zeit geht an dem Punkt verloren, an dem der Zeitsprung stattfindet. Um aber die Zeit zurück drehen zu können, muß man wieder am gleichen Ort ankommen. Dann bringt aber das Fliegen mit Überlichtgeschwindigkeit nichts. Letztendlich fliegt Superman doch nur in die Zukunft.

Die Grenze zwischen richtiger und falscher Zeitrichtung in der Beobachtung

Gibt es irgendeinen Hinweis, woran man erkennen kann, wann man bei Objekten mit Überlichtgeschwindigkeit feststellen kann, ob man die Vergangenheit und die Zukunft in der richtigen Reihenfolge wahrnimmt?

Wenn es Überlichtgeschwindigkeit gibt, dann gibt es Inertialsysteme, in denen das Objekt an jedem Ort zur gleichen Zeit vorbeikommt. Allerdings kommt der Anfang und das Ende des Objekts zu unterschiedlichen Zeiten vorbei.

Wenn sich ein Objekt in Bewegungsrichtung des Meßsystems so schnell bewegt, daß man innerhalb des Meßsystems an jedem Ort die gleiche Zeit mißt, dann hat dieses Objekt für das Meßsystem eine Grenzgeschwindigkeit. Alle Objekte, die sich in dieser Richtung mit einer höheren Geschwindigkeit bewegen, werden in diesem Meßsystem so gemessen, als ob sie sich aus der Zukunft in die Vergangenheit bewegen. Alle Objekte, die sich in dieser Richtung mit einer niedrigeren Geschwindigkeit bewegen, werden in diesem Meßsystem so gemessen, als ob sie sich aus der Vergangenheit in die Zukunft bewegen. Die Geschwindigkeit senkrecht zur Bewegungsrichtung des Meßsystems spielt keine Rolle, weil dort die Gleichzeitigkeit des Meßsystems mit der Gleichzeitigkeit der Objektiven Realität übereinstimmt.

Man kann diese Geschwindigkeit natürlich berechnen. Wenn vI die Geschwindigkeit des Meßsystems ist und vO die Geschwindigkeit eines Objektes in Bewegungsrichtung des Meßsystems ist, dann hat das Objekt die Grenzgeschwindigkeit, wenn vI*vO=c2 ist. Da vI immer kleiner als c ist, muß vO immer größer als c sein. Ich will ihnen zeigen, wie groß die Geschwindigkeit des Objektes sein muß, damit man so etwas in der Realität überhaupt beobachten kann:

Wenn die Kraftfelder nicht den Äther bilden, dann kann man sagen, daß sich die Erde um die Sonne mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/s bewegt. Unser Sonnensystem bewegt sich mit ca. 20 km/s in einer Bahn um den Mittelpunkt der Milchstraße. Die Geschwindigkeit der Erde beträgt dann höchstens etwa 50 km/s. Das ist ~1/6000 der Lichtgeschwindigkeit. Das bedeutet, daß sich ein Objekt mindestens mit 6000-facher Lichtgeschwindigkeit bewegen muß, damit die Umkehrung der Zeit meßtechnisch beobachtet werden kann.

Wenn Kraftfelder den Äther bilden, dann befänden wir uns auf der Erdoberfläche relativ zum Äther in Ruhe, wenn wir uns relativ zur Erdoberfläche nicht bewegen. Wenn wir in einem Zug, der sich beispielsweise mit 100 km/h bewegt, die Umkehrung der Zeit meßtechnisch wahrnehmen wollen, dann muß sich das Objekt mindestens mit 10.800.000-facher Lichtgeschwindigkeit bewegen.

Kein Wunder, daß die Physiker einen solchen Effekt in der Realität bisher meßtechnisch nicht wahrnehmen konnten. Man hat zwar schon Überlichtgeschwindigkeiten gemessen, aber sie lagen in Größenordnungen von 1,7-facher, 2-facher oder 4,7-facher Lichtgeschwindigkeit. Das ist um einige Größeordnungen niedriger als die Effekte der Zeitumkehr. Trotzdem glauben einige Physiker, daß diese gemessenen Geschwindigkeiten nicht wirklich erreicht wurden, da dies der Relativitätstheorie zu widersprechen scheint.

Das Relativitätsprinzip

Nachdem Einstein die Raum-Zeit eingeführt hatte, funktionierte die Relativitätstheorie nur für räumliche und zeitliche physikalische Größen und alle Kombinationen daraus, die sich nur durch Raum und Zeit zusammensetzen lassen. Das sind beispielsweise Längen, Flächen, Volumen, Geschwindigkeiten, Beschleunigungen, Frequenzen.

Wenn man diese Daten dann in den Formeln der klassischen Physik verwendet, dann funktionieren die physikalischen Gesetze nicht mehr. Deshalb hätte man eigentlich die bekannten physikalischen Gesetze in ein Meßsystem mit relativer Gleichzeitigkeit übersetzen müssen. In dem Meßsystem, in dem die relative Gleichzeitigkeit mit der absoluten Gleichzeitigkeit übereinstimmt gelten die klassischen Formeln und in allen anderen Inertialsystemen wird eine Übersetzung mit Hilfe der Lorentz-Transformationsformeln durchgeführt. Damit dann wieder Gleichungen herauskommen, muß in den Formeln ein zusätzlicher Parameter eingeführt werden. Der korrigiert dann den relativistischen Fehler.

Eine solche Strategie erzeugt physikalische Formeln, die vom Inertialsystem abhängig sind. Die Lorentz-Transformationsformeln hatten aber die angenehme Eigenschaft, daß man bei der Übersetzung nicht wissen mußte, in welchem Inertialsystem der Äther ruht. Bei den physikalischen Formeln ist dieses Wissen notwendig, da es in jedem Inertialsystem andere physikalische Formeln gibt.

Einstein dachte wahrscheinlich, wenn die Unabhängigkeit vom Inertialsystem bei Raum und Zeit so gut funktioniert, dann müßte das auch bei allen physikalischen Gesetzen funktionieren. Also hat er sich das Relativitätsprinzip einfallen lassen:

„Die Naturgesetze nehmen in allen Inertialsystemen die gleiche Form an“

Das ist eigentlich ein Axiom, das man experimentell beweisen muß. Mit diesem Prinzip konnte Einstein den relativistischen Fehler der Meßergebnisse aus Raum und Zeit bei Übersetzungen auf andere physikalische Größen übertragen.

Jetzt gibt es ein Problem. Wenn dies für alle Naturgesetze gilt, dann muß auch die Höchstgeschwindigkeit in allen Inertialsystemen unabhängig von der Richtung gleich sein. In der Relativitätstheorie gibt es aber nur eine Geschwindigkeit, die in allen Inertialsystemen unabhängig von der Richtung gleich ist. Das ist die Lichtgeschwindigkeit. Wenn es also Überlichtgeschwindigkeit gibt, dann wird automatisch das Relativitätsprinzip bei einem Naturgesetz falsch. Das würde bedeuten, daß man keinem relativistischen Naturgesetz mehr trauen kann. Jedes Naturgesetz muß individuell überprüft werden, ob es funktioniert.

Da es nur eine ausgezeichnete Geschwindigkeit gibt, braucht man keine Überlichtgeschwindigkeit, um dieses Naturgesetz zu widerlegen. Das gilt auch schon bei Unterlichtgeschwindigkeit.

Im Artikel „Die Natur des Lichts“ habe ich 3 Schwachstellen der Relativitätstheorie beschrieben. Die 3. Schwachstelle hängt mit den Elektronenbahnen zusammen. Bei Lichtgeschwindigkeit können komplette Atome nicht mehr funktionieren, weil die Länge geteilt durch die Breite unendlich wird. Das kann dazu führen, daß die Elektronen ab einer Grenzgeschwindigkeit die Bindungskraft zum Atomkern verliert. Dann können auch keine festen Objekte mehr existieren, die eine Ausdehnung haben. Diese Grenzgeschwindigkeit müßte ebenfalls die Lichtgeschwindigkeit sein. Wenn die Bindungskräfte zwischen den Atomen schon bei einer geringeren Geschwindigkeit verloren gehen, dann bekommt man eine Grenzgeschwindigkeit, die kleiner als die Lichtgeschwindigkeit ist und man hätte ein Naturgesetz gefunden, das nicht in allen Inertialsystemen die gleiche Form annimmt.

Fazit

Gibt es Überlichtgeschwindigkeit? Wegen des Relativitätsprinzips sind die Anhänger der Relativitätstheorie davon überzeugt, daß es das nicht geben kann. Nicht geben darf. Für mich sind die Argumente nicht sehr einleuchtend. Die Relativitätstheorie würde auch funktionieren ohne das Relativitätsprinzip. Aber man müßte sehr viel aufgeben, wenn man diesem Prinzip nicht mehr trauen kann.

Herzliche Grüße von Bernhard Deutsch

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Bericht des Stinkteufels über die Verpestung der Atemluft
Referat über die Verseuchung der Gewässer
Erkrankung und Entartung durch Feinkost
Bericht des Karstteufels über die Zerstörung des Waldes
Der Kampf gegen den Geist
Erfolgsbilanz des Medizinteufels
Referat über Fremdstoffe und Gift in der Nahrung
Bericht des Atomteufels
...
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Buch ohne Titel

Geistige Gespräche aus dem antiken Griechenland, bei dem man den anderen immer wieder zum lügen bringt. Auch wenn er nur die Wahrheit sagen will:
Sokrates ist nicht Sokrates

Während meines Studiums gab es 2 Autoren, die ich ganz besonders mochte. Der eine war Paul Watzlawick. Ich bin auf Ihn aufmerksam geworden durch das Buch "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" Es hat mir so gefallen, daß ich alle Bücher, die ich von ihm finden konnte, gelesen habe. Es sind Bücher, die sich mit der Psychologie der Menschen auseinandersetzen. Man kann dort viel über sich selbst lernen.
Folgende Bücher habe ich gelesen:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Anleitung zum Unglücklichsein
Menschliche Kommunikation
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Ich habe verschiedene Bücher von Vera F. Birkenbihl gelesen. Allerdings kann ich mich nicht mehr an viele Titel erinnern. Ein Buch ist bei der Recherche der Rezensionen nicht durchgefallen:
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